Theseus, der junge Held kommt nach vielen Abenteuern nach Athen, in die Stadt in der sein Vater König war. Im Land umher herrschte Aufruhr, denn der weisse Stier von Kreta, der Vater des Minotaurus, verwüstete die Äcker und tötete viele Menschen. Herakles hatte ihn als einer seiner 12 Aufgaben auf das Festland gebracht und dort freigelassen. Dieser weisse Stier war ursprünglich ein Geschenk des Gottes Neptun an seinen Neffen Minos, damit dieser König von Kreta werden könne. Nach der erfolgreichen Krönung sollte der König den Stier Neptun opfern. Minos aber, von der Schönheit und Stattlichkeit des starken Tieres angetan, versteckte es und und opferte statt dessem dem Gott einen alten Ochsen. Neptun, bestimmt nicht der gescheiteste der Götter, durchschaute diese primitive List und ergrimmte sehr. Er wusste sich grossartig zu rächen: Er entfachte in Minos Gattin Pasiphaë ein unbändiges Verlangen nch dem wunderbaren Stier. Mit Hilfe des genialen Erfinders Daidalos, der eine hölzerne Kuh baute in der Pasiphaë lag, gelang die Begattung. Pasiphaë gebar den Minotaurus, eine brachiale Gestalt mit einem Stierhaupt auf einem männlichen Körper. Obendrein schlug Nepzun den Stier in Raserei so dass dieser tollwütig grosse Verwüstungen auf der Insel anrichtete.   Theseus also, war mit besten Heldenleumund in Athen eingetroffen und wurde von seinem Vater, dem König, erkannt. König Aigeus angetan von den Heldengeschichten über seinen Sohn, bat Theseus nach Marathon zu ziehen um das Land von der Plage des wilden weissen Stieres zu befreien. Dem jugendlichen Helden gelang es alsbald, das unberechenbare Tier zu bändigen. Er brachte es im Triumph nach Athen. Dort opferte es den prächtigen Stier Apollo. Der Gott war sehr erfreut über dieses grosse Opfer, zumal er die Vorgeschichte von seinem Onkel und den Vorgängen auf Kreta kannte. Er war geschmeichelt, dass er aus der grossen Schar der Götter durch das Opfer ausgewählt wurde. Auch gefiel ihm der junge Held ausnehmend wohl,  so mutig, so stark und gutaussehend. Nicht nur tatkräftig und zupackend, gleichzeitig aber auch bedächtig und überlegend. da ihm dieser Held so sehr zusagte, machte er etwas sehr gottuntypisches: Er bedachte Theseus mit einer Gegengabe. Er schenke dem Helden die weisse Stute Apolla. Natürlich war das nicht einfach ein Gaul. Wie bei einem Pferd vom Olymp aus Götterhand zu erwarten, war Apolla etwas ganz besonderes und stand an der Spitze ihrer Art. Wunderschön anzusehen, mit unermüdlicher Ausdauer gesegnet, gepaart mit gradezu windgleicher Geschwindigkeit. Zu den göttlichen Eigenschaften gehörte auch, dass alles was auf Ross und Reiter geschleudert oder geworfen wurde, sich gegen den Angreifer kehrte und diesem bitteres Leid zufügte. So dass ein heimtückisch gegen Apolla geschickter Pfeil den besten Freund des Bogenschützen traff, anstatt dem vorbeisausenden Reiter. Da die Stute in jeder Beziehung prächtig war, hatte sie auch noch die besondere Eigenschaft vollkommen unauffällig zu sein. Es war so, als könne man sie kaum sehen, zumal sie augenblicklich wieder aus dem Gedächtnis verschwand. Keiner würde jemals über dieses besondere Pferd berichten. Zumal Apoll Theseus streng ermahnte, dieses Geschenk und seinen Geber zu verschweigen. Eine weitere Bedingung gehörte noch zu Apolla: Die Stute sollte lebenslang ungedeckt …

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Kunsttagebücher sind Tagebücher von Künstlern. Deshalb sind Kunsttagebücher zwingend Kunst. Kunsttagebücher müssen nich unbedingt lesbar sein. Genau wie Kunst nicht in jedem Fall verständlich sein muss. Nicht der Künstler ist gehalten, seine Kunst zu erklären, das ist Sache der Kunstwissenschaftler. Genau wie der Künstler hat der Kunstwissenschaftler keine Ahnung, macht aber ein bedeutsames Gesicht und sagt etwas wichtig klingendes. Auch der Künstler hat beim erstellen seines Kunsttagebuches ein sehr bedeutsames Gesicht gemacht. In der gesamten Kunst ist das bedeutsame Gesicht das allerallerwichtigste, jedenfalls viel wichtiger als Lesbarkeit oder Verständlichkeit. Auch was der Kunstwissenschaftler sagt, ist meist nicht verständlich. Aber Alle machen ein bedeutsames Gesicht und tun so, als ob sie es verstehen. Sie wollen ja nicht von sich glauben sie seien doof. Jetzt verrate ich ein besonders bedeutsames Geheimnis: Wirklich echte Kunst (wie dieses Blatt) erkennt man am bedeutsamen Gesicht! Ich hoffe Du hast dieses Blatt teuer bezahlt, denn es wurde mit sehr bedeutsamen Gesicht von fognin 2018 geschrieben.

Die grossen Sinnfragen, dass sind die Fragen, die zur Suche nach dem Sinn des Lebens führen, stellen sich viele Menschen im Laufe ihrer Pubertät. Da die antworten auf diese grossen Fragen bestenfalls neue Fragen sind, hat jede Antwort genau einen Moment Gültigkeit. Danach hat der Fragende sich so grundlegend verändert, dass er den Prozess beruhigt neu starten kann. Er wird zu anderen Ergebnissen gelangen. Post Pubertät sind die grossen Fragen genauso spannend und Entwicklungsfördernd, nu lassen sich viele Menschen lieber von ihren Alltag auffressen, statt dessen Grundlagen optimaler auszurichten. Wer aber, mit strenger Disziplin die grossen Fragen immer weiter stellt, die Antwortfragen auflöst, kommt unweigerlich zu dem Moment der Verdichtung. Es manifestiert sich der Fragekomplex. Wenn der Fragende bereits den Künstler in sich entwickelt hat, sollte er sein Manifest der Welt schenken. Denn Kunst kann die Welt verändern!

Sinnsucher alle Zeiten und Welten! Nur eure permanente Suche nach dem Sinn, hinter jeglicher Äusserung, in allen intelligenten Rüpsern aller denkbaren Lebensformen, verleiht diesen Daseinsberechtigung und somit euch selbst. Was nicht gesinnsucht wurde, kann nicht existieren. Ihr allein schafft die Berechtigung in der Schöpfung durch eure radikale unermüdliche Suche.  Sinnsucher! unsere Zeit ist reif! Lasst uns metamorphisieren in die höchste Daseinssphere des Multiversums! Sinnsucher! lasst uns endlich Sinnfinder werden!

Früher waren Kinder Eigentum ihrer Eltern und ihnen auf Wohl und Wehe ausgeliefert. Dies war dem Staat zu willkürlich, er schränkte die Befugnisse zunehmend mit Gesetzen ein, ohne selbst Verantwortung zu übernehmen. Vielleicht ganz gut, dass er selbst sich nicht einbrachte, denn Kinder die vom Staat oder der von ihm beauftragten Kirchen verwahrt wurden, waren im grossen Umfang Willkür, Gewalt und Missbrauch ausgeliefert.  Es wird Zeit, endlich direkt auf die Kinder und ihre Bedürfnisse zu schauen, ihnen eine Stimme zu geben und ihrer eigenen zu zuhören. Kinder müssen ihre Rechte definieren können. Diese müssen in Gesetzen festgeschrieben werden.  Jeder Mensch muss sich jederzeit auf seine Rechte berufen dürfen und diese einklagen können! Kinderrechte gehören in die Verfassung!

Künstler manifestiert Euch! Künstler hört auf Schlafzimmerwände zu verschönern! Künstler beginnt damit die Welt bunter, schöner, besser liebenswerter , gerechter, gesünder, sozialer zu gestalten! Jedes Eurer Werke soll eine Sonne, ein Glücksmoment, eine Veränderung für Andere sein.  Künstler ihr seid berufen die Welt zu verändern, zu verbessern, zu verschönern, sie perfekter werden zu lassen. Eure Kreativität, Eure Lebensfreude, Eure Gestaltungskraft kann und wird alles verändern. Künstler manifestiert Euch! Mitmenschen helft Euren Künstlern aus unserer Welt ein Kunstwerk zu gestalten!  

Was der Mensch zum Leben braucht (und was es kosten darf, ist in Deutschland klar geregelt. Unser Staat ist human, er erhält auch diejenigen, die nich in der Lage sind, für ihn Steuern zu verdienen.  – Essen und wohnen und was unmittelbar dazu gehört: „Ja!“, alles andere nicht wirklich. Da Ersteres sehr gering bemessen ist, wird der Gegenwert des Zweiten meist dazu benötigt die Unterdeckung aufzufüllen. Kunst und Kultur gehören nicht zu den Bedürfnissen (materiel) armer Menschen – von staatlicher Seite aus gesehen. Da wo der Staat Museen oder Ausstellungen betreibt oder fördert, ist meist kein freier Eintritt oder ein gehöriger Rabatt für (materiell) Arme vorgesehen.  Am Beispiel Malerei wollen wir es verdeutlichen: Viele Künstler beziehen Hartz IV, können sich aber den Eintritt in Ausstellungen nicht leisten. Bei den Bühnenkünsten sind die Zugangskosten meist noch deutlich teurer. Opernkarten kosten oft so viel, wie ein (materiell) armer Mensch im Monat zum leben hat.  Unsere Gesellschaft bedarf dringen der kulturellen Teilhabe für Alle. Kultur als Privileg der (materiell) Reichen ist ein Verbrechen! Wer keinen Zugang zur Kultur hat, ist wirklich arm. Und wenn er aus materiellen Gründen verweigert wird, soll der Betroffene auch arm bleiben! Kulturelle Teilhabe gehört zu den Grundrechten des freien Menschen!

Liebes Tagebuch, „Welt- und Menschenbetrachtung“ oder „was glaubst du“, eine weitere der grossen Fragen. Um zu zeigen, was ich damit meine, hier eine Antwort: „Ich bin katholisch und gläubig“.  Lassen wir diesen Menschen unkommentiert vor seiner Kirche stehen, er ist glücklich (im Rahmen seiner beschränkten Möglichkeiten). Ich bin von Haus aus Anthroposoph und habe in diesem Umfeld den grössten Teil meines Leben zugebracht. Unsereins pflegt zu behaupten, nicht zu glauben, sondern zu wissen. Das ist insofern richtig, dass viele Inhalte sich denkerisch nachprüfen lassen. Allerdings die Lehre von den Engelhierachien kann man wohl kaum denkerisch überprüfen. Auch hier gibt der Glaube eine schöne, warme Sicherheit. Als „Anthro“ weiss man wo man herkommt, wo es hingehen kann und was der Scheiss soll. Und welche Bücher von Rudolf Steiner noch zu lesen sind. Im Gegensatz zu den Inhalten aus deren reichlicher Fülle sich ja jeder etwas passendes aussuchen kann, ist das organisatorische Umfeld eher eng. Jeder Zweite in der Anthroposophischen Gesellschaft oder den vielen Einrichtungen, weiss alles besser. Es werden Riten und Konventionen bis zum Erbrechen gepflegt. Nur wer eine konservative Grundhaltung hat, latent gläubig ist und bereit den örtlichen Westentaschenguru umfassend zu vertrauen, wird es auf Dauer aushalten. Da von der berühmten Dreigliederung das so genannte „Rechtsleben“ weder verstanden noch gepflegt wird, gibt es slbstverständlich kein Konfliktmanagement und jedes „fremde Wesen“ wird „liebevoll“ rausgeeitert.  On the road again, der Laden der Esoteriker ist in der Strasse der Weltanschauungen nicht weit entfernt. Für jedes Problem gibt es eine Therapie, ein Seminar, ein Spray oder Öl etc. Mit den Grundton der Naivität ist liebevoll glaubig und ungeheuer Geschäftstüchtig. Kein Wunder, dass auf diesem Markplatz die grossen Dinge gerne aus dem Blick rutschen, Dafür gibt es eine neue, fast preiswerte Therapie, damit alle noch glücklicher werden.  Raus aus dem Gewusel der Gemeinsamkeiten, rein in den einsamen Bereich der eigenen Erkenntnis. Steht einem als betagten Herren auch ganz gut, woanders hätte man schon längst stellvertretender Hilfsguru sein müssen.  Das Bewusstsein bestimmt das Sein. Die Luft wird dünn, keine Verhaltensregeln mehr. So wie Du dich verhältst ist deine Welt. Du entscheidest über dein Glück oder Unglück und übernimmst, ohne wenn und aber die Verantwortung für Dein Leben und deine Welt. Allein!! Geniesse den Zustand der reinen Anarchie. Für dich gelten nur noch deine Regeln mit denen du wirst oder Untergehst. Anstatt teure und lange Therapien und die sichere Burg des Glaubens geht die Reise in die metaphysischen Hologramme deines eigenen Multiversums. Da wo die Naturwissenschaft den Bereich der Materie verlässt, beginnt der Markt der Möglichkeiten. Jenseits von Zeit und Raum ist es möglich, dass die das begegnet was Du (oder einer für dich) jemals gedacht hat. Was dir zu phantastisch erscheint, ist nur der Auftakt. Es geht weiter, hier werden die Welten des Zukunft geschöpft. Obwohl natürlich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft längst aufgehoben sind. Willkommen im quantenphysikalischen Zeitalter. Du findest mich im Bereich der der denkenden Phantasten, gleich neben Paul Scheerbart. Da will ich hin, da bleibe ich im Sein.    

Liebes Tagebuch, du wirst es schon an den letzten Einträgen bemerkt haben: Ich mag die ganz grossen Fragen! Was diese ganz grossen Fragen sind, ist natürlich subjektiv. Neben: „Was ist der Sinn des Lebens?“ und „Was ist Kunst?“ gibt es noch ein paar andere. „Woher kommen wir – wohin gehen wir?“ bezogen auf Geburt und Tod und die unendliche „soziale Frage“, die Rudolf Steiner schon so schön bewegt hat. All diese Fragen (und all die anderen die in Goethes Faust aufgelistet sind) ist es eigen, dass verschiedene Menschen sehr unterschiedlich darauf reagieren. Die meisten Menschen werden wohl mit diesen Themen nichts anfangen können oder wollen. Sie sprechen lieber über Sport oder was Gestern im Fernsehe Das ist pure Arroganz, das stimmt. Aber über Sport weiss ich absolut garnichts und einen Fernseher besitze ich nicht.  Übrig bleiben alte, mittelalte und jugendliche Menschen.  Kinder wissen Alles, können aber, je mehr sie wissen, umso weniger sich verständlich artikulieren. Ebenfalls Alles, naja fast Alles, wissen auch alte Menschen. Sie erzielen ihr umfangreiches Wissen aus den vielfältigen Erfahrungen eines langen Lebens, gemischt mit weitreichenden kulturellen Beutezügen und gewürzt mit eigenen Gedanken aus lang vergangener Jugendzeit. Aber, sie wissen alles absolut. Das stört mich doch sehr. Ihr Wissen ist kein Wissenwollen. Gerne halten sie Vorträge und belehren ihre Zuhörer weitschweifig. Diskussionen oder gar Gespräche mit bilateralen Ringen um Erkenntnis, das geht mit ihnen nicht. Aber Fragen wollen bewegt werden, grosse Fragen brauchen viel Bewegung von Geist- und Gedankenkraft. Mittelalterliche Menschen stehen mitten im prallen Leben. Sie sind mitten im Arbeitsleben und müssen sich um ihre expandierende Familie kümmern. Sie würden sich ja gerne mit mir, über ein so spannendes Thema ausführlich unterhalten, aber „diese Woche ist leider keineZeit. Dann können wie ja mal sehen…“ Und dabei bleibt es bis sie alt sind (siehe oben). Jetzt kommen wie zu den Jugendlichen, den Heranwachsenden, den Pubertierenden. Kurz, zu den jungen Menschen. Sie haben keine besonderen Erfahrungen von denen sie zehren können, ihre Bildung ist im ungeheuren Masse ausbaufähig. Aber sie haben Zeit. Und sie haben begriffen, dass sie ein eigener Mensch für sich sind. Genau dies wollen sie sein! Und sie wollen den ganzen erwachsenen Massregeln dicht um sie rum endlich entfliehen und selber ausprobieren was gut für sie ist. Wie geht das besser, als mit einem langen ernsten Gespräch mit jemanden der zuhört und sie ernst nimmt? Bei diesem zuhören merke ich welch originelle Vorschläge, was für vorurteilsfreie Gedanken, wie viel Idealismus und Lebensfreude von ihnen vermittelt wird. Zu gerne würde ich mich bei meinem jungen Gesprächspartner mit einem besonderen Geschenk bedanken. Wenn ich könnte, würde ich ihnen das Bewusstsein und Lebensgefühl, dass sie an diesem Tage gehabt haben als bleibendes Bild für ihr ganzes Leben schenken. 5.12.18 fognin

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Der da alles aufschreiben möchte, alles aus seinem Leben, alles aus seine Seele, der hat viel zu tun, oder nichts. So er nur, ein bisschen tumb, schreibt, würde er schreiben, dass er schreibt, aber er wüsste nicht worüber. Im anderen Fall, der Chronist der Lebendigkeit, der hätte schon beim richten der Tinte so viele Einfälle, dass er dringend darauf achten muss, beim schreiben nicht zu verhungern. Dieser wird einen ungeheuren Verbrauch an Papier und Tinte haben. Denn das sich ständig wandelnde Leben halbwegs genau zu beschreiben, muss einen gewissenhaften Menschen zweifellos in die Verzweiflung treiben. Wovon lebt dieser Mensch im ZEITALTER DES KAPITALISMUS? Ich fürchte, er sitzt sehr verloddert, ja ungepflegt, an seinem zusammenbrechenden Schreibtisch. Kaum ist ein Blatt eng beschrieben, mit seiner zierlichen akkuraten Handschrift, frisst er es schmatzend auf. Welch ein vergebliches Leben haben wir fleissigen Chronisten!   14.12.18 fognin

Dem Institut für das gebildete Wort „Schreibzwang“ haftet etwas Tragisches an. Das Institut wurde von mir gegründet, basierend auf der tief erlebten Erkenntnis, dass gegen den Zwang schreiben zu müssen, die Therapie des Schreibens einzig allein hilfreich wirkt. Das Institut betreut die armen Betroffenen, versucht ihren berechtigten Forderungen Gehör zu verschaffen und koordiniert den andauernden Ausfluss der gebildeten Worte. Diese müssen, so wurde es bei der ersten vollständigen Versammlung des Institutes beschlossen, im Original handschriftlich erfolgen. Zumal durchaus beabsichtig ist, die Schreibzwang-Produkte an die Wand hängen zu können. Dort wo früher Regale mit Büchern standen. die Bildung vortäuschen versuchten, sollten im modernen Haushalt, Büro oder Bistro heute ein Schriftbild hängen um Gleiches zu bezwecken. Das Siegel „Schreibzwang“ garantiert dabei Qualität, dienen die Worte doch der Bildung, in gehobenen Preisgruppen sogar der Ein-Bildung!   Die bisherigen Forderungen, die das Institut für seine Mitglieder vertritt, sind recht bescheiden. Unermesslich viel Tinte, oder besser noch Tusche wird erwartet, dazu edles, leicht beschriftbares Papier in gedämpften Farben in einer Unendlich sich annähernden Menge. Natürlich noch eine Handvoll (eine grosse) verschiedener Schreibfedern und jährlich zwei Halter, da das Ankauen dieser eine unausrottbare Unsitte zu sein scheint. Weniger realistisch mutet die Forderung nach einem heizbaren gepolsterten Stuhl und einem Komfort-Schreibtisch mit eingebauter vollautomatischer Kaffeemaschine an.  Bisher wurden diese Forderungen leider noch nicht erfüllt, was durchaus daran liegen könnte, dass sie hier zum ersten Mal publiziert wurden. Stets werden die Beschlüsse des Institutes Schreibzwang im Konsens, also einmütig, gefasst. Was nicht sonderlich schwer fällt, da es Keinen gibt, der es wagen würde, dem Institut-Gründer zu widersprechen. Das ist ein deutlicher Vorteil, aber es gibt auch den bedauerlichen Nachteil dass ich alle Arbeit alleine machen muss, als einziger Angehöriger dieses würdigen Instituts dem wohl etwas Tragisches anhaftet. 3.12.18 fognin

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Liebes Tagebuch, mir sind meine Freunde abhandengekommen. Entweder sind sie weggezogen, oder sie sind beschäftigt. Für mich bleibt das gleich. Wozu braucht man überhaupt Freunde? Um mit ihnen über denSinn des Lebens zu sprechen. Womit die Frage nach dem Sinn des Lebens schon zum Teil beantwortet ist: Der Sind des Lebens ist, Freunde zu haben mit denen man über den Sinn des Lebens sprechen kann. Gibt es noch weitere verbindliche Aspekte bei der Frage nach dem Sinn des Lebens? Mich deucht, das Wesentliche ist die Frage selbst. Ein vertieftes, damit ernsthaftes Gespräch zu diesem Thema wird zu Ergebnissen führen. Dummerweise haben alle Antworten auf die Frage nach dem Sinn des Lebens nur eine Gültigkeitsdauer von genau sieben Sekunden. Nach diesen sieben Sekunden hat sich der Fragende (und damit die ganze Welt) so umfassend verändert, dass der Diskurs einer grundlegenden Erneuerung bedarf. Und somit zu ganz neuen Erkenntnissen führen sollte. Nicht das Du, liebes Tagebuch nun glaubst, dass Freundschaft eine vergeblich Fiktion sei, und der Sinn des Lebens der Schlüssel zu einem surrealen Albtraum. Weit gefehlt! Das Ringen nach dem Sinn des Lebens mit guten, verfügbaren Freunden – das prägt den Sinn des Lebens. Alle sieben Sekunden-Wahrheiten zusammen (durch alle Zeiten) bilden einen Entwurf für den Sinn des Lebens. Somit ist jegliches Gespräch über den Sinn des Lebens ein revolutionärer Akt, der die Welt, das Leben und den Sinn all dessen, ein wenig verändern wird. Womit die Frage nicht beantwortet ist, ob jemand der keine Freunde mehr zur Verfügung hat, sinnlos im Leben ist,   fognin 11.12018

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Gestern schrieb ich: „krank, allein, Winter – Scheiss -Roman“, daran hat sich nicht geändert: es schneit immer noch Melancholie. Aber jetzt will ich die Welt verändern: Damit es EUCH nicht so geht, damit ein Grinsen wieder in Euer Leben Einzug findet. damit Sonne und Mond ein neues Gemüse erfinden – und alles anders wird: ICH SCHENK EUCH EINEN SCHEERBART!!! Ich habe ein paar Scheerbarts radiert – sie sehen sehr fognin/scheerbartisch aus. Jeder dieser Abzüge ist auf jeden Fall anders, Handcoloriert und von fognin beschmiert.. Und ich verschenke sie. Nur einfach eine emali oder Postkarte im Laufe des Februar an mich schicken. Unter Missbrauch aller Rechtswege, und mit Glück gibt es einen Scheerbart für Dich! Bezweckt ist damit die Weltverbesserung und sonst garnix, ich bin Künstler nicht Konzern. Die einzige Kalamität die am Horizont auftauchen könnte ist, das ich am Ende des Februars 2015 mein Geld nicht reicht für die Porti zum versenden. Wenn der digitale Bettler (https://scheerbart.de/edit/impressum/der-digitale-bettler/) es nicht hergibt, dann melde ich mich noch Mal und schnorre – das könnte nur etwas verzögern. Aber es gibt immer jemanden der 5 € hat um jemand anderen eine Freude zu machen. Also ab: email oder Postkarte an mich! (Dieser Text steht auf einigen meine Homepages und bei Facebook!) (fognin / www.scheerbart.de)  

Haserei in der Galerie66 Hasen zum sattsehen zeigt Marianne Tralau in der Galerie66 in der Kieler Strasse 78. Freche, schöne, ungewöhnlich und frappierende Zeichnungen rund um das Thema Hase sind in dem lichten Galerieraum innerhalb der BSIC Gebäudes liebevoll von Kurator Falko Windhaus über den grossen Raum verteilt. „Es darf geschmunzelt und sogar gelacht werden“ betont Falko, der mit der Eckernförder Altmeisterin der besonderen Zeichnung die Überzeugung teilt, das ernsthafte Kunst durchaus humorvoll sein darf. Als spontane Ausstellung um der Osterzeit jenseits der Wetterkapirolen eine kleine Attraktion zuzufügen, stellen die beiden 32 Zeichnugen aus. „Und warum zeichnen Sie Hasen Frau Tralau?“ „Die gehören zum festen Bestandteil meines künstlerischen Alphabets – vielleicht weil mein Vater mich immer „Muckelhase“ genannt hat“ so die Antwort mit einem Augenzwinkern. Die Ausstellung in der Galerie66 in der Kieler Str. 78 ist die nächsten sechs Wochen immer Donnerstags bis Sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Viel Spass!   

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Geselle geht in die Fremde Nicht alltäglich: Die Verabschiedung eines Gesellen, der mit einem Schachtbruder sich auf die Wanderschaft begibt. 3 Jahre und einen Tag, dass ist der Zeitraum in dem Geselle Benjamin Schulte die Bannmeile rund um Eckernförde nicht mehr betreten darf. Benni, vielen auch bekannt von dem Musikduo Caldera, ist gleich doppelt Geselle: Zimmermann und Holzbildhauer hat er mit dem Gesellenbrief abgeschlossen. Aber die Ausbildung soll weitergehen, noch viel gibt es in den Berufen zu lernen. Bei einem Gesellentreffen hat er den fremden Gesellen Dominik Thier kennengelernt, der versprach ihn als „Exportgeselle“ in die Fremde zu bringen. Allerdings war Dominik erst mal auf den Philippinen verabredet. Der zukünftige Reisebegleiter trägt eine blaue Ehrbarkeit – ein Zeichen seiner Zugehörigkeit zum Gesellenschacht der Rolandsbrüder. Eine goldene Nadel zeigte sein Gewerk – auch er ist Zimmermann. Am Wochenende war es dann soweit. Beni Schulte hatte inzwischen seine Kluft vervollständigt, sein Hab- und Gut veräussert oder untergestellt und seine Wohnung gekündigt. Ein fahrender Geselle auf Tippelei, wie die Walz traditionell heisst, hat nur wenige Dinge dabei und verabschiedet sich weitgehend von den Bestandteilen der heutigen Zivilisation wie Handy, Computer und sonstigen Verbindungen zum „alten“ Leben. Im Utgard an der Hafenspitze wimmelte es am Sonntag von einer seltsamen Mischung an Leuten. Viele Gesellen in Kluft, fremdgeschriebene wie Einheimische fallen zuerst auf. Dazwischen die Familie und ganz viele Freunde. Das auch viele Musiker und andere Künstlerkollegen anwesend waren, erhöht die Buntheit des Bildes. Zwischen Kuchen, Pizza und Bier werden Freundschaften gefestigt und neu geschlossen und die Unwissenden über die vielen Rituale der Gesellen aufgeklärt. So werden die zivilen Klamotten des die Wanderschaft antretenden Gesellen versteigert, um einen Teil der immensen Kosten des Festes zu bezahlen. Spät in der Nacht wird Benni dann „genagelt“: Den Kopf auf einen der Kneipentische gelegt, wird ihm ein Nagel durch das Ohrläppchen getrieben. Während er am Tisch festhängt nimmt ihn sein Begleiter das Versprechen ab, einen Charlottenburger zu gestalten. Benni verspricht, der Nagel wird durch einen Ohrring ersetzt. Dieser sollt in vergangenen Zeiten die Kosten für die Beerdigung decken, heute ist da wohl nur der Brauch übriggeblieben. Die Nacht für die Gesellen ist noch lang und Bier und anderer Alkohol spielt bei den Zunftbräuchen keine unwesentliche Rolle. Diese sind aber geheim, so bleibt das Nachdunkel über den Geschehen. Am Sonntag geht es dann los. Der letzte Teil der Traditionen den die Einheimischen mitbekommen spielt sich am Ortsschild ab. Mittags sammelt sich die Mannschaft vom Tag davor am Ortsausgang Richtung Rendsburg. Zuerst muss Benjamin ein Loch graben. Ein tiefes Losch, ca. 1,20 M, dort wird eine Flasche Schnaps auf ihn warten, wenn er in mind. 3 Jahren zurückkehrt. Das Graben dauert, es wird entweder mit dem Stenz oder mit einem einfachen Holzlöffel gegraben, der Schweiss mischt sich mit dem leichten Regen und der Geselle muss anschliessend erst mal tüchtig abgeklopft und mit Bier gestärkt werden. Jetzt geht es ans verabschieden: Eltern, Geschwister und die vielen Freunde werden ein letztes Mal umarmt. Der Abschied scheint dem jungen Gesellen, der sich bereits mit …

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Marianne Tralau hat eine neue Homepage unter der alten url: https://tralau.com und https://m-tralau.de eigentlich sind es (fast) die alten Inhalte, aber es sieht unter WordPress jetzt sehr viel ordentlicher aus. Besonders hinweisen möchte ich auf die Rubrik Zeichnungen, die in den nächsten Tagen noch ergänzt wird. Besucht Marianne TRalaus Homepage, es lohnt sich (immer) https://tralau.com   Frühstücksbühne Die neue Homepage der geniale Zeichnerin und Künstlerin Marianne Tralau Marianne Tralau, Künstlerin aus Eckernförde, weiß, wovon sie spricht. Ein Blick auf www.tralau.com  

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Ganz oft wurde ich Gestern und auch Heute angesprochen: „Ich habe Dich gewählt“ erzählen mir meine Gegenüber mit freudigen Lächeln. Ich bedanke mich freundlich und führe das Gespräch schnell auf die politische Grosswetterlage über. Denn ich habe ein schlechtes Gewissen. Eigentlich müsste ich sagen: „Schön das ihr meinen Namen angekreuzt habt. Aber ihr habt mich nicht gewählt, das könnt ihr gar nicht. Ihr habe meine Partei gewählt. Und die Liste, die wir abgegeben haben, die ihr wohl kaum zu Gesicht bekommt. Auf der stehe ich ganz hinten, aus guten Grund.“ Es ist Beschiss: Warum steht auf dem Wahlzettel nicht das oder der darauf, den mal wirklich wählt? Warum wird vorgegeben man könnte eine Person wählen, während man eine Partei wählt? Warum ist alles, was mit politischen öffentlichen Wahlen so kompliziert, das eigentlich kein Mensch es begreifen kann? Ich möchte gerne das auch dieser Vorgang transparent ist. Wohin geht des Bürgers Stimme? Wer wird wirklich gewählt? Für was für Inhalt steht die Person oder die Partei? Warum wird das nicht verbunden? Brötchen, Parkscheiben, Kugelschreiber – das wird an den „mündigen“ Bürger verteilt, in der Hoffnung die Stimme verbuchen zu können. Einkaufchips, Taschentücher und Luftballons werden fast schon gierig eingesammelt vom „mündigen“ Bürger. Bauvorhaben, Strassen, Bildung steht in irgendwelchen Prospekten, die kaum einer wirklich haben- geschweige denn lesen will. Und kaum ist die Wahl ausgezählt, steht auch keine Partei mehr am Samstag auf der Strasse. Es gibt keine billigen Spielzeuge mehr zu verteilen. Und die Wahlprogramme werden schnell zu Altpapier – wer vergleicht denn schon die Versprechungen und politische Realität? Welche Partei stellt sich vor die Presse oder sonst eine Öffentlichkeit und erzählt oder rechtfertig sich, warum und womit sie gescheitert sind? Wer versucht dummer-hafte und komplizierte Gesetze zu Gunsten nachvollziehbarer und verständlicher Vorschriften zu entsorgen? Ja auch wir Piraten spielen dieses Spiel leider zunehmend mit. Weil… und jetzt kommen ganz viele Sachgründe, die alle vielleicht sogar stimmen. Aber letztlich möchten auch wir Piraten „Erfolg“ haben. Für mich wäre ein Bewusstseinswandel ein Erfolg. Bei denen, die Politik betreiben und Gesetze machen. Und bei dem „mündigen“ Bürger, der sich nicht mehr auf Spielzeug stürzt. Der politische Fernsehshows als das durchschaut, was sie sind: Unterhaltung. Brot und Spiele nur ohne Brot. Ich will das alles nicht. Ich will meine Träume zum Wohle aller realisiert sehen. Für mich ist eine gesicherte Existenz für Jeden ein Grundrecht. Ich möchte das Vorgänge die angeblich in meinem Namen initiiert werden transparent sind. Ich will ein Gesetz, dass neu beschlossen wurde, verstehen können. Ich will einen Politiker der Mist macht, aus seinem sicheren (viel zu hoch dotierten) Posten auch wieder abberufen werden kann. Ich will eine Gesellschaft, in der es mir nur gut geht, wenn es meinem Nachbarn ebenfalls gut geht. Ja ich bin ein Träumer. Und will Träumer bleiben und dabei mithelfen, das solche Träumer in ganz vielen wichtigen Bereichen tätig sind und ihnen helfen immer wieder zu fragen: Warum geht es eigentlich? Was ist die „grosse Idee“ und bleibe ich ihr treu? Ich bin Pirat. Mir sind …

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Das Kabuff ist alle. Jedenfalls das kleine Theater in der Rendsburger Strasse 100. Es macht zu. Zuviel bürokratische Hindernisse, aber auch nur ein bescheidenes Publikumsaufkommen. In einem Raum, in dem sich kaum 50 Kinder reinquetschen können, kann man selbst bei „ausverkauften Haus“ nicht davon leben. Kann man von Puppentheater überhaupt leben? Von Kunst? Von Kultur? Grosse Fragen, aber es sieht nicht so aus, – also brauchen wir keine Kultur mehr. Wir haben ja Einkaufszentren. Und Fernsehen. Und eine Ratsversammlung, ist ja auch unterhaltsam… Wie das bei Kleinkunst so ist: Jedenfalls war das Ende ein Fest. Ein Fest der Freunde, die kreativ zu feiern verstehen. Mit Konzert von „The Bright Side“ (Birte Sieland Gesang und Gitarre, Arne Gimm Bassgitarre, Michael Packschies Mandoline, Bouzouki, Claviola) und Benjamin Schulte alias „Uno Caldera“. Und der genialen Gabi Pahms, die als „Frau Pamms“ vom  „Stakendorfer Bauernblatt“ auftrat. Die (wie immer) eine geniale Einfraushow mit besonderen nervopil performte. Nicht zu vergessen die begnadete Märchenerzählerin Susanne Söder Breyer. Und Gesang, und Puppen und gute Gespräche und und und. Es war schön. Nicht nur das Fest zum Schluss, auch das Theaterchen als solches. Viele schöne Vorstellungen, von Cordula Thonett und ihren Gästen. Dank hiermit an Alle, aber besonders an Cordula. Du hast Eckernförde bereichert. Und wenn die Stadt (Verwaltung & Politik) das nicht bemerkten und sie sich nicht bedanken können, dann spreche ich hier mal ganz frech für die Kulturschaffenden. Wir machen da nicht viel Wind, wir sagen es einfach, ganz einfach: Danke!  

3. Tag des Provinzlärm-Festival 2013   Provinzlärm, das Neue Musikfestival in der Eckernförder startete am Abschlusstag nochmals richtig durch. Nachmittags erfreute das polnische Vokalensemble „Il Canto“ mit zwei gesungenen historischen Messen. Bartłomiej Pękiel († 1670) „Missa Brevis“ und Marcin Leopolita (um 1540 – 1589) „Missa Paschalis“ wurden als klar und rein gesungener Kontrapunkt zu dem sonst ja eher zeitgenössischen Programm gesetzt. Absolut modern im wörtlichen Sinne ist Prof. Gerald Eckert, Komponist aus Eckernförde mit derzeitigen Arbeitsplatz in Korea. Sein Werk von 2011 „Nen X“ für Tanz, Violoncello und Elektronik wurde auch von ihm am Cello interpretiert. Dazu kam eine ganz andere Interpretationsart: Mikael Honnesseau tanzte sehr eindrucksvoll im abgedunkelten Raum die Klänge und brachte damit eine dritte Dimension in die an sich schon sehr beeindruckende Musik. Der Anfang des abendlichen Schlusskonzert gehörte denjenigen die den Provinzlärm so begeisternd eröffneten: Das Ensemble Kwartludium aus dem Partnerland Polen. Temperamentvoll eröffneten sie mit Witold Lutosławski „Subito“ für Violine und Klavier. Das dieses druckvolle Formation es auch etwas ruhiger kann, zeigten sie in einer meditativen Improvisation. Ihren diesjährigen Auftritt rundeten sie dem Werk „rope of sands“ (2009) von Sławomir Wojciechowski gekonnt ab. Der Rest des Abend gehörte dem ensemble reflexion K, einem Solo -und einem „Halbgast“. Zunächst gab es eine „Uraufführung der 2. Fassung“ von „mobile elements“ (2012) von Joanna Wozny in der die internationale Gruppe mit Wurzeln in Eckernförde nochmals ihre Weltklasse bestätigte. Als Solistin aus dem Ensemble Reflexion K lies die Saxophonistin Wardy Hamburg schier Unmögliches erklingen. Tristan Keuris „Canzone“ forderde die charmante Musikerin und ihr Altsaxophone ungemein. Ihr meisterliches Spiel wurde mit einem lange anhaltenden Applaus des Festivals Publikums zu recht belohnt. Der Schluss des Abends, des Konzerts und des diesjährigen Provinzlärm Festivals wurde donnernd, tösend, und die Grundmauern der ehrwürdigen St.-Nicolai-Kirche erschütternd zelebriert. Der langjährige Schlagzeuger Percussionist des ensemble refleion K, Johannes Fischer, ist inzwischen Prof. an der Musikhochschule Lübeck. Mit fünf Studenten zusammen hatte er sich Iannis Xenakis „Persephassa“ (1969) für 6 Schlagzeuger vorgenommen. Jede freie Fläche im Kirchenraum war mit ausladenden Schlagzeugaufbauten gefüllt. Das vorgewarnte Publikum (Beatrix Wagner: „Sie dürfen sich ruhig die Ohren zuhalten, es wird laut“) erlebte einen ungeheuerlichen Dynamikumfang. Sechs Schlagzeuger können auch relativ zart, mit Glöckchen und feinen hohen Tönen, aber meistenteils und begeisternd, schmetterten die rhythmischen Kaskaden durch das ehrwürdige Kirchenschiff. Die alte Orgel fürchtete um ihre klangvolle Hausmacht und eventuelle Spinnweben wurden von der Decke gerüttelt. Musikalisch interessant und durchaus kein spektakulärer Spielkram hatte das Werk von Xenakis auch seine spielerischen Seiten. Furiose Trommelwirbel von Schlagzeug zu Schlagzeug weitergetrieben, stellten Kinorundumsound klar in den Schatten. Immer wieder liessen atemanhaltende Pausen die Spannung wieder ansteigen um dann in einer Salve von höllischem Sound sich erneut zu entladen. Teuflisch gut, wohlgemerkt. Mit diesem Prvinzlärm im wörtlichsten Sinne verabschiedete sich das Festival. Der lange, sehr lange, stehend dargebrachte Applaus galt bestimmt (und verdient) auch der Gesamtveranstaltung und nicht nur den jungen Schlagzeugern. Die Eckernförder Fans der Neuen Musik müssen sich bis zum 24. Mai gedulden, dann präsentiert ihnen das ensemble reflexion K wieder neue Töne …

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2. Tag des Provinzlärm-Festival 2013 Am zweiten Tag des Festivals für Neue Musik Provinzlärm dominierte die gewaltige Heßler-Orgel der St-Nicolai-Kirche. Die rund 2500 Pfeifen wurden Nachmittags von dem Komponisten und Organisten Dariusz Przybylski gespielt. Unter dem Titel „Orgel-Odyssée“ wurden acht Werke für Orgel vorgestellt, die im engen thematischen Zusammenhang mit der Odyssee von Homer stehen. Die Idee acht Komponisten aus Südkorea, Großbritannien, Deutschland, Weißrussland, der Ukraine und Polen zu bitten zu den klassischen Texten Homers Orgelwerke zu komponieren stammt von Przybylski. Jeder der Komponisten hat eine eigene Idee von zeitgenössischer Orgelmusik, jeder handhabt das immense Klangspektrum dieses Großinstrumentes vollkommen anders. So entsteht eine Zusammenschau moderner Orgelmusik die in ihrer Verschiedenheit beeindruckt. Geeint wurden die Werke von Przybylski, Chang, Yaskou, Bernardy, Campkin, Szmytka, Sehin und Opałka durch das sowohl klassische als auch zeitlose Werk Homers. Die Odyssee, die die Abenteuer des Königs Odysseus von Ithaka und seiner Gefährten auf der Heimkehr aus dem Trojanischen Krieg schildert, gehört in fast allen Ländern des Abendlands zu der Grundlage einer umfassenden Bildung. Knut Kammholz rezitierte mit seiner klaren und deutlichen Aussprache zwischen den musikalischen Einzelstücken Fragmente aus der grossen Dichtung. Diese Nachmittagsvorstellung stellte nicht nur musikalisch eine beindruckende Bildungsreise da und kann und soll durchaus als ein völkerverständigendes Signal verstanden werden. Den Abend eröffnete wiederum die Orgel, diesmal mit der Eckernförder Musikdirektorin Katja Kanowski an den Manualen und Pedalen. Von Olivier Messiaen erklang gewaltig „L’apparition de l’eglise eternelle“ von 1932. Die umfassende Klangfülle und der musikalische Druck dieses meisterlich interpretierten Werkes kontrastierte auffallend mit dem zweiten Stück des Abendkonzertes. Auch bei der Kantate für Chor, Solisten und großes Ensemble „mehr als der Sand…  – Wege“ von Gerald Eckert war Katja Kanowski bindendes Glied. Bei allen Beteiligten musikalischen Gruppierungen nimmt sie zu Recht eine hervorragende Stelle ein. Der von ihr geleitete Chor der Kantorei St. Nicolai Eckernförde zeigte einen feinen Umgang mit vielleicht ansonsten ungewohnten Tönen und offenbarte viel Sensibilität und Einfühlungsvermögen mit diesen Werk, dass ausschliesslich zarte und schwebende Chorgesangspassagen zu bieten hatte. Die Solostellen wurden gesanglich gemeistert von dem ensemble voces berlin. Diese Formation in Eckernförde besten bekannt und beliebt, besteht aus Karola Hausburg (Alt), Nicolaus, H. Smith (Tenor), Sebastian Schwarze (Bass), Christopher Adams (Bass) – und der Mitbegründerin Katja Kanowski (Sopran). In grosser Besetzung musizierte das ensemble reflexion K, so dass der zur Bühne umfunktionierte Altarraum rammelvoll war. Zumal der Deutschlandfunk jeden freien Raum mit einer Unzahl von Mikrophonen beflastert hatte. Genau dieser Radiosender war auch der Einzige, der Probleme mit dem eindrucksvollen Werk von Gerald Eckert hatte. Dieses bewegte sich knapp über der Hörgrenze, erzeugte so eine intensive und beanspruchende Stimmung und nahm das Publikum auf eine meditative Reise mit. Was für technische Geräte vielleicht schwierig aufzunehmen war, wurde von den umfassenderen menschlichen Wahrnehmungsmöglichkeiten um so deutlicher und intensiver aufgenommen. Die Äusserlichkeiten des Konzert waren beeindruckend: absolute Stille ausserhalb des musikalischen Geschehens, präzise musikalische Töne, sowohl von den Instrumenten als auch von den Stimmen, liessen auf eine konzentriere Teilhabe Aller schliessen. Der Abend endete mit donnernden, nicht enden wollenden Applaus und …

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Zum vierten mal erschallt in Eckernförde Provinzlärm. Der Titel des Festivals neuer Musik, angelehnt an den Roman von Wilhelm Lehmann hat wohl Signalwirkung. Bevor der erste „neue Ton“ zum erklingen kam, wurde bei dem Eröffnungskonzert am Donnerstag reichlich gegrüsst. Vom Partnerland Polen brachte Marek Sorgowicki, stellvertretender Generalkonsul, die besten Wünsche. Ein klein bisschen Stolz klang in seiner Rede durch, das sein Land so stark mit Schleswig-Holstein kulturell verbunden ist. Vom Kultusministerium war Dr. Eberhard Schmidt-Elsaeßer erschienen um die Bedeutung der neuen Musik und des Festivals als Kulturbotschaften zu betonen. Wichtige Impulse für die deutsch-polnische Zusammenarbeit konnte er erkennen und bescheinigte den Initiatoren, eine Richtungsweisende Entwicklung von überregionaler Bedeutung in Gang gesetzt zu haben. Ein deutliches, aber ansonsten stilles Zeichen von der Besonderheit des Geschehens in der Eckernförder Nicolaikirche verkündete der grosse Wagen vor der Tür: Der Deutschlandfunk bannte das Konzert auf seine Bänder. Die Übertragung wird wohl im September stattfinden. Das zahlreiche Publikum war aber wegen der Musik gekommen, oder auch angezogen durch die Qualität der Ensemble. Als erster Stargast trat das Ensemble Kwartludium auf. Von Polen aus agierend, zieren viele Internationale Auftritte und Erfolge die Biographie der 2002 gegründeten Gruppe. In der Besetzung mit Dagna Sadkowska (Violine), Michał Górczyński (Klarinette, Bassklarinette), Paweł Nowicki (Percussion) und Piotr Nowicki (Piano) eröffneten sie das Festival mit „Torpor“ (2008) von Wojtek Blecharz. Das Werk, extra für das Ensemble Kwartludium geschrieben, setzt sich mit körperlicher und geistiger Untätigkeit auseinander. Anstatt, wie die Beschreibung vielleicht vermuten lässt, getragene und träge Begrüssungsklänge, kam das Stück ausgesprochen flott und motivierend rüber und zeigte schon deutlich die temperamentvolle Spielfreude der Interpreten. Durch Wojziech Ziemowit Zychs Werk, „Stale obecna tęsknota“ (2005), konnte diese noch gesteigert werden. Der deutsche Titel heisst in etwa „Immer da voll Sehnsucht“ und wurde von den Musikern und dem Komponisten gemeinsam entwickelt. Beindruckend in dem aus drei Sätzen bestehenden Werk die Spieltechnik der Bassklarinette und der sich daraus ergebende Gesamtklang. Abschliessender Höhepunkt des Eröffnungsauftrittes wurde das Werk „Medeas Träume“ (2008)“ des anwesenden Komponisten Dariusz Przybylski. Das Stück, auch dieses wurde für die Interpreten geschrieben, überraschte durch seine Präsenz und Nähe und zeigte, wie zeitgenössische Musik schnell und unmittelbar den Kontakt zu den Zuhörern findet. Der zweite Teil des Abends wurde von dem heimischen Ensemble Reflexion K bestritten das in wechselnder Besetzung mit bis zu 13 Musikern unter der Leitung von Gerald Eckert auftrat. Jacub Sarwas „Three-O“ (2005) für Flöte Klarinette und Viola wurde gefolgt von dem Werk „Avant voyage“ (2011) des anwesenden Komponisten Asko Hyvärinen. Beide Werke wurden in der bekannt ausgefeilten und hervorragenden Spielweise des Ensembles eindrucksvoll zu Gehör gebracht. Das Konzert schloss mit einem besonderen Werk: Ianis Xenakis 1997 komponiertes Stück „Akanthos“ für Sopran und Ensemble. Gewaltig, mit einem wunderbaren als Stimme voll in den Instrumentenkreis integrierten Sopran erklang das Musikwerk sehr voluminös und begeisterte das Publikum. Hervorragende Interpreten, ausgesuchte Stücke und ein ergiebiges, aber musikalisch durchaus noch erforschungswertes Schwerpunktland, das ist das Fazit des ersten der drei Tage mit Neuer Musik. Am heutigen Sonnabend klingt das Festival mit zwei Konzerten aus: Um …

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Dieser Tage haben mir die Freunde vom Landesvorstand der Piratenpartei Schleswig-Hostein eine große Freude bereitet. Sie haben uns eine Kulttankstelle  für Eckernförde geschenkt. Was eine Tankstelle ist, wissen wir genau. Was Kultur ist – darüber gibt es viele Vermutungen, jeder hat eine ungefähre Vermutung darüber. Aber: was ist eine Kulturtankstelle? Vielleicht etwas, wo man seine ermattete Seele mit Kultur auffüllen kann und dann wieder etwas frohgemuteter durch das schöne Eckernförde spazieren kann? o ist es! Nur mit dem erfreulichen Unterschied, dass der Besuch dieser Tankstelle nicht zum Ruin führt. Sondern einfach mal garnix kostet. Null. Gratis. Aber bestimmt nicht umsonst.. Das Teil sieht so aus: Naja, eigentlich ist das nur die Zugabe: Ein Werbeträger, der auf die Kulturtankstelle aufmerksam machen soll. Die eigentliche Kulturtankstelle ist nur ein fast stinknormaler W-Lan-Router gefüllt, mit Informationen über Künstler, Kulturstationen und lokale Sehenswürdigkeiten. Und unterschiedet sich von den anderen tausenden W-Lan-Routern nur darduch, dass  man durch ihn leider nicht in das Internet kommt. Das kann sich nur ein pleitesüchtiger Millionär erlauben. Der hat sich noch nicht bei mir gemeldet. In dieses Intranet kann sich jeder mit seinem Handy oder Notebook einloggen und über das informieren, was es in Eckernförde reichlich gibt: Kunst & Kultur. . Da so ein W-Lan leider nur eine begrenzte Reichweite hat, möchte ich gerne die Stadt mit solchen Geräten fluten. Die erste Kulturtankstelle wird am Hafen stehen, weitere sollen folgen. Natürlich sollen sich nicht alle, die mitmachen wollen, den Piraten anschließen. Für die erste Kulturtankstelle hat sich schon der Kulturverein Eckkult e.V. als Mitbetreiber gefunden. Und ganz viele weitere werden noch gesucht. Vereine, Kneipen und Geschäfte sollen sich gerne beteiligen und können sich im Gegenzuge auch auch auf der Kulturtankstelle vorstellen. Die Hauptsache sind natürlich die Kulturschaffenden, die ihre Werke zeigen. Dazu müssen diese überzeugt werden, ihre kreativen Früchte unter eine CC-Lizenz zu veröffentlichen. Damit wird sicher gestellt, das genau die Rechte, die ihnen wichtig sind, ihr Eigen bleiben. (siehe: (https://de.creativecommons.org/was-ist-cc/)Dann steht auf Ihrer Seite bei der Kulturtankstelle so ein kleines Schild: Wir können außer Künstlern und den genannten Institutionen natürlich auch andere Mitstreiter brauchen: DICH! Denn jeder findet seinen Bereich, in dem er mithelfen kann. Wir wollen zeigen, dass Eckernförde eine Kulturstadt ist! Dazu müssen Internetseiten erstellt, Leute angesprochen, und Ideen entwickelt werden. Also gehe bitte in Dich und finde Dein Kulturherz. Und dann melde dich bei mir – wir werden viel Spaß haben (bei aller Arbeit….) Markus Fuerstack (fognin) 04351 – 72 62 00 fst @ fognin . net oder Svenja Funke 04351 – 89 34 50 svenjas.senfkultur @ gmail.com

 21. OKTOBER 2012 Die Stalker-Polaroids {11} Oft werde ich gefragt: „Ist es nicht schwierig die bekannten Leute aufzuspüren?“ Es ist Horror! Nicht nur das es zahlreiche facebook Profile zu überwachen gilt und unzählige private Webseiten, auch muss ich ständig das Ohr in der Klatschszene offen halten. Aber all das bringt kaum brauchbare Informationen. Das gezielte Bestechen von Bediensteten – dort mal ein schöner Schein – hier mal eine kleine Aufmerksamkeit – das sorgt für gezielte Informationen. Auch Kollegen können ganz schön ergiebig sein, zumindest im fortgeschrittenen Zustand der Alkoholisierung. Oer nach dem Motto: „Ich weiss was, wenn du was weist“ kommt mancher brauchbarer Handel mit Tipps zustande. Aber es gibt ja auch Promis die so ungeheuer eitel sind, dass sie zwar nach Aussen ihr Privatleben hermetisch abschotten, aber in Wahrheit ihre Paparazzi gezielt informieren. Was wäre das für eine Blamage in ein sauteures Hotel einzuchecken und weit und breit ist kein Bewunderer?         ende vorerst

20. OKTOBER 2012 Die Stalker-Polaroids {10} Ganz schlimm sind die Kollegen. Wo auch nur ein kleines Sternchen auftaucht sind sie schon da: Die Fotographen der Hochglanzpresse von „Frau im Silberspiegel“ „Gay in Gay!“, „unBILDung“, „TITanic“ etc. Stets drängeln sie sich vor, schieben sich den anderen vor die Linse und und interessieren sich nur für ihr Exklusivbild. Um mich von den meist schlecht gekleideten und rüpelhaften Mitbewerbern abzuheben, komme ich entweder im perfekt sitzenden massgeschneiderten Smoking, oder aufwendig getarnt als Blumenstrauss oder Mülltonne. Hauptsache ich komme ganz nah ran an die Prominenz und kann die hübschen Mädels und kernigen Kerle ohne die sie ständig begleitenden Kleiderschänke (Bodyguards) ablichten. Viele der Annäherungsversuche gehen natürlich auch fehl. Schmerzhaft ist es, in der Toilette stundenlang als Spiegelhalter getarnt bewegungslos zu warten um anschliessend durchs Fenster in den Garten entsorgt zu werden, weil die Diva ihren Anblick einfach nicht erträgt. Aber immer noch besser als im Pulk der stinkenden Fotographen an der falschen Hintertür zu warten!         wird fortgesetzt

19. OKTOBER 2012 Die Stalker-Polaroids {9} Wie wird man Inhaber eines Bildes aus der Serie „Stalker-Polaroids“? Recht einfach: Man muss ein Bild kaufen! Da es sich um bedeutende Aufnahmen von noch bedeutenderen Persönlichkeiten des öffentlichen Hochglanzlebens handelt, ist das Unterfangen nicht billig abzuhandeln. Aber dafür sind die Werke als „Fine-Art-Print“ zu erwerben, die Grösse beträgt 300 x 150 mm und das verwendete Papier ist mindestens so edel wie die abgebildeten Promis. Auf Wunsch werden die wertvollen Originale mit dem fognin Prägestempel gesiegelt – also noch edler und begehrenswerter. Die Modelle auf den Bildern, bekommen, da Promis ja immer klamm sind, gerne einen Abzug auf Fotopapier. Für ihr Fotoalbum oder für Tante Mathilda zum Geburtstag. Natürlich sind die Bilder auch als gewaltiger und repräsentativer Wandschmuck zu haben, ideal für Millionäre und internationale Museen oder sonst wen, der protzerisch repräsentativeren will. Anfragen werden ohne Anzahlung halbwegs diskret über stinkreichwerden@fognin.org abgewickelt.       wird fortgesetzt

18. OKTOBER 2012 Die Stalker-Polaroids {8} Die meisten Bilder aus der Reihe „Stalker-Polaroids“ sind Portraits. Eine seltsame Sache sind Bilder von Personen. Heutzutage interessiert man sich nur für Fotos von Menschen wenn diese aus dem Freundeskreis stammen oder richtig berühmt sind. In der Malerei und auch aus den Anfängen der Fotographie galten Portraits als Meisterklasse. Kaum einer weiss wirklich etwas über die gezeigten Menschen der klassischen Portraits, aber man bewundert die Kunstfertigkeit der Schöpfer. Und ein klein bisschen von dem Heiligenschein der Künstler streift auch ihre Modelle – sonst hätte das Bewusstsein der Zeit sie längst vergessen. Heutzutage trägt jeder ein fotofähiges Gerät durch die Gegend und publiziert seine Bildchen – Qualität als Aufnahmekriterium ist in Vergessenheit geraten. Eigentlich Schade. Nicht nur für Fotokünstler, die ihre entsprechenden Aufnahmen höchsten an Portraitierte verkaufen können, auch für die Qualität der Kunstentwicklung. Gottseidank habe ich in meiner Serie ja nur wirklich bekannte und glänzende Persönlichkeiten – an denen besteht immer Abbildungsbedarf. Egal wie wenig sie in Wirklichkeit geleistet haben.    

16. OKTOBER 2012 Die Stalker-Polaroids {7} Es sind ja nicht nur die langbeinigen Schönen in den zarten durchsichtigen Kleidchen und die schmelzigen Kerle mit ondulierten Brusthart mit Goldkettchen und Engelsgesicht, es gibt ja auch noch die Geistesgrössen: Professoren mit Titeln die länger als ihr Name sind, Autoren, denen die Weltliteratur nur so aus dem Ärmel fällt, Berater die bei den obersten Wirtschaftsbossen aus und ein gehen und die alles wissen und das auch noch besser! Die findet man in Kongresszentren, bei Vorträgen vor erlesenem Publikum und in Talkshows mit wuchtigen Ledersesseln. Die sind nicht so schwer zu erwischen, das klicken von Kameras stört oder erfreut sich nicht. Die ziehen gedankenverloren an ihren Pfeifen und starren Löcher in die Wand um dann bedächtig die Stimme zu erheben und etwas staatstragendes oder perfekt formuliertes von sich zu geben, dass keiner richtig versteht. Jeder nickt darauf heftig und ist erfreut, das die Menschheit wieder einen Schritt weiter gekommen ist. Während die Geistesgrösse wieder in bedächtigen Schweigen erstarrt. Auch diese Intelligenzmonster gehören natürlich in eine so bedeutende Sammlung wie die meine!       wird fortgesetzt

15. OKTOBER 2012 Die Stalker-Polaroids {6} Dieses Glück, wenn man nach Hause kommt nach langer aber erfolgreicher Lauer auf einen Superstar und mit schweissnasser Hand das Polaroid aus den Schreibtisch legt. Ein kurzer liebevoller Blick auf das streng geheime Foto und erstmal ab unter die Dusche. Der Dünger muss aus dem Haar entfernt werden, die Hundeköttel abgeschüttelt, schliesslich die anderen Reste der Tarnung als Blumenbeet kompostiert werden. Dann aber – frisch und sauber – mit vorsichtigen Fingern das Bild nehmen und mit dem Füller beschriften. Bevor jemand kommt, schnell und diskret, wie ich nun mal bin, kommt der Beweis meines verborgenen Sports in die unscheinbare Schuhschachtel unter meinen Bett. Und der Triumph, nachts dann, darüber liegend, wenn mir bewusst ist, wen ich da wieder flach gelegt habe… –2004 {2}–   wird fortgesetzt

14. OKTOBER 2012 Die Stalker-Polaroids {5} Die Glamourjagt geht weiter! Was hier so rasch täglich veröffentlicht wird, hat mich harte, oft wochenlange Vorbereitung gekostet. Getarnt als Baumstumpf in den Garten eines Sternchens Ewigkeiten auf der Lauer zu liegen und dabei noch von parfümierten Schosshündchen angepinkelt zu werde – das ist Arbeit! Um dann endlich, wenn die eigenen Bartstoppeln zum Astloch rauswachsen, die Lady zu erwischen, im trauten Kreise ihrer ebenso brillanten Freunde oder im Arm eines bulligen Leibwächters, der den neugierigen Stalker sofort mit einer Hand zerquetschen würde. Nein, da darf nicht gezittert werden, keine Angstschweisstropfen dürfen die Linse benetzen – todesmutig die Kamera halten und den Schuss des Lebens machen. Übrigens nicht in, sondern auf das Topmodell!       wird fortgesetzt

13. OKTOBER 2012 Die Stalker-Polaroids {4} Kennt ihr sie? Diese erlesenen Partys, wo sich Prominenz an Prominenz reiht, neben erlesenen Schmuckstücken aus schweren Gold, lupenreine Perlenketten glänzen und festliche einzeln angefertigte Kleider auf perfekt sitzende Anzüge treffen? Dort sind sie: Die Cremé der Cremé der Berühmtheiten. Filmstars, Bestsellerautoren, Filmemacher, Schauspieler, und die gut betuchten Wirtschaftsbosse. Wo sich die Tische unter Hummer und Kaviar biegen und in etwas diskreteren Ecken weisses Pulver auf Spiegeln häuft? Da ist mein Arbeitsfeld. Als Kellner getarnt oder als Topfpflanze fotografiere ich mit langer Tüte* und bringe jede Menge originärer Polaroids mit nach Hause. Einen Teil der Bilder teile ich hier grosszügig mit euch! * Fachausdruck für ein Teleobjektiv         wird fortgesetzt

12. OKTOBER 2012 Die Stalker-Polaroids {3} Die Serie „Die Stalker-Polaroids“ wird bei Bedarf als „Fine-Art-Print“ realisiert und für einen angemessenen unverschämten Preis an Kunstkenner verkauft. Die Bilder haben die Masse von 300 x 150 mm und werden auf Wunsch mit dem fognin Prägestempel als Original geprägmarkt. Wer nachweisen kann, das er selbst auf dem Bild ist, bekommt gerne einen ordinären Fotoabzug – nach einer unterwürdigen Anfrage, mit 100% Promirabatt. Internationale Museen können scharf selektierte Teile der Serie als grossformatige Ausstellungsbilder im Galerieformat erwerben. Anfragen bitte an: stinkreichwerden@fognin.org       wird fortgesetzt  

11. OKTOBER 2012 Die Stalker-Polaroids {2} Nächtelang im Regen und Schnee auf der Lauer liegen. Ewiges Warten bis sich endlich einer zeigt. Einer von den ganz Grossen, von den Stars, den Promis,- die man im Fernsehen sieht, von denen man in der Fachpresse liest. Die wirklich was sind: berühmt, anerkannt, reich. Die sich alle kennen und beim Vornamen nennen. Die das wirkliche Leben sind, das Leben im Scheinwerferlicht, das Leben in der Presse, im TV, in Filmen und in vornehmen Hotels. Und hast du einen fotografiert willst du sie alle haben. Ja, ich habe es gewagt, ich bin ganz nah ran gegangen, habe mich von Hunden und Securitybullen verjagen lassen und bin doch wieder gekommen und habe sie abgeschossen, mit meiner Kamera. -2002-             wird fortgesetzt

10. OKTOBER 2012 Die Stalker-Polaroids Ich gestehe: Ich bin Paparazzi. Ich bin ein Stalker. Schon seit vielen Jahren fotografiere ich heimlich Prominente. Ich finde es total spannend stundenlang mit dem Teleobjektiv hinter bekannten Persönlichkeiten herzu rennen oder ihnen auf zu lauern. So habe ich es geschafft über einen längeren Zeitraum viele schöne Polaroids von bekannten Persönlichkeiten zu bekommen. Da ich mich ein klein bisschen geschämt habe, für meine doch etwas seltsame Tätigkeit, habe ich die Bildchen nur schnell beschriftet und in einem Schuhkarton unter meinem Bett versteckt. … Jetzt endlich entschloss ich mich, auch zu meinen dunklen Seiten zu stehen und diese Bilder zu veröffentlichen – sind sie doch auch ein Teil meiner Biographie! Der Schuhkarton wird geöffnet und gelegendlich werde ich einige der Polaroids hier veröffentlichen. Hier nun meine Serie – die Stalker-Polaroids – die laufend ergänzt wird. Viel Spass mit Stars, Sternchen und Berühmtheiten die ich mühselig aus dem Alltag heraus fotografierte. –fognin– 2001:     wird fortgesetzt  

 21. SEPTEMBER 2012 Kulturtasse – eine Plakatserie Die Kulturtasse gibt es bei HofART in der Nicolai-Str. 7A in Eckernförde für 14,90 €. Dazu eine kleine Serie Plakate, die bisher nur für das Internet (Facebook, Picasa und hier) gedacht ist. Witzigerweise sind die Plakate „Multiwerbend“, d.h. es sind sehr viele verschiedene Werbeziele teilweise versteckt eingebaut. Das Eichhörnche stammt von Marianne Tralau, die Schrift dazu und die Plakate verantwortet fognin.

Neue Musik erprobt Freiräume Neue Musik ist eine ernste Angelegenheit. Und wenn das Ensemble Reflexion K mit neun begnadeten Musikern in der Eckernförder St.-Nicolai-Kirche gastiert kann mit Recht ein erhebender Einblick in diese Musikrichtung erwartet werden. So auch am Sonnabend, als unter dem Titel „Spaces IV /Living Room“ gleich drei der Altmeister dieser Musikrichtung zu Gehör gebracht wurden. Bevor Karl-Heinz Stockhausens Werk „Die sieben Lieder der Tage“ (aus: Montag aus „Licht“) von Heiko Maschmann auf dem Kontrabass eindrücklich interpretiert wurde, begrüsste Magnus Lindberg das Publikum nachhaltig. Sein Werk „Ablauf“ (1983/88) für Klarinette (Joachim Striepens) und zwei Trommeln sorgte durch rasende Klarinettenläufe und heftige einzelne Trommelschläge für Aufmerksamkeit. Der ehemalige Stipendiat Ludger Kisters stellte seine elektroakkustische Komposition „an den Randen der Teiche (2012) als Uraufführung vor. Ein spannender Zusammenklang von aufgezeichneten, teilweise naturnahen Geräuschen und dem Ensemble. Das ernste komponierte Musik auch den Freiraum des Humors nutzen darf, wusste schon Altmeister John Cage, der derzeit 100 Jahre alt geworden wäre. Sein 72 Jahre altes Stück „Living Room Music“ stellt die Musiker in ein privat gewohntes Umfeld – mit den dort vorgefunden „Werkzeugen“ sollen sie dann Musik machen. Das Ensemble präsentierte einen liebevoll gedeckten Tisch, an dem Beatrix Wagner und Joachim Striepens, Johannes Fischer und Burkart Zeller als Gäste begrüssen. Und dann wird gegessen, Pardon, gespielt: diffiziles rhythmisches Trommeln mit Ess-Stäbchen auf vorgefundene, scheinbar zufällige Gegenstände, gesangliche Einlagen beim gemütlichen Zeitungslesen und klangliche Darbietungen auf Kinder- und Dekoinstrumenten waren die unterhaltsamen Gänge des Menüs. Optisch und akustisch ein Genuss! Gerald Eckerts Beitrag zum Gelingen des Abends beschränkte sich auf ein 90Sekunden Stück und ein bisschen Tonband. Aber der in Eckernförde beheimatete Ausnahmemusiker präsentierte seine Miniatur „Nen II“ für Flöte (Beatrix Wagner) E-Gitarre (Johannes Fischer) und Schlagzeug (Gerald Eckert!) gleich doppelt,- dicht verwoben mit seinem Tonbandstück „Prisma- du fond d´un naufrage“ (2007). Genial verschachtelt und klangvoll präsentiert. Der Kölner Komponist Steffen Krebber (*1976) steuerte für diesen im ganzen sehr locker und spielfreudig daherkommenden Abend ein Werk bei, dass mit dem Titel schon treffend charakterisiert ist: „fänger in den leeren fischgründen der organisierungen von es“ (2005) Mauricio Kagel (1931-2008) kann durchaus auch als einer der grossen Altmeister der Neuen Musik bezeichnet werden. Auch dieser Komponist hat sein Werk „Match“ mit Augenzwinkern angelegt: Zwei Cellisten (Burkart Zeller und Gerald Eckert) duellieren sich und ein Schlagzeuger spielt den Schiedsrichter. Besonders das musikalische und schauspielerische Können von Johannes Fischer sorgte für viel Erheiterung. Der Jugendliche Eckernförder Oliver Segner der als Erstbesucher der Musikreihe Neue Musik an dem Konzert teilnahm, fasste anschliessend den Eindruck des Publikums treffend zusammen: „Ich bin sehr angetan von dem Miteinander von humovollen und sehr ernst angelegten Stücken, ich bin am Freitag den 9.12. um 19 Uhr(!) gerne wieder dabei!“ (fst)  

Thomas Lötzsch im Kabuff (fst) Der Lötzschmann kann es! Ob als Band-Musiker (Illegal2001), Solist, Autor oder „Vorleser“, der bekannte Eckernförder gewinnt bei jeder Art von Bühne sofort die Herzen seiner Zuhörer. In dem kleinen gemütlichen Kabuff in der Rendsburger Str. 100 bei der Puppenspielern Cordula Thonett zu Gast griff Thomas Lötzsch ganz tief in das Repertoire seines Können und zauberte von allen etwas auf das Bühnchen. Schon vor der Veranstaltung war der Erzähler eifrig beim berichten: Von seinen Plänen und und Projekten. Und dann, äusserst pünktlich beginnend folgten drei Stunden gehobene Unterhaltung vom Besten. Thomas, – jeder Zuhörer hatte in dem kleinen Raum sofort das Gefühl das er persönlich angesprochen wurde, – erzählte von seiner wilden Jugend in der Provinz. Er sang, las vor und streute auch stets Aktuelles mit persönlichen Bezug in seine Performances ein. „Punk op de Deel“ hat er den ersten Teil seiner Autobiographie genannt. In dem Buch erzählt er von einer Jugend im Wirtschaftswunderland, in denen sich die seltsamen Erwachsenen als um traditierte Tugenden bemühte Spiesser darstellten. jedenfalls mit den Augen von den Jugendlichen gesehen, die das „wilde Leben“ suchten. Harte Musik und reichlich Alkohol und natürlich die typischen selbstruinierten Klamotten bestimmten das Leben von Thomas und seinen Freunden. „Infernaler Krach“ berichtet Lötzsch, produzierte ihre erste Band. Trotzdem war das Konzert im Garten ein voller Erfolg für Freunde und Nachbarn, gab es doch in der Kleinstadt sonst nichts Besonderes und wurde der Auftritt von einer Unzahl Karlsquell-Freibier-Dosen begleitet. Thomas Lötzsch Buch und seine, über weite Teile frei vorgetragenen Erzählungen, berichten von einer Zeit in der die heisse Musik von Plattenspielern und ausgeleierten Kassetten kam, man im Freien mit seinen Freunden abgehangen hat und Mofas noch frisiert und nicht getunt wurden. Aber ohne die gekonnte Art des Autors und Musikers alles mit Humor anzureichern, stets augenzwinkernd und selbstironisch, und mit einem geradezu rasanten Tempo ohne jegliche Versprecher vorzutragen, wären es doch nur „alte Geschichten“.      So erlebten die Zuschauer wieder mal einen glanzvollen Lötzschabend, voller bunter Bilder, frecher Lieder, persönlicher Ansprache und Spass, Spass Spass! Sein Buch kann man weiterhin kaufen. „Punk op de Deel“, erhältlich für 19,50 € über loetzschmann@aol.com per email oder per Telefon & Fax 3872. Wer die ganze Breitseite haben möchte sollte am 20. September nach Hohenwestedt reisen und um 19.30 Uhr im Jugendheim sein. Dort wird Thomas Lötzsch seine Geschichten am Entstehungsort vortragen. Und vielleicht wundert sich mancher, was aus dem zerzausten Bubi von einst geworden ist.

Ungewöhnliches Geschehen in der Stadtbibliothek von Eckernförde: Gegen Abend strömen rund 50 sehr unterschiedliche Leute in den Leseraum. Ältere und Jüngere und auch viele, die man hier nicht so vermuten würde. Eine Lesung ist angesagt. Aber alles ist anders. Anstatt eines Literaten liest ein (ehemaliger) Punkrocker, statt roten Wein gibt es Freibier und eine Minibühne mit Verstärker, Gitarre, Mikrofon ist auch aufgebaut. Sogar eine Präsentation mit Bildern, eine wilden Jugend ist zu sehen. Thomas Lötzsch, bestens bekannter Frontmann von „Illegal 2001“liest aus seinem Buch. „Punk op de Deel“ heisst der Band, der seine Kindheit und Jugend in der Provinz beschreibt. Und das ständige Bemühen anders und auffallend zu sein und richtig harte Musik zu machen. Diese Form der Pubertät beschreibt auch, aus der Sicht der Eltern, ein Lied, das Thomas Lötzsch zur Einstimmung vorträgt: „Wie du wieder aussiehst… Was sollen denn die Nachbarn sagen…“ „Die Eltern machen sich viel mehr Gedanken um einen, als man selbst“ kommentiert Thomas Lötzsch das was Thema des Abends werden soll: Eine wilde Jugend auf dem Dorf. Aber erstmal muss der Autor den jüngeren Leuten im Publikum erklären, was Kindheit und Jugend denn mal war: ohne Internet und Spielboxen, mit Schallplatten anstatt mp3, und warum man tatsächlich raus an die Luft ging und sich mit de Freunden am Waldrand oder Weiher traf. Da gab es noch Strassenkinder mit dem Schlüssel um den Hals. „Was ist Was, das war meine Wikipedia“ Thomas ist in beiden Sprachwelten zu Hause, der neuen des Internetzeitalters und der klassischen, als man noch analog ge- und erlebt hat. „Eine relativ behütete Kindheit“ fand Thomas Lötzsch, „denn das ganze Dorf passte auf“ Und schon ist der Entertainer mittendrin in den Geschichten seiner Kindheit und Jugend. „Das ist meine erste Lesung“ hatte er am Anfang verkündet, als ob das Publikum nachsichtig mit dem Anfänger sein sollte. Dazu bot sich den Zuhörern keinerlei Gelegenheit, den was folgte war eine gekonnt präsentierte Kaskade aus freien Vortrag, gut gespielten Liedern, rasant vorgelesenen Texten und einer Unzahl von punk(t)genau gebrachten Anekdoten. Immer wieder durchhallte heftiges Lachen die sonst eher ehrwürdigen Räumen der Bibliothek. Die erste „Freibierlesung“ hat der Bibliothek gut getan, so gelöst und und unterhaltsam. Und Thomas Lötzsch, der meinte sein Publikum mit Freibier und Eintritt „für lau“ ködern zu müssen, sollte jetzt sicher sein: Bei dem Unterhaltungswert seines Buches und Vortrages kommt das Publikum auch mit Eintritt auf seine Kosten und gerne. Hoffentlich geht die Reise bald mal wieder in die punkige Jugend in der Provinz. (fst) „Punk op de Deel“, erhältlich für 19,50 € über loetzschmann@aol.com per email oder per Telefon & Fax 3872. Ausserdem bei Rieck, Tabak und Wein, Langebrückstrasse.

Als kreativer Urheber, gemeinhin Künstler genannt, verfolge ich die durch die Piratenpartei angefachte Debatte mit Interesse. Als kulturell interessierter Mensch mit geringen Einkommen habe ich grosses Interesse Zugriff auf möglichst viele kreative Kleinodien zu haben. Gerne möchte ich tolle Filme, Musikstücke, eBooks und Bilder etc downloaden können. Rechtmässig für ein mir mögliches Entgelt, oder sogar für „lau“. Als Künstler habe das Bedürfnis nicht allzu schlecht zu leben und meine Werke gestalten zu können. Wenn mein Lebensunterhalt gesichert ist, habe k(l)ein weiteres Bedürfnis nach der mehrfachen Vermarktung meiner Werke. Die Piraten haben die Forderung aufgestellt, dass ein kreatives Werk, dass mit öffentlichen Mittel finanziert wurde, dann auch der Öffentlichkeit gehört. Das finde ich richtig – und der Gedanke ist ausbaubar. Ich stelle mir eine Verwertungsgesellschaft auf solidarischer Basis vor. Nennen wir sie mal VGS. Künstler die dieser beitreten, melden Ihre Werke und nennen für diese einen Preis. Ich stelle als mein Bild „Blaue Stunde im Eckernförder Hafen“ ein und nenne den Betrag 5.000 €. Wenn ich diesen Betrag für dieses Bild erhalten habe, habe ich kein weiteres Interesse Geld dafür zu bekommen. Jeder Privatmensch darf mein Bild nach belieben nutzen, allerdings möchte meine Eitelkeit, das mein Künstlername fognin mit diesem Werk verbunden bleibt. Ob nun ein freundlicher Mensch, der als „Kunstkonsument“ vllt. ebenfalls bei der VGS Mitglied ist, dieses Bild für „die Menschheit“ freikauft, oder ob über Crowdfundig ganz viele Leute ihre Cents und Euros dazugeben, bleibt sich gleich. Mein Bild hat dann „seinen Markt“ gefunden und gehört uns allen. Damit nicht die cleveren „Geschäftlesmacher“ dann einen neuen Mehrwert schaffen, für Ihre Werbung, als Büchertitel und für politische religiöse Kampagnen, verwertet die VGS kommerzielle Anfragen. Als Urheber kann ich solche Anfragen ablehnen oder ihnen zustimmen. Die dort erzielten Gelder kommen der VGS zugute, oder wir teilen uns diese. Das kann per Vorrausverfügung geschehen, oder im Einzelfall. Die VHS wird mit ihren Anteil ihre eigenen Kosten decken oder notleidende Kollegen unterstützen, oder, oder, oder… Wie gesagt, ich muss dummerweise Leben um Arbeiten zu können. (Übrigens in dieser Reihenfolge!) Meine persönlichen Bedürfnisse sind nicht sehr hoch, momentan lebe ich unter dem Hartz – Regelsatz. (Weil ich das so will, mein Stolz ist gut entwickelt) Fast alle Kollegen beziehen schon solche Zuschüsse der Öffentlichkeit (des Staates). Uns allen wäre mit einem Grundeinkommen geholfen, Kunst macht sich sehr viel besser ohne staatliche Restriktionen. Ich jedenfalls wäre gerne bereit, meine Werke knapp über dem Entstehungspreis abzugeben, wenn denn der Lebensunterhalt gesichert wäre. 16.4.12 fognin

Ausschreitungen in der Nicolaikirche Gross angelegte Kompositionen mit fast orchestralen Ausmassen brachte das zweite Konzert diesen Jahres der Konzertreihe „Neue Musik“ zur Aufführung. Nur drei Werke erklangen an diesem Abend. Alle drei hatten deutlich länger Spielzeiten und wurden jeweils in recht grosser Besetzung vorgestellt. Namensgebend und am Anfang stand die Uraufführung von Clemens Nachtmanns „ausschreitend“ für Ensemble von 2009/2010. Nachtmann, der 2010 als Stipendiat in Eckernförde weilte und während dieser Zeit an seinem Werk feilte, stammt ursprünglich aus Bayern. Musikalische und politische Studien führten ihn nach München, Berlin und Graz. In Österreich hat er einen Lehrauftrag an der Kunstuniversität Graz. Aufgebaut auf der Idee eines Trauermarsches mit Bezügen zu Beethoven Mahler, Liszt und Berlioz beschäftigte sich der Komponist mit der Geste des Schreitens. Neun Musiker, davon 5 Bläser bildeten das Ensemble, die das schwierig zu spielende Werk mit dreidimensionaler Kraft in den Klangraum der Nicolaikirche stellten. Kraft, Lebendigkeit und Stärke sind die Begriffe die diese Komposition am treffensten beschreiben. Clemens Nachtmann malte mit seinen Tönen einen umfassenden durchseelten Raum, an einen urmächtigen Wald erinnernd, der bewohnt von vielerlei ungestörten Wesen zu sein scheint. Die starke Bläsergruppe (besonders hervorzuheben Wardy Hamburg an verschiedenen Saxophonen) spielte teilweise direkt in den Flügel und veränderte so den Raumklang in faszinierender Weise. Das diesjährige Generalthema der Musikreihe, Räume wurde in Nachtmanns Stück sehr anschaulich. Seine gross angelegten, teilweise heftigen Tonbilder klangen in spannungsgeladenen Pausen aus. Während der erste Satz die Themen in den Raum „stellte“, beschäftigte sich der zweite eher mit der inneren Verarbeitung. So ergab sich ein weiterer grandioser Spannungsbogen, der die Thematik „Bewegungen im Raum“ vielfach vertiefend spiegelte. Das Werk hat einen umfassenden Erlebnischarakter, es ist ihm zu gönnen auch noch an anderen Orten das Publikum in seinen Bann zu schlagen Es schloss sich die Komposition „Swamp Forest“ (2004) von Larisa Vrhunc an. Die vielfach gespielte Slowenin zeigte in ihrem Werk eine „unfreundliche Waldgegend“ die zehn der 14 Musiker gewaltig in Szene setzten. Gerald Eckert setzte das Werk in seinen diesmal sehr kurzen Einführungen in Beziehung zu Lebens- und Sterbeprozessen mit ihren vielfachen Veränderungen. Immer wieder beachtlich, wie das „ensemble reflexion K“ auch in sehr grosser Besetzung präzise und durchgeprobt erscheint und auch komplexe Klangwerke lebendig und erlebnisreich vorstellen kann. Gerald Eckert, der als musikalische Leiter des Abends alle drei Werke dirigierte, hatte eine lange Flugreise hinter sich. Er arbeitet derzeit in Seol (Südkorea) als Professor für Komposition. Als Abschluss dieses gross angelegten Konzertabendes erklang ein alter Publikums-Freund: „An den Rändern des Maßes“ (2005/2011) begegnete den Hörern der neuen Musik immer mal wieder während seiner langen Entstehungszeit. Diesmal setzte es einen gekonnten, zusammenfassenden Schlusspunkt. Das Werk beschäftig sich mit Auflösungserscheinungen. Der bewegte Raum, durch zwei Ensemblegruppen deutlich, verlagert sich spürbar nach Innen. Gerald Eckert vermag es, durch seine feinstrukturierten Kompositionen, das musikalische Geschehen in den Zuhörer zu verlagern. Während das Stück mit einer konzentrierten Schluss-Stille im Raum ausklingt, wird es das hörbar begeisterte Publikum noch eine Weile begleiten. Das nächste Konzert der Reihe Neue Musik, zu dem Gerald Eckert wieder aus Korea anreisen …

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Internationaler Tag des Puppenspiels Am 21.3. ist wieder mal ein „internationaler Tag“. Diesmal wird das Puppenspiel gefeiert. Eine sinnvolle Aktion, denn die weltumspannende Kunst [wikipedia] des Figurentheaters verschwindet langsam aber sicher hinter den Unterhaltungskaskaden des allbeherrschenden TVs. Puppen- oder wie die von Künstlern gepflegte Form heisst, Figurentheater, knüpft an die Tradition der Märchen oder auch der Märchenerzähler an. Nicht nur Unterhaltung sind die Motive dieser Volkskünste, auch das verbreiten wichtiger Überlieferungen und und berührender Bilder wurde gepflegt. Inzwischen kann die Kunst des Erstellens der Figuren und ihre Handhabung bereits an einigen Hochschulen erlernt werden, aber auch als Kunsthandwerk wird die Tradition noch an wenigen Stellen gepflegt. In der Kinderunterhaltung werden zunehmend auch didaktische Inhalte verabeitet, da die Kleinen besonders stark auf die Lebendigkeit der Figuren ansprechen (Kasperletheater). Eine besondere Form des Figurenspiels pflegt in Eckernförde Cordula Thonett. Grundsätzlich mit selbstgebauten Figuren spricht sie nicht nur sehr stark Kinder an, auch Erwachsene verfallen gern den Charme ihrer Charaktere. In ihrem Stück „Spieglein, Spieglein an der Wand…“ greift sie Motive des Märchens der Gebrüder Grimm auf, schafft es dabei spielend, besondere Facetten sowohl für Erwachsene als für Kinder zu finden, so dass diese jeweils an ganz anderen Stellen lachen und sich amüsieren. Am 21.3., eben jenen besagten Internationalen Tag des Puppenspiels erlaubt die Künstlerin einen tiefen Blick in ihre Puppenkiste: Kinder und Erwachsene dürfen auch mal einen vorsichtigen Blick hinter die Kulissen der Bühne werfen, mit den Kindern werden Figuren aus Kochlöffeln gebaut, die Grossen können sich am Abend sogar an den Bau von Klappmaufiguren wagen. Am Nachmittag wird auch das Stück „Die Premiere  oder  Ach du dickes Ei“ aufgeführt. Auch hier herrscht an diesem Tag das Besondere vor: Geld als Zahlungsmittel wird nur ausnamsweise genommen. Jeder soll mitbringen, was er hat und gerne gibt: Knöpfe, Stoffreste und andere Materialien zum Bau neuer lebendiger Gestalten sind genauso willkommen, wie andere Dinge die von der Puppenspielerin und ihrer Familie hoffentlich gebraucht werden können. Cordula Thonett lebt mit ihren zwei Kindern von der Kunst des Figurenspiel, bzw. versucht es. Neben den Aufführungen und zahlreichen Workshops, die auch gerne in Schulen, Kindergärten und anderen Einrichtungen durchgeführt werden, macht sie auch Unterhaltung bei Familienfeiern und grossen und kleinen Festen. Ihre frechen Puppen haben schon so manchen Erwachsenen aus der Fassung gebracht und lockern mit Sicherheit auch die steifste Firmenfeier auf.   Dieser Freitag im März ist eine gute Gelegenheit, Cordula Thonett und Klara Korn, den Manager, das Schwanadu und den wandlungsfähigen Ersie kennenzulernen. Allerdings: Das gemütliche Kabuff in der Rendsburgerstrasse 100 ist winzig. Da sollten die Besucher entweder sehr rechtzeitig vor Ort sein, oder vorher ihre Plätze reservieren. Dafür erwartete sie eine faszinierende Welt, die des Pupen- und Figurenspiels und vielleicht auch einige der witzigen und begabten Freunde der Puppenspielerin. (fst) Figurentheater im KabuffCordula Thonett Rendsburgerstr. 100 24340 Eckernförde Tel.: 04351 / 883772 Fax 04351 / 726188 cordula@figurentheater-im-kabuff.de www.figurentheater-im-kabuff.de In der Kulturmonographie Eckernförde: https://eckkult.de/kme_cthonett.html

18.02.13 Stipendiaten im Künstlerhaus in der Otte(Str.) 1 gibt es „Nachwuchs“. Zwei Stipendiaten sind für jeweils zwei Monate in das Künstlerhaus eingezogen und können mit Unterstützung unseres Bundeslandes sich ihren kreativen Aufgaben widmen. Benjamin Zuber, 1982 geboren, studierte in Erlangen, Nürnberg und München bildende Kunst. Nach seinem Abschluss 2011 in der Meisterklasse ist dies sein erstes Stipendium. Begeistert zeigte sich der Süddeutsche vom Meer in Eckernförde und besonders regte ihn die gefrorene Meerkante an. Sogleich realisierte er einen kleinen Film: Ein Gipssack dümpelt auf einer Eisscholle und versinkt langsam in der Ostsee. Zuber hat den Sack geborgen und langsam trocknen lassen. Derzeit dient er in Hamburg in der Ausstellung bei „Frapant e.V.“ als Projektionsfläche für den Film. Als Kulturbotschafter oder als kreativer Gruss aus Eckernförde, sollen Sack und Film danach noch in München und in Wien ausgestellt werden. Neben Ausstellungsvorbereitungen hat sich Benjamin Zuber für Eckernförde weitere Auseinandersetzung mit dem maritimen Umfeld vorgenommen. Eventuell sind daraus entstandene neue Werke in einer kleinen Abschlussausstellung am Ende seines Eckernförder Stipendium zu sehen. Der Literatur verschrieben hat sich Maja Ludwig (*1979). Sie wohnt derzeit in Dresden, hat Ethnologie, vergleichenden Religionswissenschaften und Literatur in Berlin und Leipzig studiert. Ihr Spektrum als als freischaffende Literatin umfasst Romane, Kurzgeschichten, Theaterstücke und Drehbücher. Auch für kleine Filme hat sie bereits die Vorlagen erarbeitet. In Eckernförde möchte sie ihren ersten Roman beenden. Eigene Ausgiebige Reisen nach Afrika ergaben das Erlebnisumfeld in denen sie die Handlung und ihre Protagonisten ansiedelt. Vielleicht ergibt sich ja die Möglichkeit, dass Maja Ludwig in einer Lesung der Eckernförder Bevölkerung einen kleinen Einblick in dieses meistenteils wärmere Umfeld ermöglicht. Wir wünschen beiden Stipendiaten eine kreativ-erfolgreiche Zeit in unserer Stadt! (fst)  www.otte1.de – Das schleswig-holsteinische-Künstlerhaus im Internet

Geschichten für Erwachsene Valentinstag, mitten in der Woche. Der kleine stimmungsvolle Raum des „Figurentheater im Kabuff“ ist rammelvoll. Lauter erwachsene Menschen lauschen einer zierlichen Frau. Susanne Söder-Beyer von Beruf Märchenerzählerin erzählt mit viel Temperament von Männer und Frauen und den immer wieder verbindenden Thema: Der Liebe. Die Märchenerzählerin im festlich eleganten roten Kleid fängt mit dem absoluten Anfang an: Der Schöpfergott hatte den Mann erschaffen und gesellte ihm eine Frau dazu. Erlesenste Zutaten benutze er, aber Adam reklamiert und bittet Gott, die ihm zugedachte Gefährtin wieder zurück zunehmen. Sie nervt ihn. Gott kommt dieser Bitte nach. Wie es dann dazu kam, dass die Menschheit doch entstehen konnte, berichtet Susanne Söder-Beyer mit schalkhaften Humor. Sie berichtet auch aus orientalischen Geschichten, in denen Männer und Frauen im Wettstreit über die List und Klugheit sich messen und nach etlichen raffinierten Verwicklungen, das auserwählte Paar sich doch noch findet. Nicht nur aus fernen Gestaden und sehr alten Zeiten stammen die Märchen und Geschichten, auch aus Kochendorf und und in unserer Zeit spielend, gibt es hörenswertes zu berichten. Der Autor Nicolaus Kessener, der selbst schon als Vortragender im Figurentheater aktiv war, schrieb über ein alterndes Paar. Während der Mann sich mehr für eine Übertragung seines Fussballvereins zu interessieren scheint, bereitet sich seine Gattin auf ein festliches Klassentreffen vor. Natürlich schweifen ihre Gedanken in die Vergangenheit, als sie wild und gekonnt tanzten und die Liebe mächtig funkelte. Nun haben sie erwachsene Söhne und jeder geht seinen eigenen Interessen nach. Aus der alltäglichen Tristesse mit unerfüllten Hoffnungen und eingeschliffenen aneinander vorbei leben, entwickelt sich ein anrührendes Happyend. Ohne moralischen Zeigefinger wird klar: Liebe ist keine Frage des Lebensalters. Eine bezaubernde und sehr nachvollziehbare Erzählung, die durch den freien Vortrag noch viele feine Nuancen erfährt. Mancher der angegrauten Zuhörer wischt sich beim Klatschen beiläufig über die Augen…. Die Märchenerzählerin lässt jede Gestalt lebendig vor den Augen der gebannt lauschenden Zuhörer auferstehen. Sie wandelt ihre Stimme, und wenn, wie in einer „Erwachsenenfassung“ eines Märchens der Gebrüder Grimm sie von der bösen Hexe berichtet, die der jungen Liebe gehässig im Wege steht, dann funkeln ihre Augen und sie nimmt die knöchrige Gestalt der hässlichen alten Frau an. Den Zuhörern schauert es. Aber das junge und hübsche Mädchen sing ein melancholisches Lied und schon breitet sich eine ganz andere Stimmung im Raum aus. Auch dieses Märchen steuert auf ein glückliches Ende zu. Nach jeder Geschichte, es sind auch gekonnt aufbereitete Anekdoten darunter, spielt der jugendliche Musikus Benjamin Schulte auf den Akkordeon ein kleines Musikstück. Allzu bald verbeugen sich die beiden perfekt zusammenagierenden Akteure, aber das Publikum lässt sie so nicht ziehen. Erst nach einer weiteren leicht frivolen jüdische Geschichte und noch einer Kostbarkeit auf dem Akkordeon endet die Vorstellung. Faszinierend wie die alte Kunst des Erzählens ganz moderne Zuhörer in ihren Bann zu ziehen vermag. Welch mächtige Bilder in dem kleinen Raum des Figurentheaters entstehen und gestandene Männer und Frauen beim zuhören sichtlich berührt werden. Schön das es grosse kleine Kunst noch gibt! (fst) Bu: Märchenerzählerin Susanne Söder-Beyer mit der Gastgeberin …

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Thomas Lötzsch (47) Punk op de DeelBuchvorstellung  Der bekannte Musiker- und Musikpädagoge Tomas Lötzsch hat einBuch geschrieben. Seine Platten sind Legion, als bekannter Frontmann der in Deutschland äusserst beliebten Band Illegal 2001 wurde er richtig populär. Wie begann das alles?   Thomas Lötzsch wollte eigentlich ein Buch über seine Band Illegal schreiben, was in 23 Jahren Bandgeschichte mit all den tollen Leuten passiert ist. „Ich hatte immer vor ein Buch zu schreiben, ein Lebensziel. Wenn man irgendwann nichts neues macht – das ist bedenklich.“          In seinen in Roman erzählt Thomas aus seine Jugend in Hohenwestedt, wie er bereits als Kind nach Itzehohe fuhr, um die neusten Scheiben, Punk natürlich, einzukaufen. Daraus entstand in seinem Freundeskreis eine verschworenen Gemeinschaft. „Wir waren die Verhaltensoriginellen, wir waren Punks“ Das gab es in der norddeutschen Kleinstadt bisher nicht, die jungen Leute wurden teils misstrauisch, teils spöttisch von den Erwachsenen beäugt. „Wir waren eine kleine Horde junger Hunde, die einen Riesenspass daran hatten, anderen in die Waden zu beissen.“ Rumhängen mit den Freunden und die Alten provozieren bestimmten nicht nur den Alltag, nebenbei gründete man auch Bands, übte mehr oder auch viel weniger und wagte sich an Auftritte, die extrem grenzwertig waren. Neben einer Ausbildung als Möbeltischler war das tunen von Mofas viel wesentlicher. Aber erstaunlich viele kreative Fähigkeiten er übten sich die jungen Leute ganz nebenbei.    Thomas Lötsch schreibt wie er spricht. In schneller Folge, mit viel Sinn für Humor, werden farbige Szenen geschildert von denen der Leser sich mühelos gefangen nehmen kann. Nach kurzer Zeit ist man in den 70iger Jahren, in der norddeutschen Provinz und erlebt die seltsame Mischung zwischen Mief und Aufbruch lebendig mit. Schwer fällt es, den Band wieder aus den Händen zu legen, der mit vielen, sogar bunten, Bildern aus den Fotoalbum des Autors angereichert ist. Thomas Lotzsch hat alles selber gemacht: erlebt, geschrieben, den Buchsatz, den Verlag. „Ein Buch zu schreiben ist körperliche Arbeit. Nach einigen Stunden konnte ich alles wieder sehen, wie es früher war.“ Anderthalb Jahre hat er an seinem Werk gearbeitet. Nur den Einband hat Freund Holger Ceglas für ihn liebevoll gestaltet.    Kaum war das Manuskript druckbereit, standen schon zwei Kapitel als Hörbeispiele auf dem Videoportal „YouToube“. Sehr lebendig liest der Autor aus seinem Buch und schafft es spielend, das Neugierde entsteht und Appetit auf mehr. Das gibt es momentan nur in dem Buch „Punk op de Deel“, erhältlich für 19,50 € über loetzschmann@aol.com per email oder per Telefon & Fax 3872.    Doch Thomas Lötzsch hat sich noch weiteres vorgenommen: Eine Hörbuch CD von ihm gelesen und angereichert mit Punk-Klassikern aus seiner Jugendzeit ist in Vorbereitung. Um jeglichen Stillstand vorzubeugen, will er dann erstmal mit dem Rauchen aufhören und einen ganzen Marathon laufen. Wenn dieser Schweiss auch wieder getrocknet ist, sollten wir ihn vielleicht mal wieder an den Folgeband erinnern: Wir war das mit Illegal 2001? Erzähl doch mal, schreib es auf! Nur damit kein bedenklicher Stillstand droht…. (fst) Artikel in der EZ: https://www.shz.de/nachrichten/lokales/eckernfoerder-zeitung/artikeldetails/article//ein-roman-ueber-die-punk-jugend.html

26. JULI 2011 Drei Mal Abschied im Künstlerhaus Drei Mal Abschied Ein Stipendium prägt. Den Künstler der drei Monate im Künstlerhaus in der Ottestr. auf Einladung des Landes Schleswig-Holstein verbringen konnte und auch die Stadt, in der der Künstler gewirkt hat. Megumi Fukuda zeigte die Wirksamkeit gleich dreifach. Entsprechend den Gepflogenheiten des Künstlerhauses zeigte sie am Ende ihres Stipendiums womit sie ich in der Ostseestadt beschäftigt hat. Drei Facetten ihres Aufenthaltes präsentierte die zierliche Japanerin an drei Terminen. Am Freitag stand das Meer, oder eher das Salz aus der Ostsee im Zentrum. Die aus Hiroschima stammende Künstlerin, deren Studien sie aus ihrer japanischen Heimat nach Hannover und Berlin führten, stellte dieses Ausstellung unter den Titel: „Triften von Meer zu Meer“. Eine Woche lang destillierte sie jeden Tag aus drei Liter Meerwasser das Salz hinaus. Spannend zu sehen, wie in den sieben Tütchen vollkommen verschiedenfarbige und in der Konsistenz unterschiedliche Körner lagerten. Die Traditionen und Fertigkeiten ihrer japanischen Heimat aufgreifend benutzte sie das Ostseesalz um zu gestalten. Mit vielfältigen funkelnden Kristallen überzogen hing ein kleines Buch von der Decke. „Die Erhaltung der Welt“ hatte sie in Origamitechnik gefaltet und zehn Tage in eine Salzlösung eingelegt. Ein weiteres Buch (über Schleswig-Holsteins Städte) lag als vielfach befaltete Plastik aus und zeigte wie gebundenes bedrucktes Papier ohne jegliche Zerstörung sich wandeln kann.  Weitere Salzwerke präsentierte die in Berlin residierende Künstlerin im Rahmen eines aufgebauten Labors. Eine Rose, die ihr in Eckernförde geschenkt wurde, war in Salz konserviert, weitere Gegenstände aus ihrem Eckernförder Alltag waren zu bizarren, funkelnden Kunstwerken mutiert. Den Brückenschlag zu der zweiten Ausstellung mit verlassenen Besitztümern, der am Samstag stattfand, stellte Sven Wlassack in seiner Einführungsrede her: „Strandgut ist ertrunkener Sperrmüll“. Megumi Fukuda hatte in ihrer ersten Zeit in der Ostseestadt vielerlei Gegenstände gesammelt, die sie jetzt als Geschenk an die Ausstellungsbesucher anbot. Schüsselchen, Vasen, Blumentöpfe mit Wildwuchs aus dem Garten des Künstlerhauses, Spiegel und wunderliche Weihnachtsdekoration waren zu einer bizarren Skulpturenausstellung im Flur des Hauses aufgebaut. Getragen war diese bunte Ansammlung von einer Beobachtung die die Künstlerin in Berlin gemacht hatte. Verlassenschaften waren in einer grossen Kiste am Strassenrand aufgestellt und mit einem „zu verschenken“-Schild gekennzeichnet. Nicht wegzuwerfen, sonder weitergeben – diesen Gedanken war sie in ihrer japanischen Heimat nicht begegnet. „So bekommt man Erinnerungen anderer Leute geschenkt“ erklärte die Künstlerin ihre Faszination. Bald waren, wie bei grösseren Ausstellungen üblich, viele der ausgestellten Werke mit aufgeklebten roten Punkten als bereits vergeben gekennzeichnet. Den letzten Teil der kreativen Trilogie widmete Megumi Fukuda am Sonntag in ihrem Atelier dem Thema Fisch. Eckernförder Fische begegneten der japanischen Küche  und die Besucher durften diesmal ihren Geschmackssinn aktivieren. Ein sehr feinsinniger und vielfältiger Abschied aus Eckernförde, der Traditionen zweier sehr unterschiedlichen Gegenden mit Kunst und Humor in gekonnter Weise verband. Tschüss Megumi Fukuda, wir werden dich vermissen! (fst)

1. JULI 2011 Keine Kunsthalle für Eckernförde Schandfleck zu KunsthalleEckernförde wandelt sich. Immerfort. Oft fehlt es im Nahfokus an der Möglichkeit dies zu erkennen. Dort wo die Gerichtsstrasse die Kieler Strasse in Süd und Nord aufspaltet hat sich viel verändert in den letzten Jahren. Beständig geblieben ist die dunkle Ecke mit dem Kiosk und der „Bedürfnisanstalt“. Als der Kiosk noch ein Kiosk war und bei Michael Zeitschriften, Bücher und Zigaretten über den Tresen geschoben wurden, war es eine kleine Enklave der 60ger Jahre mitten in der Innenstadt. Passt doch: Post, Grundschule, Kiosk und die dunkle und etwas anrüchigen Klos, die einfach so gebaut sind, dass der Geruch von Urin in die Nase steigen muss, wenn man sich nähert. Schmuddelecke, aber geheimnisvoll. Der klotzige Bau des Kiosk mit seiner überzogenen Front trat hinter die Vielzahl der Auslagen zurück – alles war irgendwie funktional und belebt.Der Pächter wechselte, etwas steril lagen kümmerliche Auslagen in dem kleinen Raum und kurze Zeit später stand das Bauwerkchen leer und sah komisch aus. Fritz Schenk, gestaltender Glasermeister hatte einige der bombastischen Dachklötze mit seinen Mosaikarbeiten versehen und das Ensemble strahlte leer noch eine morbide Spannung aus. Früher halt, sehr viel früher.   Dann kam der witzige Plan auf, die Touristik GmbH mit einer Fiale zu versehen, in dem ehemaligen Kiosk, im Herzen der Stadt und 500 Gehmeter von dem eigentlichen Domizil des Dienstleistungsbetriebes entfernt. Die Bewohner Eckernfördes grinsten etwas, wenn das Gespräch auf diesen Plan kam und fragten sich, ob die Schlüssel für die Strandkörbe jetzt im Zuge einer Zwangs-Sight-Seeing-Tour der Innenstadt abzuholen seien.   Eines Tages war der ehemalige Kiosk bepflastert. Nicht mit Werbezettel für Veranstaltungen, dass war er immer, sondern mit aufwendigen und grellen Plakaten in übertrieben kräftigen Farben und Formatfüllend über allen Türen und Fenstern: Die Touristik machte ihren Besitzanspruch lautstark kund und warb für Gross-Veranstaltungen. Laut. Sehr Laut! Neben unzähliger Information mindestens genausoviele Bilder, die kündeten wie diese Stadt in ihren besten Tagen ausschauen kann. Dazwischen, natürlich, dieses hässliche Beutelratten-Fettwanst-Eichhörnchen-Vieh das den armen Bewohnern als eins der vielen Symbole für Eckernförde aufs Auge gedrückt worden war. Die Ecke war endgültig verkommen. Morbide, altertümlich und grell überpointiert zog der Platz Schmierfinken an, die ihre sinnlosen Zeichen mit schwarzer Farbe auf die noch nicht zugeklierten Flächen zeichneten. Einheimische eilten mit schnellen Schritten vorbei und betrachteten konzentriert die Stühle der Gastronomen auf der anderen Seite der Fussgängerzone. Alles sollte besser werden, die Touristik GmbH wollt einen nennenswerten Betrag von der Stadtverwaltung um den Kiosk-Klo-Komplex aufzuhübschen. Wobei die Eckernförde-Werbefachleute bestimmt nicht ihrer eigene optische Umweltverschmutzung meinten. Der Ratsversammlung war aber dieser, nennenswerte Betrag, zu viel. Die Kassen der Ostseestadt sind klamm, Lochzangen für neue Gürtellöcher haben Hochkonjunktur und praktische Sparideen sind gefragter als protzige Hochglanz Lösungen.   Zu der Zeit, als der Kiosk noch leer stand, trafen sich Künstler aus Eckernförde mit dem Kulturbeauftragten der Stadt. Es wurde überlegt, wie man die Tatsache, dass Eckernförde eine Stadt voller Künstler und Kreativer ist, etwas deutlicher machen könnte. Was nützt es, wenn es reichlich Ateliers und Galerien gibt, …

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16. JUNI 2011 Kreative der Region: Ritha Elmholt Ich möchte Euch eine aussergewöhnliche Künstlerin vorstellen. @Ritha Elmholt, deren kreative Seiten auf Facebook unter @Ritha Elmholt Fanbook zu finden sind. Ritha hat ein sehr umfassendes Oeuvre, äusserst unterschiedich sind ihre Werke und doch haben sie alles eine gemeinsam: Sie sind überraschend. Ritha schreibt. Geschichten aus der Provinz und vom Leben. Gerne würde ich Euch einige dieser humorvollen, aber nicht platt unterhaltenden Geschichten auf https://blogg.onart.in/ vorstellen, aber ich habe sie noch nicht gefragt, ob ich das darf. Ihre Geschichten zu beschreiben übersteigt mein sprachliches Vermögen, das ihre ist dafür viel zu einfach und viel zu überraschend, als das es platt zu beschreiben wäre. Aber es gibt ein hübsches Buch „Morgengedeck“, Mohland Verlag, es ist 2004 herausgekommen. Aber eigentlich malt Ritha Elmholt, die bereit früher unter dem Namnen Roswitha Ceglars Eckernförde kreativ aufgemischt hat. Mich begeistern am meisten ihre sehr freien Arbeiten, auf ungewöhnlichen Untergründen wie Packpackpapier. Vor einigen Jahren arbeitet sie den Tot ihres geliebten Hundes künstlerisch auf, es entstand eine eine Serie mit dem Titel „Picasso im Himmel“, verschiedene Materialien auf Packpapier. Diese Bilder nahm sie mit in die USA, wo sie zwischenzeitlich studierte. Im Handumdrehen waren diese anrührenden Werke verkauft. Ganz stolz bin ich auf einen Engel, der im Umfeld der Serie entstanden ist, und den ich mir „erschlichen“ habe. Jetzt ist er mein und ich gebe ihn nie wieder her!   Vor einiger Zeit hat sie an diese Zeichen-Mal-Technik angeknüpft und sie noch sehr erweitert. Die Serie, die mich vom Thema und Art und und vom optischen Anspruch sehr berührt, sind ihre Faustbilder, die teilweise bei Facebook unter @Ritha Elmholt Fanbook zu sehen sind. Ähnlich dazu auch „Passion of Christ“, die Bilder sind auf ihrer Homepage www.elmholt.de anzuschauen. Für Pferdefreunde ist dort auch einiges aus ihrer Islandserie zu sehen, auch wenn ich mit dem Thema wenig anfangen, beunder ich ihr sicheres Können auch an dieser Stelle.   Ich wünsche mir eine kleine gepflegte Ausstellung, vielleicht mit den genannten Serien. Wie üblich in unsere Region fehlt es an Raum und Geld um die Werke würdig und zeitnah einem genussfähigen Publikum vor zu führen. Aber der virtuelle Raum bietet einen dürftigen Ersatz – vorerst. Ihre findet Ritha Elmholt in der Kultur Monographie Eckernförde https://www.eckkult.de über ihre Homepage https://elmholt.de und auf den genannten Facebookseiten. Ihr könnt sie gerne Kontakten, sie ist nicht sonderlich scheu. Und neben deutsch, dürft ihr gerne auch english oder dansk schreiben. Kann sie. (fognin)

14. JUNI 2011 Eckernförde = Kulturstadt? „Eckernförde ist eine Künstler & Kulturstadt“ Das hört man von Besucher, Einheimischen und den vielen vielen ansässigen Kreativen der Region rund um die Ostseestadt immer wieder. Yep. Und warum merkt man davon nichts? Wieso weisen die langweiligen Seiten von der Eckernförder Touristik (https://www.ostseebad-eckernfoerde.de/), die Eckernförder Rathausseite (https://www.eckernfoerde.de) und der dröge Terminkalender darauf nicht hin? Vielleicht deshalb, weil bei Kulturveranstalten nur seltenst ein Vertreter von Verwaltung oder Politik anwesend ist. Kultur und materielles Überleben nicht als Thema aufgearbeitet wurde oder wird. Und alles, was nicht als Grossveranstaltung Menschenmassen anzieht eben nicht anziehend ist. Aus einem Selbstversuch der Kreativen sind zwei Initiativen übriggeblieben. Unter https://eckkult.de/ ist eine Kultur Monographie Eckernfoerde im Netz, die über 50 Künstler im Selbstportrait vorstellt. Und unter https://blogg.eckkult.de/ gibt es Veranstaltungstipps. Natürlich nicht im Auftrag der Stadt und mit öffentlichen Geldern grosszügig unterstützt, sonder initiativ von Betroffenen gestaltet, die anderweitig versuchen müssen ihr Geld zu verdienen. Und natürlich nicht mal von den „offiziellen Seiten“ verlinkt. So ist das in der Kulturstadt Eckernförde, die sich damit den Provinzcharakter zu eigen macht, der auch als Charme begriffen werden kann. Bald gibt es eine(n) neue(n) Kulturbeauftragte(n). Und wir hoffen mal wieder. Nicht so sehr auf Geld (obwohl?!), sondern auf Unterstützung. Aber ALLE die Kultur in der Region fördern, weiterbauen, wahrnehmbar machen oder sonstwie unterstützen möchten fordere ich gerne auf, sich bei mir zu melden. Es fehlt an allem, nur nicht an Ideen. Und vielleicht schaffen wir es doch mal, bessere Seite, bessere Infos, bescheidene Druckwerke etc. zu produzieren, damit auch Kulturmenschen aus aller Welt merken: Eckernförde ist eine Reise wert. Ohne Krach, Fress- und Saufveranstaltung und ohne die hässliche Beutelratte, die als „Comic-Eichhörnchen-Ecki“ nur die Phantasielosigkeit ihrer Schöpfer auszeichnet!

12. JUNI 2011 Kunstgeschrei @Ruppe Koselleck ist gerne da, wo der Ölmulti nie sein wollte – an den Badestränden der Welt. Ruppe sammelt den Rohöldreck von BP um den Konzern zu übernehmen. Dreck zu Kunst zu Aktien – so sein Dreisatz. Wer den @Meisterschüler erst mal gefunden hat, wird ihn nicht mehr los, und hat Freude daran. @Kunstverbesserung Agentur und @Berliner Kunstverein sind Stationen und immer wieder @Takeover BP. Eigentlich kommt man nicht daran vorbei, ein RK Rohbild zu besitzen und damit ein kleines bisschen von BP mit freigekauft zu haben. Also besser jetzt, als später: Ruppes Aktien steigen. Ruppe in Aktie-on (eigentlich immer) Lesezeichen: https://dermeisterschueler.blogspot.com   https://www.dermeisterschueler.de https://www.berliner-kunstverein.com/   https://www.take-over-bp.com/   https://www.buero-fuer-kunstvermittlung.de/wp/?p=194  

Hinterhöfe im Allgemeinen verfügen über einen verschwiegenen und eigentümlichen Charme. Sie entfalten diesen Charme besonders dann, wenn sie unvermutet in der Innenstadt Eckernfördes beim Schlendern durch die Nicolaistraße etwa, entdeckt werden. Genauer: In der St.-Nicolai-Str. 7A, fast neben Café Heldt, gibt es eine Fotoausstellung mit Motiven der Ostseestadt, die mit dem originellen Hinterhofcharme korrespondieren. „Hof Art“ nennt Fognin seine Bildergalerie, die bei schönem Wetter für alle Besucher geöffnet ist. In der kleinen Ateliergalerie werden die Motive auf verschiedenen Materialien (AluDiBond, Kunststoff, Metalle) mit überraschender Tiefen- und intensiver Farbwirkung präsentiert. Fognin, der die gezeigten Motive in den letzten fünf Jahren in und um Eckernförde fotografierte, bietet sie auch als Postkarten an, die über die Händler in Eckernfördes Innenstadt zu erwerben sind. „Die Künstlerstadt Eckernförde, die als solche immer noch zu wenig ins Bewusstsein der Besucher gerückt wird, hat mit meiner kleinen Ausstellung hoffentlich einen Akzentpunkt mehr aufzuweisen“, hofft der Künstler, der an dem Konzept zu dieser Präsentation über ein Jahr gefeilt hat. www.mmeck.de/fogart  EZ am 25.5.2011

16. MAI 2011 Grafische Arbeiten Momentan beschäftige ich mich intensiv mit einem Gestaltungsprogamm. Hier einige „Übungsspielereien“ Natürlich nur zu Werbezwecken – ich erwarte jetzt jede Menge Aufträge für Prospekt, Visitenkarten und Broschüren…. Einladung Frühstücksbühne mit unausprechlichen Titel   Avatar für Facebook Andere Version Und ein Entwurf für eine CD:   Vorversion  Für meine Freiluft – Photoaustellung, die jeden Tag bei schönen Wetter in der Nicolai-Str. 7 staffindet, zwei Schilder. Die „Biographie“ ist auf silbernen („Edelstahl) Hintergrund, die Preise vergolden (zumindesten mir) das Leben…   Infotafel bei der HofArt Ausstellung     Preisliste auf goldfarbenen Metal Angefangen hat alles mit einem Plakat für die Frühstücksbühne letzten Monat zum Thema „RausAus“. Vielleicht lag es ja an diesem Werbeträger, dass kaum Menschen gekommen sind? Plakat Fstb

Fünf junge Kerle stehen auf der Bühne und klampfen, singen, fiedeln. Und der ehrwürdige Raum der Siegfriedwerft tobt und tanzt, wippt mit und alles swingt. Die Fünf nennen sich Schlagsaite, kommen aus Köln und sind bis oben hin mit melodischen Liedern, witzigen Texten und fröhlichen ansteckenden Melodien gefüllt, die sie grosszügig und gutgelaunt über ihr Publikum ausgiessen. Folk- Chanson- und Liedermacherformation, so nennen sie ihren genialen Stilmix, der in die Beine geht ohne den Kopf zu vernachlässigen. Viele eigene Texte, oder auch Vertonungen von den kritischen Nachkriegspoeten wie Erich Kästner, Ringelnatz und Borchert sorgen für Substanz, dazu Melodien und Rhythmen die vom Folk ausgehend, keine Näherungsängste mit anderen berührenden Musikrichtungen haben. Neben der deutschen sind auch weitere Sprachen zu hören, selbst russisch kommt hitverdächtig flott rüber. Ohne Pause und ohne Noten wird in alter Waldecktradition stehend musiziert und gesungen, mit witzigen und spontanen Ansagen.   Per Publikumsakklamation wurde die 18jährige Svenja Funke zur besten Tänzerin gekürt und bekam die neue CD „und was kommt nun“ von Schlagsaite geschenkt. Sichtlich glücklich tanzte die Schülerin danach noch ausgelassener. Die Musiker touren derzeit durch Norddeutschland, haben bereits erfolgreiche Auftritte in Hamburg, Kappeln und Flensburg (mit dem Eckernförder Duo Caldera) absolviert, bevor sie in Eckernförde zeigen konnten, dass sie nicht nur junge Leute zu begeistern vermögen.   Spontan holten die Band die hafenmusic Organisatorin Sigi Siemsen auf die Bühne, zusammen wurde eine besonders fetzige Version von „bei mir biste Scheen“ gesungen und gespielt. Nachvollziehbar auch das Gefühl. das in dem Song „Berlin 24/7“ zum Ausdruck kommt: Von der kleineren Stadt in die grosse Hauptstadt gekommen und äusserst irritiert: Wann soll man gehen, wenn die Kneipe rund um die Uhr geöffnet ist? Die Mischung aus zwei Gitarren, e-Klavier, Geige, Kontrabass und Akkordeon und dem Gesang aller Bandmitglieder ist ein Erfolgsrezept, dass sich hinter den 17 Hippies nicht zu verstecken braucht. Für Eckernförde bleibt nach diesem sehr lebendigen und erlebnisreichen Konzert nur die Frage: Gibt es hier eine grössere Bühne um ein zahlreicheres und alle Altersstufen umfassendes Publikum zu begeistern? Vielleicht ein Tipp für die grossen Hafenveranstaltungen im Eckernförder Sommer? (fst) „Gaststar“ Sigie Siemsen Daniel Hermes:Gesang, Gitarre;(hinten:) Dimitrie Miron:Geige; Simeon Miron:Kontrabass; Markus Breuer:Gesang, Gitarre; Markus Giesler:Akkordeon

fognins bewegtes leben Jetzt ist es 10 Tage her, dass ich hier meinen Katalog „der mir wichtigsten Bilder“ publiziert habe. Die Einträge auf diesem Blogg () landen automatisch auf dem Kulturblogg für Eckernförde und in der entsprechenden Gruppe bei Facebook. Es ist ein komisches Gefühl, eine eingeschränkten Öffentlichkeit etwas zu präsentieren, dass einem selbst sehr wichtig, biographisch gesehen, sogar bedeutend erscheint. Lieber als hier virtuell auszustellen, hätte ich meine Werke gerne an die weissen Wände einer Galerie gehängt. Hätte gerne etwaigen Interessenten in die Augen geschaut und bang gehofft, ob und wie sie sich äussern. Aber, leider ist die Realisierung der Werke als Wandschmuck recht teuer und ich kann es mir einfach nicht leisten. Vielleicht später mal. Vielleicht dann, wenn ich ein paar Bilder verkauft habe. Ich werde keine Bilder verkaufen. Das ist ein Teufelskreis: In der Überfülle des Internets gehen meine Werke unter. Oder werden sonstwie nicht bemerkt. Oder sind einfach nur schlecht: Wie soll ich es wissen, da ich keinerlei Feedbacks erlebe, ausser von guten Freunden, die letztlich mir applaudieren. 2011

[https://picasaweb.google.com/fognin/FogninDerKatalog41Stadt?feat=directlink] Mein Katalog. Teil 4: „stadt-strand-meer“ Bilder die mir etwas bedeuten. Rundspeicher (Garten Künstlerhaus) HDR4 Pentax K7 Altstadtfest HDR3 Pentax K7 Altstadt HDR Hamburg Speicherstadt HDR3 Gänsemarkt HDR — Von Blogger am 3/10/2011 12:36:00 PM unter fognin eingestellt  

Bilder die mir etwas bedeuten. Mein Katalog. Teil 5   erzählt Das schwarze Schaf HDR (Model: Marianne)   Enselble reflexion K 2009   Auf dem Sofa HDR   Engel und Teufel? HDR3 (Modell: Mila, Svenja)   Holzlichtmileu HDR3   Löffel (rot) HDR3   Ochsenkopf umgebaut HDR3   Rat der Weisen   Die Meister rechts Magnus Carlson 2001 in Kiel Künstlerhaus mit Rot   HDR5, Pentax K7   — Von Blogger am 3/07/2011 12:36:00 PM unter fognin eingestellt  

angewandte Piraterie Seit Jahrhunderten befährt der als „Magister der sieben Künste“ bekannte Pirat und „Likedeeler“ Magister Wigbold (*1365) die Weltmeere. Viel hat er erfahren und erlebt zusammen mit Klaus Störtebeker und Gödeke Michel. Am Sonnabend schwadronierte der als „listiger Zwerg“ gefürchtete Freibeuter im Haus an der Reeperbahn über seine Erfahrungen und dozierte über die Verwicklung des traditionellen Piratentums in der aktuellsten Politik. „Habt ihr heute schon gemeuchelt?“ So wurde das Publikum im ausverkauften Kinosaal des Jugendzentrums begrüsst und wie es sich für einen gelehrten Dozenten und Doktore gehört mussten die Studenten Rede und und Antwort stehen. Detailliert beschrieb der kleine Freibeuter, in dessen staubigen Gewand sich die gewiefte Aktionsschauspielerin Gabriele Pahms verbarg, die geschichtlichen Vorkommnisse der Freibeuter zwischen Ost- und Westsee. Poltrig streng mit harschen ungeduldigen aufstampfen des knotigen Stockes wurde die Anwesenden examiniert und mit schelmischen Grinsen und einem triumphalen „Na also – geht doch“ für kluge Antworten belohnt. Mit zur Mannschaft des umtriebigen Kapitäns gehörte die schöne Esmeralda (Cordula Thonett, Figurentheater im Kabuff) die verzückt die Augen verdrehte in Andenken an die schönen schwedischen Männern damals und der knarzige alte Pirat Alberich Grünhaar. Da Alberich als Handpuppe (oder vielleicht auch wegen seines wurmstichigen Holzbeines?) an seine Esmeralda gefesselt war, giftete er diese gerne mal an und verwickelte sie in gewohnheitsmäßige Kleinstreitgespräche. Was ihn aber nicht abhielt mit den hübschen Frauen im Publikum nebenbei noch zu flirten. Der Pirat „Musicus“ mit wallenden Dreadlocks war auch mit an Land gekommen um mit Akkordeon und Gitarre für musikalische Stimmung zu sorgen. Aus dem Rathaus hatte er sich als Souvenir den „Bürokraten Maier“ mitgebracht, der für ihn das Schlagzeug zu spielen hatte. (Benjamin Schulte und Dominik Kessener vom Eckernförder „Duo Caldera“) Während die Mannschaft die fröhlichen Seiten des Piratenlebens in so eingängigen Liedern wie „… und ausserdem haben wir gute Laune“ hochleben liess, zeigte der gelehrte Magister auf, dass die traditionellen Piratentricks wie Bangemachen und Stillschweigen auch heute noch in der Politik bestens funktionieren. Ob Bankenkrise, Gesetze durch Lobyisten, Stuttgart 21, Atomverträge und Internetmacht – stets sind es die alten Piraten oder zumindest ihre bewährten Methoden mit denen das (Wahl)volk verscheissert und genasführt wird. Nach dem das lebhaft mitgehende Publikum über diese wesentlichen Grundzüge uralter und hochaktueller Piraterie eingehenden unterrichtet worden war, akquirierte der beherzte Magister seine neue Mannschaft aus den Anwesenden. So mancher Besucher kam ins sinnieren: Wie wäre es die Seiten zu wechseln zu den direkt-demokratisch geführten Schiffen der Freibeutern, die ihre Beute gerecht und gleich teilen, die eine funktionieren Altersversorgung bieten und wild und frei leben?. Gabriele Pahms und ihren Künstlerkollegen gelang es einen unterhaltsamen Abend zu gestalten, der bei allen Klamauk und Ulkereien auch geschichtlich informative Details offenbarte und gleichzeitig bestes politisches Kabarett bot, mit seinen manchmal etwas bitteren Pointen. Eine gelungene Show aus Eckernförde die sich als Exportartikel empfiehlt. (fst)

Zwei Künstler, die sich zurzeit als Stipendiaten im Künstlerhaus Eckernförde aufhalten, stellen sich der Öffentlichkeit einmal anders vor: statt einer konventionellen Lesung bzw. eines Konzertes wird es ein Werkstattgespräch geben, in das das Publikum von vornherein einbezogen sein soll. Es werden also nicht nur fertige Resultate in Form von Texten und Musikstücken präsentiert, sondern es soll anhand von ganzen Werken, Werkausschnitten und nicht zuletzt auch zugänglich gemachten Skizzenmaterialien der jeweilige künstlerische Prozess, der schließlich zum Werk führt und in ihm erlischt, herausgearbeitet und zur Diskussion gestellt werden – ein Einblick in die künstlerische „Werkstatt“ wird auf diese Weise ermöglicht. Montag, 29.11.2010, 19 Uhr Künstlerhaus Eckernförde, Ottestraße 1, Ausstellungsraum, Eintritt frei! Composing/Writing – über Strategien künstlerischer Prozesse Werkstattgespräch mit Johanna Straub (Schriftstellerin) und Clemens Nachtmann (Komponist) 

Kennt ihn jemand nicht? „der weisse Fleck in Eckernförde, Falko Windhaus ist in der Stadt bekannt wie ein bunter Hund“ wordspielte Bürgermeister Jörg Sibbel am Freitag Abend bei der Begrüssung zu der Ausstellung „Falko – Eckernförde 1985 -2010“ in der Galerie 66. Reichlich Publikum, Gratulanten und Freunde hatten sich auf dem BSIC zusammengefunden um den stadtbekannten Künstler zu ehren und seine umfangreiche Werkschau zu geniessen.  Fast jeder der Besucher und der Laudatoren verbindet mit Falko Windhaus auch etwas persönliches. Dieses Zusammenspiel zwischen dem menschlich wirksamen Künstler und dem kreativen Menschen Falko lässt sich bis in seine Werke, Gemälde, Objekte, Fotografien, Raumgestaltungen, Kochevents und Feiern hinein verfolgen, zeigte Dr. Uta Kuhl (Landesmuseum Schloß Gottorf) in ihrer Einführung zur Ausstellung auf.  Kenntnisreich wies die Museumspädagogin auf Analogien zwischen dem Eckernförder Umfeld und den Spiegelungen in den Bildern des Malers hin. Am bekanntesten dürften dabei seine Stuhlreihen sein. Stühle die sich unterhalten, die Geschichten erzählen und menschliche Verhaltensweisen annehmen und sich in verschiedenen Umfelder einfügen. Genau so populär und vielschichtig, die grosse Serie der Drahtseilakte – Balancen in den unterschiedlichsten Situationen und Lebensumständen in künstlerischer Vollendung dargestellt. Aber weit über die bekannten Serien, zu denen die roten Häusern natürlich auch gehören, geht das gestalterisch Sichtbare von Falko Windhaus hinaus. Gerade in letzter Zeit sind Plastiken, Collagen, Fotografie und weitere unterschiedlichste freie Arbeiten dazugekommen.  Falko, der es überhaupt nicht schätzt wenn man seine Person in den Vordergrund schiebt, verweist dabei nur zu gerne auf seine Werke die ihn biographisch vertreten sollen. Natürlich ist er als Restaurator und Student zweier Kunstschulen bestens ausgebildet, selbstverständlich gehören die vielfachen Tätigkeiten als Galerist, Kurator und Veranstalter zu seinem biografischen Rüstzeug. Aber tatsächlich lässt sich die vielfache Persönlichkeit eher über seine Werke aufschlüsseln, als über eine längere Abhandlung. Seine Freude, gerade jüngere Menschen in kreative Gestaltung zu begleiten, betonte Prof. Peter Jochimsen in seiner kurzen Rede, aber es zeigt sich auch in Bildern, die er zusammen mit chinesischen Kindern gemalt hat. Sein Eintauchen in fremde Kulturkreise wie China und Russland lässt sich in einigen seiner neueren Plastiken lebendig miterleben. Jeder biographische Punkt, lässt sich so auch anschaulich künstlerisch erleben. Eigentlich ist Falko in Eckernförde nur ein Kreativer unter erstaunlichen vielen. Aber 25 Jahre Eckernförde haben nicht nur Falko geprägt, auch „seine“ Stadt hat er vielfältig verändert. Ohne Reden, ohne viele Worte und mit bestimmter Zurückhaltung was seine Person angeht, aber kreativ und kommunikativ über seine Werke und und beredten Taten. Eine umfassend gute Gelegenheit auf den Erlebnispfad Falko / Eckernförde zu gelangen bietet die weitgefächerte Ausstellung in der Galerie 66 im Baltic Sea International Campus (BSIC) noch bis zum 15. Januar 2011, jeweils Montags bis Freitags von 11-18 Uhr. Und für den, der bildhafte Kommunikation mit gebildeter Kommunikation krönen möchte: Der Künstler ist anwesend. (Markus Feuerstack)

Kommentar „Der Prophet im eigenen Land…“ geschrieben für die EZ (unveröffentlicht) Die Musikreihe „Neue Musik“ kommt in das zehnte Jahr ihres Bestehens in Eckernförde. Stetig steigende Zuhörerzahlen zeigen ihren Erfolg auf lokaler Ebene, auch wenn etliche Besucher aus dem schleswig-holsteiner Umland anreisen. Bedeutender für die Stadt ist die internationale Wirkung: „Uraufgeführt in Eckernförde“ ist immer wieder in den Werksbiographien bedeutender zeitgenössischer Komponisten zu lesen. Bekannte Ensembles aus aller Welt schauen sehnsüchtig in unsere Stadt als Aufführungsort mit lebhafter Publikumsbeteiligung. Beatrix Wagner und Gerald Eckert gelang es in zehn Jahren zu beweisen, das moderne, anspruchsvolle Musikaufführungen nicht an die klassischen Metropolen gebunden sind. Umso seltsamer ist es wenn nun durch den anstehenden Sparhaushalt genau diese Musikreihe überproportional gekürzt werden soll. Haushaltssanierung auf Kosten einer Veranstaltungsreihe die den Namen der Stadt in alle Welt trägt, ist marketingmässig eine Niete – kulturell eine Katastrophe. Verständlich, wenn die Zuständigen in Politik und Verwaltung aus Zeitmangel oder Desinteresse keinen Zugang zu dieser Kunstrichtung finden. Unverständlich, wenn sie ein kulturelles Alleinstellungsmerkmal ausradieren und damit den Ruf der Stadt nachhaltig schädigen. Noch ist Eckernförde kulturell mehr als Provinz – nicht zuletzt wegen des Lärms den die beiden rührigen Musiker werbewirksam in die ganze Welt blasen.(Markus Feuerstack)  

Ende der Welten – ausdrucksstark erlebt Es gab viel zu feiern. Und es wurde grossartig gefeiert. Lautstark, zart, lang und mit qualitativ besten Inhalten. Am Freitag Abend zelebrierte die renommierte Eckernförder Reihe „Neue Musik“ ein einzigartiges Konzert. Gerald Eckert, der in Eckernförde lebende Komponist mit internationaler Ausstrahlung, wird dieser Tage (*27.12.1960) 50 Jahre alt, die Musikreihe beginnt ihr zehntes Jahr und eine erfolgreiche Saison von Konzerten erlebte ihr Abschlusskonzert. „Fin des terres“ so der Titel dieses in drei Einheiten gegliederten Abends, bot ein umfassendes und mit zahlreichen Instrumenten besetztes Programm. Das in flexibler Besetzung agierende „esemble reflexion K“ bot allein elf Musiker auf, dazu kam das Schlagzeugduo „Eardrum“. Die musikalische Leitung und der künstlerische Fokus wurde von Gerald Eckert bestimmt, der mit dem inkl. Pausen dreistündigen Programm ausführlich gewürdigt wurde. Nicht nur eigene Werke des Komponisten wurden gespielt, auch ihn prägende Komponisten beleuchteten seinen musikalischen Werdegang. Morton Feldman (1916-1987), Gérard Grisey (1946-1998), Stefano Gervasoni (*1962, Italien) und natürlich Nicolaus A. Huber (*1939) repräsentierten dieses Umfeld. Von Gerald Eckert wurden in grosser Besetzung „Studie über Nelly Sachs“ (2008), „Bruchstücke… erstarrtes Lot“ (1999) und das für diesen Abend namensgebende „offen – fin des terres“ (2002) aufgeführt.   Der erste Teil des dreigegliederten Abend bestimmten drei Schlagzeugduos. Die zahlreichen Zuhörer in der St.-Nicolai-Kirche erlebten zwei mit vielerlei Klanginstrumenten ausgestattete Schlagzeuge, die optisch und akustisch raumergreifend operierten. „Void“ von Gerald Eckert war mit ca. 30 Minuten der längste Titel des Abends. „Geformte Stille“ und „Nachspüren“ sind Begriffe mit denen der Komponist dieses imponierende Werk charakterisiert. Beindruckend auch die weiteren Werke von Gerald Eckert, besonders da sie mit grössere Besetzung zur Aufführung kommen konnten. „Studie über Nelly Sachs“ von 2008 für Sopran und Ensemble, beschäftigte sich mit Teilen, Partikeln, die unerbittlich ablaufen. Das Stück eröffnet einen Klangraum der es den Zuhörern ermöglicht den Stimmungsanteil der Dichtung von Nelly Sachs wiederzufinden und zu sich selbst in Bezug zu setzen.   „Bruchstücke… erstarrtes Lot“ von 1999 und „offen – fin des terres“ (2002) sind zwei weitere bedeutende Kompositionen die einen tiefen Einblick in das Werk von Gerald Eckert ermöglichten. Bei dem letzt genannten Stück wurde durch die Verwendung von gleich zwei Zuspieltonbändern Eckerts feinfühliger Umgang mit dem Raumklang deutlich. Durch musikalische Elemente, feinste Töne, die fast unter die Hörgrenze gehen, zwingt er das Publikum in einen sehr lebendigen Klang- und Erlebnisprozess hinein. Vielleicht sind es gerade Eckerts Werke die die ungewöhnlich zahlreiche Teilnahme der Zuhörer an dieser besonderen Musikrichtung in Eckernförde ermöglichen. Jedenfalls feierten die anwesenden Zuhörer „ihren Komponisten“ und die vielen Ausnahmemusiker durchgehend mit langanhaltenden Beifall. Es war – wieder einmal – ein grandioses Konzert und ein spannendes Portrait über den Künstler Gerald Eckert. (fst)

Ausstellung FALKOEckernförde 1985-2010 Wir laden Sie ein, mit uns die Ausstellung amFreitag 19. November 201020 Uhr zu eröffnenBegrüßung:Jörg SibbelBürgermeister EckernfördeProf. Dr. P. JochimsenKuratoriumsvorsitzender P. Jochimsen StiftungEinführung:Dr. Uta KuhlLandesmuseum Schloß Gottdorf contemporary international artLorenz-von-Stein-Ring 1-5 24340 Eckernförde 04351-667650Öffnungszeiten: Mo-Fr 11.00-18.00 Uhr Sa-So nach Vereinbarung

Papier ist Kunst – Erwin Dooses Ausstellung „Fliegepapiere“ in der Galerie 66 Ein Leben für Papier Erwin Doose und Katherine Houghton Erwin Doose ist unter den zahlreichen Eckernförder Künstlerpersönlichkeiten eine stille, schwer zuzuordnende Grösse. In der Galerie 66 auf dem BSI-Campus wurde am Freitag eine umfassende Werkschau eröffnet. Begrüsst wurden die Besucher von Uwe Döring (Minister a.D.) und dem Musiker Martin Mech auf seinen Didgeridoos. In das Leben und Werk des eigenwilligen Künstler führte Katherine Houghton charmant und lebendig ein. Sie lies den Lebenslauf des Künstler Revue passieren. Doose, der 1942 in Danzig-Olivia geboren wurde, begann mit einer bodenständigen Ausbildung als Buchbinder. Die monotonen Seiten dieses Berufes lernte er über acht Jahre in einem Industriebetrieb kennen, in dem er als Papierschneider unter anderem am grossen Brockhaus mitarbeitete. Eigentlich wollte er die kreativen Seiten seines Berufes als künstlerischer Bucheinbinder in der Muthesius Hochschule in Kiel vertiefen, aber er wechselte schnell zur Bilderhauerei über. Zeichnen und porträtierendes Plastizieren waren Schwerpunkteseiner Tätigkeit. 14 Jahre arbeitete er als Lehrbeauftragter an der Kunstschule. Seit dem ziert eine geradezu unendliche Liste von Ausstellungen, Stipendien und Kunstpreisen seine künstlerische Biographie. Erwin Doose, Ulrike Piekenbrink, Galerist Falko Windhaus, Martin Mech (Musiker Didgeridoo) Seinen beruflichen handwerklichen Wurzeln blieb er auch als gefeierter Künstler stets eng verbunden. Sein charaktervoller Satz: „Ich rette Papier, so gut es dies will“ ist zum lebenslangen Programm geworden. Wobei die Werkzeuge, die in der Papierverarbeitung genauso wie in der Bildhauerei wesentlich sind, zu seinen Materialkanon dazu gehören. Ihn reizt dabei nicht das jungfräulich neue Material, sein liebevolle Hinwendung gilt Schleifscheiben, Papiere usw. die ihre Geschichte bereits gelebt haben, die dem Verderben anheim gestellt sind und die er zur Kunst errettet – die in den Augen und Seelen der Betrachter eine kleine Ewigkeit weiter existieren dürfen. Die Ausstellung „Fliegepapiere“ zeigt ein umfassendes Werk an Plastiken, Reliefbildern, Collagen und Malereien – eine meditative Erlebnislandschaft die erfahren, erschaut werden will. Manchmal erzählen die Werke ihre Geschichte. Dem Aufmerksamen gelingt es zu erschauen aus welchen früheren Zustand das Material metamorphosiert wurde. Bei andern Werken beginnt die Geschichte des Auserlesenen neu – die künstlerische Gestaltung dominiert als fertiges Werk. Es wird Erwin Dooses künstlerische Bedeutung nicht gerecht, ihn nur auf seine Materialien zu reduzieren. So herausragend sein Umgang mit diesen ist, so bedeutend aber auch die Gestaltung an sich. Der (vorläufige) Endpunkt einer Geschichte ist eindeutig ein Neuanfang, eine Geburt einer neuen Geschichte, die der Kunstfreund nicht nur für sich erobern kann, sondern als Käufer im neuen Umfeld wieder weiter beleben kann. (Markus Feuerstack) Erwin Doose „Fliegepapiere“Galerie 66 im Baltic Sea International CampusLorenz von SteinRing 1-524340 Eckernförde Mo-Fr 11-18 Uhr Wochenende nach Vereinbarung04351- 667650                    

  Neue Musik ungewöhnlich Selbst bei der künstlerischen Avantgarde gibt es Alltag. Diesen zu durchbrechen braucht es ungewöhnlichen Aufwand. Das Konzert „Samen.Sprungfedern /colurs IV“ zeigte eine solche Grenzverletzung. Zum heimischen ensemble reflexion K in der Besetzung Beatrix Wagner (Flöten), Gerald Eckert (Dirigat) und Johannes Fischer (Schlagzeug), gesellten sich Astrid Schmeling (Flöten) und Matthias Kaul (Schlagzeug) vom Ensemble l´art pour l´art. Dazu kamen als Gäste noch Nari Hong und Martina Roth (beide Flöten). Insgesamt also vier Flötistinnen, die teilweise auf zehn Instrumenten spielten, und zwei Schlagzeuge. Ungewöhnliche Besetzung – noch ungewöhnlicheres Programm.   Die Biographie des koreanisch-deutschen Komponisten Isang Yun liest sich wie ein Roman. Vielfach von den politischen Bitternissen seiner Zeit (er lebte von 1917-1995) persönlich betroffen, wechselte er 1971 endgültig von seinem geteilten Geburtsland in das genauso geteilte Deutschland. Hier gelang es ihm, internationale Akzente als Komponist zu setzen. Sein „Quartett“ für vier Flöten (eigentlich zehn!) wurde zum furiosen, gelegentlich schmerzhaften Auftakt des Konzertes in der St.-Nicolai-Kirche.Der österreichische Komponist Klaus Lang ist bereits 2008 in Eckernförde aufgeführt worden. Sein Werk von 2001 „Der fette Hirte und das weiße Kaninchen“ forderte die Ohren der Zuhörer. Zarte Töne von zwei Flöten und zwei Schlagwerken ließen sich mit menschlichen Atem assoziieren und kontrastierten so deutlich zum vorangegangenen Werk. Als Raumklanginstallation mit außergewöhnlichem Aufbau, seltsamen Tönen und viel Spass kam das Werk „Vacuum Ritual II“ von Matthias Kaul zur Aufführung. Vier Flöten stehen als Instrumentenangabe im Programmheft. Tatsächlich spielten die Musikerinnen auch auf verschiedenartigste Weise – trompetenähnlich, singend, klopfend – auf Einzelteilen ihrer Instrumente. Die Klangvariationen, die hierbei erzeugt wurden, waren schier unerschöpflich. Diesem ungewöhnlichen Klanggeschehen gesellten sich vier elektronisch geregelte Staubsauger hinzu. Aus den infernal klingenden Reinigungsmaschinen, die für mich zumindest, stets mit ungemütlicher, nervender Atmosphäre verbunden waren, wurden fast kultische Klangerzeuger, die den umgebenden Kirchenraum zum Vibrieren brachten. Ungewöhnliche Klänge allenthalben, mit viel Spaß und Augenschmaus. Die zwei Schlagzeuger hatten ihren großen Auftritt in dem nur durch Regieanweisungen eingeschränkten Improvisationswerk „Edges“ (1968) des Amerikaners Christian Wolf (*1934). Optisch, klanglich und spielerisch – ein gelungener Entspannungsmoment in diesem breitgefächerten Konzertprogramm. Eckernfördes großer Komponist Gerald Eckert gibt sich stets seriös, so auch in „absence – traces éloignées“ (2007) für vier Piccoloflöten und zwei Schlagzeuger. Das Werk baut ein energiegeladenes Spannungsfeld zwischen den unterschiedlich agierenden Hochtönen der kleinen Flöten und den teilweise sehr tiefen und dramatischen Tönen der reichlich bestückten Schlagzeuge auf. Mit diesen, in seinem Dynamikumfang für Eckert eher ungewöhnlichen Werk fand der sowohl musikalisch als auch optisch ungewöhnliche Abend mit Neuer Musik seinen angemessenen Höhepunkt. Das nächste Konzert der Reihe Neue Musik findet am 12. November um 19 Uhr in der St.-Nicolai-Kirche statt. Das Duo eardrum und das ensemble reflexion K werden anläßlich Gerald Eckerts 50. Geburtstag Werke von Nicolaus A. Huber, Gérald Grisey, Stefano Gervasoni und natürlich Gerald Eckert zur Aufführung bringen. Von diesem wird es auch einige noch nie in Eckernförde gespielte Werke zu hören geben. (Markus Feuerstack)

26. AUGUST 2010 Dreierlei Künste in einem Haus Eckernförde und Künstler. Eine beliebte Kombination. Nicht nur die vielen Kreativen die im Umfeld der Ostseestadt leben setzen bunte Akzente, auch das international sehr beliebte Künstlerhaus wirkt als Magnet. Die Landesregierung lobt jährlich mehrmonatige Stipendien aus, die für alle Kunstgattungen gelten. Damit die Künstler nicht ganz unvorbereitet die Stadt und ihr neues Domizil erkunden müssen, lädt der betreuende Künstlerhaus e.V. interessierte Menschen ein, mit ihnen die neuen angekommenen Kreativen Willkommen zu heissen. Derzeit sind drei neue Mitbewohner in der Ottestr. eingezogen. Akos Doma, (Literatur), Gordon Kampe (Musik) und Takashi Mitsui (Bild.Kunst) können zwischen zwei und drei Monaten die Stadt erkunden und sich zu neuen Werken inspirieren lassen. Gordon Kampe ist zeitgenössischer Komponist und war auch schon bei dem Chiffren Festival zu hören. Er studierte u.a. bei Nicolas A. Huber und arbeitet als Komponist, Kirchenmusiker und Lehrbeauftragter der Folkwangschule in Essen. In Eckernförde wird er zwei Kompositionen beenden, für die er Aufträge erhalten hat. Der in Ungarn geborene und in England und Deutschland aufgewachsene Schriftsteller Akos Dorma lebt in Bayern und schreibt seine Romane in deutscher Sprache. Nachdem bereits 2001 sein Roman „der Müßiggänger“ erschienen ist, redigiert er in Eckernförde sein neustes Werk, das unter dem Arbeitstitel „der Kaputtmacher“ für nächstes Jahr zu Publikation vorgesehen ist. Dorma arbeitet darüber hinaus als Übersetzer und langjährig auch als wissenschaftlicher Mitarbeiter an einer Universität. Der aus Japan stammende bildende Künstler Takashi Mitsui hat in Tokyo, Mainz und Düsseldorf studiert und lebt in Köln. Der freischaffende Künstler arbeitet in dem Bereich Installationen, zu denen er gefundene Materialien, Licht, Klänge und Videos benutzt. Er hat bereits viele Stipendien, hauptsächlich in Skandinavien zur Unterstützung seiner Arbeit erhalten. Den norddeutschen Arbeitsaufenthalt will er besonders nutzen, um in Schloß Gottorf Recherchen über die Steinzeit zu betreiben, die in seine nächsten Arbeiten einfliessen sollen. (fst) Termine und Infos Gordon Kampe: 14.09.2010, ab 21.05h im Deutschlandfunk Ripley-Musik V für Bassklarinette, Violoncello und Klavier Gassenhauermaschinensuite für Klarinette, Akkordeon, Schlagzeug, Violoncello, Klavier und Zuspielungen Internet: www.gordonkampe.de Akos Doma, Der Müßiggänger, Rotbuch, Hamburg, 2001 Akos Doma, Die Kaputtmacher, ersch. Feb. 2011, Rotbuch, Hamburg Samstag, 18. September 2010 um 16:00 Uhr Kiel, Literaturhaus Schleswig-Holstein Gespräch mit dem ungarischen Schriftsteller Akos Doma Künstlerhaus e.V. www.shkh.de oder Sven Wlassack 04351/710170

[https://fognin.net/angebot2.jpg] Selbsportrait mit roter Klammer eine Serie von 10 Photos es können immer drei Bilder zusammen erworben. Die Bilder sind in Acrylglas (auch für Aussenmontage geeignet. Die Zusammenstellung der Bilder erfolgt durch den Käufer, auch die Grössen sind (nach Vorgabe) frei wählbar. Jedes dieser gezeigten Motive wird nur einmal belichtet, d.h., der Käufer erwirbt ein Unikat. Die digitalen Urspungsbilder werden nach der erfolgreichen Belichtung vernichtet. Nun zu den Formaten und Preisen (für je drei Photos in Acrylglas)   30 X 45,  1.500 Euro 40 X 60,  1.700 Euro 50 X 75, 1.900 Euro 60 X 90,  2.100 Euro 70 X 105, 2.300 Euro

23. JUNI 2010 Resumée und Ausblick Internationale Künstler sind die ständigen Besucher im Künstlerhaus in der Ottestr. 1. Auf Einladung des Landes Schleswig-Holstein wird ihnen eine mehrmonatige Arbeitszeit in Eckernförde geboten. Inzwischen sind kleine Ausstellungen der Kreativen Besucher schon eine Tradition.   Am Wochenende zeigte die aus Korea stammende Jeong-Eun Lee ihre Impressionen unter dem Titel „Alltagshaiku in Eckernförde“. Lutz-Rainer Müller, gerade erst 14 Tage hier, öffnete sein Atelier auch für Gäste und zeigte einige skizzenhafte Installationen aus seinem momentanen Beschäftigungsfeld. Jeong-Eun Lee hat in Seol und in Hamburg, wo sie momentan lebt, studiert. Ihren Arbeitsraum in der Ottestr. 1 hat sie aufwendig mit einem Fries aus Zeichnungen und Videoinstallationen versehen, der ihre Eindrücke und Erlebnisse in Eckernförde seit Februar 2010 zeigt. Während draussen Eis und Schnee die Natur und die Stadt beherrschten zeichnete sie die Innenräume ihres Ateliers und erkundete mit dem Fotoapparat und der Filmkamera das Umfeld. Ihr Aufbau lies den Spannungsbogen Innen-Aussen beim Betrachter zum deutlichen Erlebnis werden, die Bilder sowie die sehr gelungene Zusammenstellung, die sich an teilweise imaginären Horizonten ausrichtete, erzählten eine Geschichte ohne Worte. Jeong-Eun Lee hat sich sehr intensiv mit dem Umfeld ihres Stipendiums auseinander gesetzt.   Lutz-Rainer Müller hatte bisher erst wenig Zeit sich in Eckernförde heimisch zu fühlen. Er stammt aus Neustadt in Ostholstein und studierte in Oslo in Norwegen. Sein jetziger Heimatort ist Leipzig. Er nutzte den grossen Atelierraum um zwei Installationen und ein Bildinstallation zu zeigen, die er aber als Skizzen oder Notizen verstanden haben möchte. Unter dem Arbeitstitel „Spuren“ beherrschte eine grosse Leinwand den Raum, auf dem Spuren von Hölzern eingebrannt, die wie Betrachter sich vor dem Bild versammelten. Da der Künstler gerne Momente seiner Umfelds aufgreift und reflektiert, konnte man Spuren der grossen Bagger die die Ottestr. derzeit beackern auch in einer Bodeninstallation erleben. Ein kleineres, sehr vielschichtiges Bild war direkt in die Atelierwand eingebrannt und regte unmittelbar zum sinnieren über Nachhaltigkeit und Flüchtigkeit von Spuren an. Lutz Müller überlegt ob er noch weitere Impressionen von Eckernförde während seines zwei monatigen Stipendiums in die Öffentlichkeit bringt. (fst)

Kleine Besetzung grosses Konzert Einer der vielen spannenden Momente der Musikreihe „Neue Musik“ ist die sich wandelnde Besetzung des gastgebenden „Ensembles Reflexion K“. Mal in grossem Umfang mit vielen Musikern aus der umfangreichen Stammbesetzung, oder auch sehr bescheiden als Trio kommt diese Gruppe aus dem Bereich der zeitgenössischen Musik daher. Am Sonnabend hatte die Eckernförder Flötistin Beatrix Wagner, Organisatorin und Herz der Formation, ganze zwei Musiker mitgebracht. Zum bekannten Stamm gehört die Harfenistin Eva Curth (Ignatjeva), deren furioses Spiel bei uns schon viel Anklang finden konnte. Erstmalig dabei war der Bratschist Nikolaus Schlierf (*1969). Der Hans-Eisler-Preisträger für Neue Musik brachte ein aufsehen erregendes Doppelsolo mit: Walter Zimmermanns (*1949) „Taula und Novo Ben“ von 2003 sieht zur Viola obligaten Gesang vor – vom selben Musiker und gleichzeitig. Erstaunlich wie Schlierf mit beeindruckender Kopfstimme ein gewaltiges Klangspektrum entfaltete und den Kirchenraum mit seinen Tönen zu füllen vermochte. Das Publikum feierte dieses Können mit anhaltendem Applaus. Ein weiteres Solo an diesem Abend kombinierte ebenfalls Gesang mit einem Instrument. Bei dem Werk „Especially …“ das Dennis Eberhard (1943-2005) 1983 komponierte sang Eva Curth in ihre Harfe und zeigte einige weitere Klangentfaltungsmöglichkeiten dieses ans sich schon sehr vielseitigen Instruments. Mehre Triokompositionen für Flöte, Harfe und Viola belichteten ein ungewöhnliches Klangspektrum von Instrumenten, die in dieser Zusammenstellung zum ersten Mal bei Claude Debussy zu finden sind. Das als rhythmische Studien beschriebene Werk von Johannes Schöllhorn (*1962) „under ones´s breath“ von 1996 nimmt in der Form Bezug auf Debussy, inhaltlich kommt durch teilweise ungewöhnliche Spieltechniken ein sehr modernes Bild zum Erleben. Die Finnin Kaija Saariaho (*1952) lebt in Paris und gab mit ihrer Komposition von 1996 den einen Teil des Konzert-Mottos „new gates“ vor. Inhaltlich aber auch den zweiten Teil des Mottos „colours“ – wenn man es als „farbige Stimmungen“ übersetzen möchte. Ihr Werk, aber auch „Als eine Aussicht weit“ (1996) von Nicolaus A. Huber (*1939) und die anderen Kompositionen des Abends, zeigten auf, wie zeitgenössische Musik, genauso wie die Musik vergangener Epochen, direkt emotional erlebt werden kann. Grandios gespielte Triostücke, die stets auf der Höhe der Zeit, erlebnismässig weite Bögen zu spannen vermögen. Ein tiefgehender Abend in der Nicolaikirche, der in Auswahl und Interpretation aufzeigte, wie in kleiner Besetzung ganz grosse Musik zum erleben gebracht werden kann. Das nächste Konzert findet am 6.8 mit dem „ensembles voces berlin“, das zusammen mit dem „duo reflexion K“ Werke aus dem 12. Jahrhundert der Musik Gerald Eckerts gegenüberstellt, statt. (fst)