Kunst

Der digitale Bettler…

.. unter dieser Überschrift werde ich folgenden Text mit sämtlichen meiner Webseiten verbinden. Ich bin mal gespannt, ob es Menschen gibt, die meine Arbeit wertschätzen können und wollen. Ein Versuch scheint es mir wert. Und ich möchte ganz gerne auch leben….

 

Liebe Freunde,

vielen Dank an dem Interesse auf dieser meiner Seite!

Ich habe eine persönliche Bitte: Ich habe diese und andere (siehe unten) Seiten erstellt und finanziere sie seit vielen Jahren. Das kann ich mir mir nicht mehr leisten – meine Miete und mein Essen kann ich durch meine „ordentliche Arbeit“ nicht mehr zusammen zu bekommen. Durch staatliche Beihilfen möchte ich mich nicht in Abhängigkeiten begeben. Aber zu Dir, mein Leser, habe ich Vertrauen. Ich möchte mich mit folgender Bitte an dich wenden:

Bitte überweise mir, für meine Arbeit die du vor dir hast mindestens

1 Euro

an: Markus Feuerstack, GLS Bank Bochum [430 609 67] Konto 203 390 2800

oder per paypal: tate@euromusikant.de

oder auch per flattr (wenn ich auch noch nicht weiss, wie ich davon meine Miete zahle): 

Auf die Überweisung gerne als Stichwort „digitaler Bettler“. Ich danke sehr! Und bin gespannt, ob es klappt. Gleichzeitig ist es für mich dann auch eine Bestätigung, das dass was ich mache auch sinnvoll ist.

Wer bin ich und was mache ich?

Wie ich heisse steht oben bei der Bankverbindung. Mein „Künstlername“ ist fognin. Seit vielen Jahren  fotografiere ich, gestalte Webseitenschreibe Texte, und verlege Bücher. Ein kreativer Gemischtwarenladen, den ich als Selbständiger betreibe.

Bis vor ca. einem Jahr konnte ich davon auch noch (mehr schlecht als recht) leben. Inzwischen gibt es kaum mehr Aufträge. Sehr lange schon habe ich angefangen Webseiten in Netz zu stellen, die mit Geldverdienen nichts zu tun haben, aber (für mich) ein Stück Kultur bedeuten. Ich habe dem verwunderlichen Grafen von  Saint Germain

in virtuelles Denkmal gesetzt. Ich habe sehr viele Texte des fast vergessenen phantasievollen Dichters Paul Scheerbart

veröffentlicht. Und die vielen Künstler meiner Heimatstadt habe ich in einer Künstler Monografie vorgestellt. Meine Hoffnung ist: wenn die Öffentlichkeit wahrnimmt, was für ein Potential in dieser Kreativregion steckt, dass Politik und Verwaltung langsam mal durch Förderung die Lebenssituation dieser Kollegen verbessern.  Soviel Naivität gönne ich mir, aber die Herren und Damen sind mit dem Bau und der Förderung von Einkaufszentren wohl mehr als ausgelastet. Dass Kultur und Kunst die Grundlage eines erfüllten Lebens sind – also Lebensqualität, mit dieser Überzeugung fühle ich mich manchmal sehr einsam. Meine eigenen Werke, Fotos und Texte, stehen kostenlos im Internet. Nur weil jemand wenig Geld hat, will ich ihn nicht von der Teilhabe ausschliessen. Je ärmer jemand ist, um so mehr muss er Zugang zur Kultur haben. Noch so eine komische Grundüberzeugung von mir….

Ich bin wirklich überzeugt, dass es noch andere Menschen geben muss, für die (freiwillige) Bildung, Kunst und Kultur einen Stellenwert hat. Vielleicht gehörst Du ja zu diesen. Viele hundert Menschen greifen jeden Tag auf meine Seiten zu.  Und vielleicht ist Dir meine Tätigkeit einen kleinen Beitrag wert. Dafür verspreche ich gerne, als aktiver Kulturlobbyist weiter zu machen. Auch wenn ich eigentlich nichts anderes bin, als: ein digitaler Bettler.

Neue Musik erprobt Freiräume

Neue Musik erprobt Freiräume

Neue Musik ist eine ernste Angelegenheit. Und wenn das Ensemble Reflexion K mit neun begnadeten Musikern in der Eckernförder St.-Nicolai-Kirche gastiert kann mit Recht ein erhebender Einblick in diese Musikrichtung erwartet werden. So auch am Sonnabend, als unter dem Titel „Spaces IV /Living Room“ gleich drei der Altmeister dieser Musikrichtung zu Gehör gebracht wurden.

Bevor Karl-Heinz Stockhausens Werk „Die sieben Lieder der Tage“ (aus: Montag aus „Licht“) von Heiko Maschmann auf dem Kontrabass eindrücklich interpretiert wurde, begrüsste Magnus Lindberg das Publikum nachhaltig. Sein Werk „Ablauf“ (1983/88) für Klarinette (Joachim Striepens) und zwei Trommeln sorgte durch rasende Klarinettenläufe und heftige einzelne Trommelschläge für Aufmerksamkeit.

Der ehemalige Stipendiat Ludger Kisters stellte seine elektroakkustische Komposition „an den Randen der Teiche (2012) als Uraufführung vor. Ein spannender Zusammenklang von aufgezeichneten, teilweise naturnahen Geräuschen und dem Ensemble.

Das ernste komponierte Musik auch den Freiraum des Humors nutzen darf, wusste schon Altmeister John Cage, der derzeit 100 Jahre alt geworden wäre. Sein 72 Jahre altes Stück „Living Room Music“ stellt die Musiker in ein privat gewohntes Umfeld – mit den dort vorgefunden „Werkzeugen“ sollen sie dann Musik machen. Das Ensemble präsentierte einen liebevoll gedeckten Tisch, an dem Beatrix Wagner und Joachim Striepens, Johannes Fischer und Burkart Zeller als Gäste begrüssen. Und dann wird gegessen, Pardon, gespielt: diffiziles rhythmisches Trommeln mit Ess-Stäbchen auf vorgefundene, scheinbar zufällige Gegenstände, gesangliche Einlagen beim gemütlichen Zeitungslesen und klangliche Darbietungen auf Kinder- und Dekoinstrumenten waren die unterhaltsamen Gänge des Menüs. Optisch und akustisch ein Genuss!

Gerald Eckerts Beitrag zum Gelingen des Abends beschränkte sich auf ein 90Sekunden Stück und ein bisschen Tonband. Aber der in Eckernförde beheimatete Ausnahmemusiker präsentierte seine Miniatur „Nen II“ für Flöte (Beatrix Wagner) E-Gitarre (Johannes Fischer) und Schlagzeug (Gerald Eckert!) gleich doppelt,- dicht verwoben mit seinem Tonbandstück „Prisma- du fond d´un naufrage“ (2007). Genial verschachtelt und klangvoll präsentiert.
Der Kölner Komponist Steffen Krebber (*1976) steuerte für diesen im ganzen sehr locker und spielfreudig daherkommenden Abend ein Werk bei, dass mit dem Titel schon treffend charakterisiert ist: „fänger in den leeren fischgründen der organisierungen von es“ (2005)
Mauricio Kagel (1931-2008) kann durchaus auch als einer der grossen Altmeister der Neuen Musik bezeichnet werden. Auch dieser Komponist hat sein Werk „Match“ mit Augenzwinkern angelegt: Zwei Cellisten (Burkart Zeller und Gerald Eckert) duellieren sich und ein Schlagzeuger spielt den Schiedsrichter. Besonders das musikalische und schauspielerische Können von Johannes Fischer sorgte für viel Erheiterung.
Der Jugendliche Eckernförder Oliver Segner der als Erstbesucher der Musikreihe Neue Musik an dem Konzert teilnahm, fasste anschliessend den Eindruck des Publikums treffend zusammen: „Ich bin sehr angetan von dem Miteinander von humovollen und sehr ernst angelegten Stücken, ich bin am Freitag den 9.12. um 19 Uhr(!) gerne wieder dabei!“ (fst)
 

„bewegtes Leben“

fognins bewegtes leben

Jetzt ist es 10 Tage her, dass ich hier meinen Katalog „der mir wichtigsten Bilder“ publiziert habe. Die Einträge auf diesem Blogg () landen automatisch auf dem Kulturblogg für Eckernförde und in der entsprechenden Gruppe bei Facebook.

Es ist ein komisches Gefühl, eine eingeschränkten Öffentlichkeit etwas zu präsentieren, dass einem selbst sehr wichtig, biographisch gesehen, sogar bedeutend erscheint.

Lieber als hier virtuell auszustellen, hätte ich meine Werke gerne an die weissen Wände einer Galerie gehängt. Hätte gerne etwaigen Interessenten in die Augen geschaut und bang gehofft, ob und wie sie sich äussern. Aber, leider ist die Realisierung der Werke als Wandschmuck recht teuer und ich kann es mir einfach nicht leisten. Vielleicht später mal. Vielleicht dann, wenn ich ein paar Bilder verkauft habe.

Ich werde keine Bilder verkaufen.

Das ist ein Teufelskreis: In der Überfülle des Internets gehen meine Werke unter. Oder werden sonstwie nicht bemerkt. Oder sind einfach nur schlecht: Wie soll ich es wissen, da ich keinerlei Feedbacks erlebe, ausser von guten Freunden, die letztlich mir applaudieren.

2011