Oberstufengebäude für Naturwissenschaften eingeweiht. Mit einer öffentlichen Monatsfeier und einem Empfang mit leckeren Essen wurde bei der Eckernförder Waldorfschule ein neues Gebäude eingeweiht. Im Erdgeschoss des neue Hauses sind Unterrichtsräume für Chemie und Physik und die dazu gehörenden Nebenräume untergebracht, im oberen Stockwerk, das auch durch eine separate Außentreppe erreichbar ist, ist ein lichdurchfluteter Atelier- und Malraum in dem aber momentan sich noch die 12. Klasse auf den Waldorfschulabschluss vorbereitet. Auf dem Dach sammeln Sonnenkollektoren das Tageslischt ein um es als Energie weiter zu verweden. Der neue Gebäudebereich wurde als Anbau an das Gärtnerhaus realisiert und ist der zweite Teil eines der Bauvorhaben der Waldorfschule. Der erste Teil war das Werkstattgebäude. 705.000 Euro kostete der neue Schulteil, 430.000 Euro davon wurden durch einen Zuschuss des Landebildungsministeriums abgedeckt, 200.000 Euro wurde durch einen Kredit finanziert. Den Rest erbrachte die Schule aus Eigenmittel, bzw. warb sie als Spenden ein. Für die rund 450 Kinder und Jugendlichen der Waldorfschule wird weiter eifrig gebaut und geplant. Ein neuer Gebäudebereich, der als Ostflügel bezeichnet wird, entsteht derzeit im Rohbau. Der Schulausbau, dem bereits teilweise jahrzehntelange Planungen vorausgingen, dient unter anderen dazu, die Schule als offene Ganztagsschule zu ermöglichen. So wurde bereits eine große Mensa geschaffen und in den neuen Gebäudeteilen werden zukünftig die Räume für den handwerklichen und kreativen Unterricht eine Heimat finden. Aber auch neue moderne Toiletten für die Schüler werden benötigt, eine Teeküche, Übungsräume und Platz für die Hausaufgabenhilfe. Auch ein neues Lehrerzimmer soll entstehen, das alte wurde mit dem alten Ostflügel abgerissen. Der Ausbau erfolgt in Teilabschnitten die Bernd Hardewig, Geschäftsführer der kollektiv geleiteten Schule als „Takte“ bezeichnet, der musikalischen Einteilung bei Musikstücken folgend. Während „Takt 1“ in einem Jahr eingeweiht werden soll, entsteht der zweite „Takt“ im Zeitraum von 2009 bis 2011. Mit den gewaltigen Bauvorhaben, deren Kosten und Termine bisher punktgenau eingehalten werden konnten, soll laut Hardewig auch eine Wandlung der Waldorfschule zur Eckernförder Kulturstätte stattfinden. Kreispräsident Lutz Clefsen zeigte sich sichtlich beeindruckt wie die Waldorfschule ihre großen Pläne auch mit erheblicher Eigenleistung durch mitarbeitende Eltern stemmt. In dem gerade frisch erschienen Heft „Bernstein“, das kostenlos in verschiedenen Läden in der Stadt zu erhalten ist, stellt die Schule ihre Bauvorhaben vor und bittet auch ihre Freunde und Eltern um Spenden. Dabei ist finanzielle Hilfe genauso willkommen wie „Muskelhypotheken“, wie Bernd Hardewig die tätigen Eigenleistungen der Eltern bezeichnet. (fst)

29.10.2007 Künstlerhaus neu bestückt Eckernförde In das Schleswig-Holsteinische Künstlerhaus in der Otte Strasse können künstler aus aller Welt einziehen, wenn es ihnen gelungen ist, eines der begehrten Stipendien zu erhalten. Aus dem Bereich Musik zog jetzt Noriko Kawakami für zwei Monate in eines der Ateliers ein. Die japanische Komponistin ist in Eckernförde keine Unbekannte mehr, führte doch das renommierte Eckernförder „Ensemble reflexion K“ bereits mehrfach Werke von ihr auf. Im Jahr 2005 besuchte die Komponistin Eckernförde und eines der Konzerte. Geboren wurde sie 1955 in Ehime, Japan. Noriko Kawakami studierte Komposition bei Kyonei Hirose an der Kunitachi-Musikhochschule in Tokyo. Später setzte sie ihre Studien in Deutschland fort unter anderen bei Nicolaus A. Huber an der Folkwang-Hochschule in Essen, wo sie auch ihre Abschlussprüfung machte. Inzwischen lebe sie in Köln. In Eckernförde vollendet sie ein Stück für die neue Musik-Reihe von Beatrix Wagner und Gerald Eckert das mit Flötte, Harfe, Villoncello und Akkoredon im Dezember in Eckernförde uraufgeführt wird. Ausserdem feilt sie an einer Auftragsarbeit für den WDR, dass am 9 Februar live im Rundfunk übertragen wird. Aus dem Bereich bildende Kunst wurde Farideh Jamshidi nominiert drei Monate in Eckernförde zu verbringen. Die Iranerin versteht sich als Konzeptkünstlerin sie macht Textile Werke, Performance und Fotografie. Farideh Jamshidi schneidert jeden Tag ein Kleid. Die Kleider haben alle den gleichen Schnit, werden aber je nach Wochentag verschiedenfarbig beschriftet, bemalt oder bedruckt. Sie erzählen laut Jamshidi von: „Geschichten, Erfahrungen, Wünschen, Trauer und Unterdrückung“. In Fotografien hält sie sich, ihre Umwelt und natürlich ihre „Seelenkleider“ Kunstwerke fest. Beide Künstler freuen sich auf eine ergiebige Arbeitszeit in Eckernförde

Meisterfotos im richtigen Rahmen Eckernförde 27.10.2007 Kunst mit Kunst zu verbinden ist ein gewagtes Unterfangen. Aber nicht Malerei und Gesang sollten im Kunsthaus Eckernförde zur einer Einheit zusammenklingen, sondern besondere Fotos mit dem richtigen Rahmen ihre Vollendung finden. Helmut Kluding fotografierte mit dem geschulten Blick des Naturwissenschaftlers Schleilandschaften. Farbe und Fläche kommunizieren in seinen Fotos und mit wissenschaftlicher Akribie gestaltete er Spannungsbögen zwischen abendlicher Dramatik, mittäglicher Entspannung am Rapsfeld und meditativer Ruhe, wie sie in Norddeutschland in besonderen Momenten am Wasser zu finden sind. Während seine Bilder gegenüber dem Betrachter für sich sprechen können, erzählt der Fotograf Kuding erst auch Nachfrage mit welch hohem technischem Aufwand er seine Naturerzählungen gestaltet. Meist mit einer digitalen Kamera (Nikon 200D) und auch am Computer arbeitet er. Auch ein analoges Umkehrbild ist unter dem Dutzend Bildern zu finden. Ebenfalls digital und ebenfalls Nikon benutzt Frank Baesleler für seine Fotografien. Aktfotografie gilt schon immer als die Meisterklasse des Lichtbildes und Baeseler beweist spielend, das der Themenkreis noch nicht ausgereizt ist und das es eine Synthese aus der alten analoge Schule und modernster Photoshopbearbeitung gibt. Als Autor von Schulungsmaterial für Adobe weis er nicht nur theoretisch über die Funktionen des mächtigen Standardprogramms Bescheid, er versteht auch unauffällig uns stillsicher die digitalen Regel zu bedienen. Seine Akte die bei einer hohen erotischen Dichte jeglichen Sexismus vermissen lassen sind mit monochromatischen Korn gestaltet und als höchstwertige Pigment-Drucke großformatig realisiert. Durch diese Gestaltung wird der ästhetische Wohlklang des menschlichen Körpers perfekt herausgearbeitet. Frank Baeselers künstlerische Fotographien können in der Meisterklasse spielend bestehen. Eine besondere Art der Vollendung strebt Uwe Svensson mit seiner zurückhaltenden Kunst an. Er gibt den Fotowerken den richtigen Rahmen. Nicht nur, weil er sie in seiner Galerie ausstellt, sondern weil er im wörtlichen Sinne perfekte Rahmen für jeder einzelne der Bilder erstellte. Dem aufmerksamen Betrachter dürfte es kaum entgehen, dass Bilder und Rahmen eine sehr unterschiedliche Sprache sprechen können. So wie ein wenig ansprechendes Werk richtig gerahmt immerhin freundlich wirken kann, wird ein Highlight der Kunst seine Vollendung erst mit der passenden Begrenzung finden. Uwe Svensson hat sich intensiv mit den ausgestellten Fotografieren auseinandergesetzt und für jedes der Bilder ganz individuell und teilweise mit beträchtlichen Aufwand den „richtigen“ Rahmen gefunden, wohl wissende, das das Richtige nur eine subjektive Entscheidung sein kann. Diese ist ihm gelungen. (fst) Ausstellung „BodyLandArt“ im Kunsthaus Eckernförde (Gewerbegebiet Nord, Amselweg 3) mit Bildern von Frank Baeseler und Helmut Kluding in Rahmen von Uwe Svensson.

Erster Erfolgreicher Abschluss auf dem BSIC Drei Monate waren 13 chinesische Studenten in Eckernförde um zu studieren. Nicht nur den wissenschaftlichen Studien galt der Schwerpunkt wie Peter Jochimsen, Präsident des Baltic Sea International Campus (BSIC) in seiner kurzen Abschiedsrede betonte, sondern auch Einblicke in europäisches Leben sollten geboten werden. Eckernförde und Norddeutschland waren Ausgangspunkt vielfältiger Exkursionen die letztlich Verständnis für Europäische Lebensart und Denkweisen wecken sollten. Neben dem akademischen Programm mit internationalen Dozenten und Professoren konnten die jungen Chinesen, die größtenteils schon nach dem Doktorhut greifen, in ihren Gastfamilien und über intensive Freizeitbetreuung Lebensprägende Einblicke in ihnen bisher fremde Zusammenhänge nehmen. Die Studentin Na Zhang bedanke sich im Nahmen ihrer Kommilitonen für den hohen Aufwand den das Baltic Sea Team und zahlreiche fleißige Helfer für sie getrieben hatten. Als zum Abschluß der feierlichen aber fröhlichen Diplomübergabe Wei Quian die beteiligten akademischen Mitarbeiter nach vorne bat, konnte unschwer festgestellt werden, das pro Studierenden ein wissenschaftliche Mitarbeiter zur Verfügung stand. Ein weiterhin hohe und doch sehr persönliche Dichte bei der akademischen Wissensvermittlung strebt das BSIC Team auch an, wenn demnächst internationale Studierende in Eckernförde eintreffen. Arbeitskontakte und Absprachen bestehen inzwischen mit 16 Unis in aller Welt, berichtete Peter Jochimsen, der rechtzeitig zur Abschlussveranstaltung aus China zurückgehrt war. Nicht nur die Lehrenden und die Studenten zeigten sich mit diesem ersten Testlauf der Eckernförder Uni zufrieden, auch die Gasteltern und Freizeitbetreuer hatten die jungen ausländischen Gäste sichtbar in ihr Herz geschlossen. Bei einem umfassenden Festschmaus in der Mensa konnte dann gemeinsam Abschied genommen werden, am Sonntag flogen die Gäste wieder zurück in ihre asiatische Heimat. (fst)

23.10.2007 Good buy Eckernförde Eckernförde Barak Reiser war Gast im Künstlerhaus Schleswig-Holstein und sagt nun „Good Buy!“ mit einer kleinen Werkschau seiner Eckernförder Arbeiten. Zweimal ein Monat war der israelische Künstler mit Wohnsitz in Frankfurt in Eckernförde und hat die Stadt kreativ beobachtet. In einer Ausstellung im Künstlerhaus in der Otte Str. 1 wird er am Freitag den 26. Okt. 2007 von 18 – 20Uhr und am Samstag den 27. Okt. 2007 von 11 – 16 Uhr seine Eindrücke weitergeben. Im Ausstellungssaal im Erdgeschoss zeigt er seinen Film „Grant“. Rund 20 Minuten zeigt der Künstler „sein“ Eckernförde: Wie vom Sommer sich die Stadt innerlich und äußerlich wandelt, die Vorbereitungen und das abbauen für ein Großkonzert am Südstrand, Landschaften, Menschen, Plätze und Meer. Neben einer kreativen Sicht unserer Stadt vermittelt der Film auch ein Portrait des Künstlerhauses und lässt ein bisschen Teilhaben am Leben eines Stipendiaten. So beschreibt der Künstler sein Werk mit den Worten: „Die Idee mit der sich die Arbeit beschäftigt ist die Situation der so genannten „Grants“, einer Einladung durch die ein Künstler an anderem Ort für einen bestimmten Zeitraum, leben und tätig sein kann. Was ist das Atelier? Wie öffentlich oder privat ist dieser Raum und die Verbindung zwischen diesem Raum und seiner Umgebung? Gibt er die gewünschte Einsamkeit in dem neuen Ort? Einsamkeit die eine Art Distanz schafft, um klarer zu Beobachtung zu kommen.“ Unter dem kontrastierenden Titel „What I Havn´t Seen“ zeigt Barak Reiser in seinem Atelier im ersten Stock Werke auf Papier. Kommunikation ist der Oberbegriff unter dem sich seine in Eckernförde entstandenen Bilder summieren lassen. Verarbeitet hat er, meist in einer interessanten Ei-Tempera-Technik unter der Verwendung reiner Farbpigmente, Schlagzeilen aus den Nachrichten der letzten zehn Jahre. So sind militärische Motive, neben Aufarbeitungen des 11. September zu besichtigen. Aber auch Wortspielmotive des internationalen Künstlers der neben Hebräisch auch in Englisch und Deutsch denkt. So geht er auf aktuelle Entwicklungen in Eckernförde ein, wenn die Tatsache verarbeitet, dass der Englische Begriff „seen“ im Hebräischen „China“ bedeutet. Für Eckernförde Kunstinteressierte besteht am Freitag den 26. Okt. 2007 von 18 – 20Uhr und am Samstag den 27. Okt. 2007 von 11 – 16 Uhr im Künstlerhaus Schleswig-Holstein, Ottestr. 1, die Möglichkeit, das Wirken eines internationalen Künstlers in Eckerförde mitzubekommen. (fst)

30. 09. 2007 Neue Musik anders Eckernförde Manchmal kommt es anders. Erst musste aus Terminschwierigkeiten das geplante Konzert verschoben werden, dann erkrankt die Bratschistin kurzfristig. Widrigkeiten, die „Virtuosität“ nicht bremsen können. So der Titel der Aufführung im Rahmen der Reihe Neue Musik die mit geänderten Programm und Termin am Sonntag spätnachmittaglich zu Aufführung kam. Beatrix Wagner (Flöten), Eva Ignatjeva (Harfe) und Gerald Eckert (Cello) kamen mit dem Änderungen bestens klar und zelebrierten ein weiteres Highlight der zeitgenössischen Musik. Schwerpunkt, geplanter wie faktischer, waren Werke des Eckernförder Komponisten Gerald Eckert, dessen Tonsprache weit über die Grenzen der Republik zunehmend Anerkennung erfährt. Durch die aufgezwungenen Änderungen wurde das Konzert mit dem unausgesprochenen Untertitel „Wiederhören“ versehen. Vertiefung durch mehrfaches Hören ist gerade in dieser Musikrichtung äußerst wichtig, vielfach fordert die Musik das Publikum nachhaltig, so dass sich durch Wiederholungen viele Stücke erst wirklich erschließen. So wurde Dieter Macks (*1954) Werk „Trio V“ für Flöte, Cello und Harfe bereits im September in Eckernförde zum klingen gebracht und bei dem Konzert am Sonntag in der St.-Nicolaikirche auch doppelt wiederholt aufgeführt. „Klangräume II“ ein Werk Eckerts für Flöte und Zuspielband kannte das Publikum auch bereits, vielleicht wurde es deshalb so begeistert aufgenommen. Selbst in der Neuen Musik gibt es, wenn man die Konzerte der Reihe aufmerksam verfolgt, so etwas wie Hits. Als Kandidat zumindest machte sich das im letzten Konzert erstmals vorgestellte brandneue Werk „Nen VII“ bemerkbar. Flöte, Violoncello und Tonband stellen eine meditative, ja sakrale Stimmung in den Raum die stark die Befindlichkeiten des modernen Menschen reflektieren. Das Werk scheint mit dem Verständnis des Publikums zu wachsen, so dass weitere Aufführungen wünschenswert wären. Aus der Beschäftigung mit dem holländischen Maler und Bildhauer Armando entstand 2005 das Stück „Feld 3“ für Flöte und Harfe von Gerald Eckert. Das mit dem Raum und Raumvolumen arbeitende Werk wurde auch zweimal gespielt. Aber auch Ein- und Erstmaliges erklang. So brillierte Beatrix Wagner mit einem Flötensolowerk von Clemens Gnadenstätter (*1966) „Musik für Soloflöte“ von 1991. Während die Eckernförder Musikerin eine lange Strasse von sieben Notenständern dich bepackt mit Papier aufbaute, erzählte sie wie schwer ihr die Eroberung und Einstudierung dieses Werkes gefallen war. „Viel zu schwierig“ urteilte sie und das gleich mehrfach. Aber der Flötistin, die als Interpretin für neue Musik international anerkannt und begehrt ist und Notenschlachtfelder sogar in seltsamen Handschriften gewohnt ist, eroberte auch dieses Werk. Gnadenstätter, der bei seinem Kompositionsstudium ausgerechnet Flöte als Instrument gewählt hatte, kann stolz auf den donnernden Applaus sein, den das Publikum seinem Werk und der Interpretin zukommen lies. Auch Gerald Eckert hatte sich ein technisch äußerst grenzwertiges Werk als Solostück für sein Cello ausgewählt. Bernd A. Zimmermann (1918-1970) komponierte kurz vor seinem Freitod das zusammenfassende Stück „Vier kurze Studien“ in dem er neue und äußerst komplizierte Spieltechniken als Ausdruckmittel benutzte. Gerald Eckert zelebrierte mit scheinbarer Leichtigkeit die schwierigen Töne und konnte damit wiederholt beweisen, dass der Cellist dem Komponisten nicht nachsteht. Am ersten Dezember wird die Reihe „Neue Musik“ unter dem Titel „Fäden“ in der St.-Nicolaikirche fortgesetzt. (fst)

Live in vielen Rollen Eckernförde 2007-09-29 Wen demnächst in den Wälder rund um Eckernförde Feen, Zauberer und Krieger gesichtet werden handelt es sich nicht um Wahnvorstellungen oder einen Film sondern vielleicht um die Mitglieder des ELB e.V. Das „Eckernförder Liverollenspiel Bündnis“ hat sich am Freitag in der BBS der Öffentlichkeit vorgestellt. Zusammengefunden haben sich junge Menschen jeglichen Alter und mit den verschiedensten berufen um ihren Hobby zu frönen. In aufwendige Kostüme gewandet bewegen sie sich mit vorliebe in mittelalterlichen Ambiente. Jeder hat eine besondere Rolle, wie z.B. Magier, Fee oder Krieger. Zusammen spielen sie nach einem Spielplan und versuchen ihre Geschichten und Charaktere so authentisch wir möglich zu gestalten. Aber außer dem eigentlichen Spiel hat sich der Verein viele Ziele auf die Fahnen geschrieben. So soll das Wissen über das Mittelalter, einschließlich Mythen und Legenden gemeinsam vertieft werden. Auch Kampftraining wird angeboten, damit mit die gepolsterten Waffen stilecht und schmerzfrei gehandhabt werden können. An Werkstattnachmittagen wird die aufwendige Ausrückung aus edlen Stoffen und teurem Leder verfeinert und repariert, bei so genannten „In-Time-Nachmittagen“ werden neue Charaktere entwickelt und ausprobiert. Der dreiköpfige Vorstand mit dem 22jährigen Japser Bornhöft als Vorsitzenden, Imke Burchardt-Clausen als Stellvertreterin und Kassenwart Heiko von Dithfurth haben sichj viel vorgenommen um ihr fantasievolles Hobby auszugestalten und auch in der Öffentlichkeit bekannter und akzeptierter werden zu lassen. Viele, teilweise langjährige Liverollenspieler folgten dem Ruf in die Bürger-Begegnungs-Stätte und bald knisterte der mittelalterlich gestaltete Raum von edlen Stoffen. Das leichte klingen von Kettenhemden mischte sich mit dem herben Duft von gepflegten Leder. Was im Mittelalter wohl alltägliche Kleidung der gehobenen Stände war, sind heute aufwende Kostüme, die viel Aufwand, Pflege und Geldeinsatzbenötigen, nebst einer gehörigen Portion Wissen um die Gegebenheiten der längst entschwundenen Zeiten. Die Liverollenspieler haben eine eigene Sprache, bals wimmelt es von Berichten von „cons“ (Spielveranstaltungen), „Orga“aufwand und zeitbezogenen Fachbegriffen. Um so klarer tragen die Vorständler ihr Konzept vor. Für die Vereinsform war mit ausschlaggebend, das bei Veranstaltungen eine Haftpflichtversicherung besteht, so das die Mitglieder abgesichert ihrem Hobby frönen können. Die Spieler verstehen ihre Profession nicht als Vorführung zur Beslustiugung von Zuschauern, sondern als Gemeinschafts- und Abenteuererlebnis für sich selbst. Vielfältig wie die gewählten Rollen sind auch die bürgerliche Berufe der Spieler. Neben Ärzten kämpfen Schüler, Bundis und Zivis teilen sich friedfertig ihre Erlebnisse. Mitglied kann demnach jeder werden, wenn sie oder er den mindestens 16 Jahre alt ist. Für jüngere gibt es die Möglichkeit einer bedingten Teilnahme an den vielen Veranstaltungen. Bei Interesse ist die Kontaktaufnahme im Internet über www.ELB-ev.de möglich, oder telefonisch mit Jasper Bornhöft (0173-203 75 80) (fst)

Grünes Haus: Trommeln für Afrika Eckernförde Das Grüne Haus und der Weltladen beteiligten sich am Wochenende an den „fairen Wochen“. Es sollte auf die Situation in Afrika gemacht werden und die Öffentlichkeit darauf aufmerksam gemacht werden, wie durch fairen Handel den Menschen in den betroffenen Ländern direkt geholfen werden kann. Aber nicht nur ein abstrakter Bezug zu dem Anliegen konnten die Jugendlichen des Grünen Haus vorweisen, sondern unmittelbar Betroffenheit. Kristin Wohlenberg, stellt Bilder von einem Besuch bei den Massai im Norden Tanzanias in der Teestube des Grünen Haus aus. Bei der Hilfe für die Massai geht es um viele soziale Fragen, um Bildung, Gesundheit, Landwirtschaft, Frauenprojekte und wie so oft in Afrika auch um den Kampf gegen Aids. Wer wollte, konnte mit Kristin direkt über ihre Erlebnisse sprechen. Am Sonnabend wurde getrommelt. Christiane Lucas bot einen Trommelworkshop an, deren Einnahmen für die Massai gespendet wurden. Rund ein dutzenden Teilnehmer ließen sich in die Kunst des Trommelns einführen und schon nach kurzer Zeit klangen die Rhythmen durch die Nikoliastrasse. Sowohl bei den Jugendlichen als auch bei den Erwachsenen herrschte einhellig Begeisterung als sich unter der fachkundigen Führen mit den verschiedenen Trommeln aus einander setzten. In den kurzen Pausen sag die fröhliche Gruppe zusammen afrikanische Lieder. Als krönender Abschluss des Workshops zeigte die Gruppe ihr neu erworbenes Können bei einem live Konzert vor dem Grünen Haus den erst verwundert stehen bleibenden Passanten. Bald gab es viele Fragen zu beantworten und einige der Passanten informierten sich im Grünen Haus näher über den Weltladen und das Anliegen der nicht zu überhörenden Aktion. Auf der Straße vor dem Weltladen war auch noch ein besonderer Stand aufgebaut mit afrikanischen Handwerkerwaren. Dies war einen Kooperation mit dem Fairhandel Laden „el mundo“ aus der Kieler Straße Süd. Petra Franke-Weingart präsentierte zusammen mit dem Weltladen einen Teil ihres Sortiments. Beide Läden verstehen sich als Ergänzung zu einander und versuchen den Begriff fairer Handel auch in Eckernförde mit Leben zu erfüllen. Einen Abschluss fand die Aktion für Afrika mit einem Fest im Rahmen der Vollversammlung der Kreisjugendvertretung in den Räumen in der Nicolaistr. (fst) 2007-09-22

Maritimes am Hafen An einem warmen Herbstabend in engen Kreise zusammensitzen und Geschichten von der See und den nahen Inseln lauschen – das ist gemütlich. Genau diese Gemütlichkeit stellte sich in den Räumen des Ateliers von Monika Breustedt am Freitag Abend schnell ein, als Heiner Egge aus seinen Büchern unter dem Titel „Arkje Blue, – Vagabondagen zur See“ vorlas. Der Autor, in Eckernförde kein Unbekannter mehr, mehrfach konnte man seinem ausdrucksstarken Vortrag schon lauschen. Obwohl er in Östermoor (Eider) beheimatet ist, hat Egge ein festes Standbein in Eckernförde: Sein Schiff liegt hier im Hafen. Seine lyrischen Geschichten spielen zwischen Ost- und Nordsee und aus jeder Zeile sprechen die sanften oder manchmal heftigen Wellen, tuschelt der Wind und der Zuhörer spürt das leichte Kränken des Schiffes. So erzählt Heiner Egge von Kapitän Brahen, der einst auf Grönlandfahrt war und Walfischen nachstellte. Nun sitzt der Seemann am Watt und zeichnet mit Blei. Aus den Worten des Autors entstehen Landschaften mit knorrigen Menschen und einer beherrschenden Natur, die mal massiv, mal – bei seltener Windstille –ganz sanft die Menschen und ihr Leben bestimmt. Äußere, fein durchgestaltete Bilder, werden durch innere, frei assoziierte, ergänzt. Die Geschichten erwachen nicht aus den Worten des Schriftstellers, sondern im Leser oder Zuhörer. So auch bei der Geschichte des Vaters der mit seinen Söhnen auf große Fahrt geht. Zu den Gewürzinseln soll die Reise gehen und ein alter Kapitän ist seit dem Winter auch an Board. Aber die Mannschaft landet in Helgoland. Für die Jungs und ihren „Steuermann“ wird die Insel zu dem sagenhaften Atlantis und sie erkunden auch das Unbestimmte. Was spricht der Meeresgrund? Aus einer Geschichte werden viele, sagenhafte Gestalten gesellen sich zu knorrigen Seeleuten und melancholischen Fischern, Spökenkiekereien entstehen neben Sagen und funkeln aus dem Meernebel hervor. Zum Abschluss der unterhaltsamen und bilderreichen Lesung im stilvollen Ambiente der Galerie las Heiner Egge noch eine Ostseegeschichte vor, die er tags zuvor erst geschrieben hatte. Die Geschichte eines Blattes das vom Schreibtisch auf dem Meer in die Wellen geweht wurde und, ohne nachhaltig durchnässt zu sein, von dem Dichter an Land getragen wurde. Von Heiner Egge sind die Bücher „Zwischen den Gezeiten“ (1998), „Der Eiderboote“ (2001), „In der Kajüte“ (2004) und „So weh an der Sonne“ (2005) erschienen. In Vorbereitung ist die Novelle „Die Fußreise“, die Anfang 2008 von dem heinepreisträger erscheinen soll. (fst)

Kunst jenseits von Schubladen Eckernförde 2007-09_16 „Schwarz auf Weiß“, so der Titel einer Ausstellung in Marianne Tralaus Frühstücksbühne. Zeichnungen von Künstlern ungeachtet ob akademisch ausgebildet, anerkannt oder noch im Werden – das ist der weite Bogen den die thematisch sehr feinsinnige Ausstellung spannt. Vielerlei Zeichnungen werden präsentiert, die meisten unsigniert und nicht mit dem Künstlernamen beschriftet. Der Betrachter soll vorurteilsfrei der Zeichnung begegnen könne, ohne zu wissen, ob sie von einem etablierten Künstler oder einem aufstrebenden Schüler stammt. Entsprechend weit gespannt ist das Alter der Teilnehmer. Die Jüngste, Mila Thonett ist zwölf Jahre alt, der älteste Zeichner wäre heute 103 Jahre alt, wenn er noch leben würde. Marianne Tralau hat die eingereichten Zeichnungen von Zeitgenossen mit Werken ihres Vaters, dem Bauhausschüler Walter Tralau (1904 – 1975) und ihrem 1973 verstorbenen ersten Mann, dem Kölner Künstler Will Thonett angereichert. Dabei ergibt sich als schöner Nebeneffekt ein kleiner Einblick in das Wirken einer langjährigen Künstlerfamilie: Neben den beiden genannten Männern, den Enkelinnen Josy und Mila von Marianne Tralau ist auch ihr Sohn Markus Thonett und die als Puppenspielerin bekannte Cordula Thonett vertreten. Vier Generation in der ernsthaften Auseinandersetzung mit der Kunst, das reicht schon für eine eigene Ausstellung. Aber nicht um Familienbande, und seien sie noch so kunstvoll, geht die Gemeinschaftsausstellung, sondern um die wertfreie Auseinandersetzung mit der schwarz-weißen Kunst. So sind mit Lena Taulien und Raphael (nicht Santi sondern Lutz) zwei Schüler vertreten, die ihre Werke erstmalig im Galerieumfeld präsentieren, während Birgitta Krause, Falko Windhaus, Rita Frind, Martin Schwarz und andere die Profiliga vertreten. Erstaunlicherweise muss der Betrachter oft genau hinsehen und es bedarf manchmal einer detaillierten Werkkenntnis um zu erahnen, ob die Zeichnung von Seontae Hwang, Rita Elmholt, Ulrich Schulz, Barak Reiser oder Steffi Reusch stammt. Die Ungewissheit über den Urheber gebiert einen neuen Reiz und ein sehr vorsichtiges Urteilen der vielen Eröffnungsbesucher: Wer möchte, z.B. schon an einer Zeichnung von Monika Breustedt oder Jinsouk Lee rumkritteln? Galeristin Marianne Tralau betont die Gleichwertigkeit des künstlerischen Wollens, in dem sie sagt: „Genau so weinig wie die Sprache dem Literaten alleine gehört, gehört der Stift auch nicht nur dem Künstler“. Übrigens können die ausgestellten Bilder wohlfeil erworben werden: Für je 100 Euro ersteht der Käufer auf jeden Fall ein originales Werk, von wem, wird er erst nach dem Kauf erfahren. Die Ausstellung in der Frühstücksbühne, Nicolai Str. 7, ist Freitags bis Sonntags von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Zur Finissage am Freitag den 5. Oktober um 18 Uhr verspricht Marianne Tralau das Geheimnis der Schöpfer der Zeichnungen zu lüften. Wohl dem, der vorher das „richtige“ Bild eingekauft hat, dann ist es leider zu spät. (fst)