Kategorie: Eckernförde

615-x-50_theseus_erwin-olaf_2017_1 Theseus, der junge Held kommt nach vielen Abenteuern nach Athen, in die Stadt in der sein Vater König war. Im Land umher herrschte Aufruhr, denn der weisse Stier von Kreta, der Vater des Minotaurus, verwüstete die Äcker und tötete viele Menschen. Herakles hatte ihn als einer seiner 12 Aufgaben auf das Festland gebracht und dort freigelassen.

Dieser weisse Stier war ursprünglich ein Geschenk des Gottes Neptun an seinen Neffen Minos, damit dieser König von Kreta werden könne. Nach der erfolgreichen Krönung sollte der König den Stier Neptun opfern. Minos aber, von der Schönheit und Stattlichkeit des starken Tieres angetan, versteckte es und und opferte statt dessem dem Gott einen alten Ochsen.

Neptun, bestimmt nicht der gescheiteste der Götter, durchschaute diese primitive List und ergrimmte sehr. Er wusste sich grossartig zu rächen: Er entfachte in Minos Gattin Pasiphaë ein unbändiges Verlangen nch dem wunderbaren Stier. Mit Hilfe des genialen Erfinders Daidalos, der eine hölzerne Kuh baute in der Pasiphaë lag, gelang die Begattung. Pasiphaë gebar den Minotaurus, eine brachiale Gestalt mit einem Stierhaupt auf einem männlichen Körper. Obendrein schlug Nepzun den Stier in Raserei so dass dieser tollwütig grosse Verwüstungen auf der Insel anrichtete.

 

img_20181217_193325_0 Theseus also, war mit besten Heldenleumund in Athen eingetroffen und wurde von seinem Vater, dem König, erkannt. König Aigeus angetan von den Heldengeschichten über seinen Sohn, bat Theseus nach Marathon zu ziehen um das Land von der Plage des wilden weissen Stieres zu befreien. Dem jugendlichen Helden gelang es alsbald, das unberechenbare Tier zu bändigen. Er brachte es im Triumph nach Athen. Dort opferte es den prächtigen Stier Apollo.

Der Gott war sehr erfreut über dieses grosse Opfer, zumal er die Vorgeschichte von seinem Onkel und den Vorgängen auf Kreta kannte. Er war geschmeichelt, dass er aus der grossen Schar der Götter durch das Opfer ausgewählt wurde. Auch gefiel ihm der junge Held ausnehmend wohl,  so mutig, so stark und gutaussehend. Nicht nur tatkräftig und zupackend, gleichzeitig aber auch bedächtig und überlegend. da ihm dieser Held so sehr zusagte, machte er etwas sehr gottuntypisches: Er bedachte Theseus mit einer Gegengabe. Er schenke dem Helden die weisse Stute Apolla.

Natürlich war das nicht einfach ein Gaul. Wie bei einem Pferd vom Olymp aus Götterhand zu erwarten, war Apolla etwas ganz besonderes und stand an der Spitze ihrer Art. Wunderschön anzusehen, mit unermüdlicher Ausdauer gesegnet, gepaart mit gradezu windgleicher Geschwindigkeit. Zu den göttlichen Eigenschaften gehörte auch, dass alles was auf Ross und Reiter geschleudert oder geworfen wurde, sich gegen den Angreifer kehrte und diesem bitteres Leid zufügte. So dass ein heimtückisch gegen Apolla geschickter Pfeil den besten Freund des Bogenschützen traff, anstatt dem vorbeisausenden Reiter. Da die Stute in jeder Beziehung prächtig war, hatte sie auch noch die besondere Eigenschaft vollkommen unauffällig zu sein. Es war so, als könne man sie kaum sehen, zumal sie augenblicklich wieder aus dem Gedächtnis verschwand. Keiner würde jemals über dieses besondere Pferd berichten. Zumal Apoll Theseus streng ermahnte, dieses Geschenk und seinen Geber zu verschweigen.

Eine weitere Bedingung gehörte noch zu Apolla: Die Stute sollte lebenslang ungedeckt bleiben, kein Hengst durfte sich ihr nähern. Sollte diese Bedingung gebrochen werden, kehrte das Pferd augenblicklich wieder in seinen alten Stall auf dem Olymp zurück und keiner würde das Verschwinden bemerken

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img_20181127_125405 Kunsttagebücher sind Tagebücher von Künstlern. Deshalb sind Kunsttagebücher zwingend Kunst. Kunsttagebücher müssen nich unbedingt lesbar sein. Genau wie Kunst nicht in jedem Fall verständlich sein muss. Nicht der Künstler ist gehalten, seine Kunst zu erklären, das ist Sache der Kunstwissenschaftler. Genau wie der Künstler hat der Kunstwissenschaftler keine Ahnung, macht aber ein bedeutsames Gesicht und sagt etwas wichtig klingendes. Auch der Künstler hat beim erstellen seines Kunsttagebuches ein sehr bedeutsames Gesicht gemacht. In der gesamten Kunst ist das bedeutsame Gesicht das allerallerwichtigste, jedenfalls viel wichtiger als Lesbarkeit oder Verständlichkeit. Auch was der Kunstwissenschaftler sagt, ist meist nicht verständlich. Aber Alle machen ein bedeutsames Gesicht und tun so, als ob sie es verstehen. Sie wollen ja nicht von sich glauben sie seien doof.

Jetzt verrate ich ein besonders bedeutsames Geheimnis: Wirklich echte Kunst (wie dieses Blatt) erkennt man am bedeutsamen Gesicht! Ich hoffe Du hast dieses Blatt teuer bezahlt, denn es wurde mit sehr bedeutsamen Gesicht von fognin 2018 geschrieben.

img_20181016_144420 Die grossen Sinnfragen, dass sind die Fragen, die zur Suche nach dem Sinn des Lebens führen, stellen sich viele Menschen im Laufe ihrer Pubertät. Da die antworten auf diese grossen Fragen bestenfalls neue Fragen sind, hat jede Antwort genau einen Moment Gültigkeit. Danach hat der Fragende sich so grundlegend verändert, dass er den Prozess beruhigt neu starten kann. Er wird zu anderen Ergebnissen gelangen. Post Pubertät sind die grossen Fragen genauso spannend und Entwicklungsfördernd, nu lassen sich viele Menschen lieber von ihren Alltag auffressen, statt dessen Grundlagen optimaler auszurichten. Wer aber, mit strenger Disziplin die grossen Fragen immer weiter stellt, die Antwortfragen auflöst, kommt unweigerlich zu dem Moment der Verdichtung. Es manifestiert sich der Fragekomplex. Wenn der Fragende bereits den Künstler in sich entwickelt hat, sollte er sein Manifest der Welt schenken. Denn Kunst kann die Welt verändern!

img_20181009_104453 Sinnsucher alle Zeiten und Welten! Nur eure permanente Suche nach dem Sinn, hinter jeglicher Äusserung, in allen intelligenten Rüpsern aller denkbaren Lebensformen, verleiht diesen Daseinsberechtigung und somit euch selbst. Was nicht gesinnsucht wurde, kann nicht existieren. Ihr allein schafft die Berechtigung in der Schöpfung durch eure radikale unermüdliche Suche. 

Sinnsucher! unsere Zeit ist reif! Lasst uns metamorphisieren in die höchste Daseinssphere des Multiversums! Sinnsucher! lasst uns endlich Sinnfinder werden!

img_20181004_160659 Früher waren Kinder Eigentum ihrer Eltern und ihnen auf Wohl und Wehe ausgeliefert. Dies war dem Staat zu willkürlich, er schränkte die Befugnisse zunehmend mit Gesetzen ein, ohne selbst Verantwortung zu übernehmen. Vielleicht ganz gut, dass er selbst sich nicht einbrachte, denn Kinder die vom Staat oder der von ihm beauftragten Kirchen verwahrt wurden, waren im grossen Umfang Willkür, Gewalt und Missbrauch ausgeliefert. 

Es wird Zeit, endlich direkt auf die Kinder und ihre Bedürfnisse zu schauen, ihnen eine Stimme zu geben und ihrer eigenen zu zuhören. Kinder müssen ihre Rechte definieren können. Diese müssen in Gesetzen festgeschrieben werden. 

Jeder Mensch muss sich jederzeit auf seine Rechte berufen dürfen und diese einklagen können!

Kinderrechte gehören in die Verfassung!

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img_20180927_161740Was der Mensch zum Leben braucht (und was es kosten darf, ist in Deutschland klar geregelt. Unser Staat ist human, er erhält auch diejenigen, die nich in der Lage sind, für ihn Steuern zu verdienen.  – Essen und wohnen und was unmittelbar dazu gehört: „Ja!“, alles andere nicht wirklich. Da Ersteres sehr gering bemessen ist, wird der Gegenwert des Zweiten meist dazu benötigt die Unterdeckung aufzufüllen.

Kunst und Kultur gehören nicht zu den Bedürfnissen (materiel) armer Menschen – von staatlicher Seite aus gesehen. Da wo der Staat Museen oder Ausstellungen betreibt oder fördert, ist meist kein freier Eintritt oder ein gehöriger Rabatt für (materiell) Arme vorgesehen. 

Am Beispiel Malerei wollen wir es verdeutlichen: Viele Künstler beziehen Hartz IV, können sich aber den Eintritt in Ausstellungen nicht leisten. Bei den Bühnenkünsten sind die Zugangskosten meist noch deutlich teurer. Opernkarten kosten oft so viel, wie ein (materiell) armer Mensch im Monat zum leben hat. 

Unsere Gesellschaft bedarf dringen der kulturellen Teilhabe für Alle. Kultur als Privileg der (materiell) Reichen ist ein Verbrechen!

Wer keinen Zugang zur Kultur hat, ist wirklich arm. Und wenn er aus materiellen Gründen verweigert wird, soll der Betroffene auch arm bleiben!

Kulturelle Teilhabe gehört zu den Grundrechten des freien Menschen!img_20180927_161751

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Liebes Tagebuch,

„Welt- und Menschenbetrachtung“ oder „was glaubst du“, eine weitere der grossen Fragen. Um zu zeigen, was ich damit meine, hier eine Antwort: „Ich bin katholisch und gläubig“. 

Lassen wir diesen Menschen unkommentiert vor seiner Kirche stehen, er ist glücklich (im Rahmen seiner beschränkten Möglichkeiten).

Ich bin von Haus aus Anthroposoph und habe in diesem Umfeld den grössten Teil meines Leben zugebracht. Unsereins pflegt zu behaupten, nicht zu glauben, sondern zu wissen. Das ist insofern richtig, dass viele Inhalte sich denkerisch nachprüfen lassen. Allerdings die Lehre von den Engelhierachien kann man wohl kaum denkerisch überprüfen. Auch hier gibt der Glaube eine schöne, warme Sicherheit. Als „Anthro“ weiss man wo man herkommt, wo es hingehen kann und was der Scheiss soll. Und welche Bücher von Rudolf Steiner noch zu lesen sind. Im Gegensatz zu den Inhalten aus deren reichlicher Fülle sich ja jeder etwas passendes aussuchen kann, ist das organisatorische Umfeld eher eng. Jeder Zweite in der Anthroposophischen Gesellschaft oder den vielen Einrichtungen, weiss alles besser. Es werden Riten und Konventionen bis zum Erbrechen gepflegt. Nur wer eine konservative Grundhaltung hat, latent gläubig ist und bereit den örtlichen Westentaschenguru umfassend zu vertrauen, wird es auf Dauer aushalten. Da von der berühmten Dreigliederung das so genannte „Rechtsleben“ weder verstanden noch gepflegt wird, gibt es slbstverständlich kein Konfliktmanagement und jedes „fremde Wesen“ wird „liebevoll“ rausgeeitert. 

On the road again, der Laden der Esoteriker ist in der Strasse der Weltanschauungen nicht weit entfernt. Für jedes Problem gibt es eine Therapie, ein Seminar, ein Spray oder Öl etc. Mit den Grundton der Naivität ist liebevoll glaubig und ungeheuer Geschäftstüchtig. Kein Wunder, dass auf diesem Markplatz die grossen Dinge gerne aus dem Blick rutschen, Dafür gibt es eine neue, fast preiswerte Therapie, damit alle noch glücklicher werden. 

Raus aus dem Gewusel der Gemeinsamkeiten, rein in den einsamen Bereich der eigenen Erkenntnis. Steht einem als betagten Herren auch ganz gut, woanders hätte man schon längst stellvertretender Hilfsguru sein müssen. 

Das Bewusstsein bestimmt das Sein. Die Luft wird dünn, keine Verhaltensregeln mehr. So wie Du dich verhältst ist deine Welt. Du entscheidest über dein Glück oder Unglück und übernimmst, ohne wenn und aber die Verantwortung für Dein Leben und deine Welt. Allein!! Geniesse den Zustand der reinen Anarchie. Für dich gelten nur noch deine Regeln mit denen du wirst oder Untergehst. Anstatt teure und lange Therapien und die sichere Burg des Glaubens geht die Reise in die metaphysischen Hologramme deines eigenen Multiversums. Da wo die Naturwissenschaft den Bereich der Materie verlässt, beginnt der Markt der Möglichkeiten. Jenseits von Zeit und Raum ist es möglich, dass die das begegnet was Du (oder einer für dich) jemals gedacht hat. Was dir zu phantastisch erscheint, ist nur der Auftakt. Es geht weiter, hier werden die Welten des Zukunft geschöpft. Obwohl natürlich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft längst aufgehoben sind. Willkommen im quantenphysikalischen Zeitalter. Du findest mich im Bereich der der denkenden Phantasten, gleich neben Paul Scheerbart. Da will ich hin, da bleibe ich im Sein.

   

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Liebes Tagebuch,

img_20181204_142639du wirst es schon an den letzten Einträgen bemerkt haben:

Ich mag die ganz grossen Fragen!

Was diese ganz grossen Fragen sind, ist natürlich subjektiv. Neben: „Was ist der Sinn des Lebens?“ und „Was ist Kunst?“ gibt es noch ein paar andere. „Woher kommen wir – wohin gehen wir?“ bezogen auf Geburt und Tod und die unendliche „soziale Frage“, die Rudolf Steiner schon so schön bewegt hat. All diese Fragen (und all die anderen die in Goethes Faust aufgelistet sind) ist es eigen, dass verschiedene Menschen sehr unterschiedlich darauf reagieren. Die meisten Menschen werden wohl mit diesen Themen nichts anfangen können oder wollen. Sie sprechen lieber über Sport oder was Gestern im Fernsehe

Das ist pure Arroganz, das stimmt. Aber über Sport weiss ich absolut garnichts und einen Fernseher besitze ich nicht. 

Übrig bleiben alte, mittelalte und jugendliche Menschen. 

Kinder wissen Alles,

können aber, je mehr sie wissen, umso weniger sich verständlich artikulieren.

Ebenfalls Alles, naja fast Alles, wissen auch alte Menschen. Sie erzielen ihr umfangreiches Wissen aus den vielfältigen Erfahrungen eines langen Lebens, gemischt mit weitreichenden kulturellen Beutezügen und gewürzt mit eigenen Gedanken aus lang vergangener Jugendzeit. Aber, sie wissen alles absolut. Das stört mich doch sehr. Ihr Wissen ist kein Wissenwollen. Gerne halten sie Vorträge und belehren ihre Zuhörer weitschweifig. Diskussionen oder gar Gespräche mit bilateralen Ringen um Erkenntnis, das geht mit ihnen nicht. Aber Fragen wollen bewegt werden, grosse Fragen brauchen viel Bewegung von Geist- und Gedankenkraft.

Mittelalterliche Menschen stehen mitten im prallen Leben.

Sie sind mitten im Arbeitsleben und müssen sich um ihre expandierende Familie kümmern. Sie würden sich ja gerne mit mir, über ein so spannendes Thema ausführlich unterhalten, aber „diese Woche ist leider keineZeit. Dann können wie ja mal sehen…“ Und dabei bleibt es bis sie alt sind (siehe oben).

Jetzt kommen wie zu den Jugendlichen, den Heranwachsenden, den Pubertierenden. Kurz, zu den jungen Menschen. Sie haben keine besonderen Erfahrungen von denen sie zehren können, ihre Bildung ist im ungeheuren Masse ausbaufähig. Aber sie haben Zeit. Und sie haben begriffen, dass sie ein eigener Mensch für sich sind. Genau dies wollen sie sein! Und sie wollen den ganzen erwachsenen Massregeln dicht um sie rum endlich entfliehen und selber ausprobieren was gut für sie ist. Wie geht das besser, als mit einem langen ernsten Gespräch mit jemanden der zuhört und sie ernst nimmt? Bei diesem zuhören merke ich

welch originelle Vorschläge, was für vorurteilsfreie Gedanken, wie viel Idealismus und Lebensfreude

von ihnen vermittelt wird.

Zu gerne würde ich mich bei meinem jungen Gesprächspartner mit einem besonderen Geschenk bedanken. Wenn ich könnte, würde ich ihnen das Bewusstsein und Lebensgefühl, dass sie an diesem Tage gehabt haben als bleibendes Bild für ihr ganzes Leben schenken.

5.12.18 fognin

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img_20181203_120834Der da alles aufschreiben möchte, alles aus seinem Leben, alles aus seine Seele, der hat viel zu tun, oder nichts.

So er nur, ein bisschen tumb, schreibt, würde er schreiben, dass er schreibt, aber er wüsste nicht worüber. Im anderen Fall, der Chronist der Lebendigkeit, der hätte schon beim richten der Tinte so viele Einfälle, dass er dringend darauf achten muss, beim schreiben nicht zu verhungern. Dieser wird einen ungeheuren Verbrauch an Papier und Tinte haben. Denn das sich ständig wandelnde Leben halbwegs genau zu beschreiben, muss einen gewissenhaften Menschen zweifellos in die Verzweiflung treiben. Wovon lebt dieser Mensch im ZEITALTER DES KAPITALISMUS?

Ich fürchte, er sitzt sehr verloddert, ja ungepflegt, an seinem zusammenbrechenden Schreibtisch. Kaum ist ein Blatt eng beschrieben, mit seiner zierlichen akkuraten Handschrift, frisst er es schmatzend auf.

Welch ein vergebliches Leben haben wir fleissigen Chronisten!

 

14.12.18 fognin

img_20181203_120855Dem Institut für das gebildete Wort „Schreibzwang“ haftet etwas Tragisches an. Das Institut wurde von mir gegründet, basierend auf der tief erlebten Erkenntnis, dass gegen den Zwang schreiben zu müssen, die Therapie des Schreibens einzig allein hilfreich wirkt. Das Institut betreut die armen Betroffenen, versucht ihren berechtigten Forderungen Gehör zu verschaffen und koordiniert den andauernden Ausfluss der gebildeten Worte.

Diese müssen, so wurde es bei der ersten vollständigen Versammlung des Institutes beschlossen, im Original handschriftlich erfolgen. Zumal durchaus beabsichtig ist, die Schreibzwang-Produkte an die Wand hängen zu können. Dort wo früher Regale mit Büchern standen. die Bildung vortäuschen versuchten, sollten im modernen Haushalt, Büro oder Bistro heute ein Schriftbild hängen um Gleiches zu bezwecken. Das Siegel „Schreibzwang“ garantiert dabei Qualität, dienen die Worte doch der Bildung, in gehobenen Preisgruppen sogar der Ein-Bildung!

 

img_20181203_120810Die bisherigen Forderungen, die das Institut für seine Mitglieder vertritt, sind recht bescheiden. Unermesslich viel Tinte, oder besser noch Tusche wird erwartet, dazu edles, leicht beschriftbares Papier in gedämpften Farben in einer Unendlich sich annähernden Menge. Natürlich noch eine Handvoll (eine grosse) verschiedener Schreibfedern und jährlich zwei Halter, da das Ankauen dieser eine unausrottbare Unsitte zu sein scheint. Weniger realistisch mutet die Forderung nach einem heizbaren gepolsterten Stuhl und einem Komfort-Schreibtisch mit eingebauter vollautomatischer Kaffeemaschine an.  Bisher wurden diese Forderungen leider noch nicht erfüllt, was durchaus daran liegen könnte, dass sie hier zum ersten Mal publiziert wurden.

Stets werden die Beschlüsse des Institutes Schreibzwang im Konsens, also einmütig, gefasst. Was nicht sonderlich schwer fällt, da es Keinen gibt, der es wagen würde, dem Institut-Gründer zu widersprechen. Das ist ein deutlicher Vorteil, aber es gibt auch den bedauerlichen Nachteil dass ich alle Arbeit alleine machen muss, als einziger Angehöriger dieses würdigen Instituts dem wohl etwas Tragisches anhaftet.

3.12.18 fognin

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Liebes Tagebuch,

mir sind meine Freunde abhandengekommen. Entweder sind sie weggezogen, oder sie sind beschäftigt. Für mich bleibt das gleich.

Wozu braucht man überhaupt Freunde?

Um mit ihnen über denSinn des Lebens zu sprechen. Womit die Frage nach dem Sinn des Lebens schon zum Teil beantwortet ist: Der Sind des Lebens ist, Freunde zu haben mit denen man über den Sinn des Lebens sprechen kann.

Gibt es noch weitere verbindliche Aspekte bei der Frage nach dem Sinn des Lebens?

img_20181202_162026Mich deucht, das Wesentliche ist die Frage selbst. Ein vertieftes, damit ernsthaftes Gespräch zu diesem Thema wird zu Ergebnissen führen. Dummerweise haben alle Antworten auf die Frage nach dem Sinn des Lebens nur eine Gültigkeitsdauer von genau sieben Sekunden. Nach diesen sieben Sekunden hat sich der Fragende (und damit die ganze Welt) so umfassend verändert, dass der Diskurs einer grundlegenden Erneuerung bedarf. Und somit zu ganz neuen Erkenntnissen führen sollte.
Nicht das Du, liebes Tagebuch nun glaubst, dass Freundschaft eine vergeblich Fiktion sei, und der Sinn des Lebens der Schlüssel zu einem surrealen Albtraum. Weit gefehlt! Das Ringen nach dem Sinn des Lebens mit guten, verfügbaren Freunden – das prägt den Sinn des Lebens. Alle sieben Sekunden-Wahrheiten zusammen (durch alle Zeiten) bilden einen Entwurf für den Sinn des Lebens. Somit ist jegliches Gespräch über den Sinn des Lebens ein revolutionärer Akt, der die Welt, das Leben und den Sinn all dessen, ein wenig verändern wird.

Womit die Frage nicht beantwortet ist, ob jemand der keine Freunde mehr zur Verfügung hat, sinnlos im Leben ist,

 

fognin 11.12018

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scheerbart_klGestern schrieb ich: „krank, allein, Winter – Scheiss -Roman“, daran hat sich nicht geändert: es schneit immer noch Melancholie.
Aber jetzt will ich die Welt verändern: Damit es EUCH nicht so geht, damit ein Grinsen wieder in Euer Leben Einzug findet. damit Sonne und Mond ein neues Gemüse erfinden – und alles anders wird: ICH SCHENK EUCH EINEN SCHEERBART!!! Ich habe ein paar Scheerbarts radiert – sie sehen sehr fognin/scheerbartisch aus. Jeder dieser Abzüge ist auf jeden Fall anders, Handcoloriert und von fognin beschmiert.. Und ich verschenke sie. Nur einfach eine emali oder Postkarte im Laufe des Februar an mich schicken. Unter Missbrauch aller Rechtswege, und mit Glück gibt es einen Scheerbart für Dich! Bezweckt ist damit die Weltverbesserung und sonst garnix, ich bin Künstler nicht Konzern. Die einzige Kalamität die am Horizont auftauchen könnte ist, das ich am Ende des Februars 2015 mein Geld nicht reicht für die Porti zum versenden. Wenn der digitale Bettler (https://scheerbart.de/edit/impressum/der-digitale-bettler/) es nicht hergibt, dann melde ich mich noch Mal und schnorre – das könnte nur etwas verzögern. Aber es gibt immer jemanden der 5 € hat um jemand anderen eine Freude zu machen. Also ab: email oder Postkarte an mich! (Dieser Text steht auf einigen meine Homepages und bei Facebook!) (fognin / www.scheerbart.de)

 

Haserei in der Galerie66

329403_2014-04-18_fognin_haserei Hasen zum sattsehen zeigt Marianne Tralau in der Galerie66 in der Kieler Strasse 78. Freche, schöne, ungewöhnlich und frappierende Zeichnungen rund um das Thema Hase sind in dem lichten Galerieraum innerhalb der BSIC Gebäudes liebevoll von Kurator Falko Windhaus über den grossen Raum verteilt. „Es darf geschmunzelt und sogar gelacht werden“ betont Falko, der mit der Eckernförder Altmeisterin der besonderen Zeichnung die Überzeugung teilt, das ernsthafte Kunst durchaus humorvoll sein darf. Als spontane Ausstellung um der Osterzeit jenseits der Wetterkapirolen eine kleine Attraktion zuzufügen, stellen die beiden 32 Zeichnugen aus. „Und warum zeichnen Sie Hasen Frau Tralau?“ „Die gehören zum festen Bestandteil meines künstlerischen Alphabets – vielleicht weil mein Vater mich immer „Muckelhase“ genannt hat“ so die Antwort mit einem Augenzwinkern. Die Ausstellung in der Galerie66 in der Kieler Str. 78 ist die nächsten sechs Wochen immer Donnerstags bis Sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Viel Spass!

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Geselle geht in die Fremde

329105_2014-04-06_fognin_benni Nicht alltäglich: Die Verabschiedung eines Gesellen, der mit einem Schachtbruder sich auf die Wanderschaft begibt. 3 Jahre und einen Tag, dass ist der Zeitraum in dem Geselle Benjamin Schulte die Bannmeile rund um Eckernförde nicht mehr betreten darf. Benni, vielen auch bekannt von dem Musikduo Caldera, ist gleich doppelt Geselle: Zimmermann und Holzbildhauer hat er mit dem Gesellenbrief abgeschlossen. Aber die Ausbildung soll weitergehen, noch viel gibt es in den Berufen zu lernen. Bei einem Gesellentreffen hat er den fremden Gesellen Dominik Thier kennengelernt, der versprach ihn als „Exportgeselle“ in die Fremde zu bringen. Allerdings war Dominik erst mal auf den Philippinen verabredet. Der zukünftige Reisebegleiter trägt eine blaue Ehrbarkeit – ein Zeichen seiner Zugehörigkeit zum Gesellenschacht der Rolandsbrüder. Eine goldene Nadel zeigte sein Gewerk – auch er ist Zimmermann.

329016_2014-04-05_fognin_benni_tm Am Wochenende war es dann soweit. Beni Schulte hatte inzwischen seine Kluft vervollständigt, sein Hab- und Gut veräussert oder untergestellt und seine Wohnung gekündigt. Ein fahrender Geselle auf Tippelei, wie die Walz traditionell heisst, hat nur wenige Dinge dabei und verabschiedet sich weitgehend von den Bestandteilen der heutigen Zivilisation wie Handy, Computer und sonstigen Verbindungen zum „alten“ Leben. Im Utgard an der Hafenspitze wimmelte es am Sonntag von einer seltsamen Mischung an Leuten. Viele Gesellen in Kluft, fremdgeschriebene wie Einheimische fallen zuerst auf. Dazwischen die Familie und ganz viele Freunde. Das auch viele Musiker und andere Künstlerkollegen anwesend waren, erhöht die Buntheit des Bildes. Zwischen Kuchen, Pizza und Bier werden Freundschaften gefestigt und neu geschlossen und die Unwissenden über die vielen Rituale der Gesellen aufgeklärt. So werden die zivilen Klamotten des die Wanderschaft antretenden Gesellen versteigert, um einen Teil der immensen Kosten des Festes zu bezahlen. Spät in der Nacht wird Benni dann „genagelt“: Den Kopf auf einen der Kneipentische gelegt, wird ihm ein Nagel durch das Ohrläppchen getrieben. Während er am Tisch festhängt nimmt ihn sein Begleiter das Versprechen ab, einen Charlottenburger zu gestalten. Benni verspricht, der Nagel wird durch einen Ohrring ersetzt. Dieser sollt in vergangenen Zeiten die Kosten für die Beerdigung decken, heute ist da wohl nur der Brauch übriggeblieben. Die Nacht für die Gesellen ist noch lang und Bier und anderer Alkohol spielt bei den Zunftbräuchen keine unwesentliche Rolle. Diese sind aber geheim, so bleibt das Nachdunkel über den Geschehen.

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329084_2014-04-06_fognin_benni_t Am Sonntag geht es dann los. Der letzte Teil der Traditionen den die Einheimischen mitbekommen spielt sich am Ortsschild ab. Mittags sammelt sich die Mannschaft vom Tag davor am Ortsausgang Richtung Rendsburg. Zuerst muss Benjamin ein Loch graben. Ein tiefes Losch, ca. 1,20 M, dort wird eine Flasche Schnaps auf ihn warten, wenn er in mind. 3 Jahren zurückkehrt. Das Graben dauert, es wird entweder mit dem Stenz oder mit einem einfachen Holzlöffel gegraben, der Schweiss mischt sich mit dem leichten Regen und der Geselle muss anschliessend erst mal tüchtig abgeklopft und mit Bier gestärkt werden. Jetzt geht es ans verabschieden: Eltern, Geschwister und die vielen Freunde werden ein letztes Mal umarmt. Der Abschied scheint dem jungen Gesellen, der sich bereits mit einheimischen Bier tüchtig gestärkt hat, sichtbar schwer – es werden viele letzte Abschiede daraus.
Aber die Gesellen, die Benjamin auf den Weg aus der Bannmeile heraus bringen wollen, zeigen leicht Ungeduld: Herauf auf das Ortsschild, ein letzter Blick zurück und los. Zuerst fliegt der Charlottenburger im hohen Bogen über das Ortsschild. Nur gut das ausser Schlafsack, wenigen persönlichen Gegenständen, nur etwas Wäsche und eine zweite Kluft, nichts zerbrechliches vorhanden ist. Dem Hammer wird es nicht geschadet haben, hart auf auf dem Weg aufgekommen zu sein. Mutig erklimmt Beni das wacklige Ortsschild, das ruhig etwas fester eingegraben werden dürfte, um sich rittlings daraufzusetzen und einen letzten Blick zurück auf seine Heimatstadt zu werfen. Danach wird sich dann nicht mehr umgedreht, die Fremde wartet. Aber das letzte, allerletzte und allerallerletzte Anstossen mit den Freunden fordert wohl einen Tribut. So schnell der Aufstieg, so zügig das, nennen wir es mal „absegeln“ hinunter. Schneller als die empfangsbereiten Gesellen auf der anderen Seite ihn auffangen können, liegt Benni über der Stadtgrenze. Johlendes Gelächter begleitet ihn auf seinen ersten wackeligen Schritten in die Fremde…

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Kleines zünftiges Wörterbuch

Bannmeile

Umkreis in dem sich der Fremde Geselle nicht mehr blicken lassen darf, während er auf Tippelei ist. Zwischen 50-60 km. Wird in die Wanderkarte eingetragen.

Charlottenburger

Ein 80X 80 cm grosses Tuch , meist mit Insignien des Handwerks oder Schachts bedruck, in dem das ganze Hab und Gut des fremden Gesellen eingerollt ist.

Ehrbarkeit

eine Art gehäkelter Schlips, dessen Farbe den Schacht des Gesellen verrät. Die Rolandsbrüder tragen ihn in blau.

Fremdgeschrieben

Ein Geselle auf der Walz ist fremdgeschrieben. Ortsansässige Gesellen nach der Wanderschaft sind Einheimische.

fremder Geselle

besser noch: ehrbare fremde Gesellen sind alle Handwerker die in Kluft arbeitend sich durch die Welt bewegen. Sie geniessen meist ein hohes Ansehen, da ihre Schächte ihnen gutes Benehmen und anständiges Auftreten abverlangen. Schliesslich soll auch der nächste Geselle einen Schlafplatz und eine Mahlzeit wieder gewährt werden.

Kluft

die traditionelle Kleidung der Gesellen. Stammt aus dem Baubereich, wird aber inzwischen in verschiedenen Farben von allen fremden Gesellen getragen. Besteht aus dem Hut (sehr wichtig und wird nur seltenst abgenommen), der Staude, einem kragenlosen weissen Hemd, der Weste mit breiten Knöpfen aus Manchester oder Samt, der Jacke aus dem gleichen Stoff und mit mit unzähligen Taschen, auch hier 6 breite Knöpfe. Die „Zimmermannshose“ ist sprichwörtlich, der doppellte Reisverschluss und breite Schlag sind die Kennzeichen. Perfekt ist der Geselle aber erst mit festen Schuhen, Ehrbarkeit und Ohrring.

Rolandsbrüder

Ein Zusammenschluss von Gesellen die 1881 von fremden (Bremer) Gesellen in Nürnberg gegründet wurden. Ihre Ehrbarkeit ist blau und sie fühlen besonders dem Freiheitsgedanken und der Brüderlichkeit verpflichtet. Alle Gesellen sind Mitglied einer Gewerkschaft. Reisende Gesellen werden erst nach einigen Monaten in den Schacht aufgenommen, vorher dürfen sie die Wanderschaft noch abbrechen.

Schacht

Zusammenschluss von Gesellen, meist auch wandernden Gesellen. Es gibt in Europa sehr verschiedene Schächte, manche sind zusammengeschlossen. Fremde Gesellen sollten sich auf Tippelei immer helfen, schachtübergreifend.

Stenz

Der kräftige, oft gewundene Wanderstab, den fremden Gesellen manchmal mitführen.

Tippelei

ein aus dem rotwelschen stammender zünftiger Begriff für die

Walz

volkstümlicher Ausdruck für die Reisezeit der fremden Gesellen.

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weitere Bilder hier und hier

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Marianne Tralau hat eine neue Homepage unter der alten url: https://tralau.com und https://m-tralau.de

eigentlich sind es (fast) die alten Inhalte, aber es sieht unter WordPress jetzt sehr viel ordentlicher aus. Besonders hinweisen möchte ich auf die Rubrik Zeichnungen, die in den nächsten Tagen noch ergänzt wird. Besucht Marianne TRalaus Homepage, es lohnt sich (immer)

https://tralau.com

 

Frühstücksbühne

Die neue Homepage der geniale Zeichnerin und Künstlerin Marianne Tralau

Marianne Tralau, Künstlerin aus Eckernförde, weiß, wovon sie spricht. Ein Blick auf www.tralau.com

 

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.. unter dieser Überschrift werde ich folgenden Text mit sämtlichen meiner Webseiten verbinden. Ich bin mal gespannt, ob es Menschen gibt, die meine Arbeit wertschätzen können und wollen. Ein Versuch scheint es mir wert. Und ich möchte ganz gerne auch leben….

 

Liebe Freunde,

vielen Dank an dem Interesse auf dieser meiner Seite!

Ich habe eine persönliche Bitte: Ich habe diese und andere (siehe unten) Seiten erstellt und finanziere sie seit vielen Jahren. Das kann ich mir mir nicht mehr leisten – meine Miete und mein Essen kann ich durch meine „ordentliche Arbeit“ nicht mehr zusammen zu bekommen. Durch staatliche Beihilfen möchte ich mich nicht in Abhängigkeiten begeben. Aber zu Dir, mein Leser, habe ich Vertrauen. Ich möchte mich mit folgender Bitte an dich wenden:

Bitte überweise mir, für meine Arbeit die du vor dir hast mindestens

1 Euro

an: Markus Feuerstack, GLS Bank Bochum [430 609 67] Konto 203 390 2800

oder per paypal: tate@euromusikant.de

oder auch per flattr (wenn ich auch noch nicht weiss, wie ich davon meine Miete zahle): 

Auf die Überweisung gerne als Stichwort „digitaler Bettler“. Ich danke sehr! Und bin gespannt, ob es klappt. Gleichzeitig ist es für mich dann auch eine Bestätigung, das dass was ich mache auch sinnvoll ist.

Wer bin ich und was mache ich?

Wie ich heisse steht oben bei der Bankverbindung. Mein „Künstlername“ ist fognin. Seit vielen Jahren  fotografiere ich, gestalte Webseitenschreibe Texte, und verlege Bücher. Ein kreativer Gemischtwarenladen, den ich als Selbständiger betreibe.

Bis vor ca. einem Jahr konnte ich davon auch noch (mehr schlecht als recht) leben. Inzwischen gibt es kaum mehr Aufträge. Sehr lange schon habe ich angefangen Webseiten in Netz zu stellen, die mit Geldverdienen nichts zu tun haben, aber (für mich) ein Stück Kultur bedeuten. Ich habe dem verwunderlichen Grafen von  Saint Germain

in virtuelles Denkmal gesetzt. Ich habe sehr viele Texte des fast vergessenen phantasievollen Dichters Paul Scheerbart

veröffentlicht. Und die vielen Künstler meiner Heimatstadt habe ich in einer Künstler Monografie vorgestellt. Meine Hoffnung ist: wenn die Öffentlichkeit wahrnimmt, was für ein Potential in dieser Kreativregion steckt, dass Politik und Verwaltung langsam mal durch Förderung die Lebenssituation dieser Kollegen verbessern.  Soviel Naivität gönne ich mir, aber die Herren und Damen sind mit dem Bau und der Förderung von Einkaufszentren wohl mehr als ausgelastet. Dass Kultur und Kunst die Grundlage eines erfüllten Lebens sind – also Lebensqualität, mit dieser Überzeugung fühle ich mich manchmal sehr einsam. Meine eigenen Werke, Fotos und Texte, stehen kostenlos im Internet. Nur weil jemand wenig Geld hat, will ich ihn nicht von der Teilhabe ausschliessen. Je ärmer jemand ist, um so mehr muss er Zugang zur Kultur haben. Noch so eine komische Grundüberzeugung von mir….

Ich bin wirklich überzeugt, dass es noch andere Menschen geben muss, für die (freiwillige) Bildung, Kunst und Kultur einen Stellenwert hat. Vielleicht gehörst Du ja zu diesen. Viele hundert Menschen greifen jeden Tag auf meine Seiten zu.  Und vielleicht ist Dir meine Tätigkeit einen kleinen Beitrag wert. Dafür verspreche ich gerne, als aktiver Kulturlobbyist weiter zu machen. Auch wenn ich eigentlich nichts anderes bin, als: ein digitaler Bettler.

Das Kabuff ist alle. Jedenfalls das kleine Theater in der Rendsburger Strasse 100. Es macht zu. Zuviel bürokratische Hindernisse, aber auch nur ein bescheidenes Publikumsaufkommen. In einem Raum, in dem sich kaum 50 Kinder reinquetschen können, kann man selbst bei „ausverkauften Haus“ nicht davon leben. Kann man von Puppentheater überhaupt leben? Von Kunst? Von Kultur? Grosse Fragen, aber es sieht nicht so aus, – also brauchen wir keine Kultur mehr. Wir haben ja Einkaufszentren. Und Fernsehen. Und eine Ratsversammlung, ist ja auch unterhaltsam…

Wie das bei Kleinkunst so ist: Jedenfalls war das Ende ein Fest. Ein Fest der Freunde, die kreativ zu feiern verstehen. Mit Konzert von „The Bright Side“ (Birte Sieland Gesang und Gitarre, Arne Gimm Bassgitarre, Michael Packschies Mandoline, Bouzouki, Claviola) und Benjamin Schulte alias „Uno Caldera“. Und der genialen Gabi Pahms, die als „Frau Pamms“ vom  „Stakendorfer Bauernblatt“ auftrat. Die (wie immer) eine geniale Einfraushow mit besonderen nervopil performte. Nicht zu vergessen die begnadete Märchenerzählerin Susanne Söder Breyer. Und Gesang, und Puppen und gute Gespräche und und und.

Es war schön. Nicht nur das Fest zum Schluss, auch das Theaterchen als solches. Viele schöne Vorstellungen, von Cordula Thonett und ihren Gästen. Dank hiermit an Alle, aber besonders an Cordula. Du hast Eckernförde bereichert. Und wenn die Stadt (Verwaltung & Politik) das nicht bemerkten und sie sich nicht bedanken können, dann spreche ich hier mal ganz frech für die Kulturschaffenden. Wir machen da nicht viel Wind, wir sagen es einfach, ganz einfach: Danke!

 

3. Tag des Provinzlärm-Festival 2013

 

igp8368_69_70_tonemapped Provinzlärm, das Neue Musikfestival in der Eckernförder startete am Abschlusstag nochmals richtig durch. Nachmittags erfreute das polnische Vokalensemble „Il Canto“ mit zwei gesungenen historischen Messen. Bartłomiej Pękiel († 1670) „Missa Brevis“ und Marcin Leopolita (um 1540 – 1589) „Missa Paschalis“ wurden als klar und rein gesungener Kontrapunkt zu dem sonst ja eher zeitgenössischen Programm gesetzt.

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igp8404 Absolut modern im wörtlichen Sinne ist Prof. Gerald Eckert, Komponist aus Eckernförde mit derzeitigen Arbeitsplatz in Korea. Sein Werk von 2011 „Nen X“ für Tanz, Violoncello und Elektronik wurde auch von ihm am Cello interpretiert. Dazu kam eine ganz andere Interpretationsart: Mikael Honnesseau tanzte sehr eindrucksvoll im abgedunkelten Raum die Klänge und brachte damit eine dritte Dimension in die an sich schon sehr beeindruckende Musik.

igp8377_8_9_tonemapped Der Anfang des abendlichen Schlusskonzert gehörte denjenigen die den Provinzlärm so begeisternd eröffneten: Das Ensemble Kwartludium aus dem Partnerland Polen. Temperamentvoll eröffneten sie mit Witold Lutosławski „Subito“ für Violine und Klavier. Das dieses druckvolle Formation es auch etwas ruhiger kann, zeigten sie in einer meditativen Improvisation. Ihren diesjährigen Auftritt rundeten sie dem Werk „rope of sands“ (2009) von Sławomir Wojciechowski gekonnt ab.

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Der Rest des Abend gehörte dem ensemble reflexion K, einem Solo -und einem „Halbgast“. Zunächst gab es eine „Uraufführung der 2. Fassung“ von „mobile elements“ (2012) von Joanna Wozny in der die internationale Gruppe mit Wurzeln in Eckernförde nochmals ihre Weltklasse bestätigte. Als Solistin aus dem Ensemble Reflexion K lies die Saxophonistin Wardy Hamburg schier Unmögliches erklingen. Tristan Keuris „Canzone“ forderde die charmante Musikerin und ihr Altsaxophone ungemein. Ihr meisterliches Spiel wurde mit einem lange anhaltenden Applaus des Festivals Publikums zu recht belohnt.

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igp8407 Der Schluss des Abends, des Konzerts und des diesjährigen Provinzlärm Festivals wurde donnernd, tösend, und die Grundmauern der ehrwürdigen St.-Nicolai-Kirche erschütternd zelebriert. Der langjährige Schlagzeuger Percussionist des ensemble refleion K, Johannes Fischer, ist inzwischen Prof. an der Musikhochschule Lübeck. Mit fünf Studenten zusammen hatte er sich Iannis Xenakis „Persephassa“ (1969) für 6 Schlagzeuger vorgenommen. Jede freie Fläche im Kirchenraum war mit ausladenden Schlagzeugaufbauten gefüllt. Das vorgewarnte Publikum (Beatrix Wagner: „Sie dürfen sich ruhig die Ohren zuhalten, es wird laut“) erlebte einen ungeheuerlichen Dynamikumfang. Sechs Schlagzeuger können auch relativ zart, mit Glöckchen und feinen hohen Tönen, aber meistenteils und begeisternd, schmetterten die rhythmischen Kaskaden durch das ehrwürdige Kirchenschiff. Die alte Orgel fürchtete um ihre klangvolle Hausmacht und eventuelle Spinnweben wurden von der Decke gerüttelt. Musikalisch interessant und durchaus kein spektakulärer Spielkram hatte das Werk von Xenakis auch seine spielerischen Seiten. Furiose Trommelwirbel von Schlagzeug zu Schlagzeug weitergetrieben, stellten Kinorundumsound klar in den Schatten. Immer wieder liessen atemanhaltende Pausen die Spannung wieder ansteigen um dann in einer Salve von höllischem Sound sich erneut zu entladen. Teuflisch gut, wohlgemerkt. Mit diesem Prvinzlärm im wörtlichsten Sinne verabschiedete sich das Festival. Der lange, sehr lange, stehend dargebrachte Applaus galt bestimmt (und verdient) auch der Gesamtveranstaltung und nicht nur den jungen Schlagzeugern. Die Eckernförder Fans der Neuen Musik müssen sich bis zum 24. Mai gedulden, dann präsentiert ihnen das ensemble reflexion K wieder neue Töne undWerke aus Weissrussland. (fst)

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2. Tag des Provinzlärm-Festival 2013

igp8392_3_4_tonemapped Am zweiten Tag des Festivals für Neue Musik Provinzlärm dominierte die gewaltige Heßler-Orgel der St-Nicolai-Kirche. Die rund 2500 Pfeifen wurden Nachmittags von dem Komponisten und Organisten Dariusz Przybylski gespielt. Unter dem Titel „Orgel-Odyssée“ wurden acht Werke für Orgel vorgestellt, die im engen thematischen Zusammenhang mit der Odyssee von Homer stehen.

Die Idee acht Komponisten aus Südkorea, Großbritannien, Deutschland, Weißrussland, der Ukraine und Polen zu bitten zu den klassischen Texten Homers Orgelwerke zu komponieren stammt von Przybylski. Jeder der Komponisten hat eine eigene Idee von zeitgenössischer Orgelmusik, jeder handhabt das immense Klangspektrum dieses Großinstrumentes vollkommen anders. So entsteht eine Zusammenschau moderner Orgelmusik die in ihrer Verschiedenheit beeindruckt.

Geeint wurden die Werke von Przybylski, Chang, Yaskou, Bernardy, Campkin, Szmytka, Sehin und Opałka durch das sowohl klassische als auch zeitlose Werk Homers. Die Odyssee, die die Abenteuer des Königs Odysseus von Ithaka und seiner Gefährten auf der Heimkehr aus dem Trojanischen Krieg schildert, gehört in fast allen Ländern des Abendlands zu der Grundlage einer umfassenden Bildung.

Knut Kammholz rezitierte mit seiner klaren und deutlichen Aussprache zwischen den musikalischen Einzelstücken Fragmente aus der grossen Dichtung. Diese Nachmittagsvorstellung stellte nicht nur musikalisch eine beindruckende Bildungsreise da und kann und soll durchaus als ein völkerverständigendes Signal verstanden werden.

igp8395_6_7_tonemapped Den Abend eröffnete wiederum die Orgel, diesmal mit der Eckernförder Musikdirektorin Katja Kanowski an den Manualen und Pedalen. Von Olivier Messiaen erklang gewaltig „L’apparition de l’eglise eternelle“ von 1932. Die umfassende Klangfülle und der musikalische Druck dieses meisterlich interpretierten Werkes kontrastierte auffallend mit dem zweiten Stück des Abendkonzertes.

Auch bei der Kantate für Chor, Solisten und großes Ensemble „mehr als der Sand…  – Wege“ von Gerald Eckert war Katja Kanowski bindendes Glied. Bei allen Beteiligten musikalischen Gruppierungen nimmt sie zu Recht eine hervorragende Stelle ein. Der von ihr geleitete Chor der Kantorei St. Nicolai Eckernförde zeigte einen feinen Umgang mit vielleicht ansonsten ungewohnten Tönen und offenbarte viel Sensibilität und Einfühlungsvermögen mit diesen Werk, dass ausschliesslich zarte und schwebende Chorgesangspassagen zu bieten hatte. Die Solostellen wurden gesanglich gemeistert von dem ensemble voces berlin. Diese Formation in Eckernförde besten bekannt und beliebt, besteht aus Karola Hausburg (Alt), Nicolaus, H. Smith (Tenor), Sebastian Schwarze (Bass), Christopher Adams (Bass) – und der Mitbegründerin Katja Kanowski (Sopran).

In grosser Besetzung musizierte das ensemble reflexion K, so dass der zur Bühne umfunktionierte Altarraum rammelvoll war. Zumal der Deutschlandfunk jeden freien Raum mit einer Unzahl von Mikrophonen beflastert hatte.

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igp8386_7_8_tonemapped Genau dieser Radiosender war auch der Einzige, der Probleme mit dem eindrucksvollen Werk von Gerald Eckert hatte. Dieses bewegte sich knapp über der Hörgrenze, erzeugte so eine intensive und beanspruchende Stimmung und nahm das Publikum auf eine meditative Reise mit. Was für technische Geräte vielleicht schwierig aufzunehmen war, wurde von den umfassenderen menschlichen Wahrnehmungsmöglichkeiten um so deutlicher und intensiver aufgenommen. Die Äusserlichkeiten des Konzert waren beeindruckend: absolute Stille ausserhalb des musikalischen Geschehens, präzise musikalische Töne, sowohl von den Instrumenten als auch von den Stimmen, liessen auf eine konzentriere Teilhabe Aller schliessen. Der Abend endete mit donnernden, nicht enden wollenden Applaus und die sichtlich geschafften Musiker wurden zu immer weiteren Verbeugungen gezwungen. Gerald Eckert zeigte mal wieder, das er als Komponist für aussergewöhnliche Klangerfahrungen sein Publikum einzubinden vermag. Und dem „heimlichen Star“ des Abends, Katja Kanowski, gilt ein herzlicher und grosser Dank. Nicht nur wegen ihres besonderen musikalischen Vermögens, sondern auch, dass sie mit unendlich viel Arbeit solch ein besonderes Konzert ermöglichte. (fst)       

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igp8377_8_9_tonemapped Zum vierten mal erschallt in Eckernförde Provinzlärm. Der Titel des Festivals neuer Musik, angelehnt an den Roman von Wilhelm Lehmann hat wohl Signalwirkung. Bevor der erste „neue Ton“ zum erklingen kam, wurde bei dem Eröffnungskonzert am Donnerstag reichlich gegrüsst. Vom Partnerland Polen brachte Marek Sorgowicki, stellvertretender Generalkonsul, die besten Wünsche. Ein klein bisschen Stolz klang in seiner Rede durch, das sein Land so stark mit Schleswig-Holstein kulturell verbunden ist. Vom Kultusministerium war Dr. Eberhard Schmidt-Elsaeßer erschienen um die Bedeutung der neuen Musik und des Festivals als Kulturbotschaften zu betonen. Wichtige Impulse für die deutsch-polnische Zusammenarbeit konnte er erkennen und bescheinigte den Initiatoren, eine Richtungsweisende Entwicklung von überregionaler Bedeutung in Gang gesetzt zu haben. Ein deutliches, aber ansonsten stilles Zeichen von der Besonderheit des Geschehens in der Eckernförder Nicolaikirche verkündete der grosse Wagen vor der Tür: Der Deutschlandfunk bannte das Konzert auf seine Bänder. Die Übertragung wird wohl im September stattfinden.

igp8389_90_91_tonemapped Das zahlreiche Publikum war aber wegen der Musik gekommen, oder auch angezogen durch die Qualität der Ensemble. Als erster Stargast trat das Ensemble Kwartludium auf. Von Polen aus agierend, zieren viele Internationale Auftritte und Erfolge die Biographie der 2002 gegründeten Gruppe. In der Besetzung mit Dagna Sadkowska (Violine), Michał Górczyński (Klarinette, Bassklarinette), Paweł Nowicki (Percussion) und Piotr Nowicki (Piano) eröffneten sie das Festival mit „Torpor“ (2008) von Wojtek Blecharz. Das Werk, extra für das Ensemble Kwartludium geschrieben, setzt sich mit körperlicher und geistiger Untätigkeit auseinander. Anstatt, wie die Beschreibung vielleicht vermuten lässt, getragene und träge Begrüssungsklänge, kam das Stück ausgesprochen flott und motivierend rüber und zeigte schon deutlich die temperamentvolle Spielfreude der Interpreten.

Durch Wojziech Ziemowit Zychs Werk, „Stale obecna tęsknota“ (2005), konnte diese noch gesteigert werden. Der deutsche Titel heisst in etwa „Immer da voll Sehnsucht“ und wurde von den Musikern und dem Komponisten gemeinsam entwickelt. Beindruckend in dem aus drei Sätzen bestehenden Werk die Spieltechnik der Bassklarinette und der sich daraus ergebende Gesamtklang.

Abschliessender Höhepunkt des Eröffnungsauftrittes wurde das Werk „Medeas Träume“ (2008)“ des anwesenden Komponisten Dariusz Przybylski. Das Stück, auch dieses wurde für die Interpreten geschrieben, überraschte durch seine Präsenz und Nähe und zeigte, wie zeitgenössische Musik schnell und unmittelbar den Kontakt zu den Zuhörern findet.

igp8383_4_5_tonemapped Der zweite Teil des Abends wurde von dem heimischen Ensemble Reflexion K bestritten das in wechselnder Besetzung mit bis zu 13 Musikern unter der Leitung von Gerald Eckert auftrat.

Jacub Sarwas „Three-O“ (2005) für Flöte Klarinette und Viola wurde gefolgt von dem Werk „Avant voyage“ (2011) des anwesenden Komponisten Asko Hyvärinen. Beide Werke wurden in der bekannt ausgefeilten und hervorragenden Spielweise des Ensembles eindrucksvoll zu Gehör gebracht. Das Konzert schloss mit einem besonderen Werk: Ianis Xenakis 1997 komponiertes Stück „Akanthos“ für Sopran und Ensemble. Gewaltig, mit einem wunderbaren als Stimme voll in den Instrumentenkreis integrierten Sopran erklang das Musikwerk sehr voluminös und begeisterte das Publikum. Hervorragende Interpreten, ausgesuchte Stücke und ein ergiebiges, aber musikalisch durchaus noch erforschungswertes Schwerpunktland, das ist das Fazit des ersten der drei Tage mit Neuer Musik.

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igp8386_7_8_tonemapped Am heutigen Sonnabend klingt das Festival mit zwei Konzerten aus: Um 18.00 Uhr im Konzert 4 gibt es Werke von Bartłomiej Pękiel († 1670), unserem Eckernförder Komponisten Gerald Eckert („Nen X“, mit Tanz von Mikael Honnesseau). Und eine Messe von Marcin Leopolita (um 1540 – 1589)

Am Abend um 20 Uhr beginnt das Schlusskonzert mit Werken von Sławomir Wojciechowski, Enno Poppe, Joanna Wozny und Iannis Xenakis.Es spielen die Ensemble Kwartludium (PL) und reflexion K (D) und das Perkussionensemble der Musikhochschule Lübeck. Alle Konzerte wie immer in der St-Nicolaikirche. (fst)

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Dieser Tage haben mir die Freunde vom Landesvorstand der Piratenpartei Schleswig-Hostein eine große Freude bereitet. Sie haben uns eine

Kulttankstelle 

für Eckernförde geschenkt. Was eine Tankstelle ist, wissen wir genau. Was Kultur ist – darüber gibt es viele Vermutungen, jeder hat eine ungefähre Vermutung darüber. Aber: was ist eine Kulturtankstelle? Vielleicht etwas, wo man seine ermattete Seele mit Kultur auffüllen kann und dann wieder etwas frohgemuteter durch das schöne Eckernförde spazieren kann?

o ist es! Nur mit dem erfreulichen Unterschied, dass der Besuch dieser Tankstelle nicht zum Ruin führt. Sondern einfach mal garnix kostet. Null. Gratis. Aber bestimmt nicht umsonst..

Das Teil sieht so aus:

Naja, eigentlich ist das nur die Zugabe: Ein Werbeträger, der auf die Kulturtankstelle aufmerksam machen soll. Die eigentliche Kulturtankstelle ist nur ein fast stinknormaler W-Lan-Router gefüllt, mit Informationen über Künstler, Kulturstationen und lokale Sehenswürdigkeiten. Und unterschiedet sich von den anderen tausenden

W-Lan-Routern nur darduch, dass  man durch ihn leider nicht in das Internet kommt. Das kann sich nur ein pleitesüchtiger Millionär erlauben. Der hat sich noch nicht bei mir gemeldet.

In dieses Intranet kann sich jeder mit seinem Handy oder Notebook einloggen und über das informieren, was es in Eckernförde reichlich gibt: Kunst & Kultur. .

Da so ein W-Lan leider nur eine begrenzte Reichweite hat, möchte ich gerne die Stadt mit solchen Geräten fluten. Die erste Kulturtankstelle wird am Hafen stehen, weitere sollen folgen.

Natürlich sollen sich nicht alle, die mitmachen wollen, den Piraten anschließen. Für die erste Kulturtankstelle hat sich schon der Kulturverein Eckkult e.V. als Mitbetreiber gefunden. Und ganz viele weitere werden noch gesucht. Vereine, Kneipen und Geschäfte sollen sich gerne beteiligen und können sich im Gegenzuge auch auch auf der Kulturtankstelle vorstellen.

Die Hauptsache sind natürlich die Kulturschaffenden, die ihre Werke zeigen. Dazu müssen diese überzeugt werden, ihre kreativen Früchte unter eine CC-Lizenz zu veröffentlichen. Damit wird sicher gestellt, das genau die Rechte, die ihnen wichtig sind, ihr Eigen bleiben. (siehe:

(https://de.creativecommons.org/was-ist-cc/)Dann steht auf Ihrer Seite bei der Kulturtankstelle so ein kleines Schild:

Wir können außer Künstlern und den genannten Institutionen natürlich auch andere Mitstreiter brauchen: DICH! Denn jeder findet seinen Bereich, in dem er mithelfen kann. Wir wollen zeigen, dass Eckernförde eine Kulturstadt ist! Dazu müssen Internetseiten erstellt, Leute angesprochen, und Ideen entwickelt werden. Also gehe bitte in Dich und finde Dein Kulturherz. Und dann melde dich bei mir – wir werden viel Spaß haben (bei aller Arbeit….)

Markus Fuerstack (fognin) 04351 – 72 62 00 fst @ fognin . net

oder Svenja Funke 04351 – 89 34 50 svenjas.senfkultur @ gmail.com

 21. SEPTEMBER 2012

Kulturtasse – eine Plakatserie

Die Kulturtasse gibt es bei HofART in der Nicolai-Str. 7A in Eckernförde für 14,90 €. Dazu eine kleine Serie Plakate, die bisher nur für das Internet (Facebook, Picasa und hier) gedacht ist. Witzigerweise sind die Plakate „Multiwerbend“, d.h. es sind sehr viele verschiedene Werbeziele teilweise versteckt eingebaut.

Das Eichhörnche stammt von Marianne Tralau, die Schrift dazu und die Plakate verantwortet fognin.

Neue Musik erprobt Freiräume

Neue Musik ist eine ernste Angelegenheit. Und wenn das Ensemble Reflexion K mit neun begnadeten Musikern in der Eckernförder St.-Nicolai-Kirche gastiert kann mit Recht ein erhebender Einblick in diese Musikrichtung erwartet werden. So auch am Sonnabend, als unter dem Titel „Spaces IV /Living Room“ gleich drei der Altmeister dieser Musikrichtung zu Gehör gebracht wurden.

Bevor Karl-Heinz Stockhausens Werk „Die sieben Lieder der Tage“ (aus: Montag aus „Licht“) von Heiko Maschmann auf dem Kontrabass eindrücklich interpretiert wurde, begrüsste Magnus Lindberg das Publikum nachhaltig. Sein Werk „Ablauf“ (1983/88) für Klarinette (Joachim Striepens) und zwei Trommeln sorgte durch rasende Klarinettenläufe und heftige einzelne Trommelschläge für Aufmerksamkeit.

Der ehemalige Stipendiat Ludger Kisters stellte seine elektroakkustische Komposition „an den Randen der Teiche (2012) als Uraufführung vor. Ein spannender Zusammenklang von aufgezeichneten, teilweise naturnahen Geräuschen und dem Ensemble.

Das ernste komponierte Musik auch den Freiraum des Humors nutzen darf, wusste schon Altmeister John Cage, der derzeit 100 Jahre alt geworden wäre. Sein 72 Jahre altes Stück „Living Room Music“ stellt die Musiker in ein privat gewohntes Umfeld – mit den dort vorgefunden „Werkzeugen“ sollen sie dann Musik machen. Das Ensemble präsentierte einen liebevoll gedeckten Tisch, an dem Beatrix Wagner und Joachim Striepens, Johannes Fischer und Burkart Zeller als Gäste begrüssen. Und dann wird gegessen, Pardon, gespielt: diffiziles rhythmisches Trommeln mit Ess-Stäbchen auf vorgefundene, scheinbar zufällige Gegenstände, gesangliche Einlagen beim gemütlichen Zeitungslesen und klangliche Darbietungen auf Kinder- und Dekoinstrumenten waren die unterhaltsamen Gänge des Menüs. Optisch und akustisch ein Genuss!

Gerald Eckerts Beitrag zum Gelingen des Abends beschränkte sich auf ein 90Sekunden Stück und ein bisschen Tonband. Aber der in Eckernförde beheimatete Ausnahmemusiker präsentierte seine Miniatur „Nen II“ für Flöte (Beatrix Wagner) E-Gitarre (Johannes Fischer) und Schlagzeug (Gerald Eckert!) gleich doppelt,- dicht verwoben mit seinem Tonbandstück „Prisma- du fond d´un naufrage“ (2007). Genial verschachtelt und klangvoll präsentiert.
Der Kölner Komponist Steffen Krebber (*1976) steuerte für diesen im ganzen sehr locker und spielfreudig daherkommenden Abend ein Werk bei, dass mit dem Titel schon treffend charakterisiert ist: „fänger in den leeren fischgründen der organisierungen von es“ (2005)
Mauricio Kagel (1931-2008) kann durchaus auch als einer der grossen Altmeister der Neuen Musik bezeichnet werden. Auch dieser Komponist hat sein Werk „Match“ mit Augenzwinkern angelegt: Zwei Cellisten (Burkart Zeller und Gerald Eckert) duellieren sich und ein Schlagzeuger spielt den Schiedsrichter. Besonders das musikalische und schauspielerische Können von Johannes Fischer sorgte für viel Erheiterung.
Der Jugendliche Eckernförder Oliver Segner der als Erstbesucher der Musikreihe Neue Musik an dem Konzert teilnahm, fasste anschliessend den Eindruck des Publikums treffend zusammen: „Ich bin sehr angetan von dem Miteinander von humovollen und sehr ernst angelegten Stücken, ich bin am Freitag den 9.12. um 19 Uhr(!) gerne wieder dabei!“ (fst)
 

Thomas Lötzsch im Kabuff

(fst) Der Lötzschmann kann es! Ob als Band-Musiker (Illegal2001), Solist, Autor oder „Vorleser“, der bekannte Eckernförder gewinnt bei jeder Art von Bühne sofort die Herzen seiner Zuhörer. In dem kleinen gemütlichen Kabuff in der Rendsburger Str. 100 bei der Puppenspielern Cordula Thonett zu Gast griff Thomas Lötzsch ganz tief in das Repertoire seines Können und zauberte von allen etwas auf das Bühnchen.
Schon vor der Veranstaltung war der Erzähler eifrig beim berichten: Von seinen Plänen und und Projekten. Und dann, äusserst pünktlich beginnend folgten drei Stunden gehobene Unterhaltung vom Besten. Thomas, – jeder Zuhörer hatte in dem kleinen Raum sofort das Gefühl das er persönlich angesprochen wurde, – erzählte von seiner wilden Jugend in der Provinz. Er sang, las vor und streute auch stets Aktuelles mit persönlichen Bezug in seine Performances ein.
„Punk op de Deel“ hat er den ersten Teil seiner Autobiographie genannt. In dem Buch erzählt er von einer Jugend im Wirtschaftswunderland, in denen sich die seltsamen Erwachsenen als um traditierte Tugenden bemühte Spiesser darstellten. jedenfalls mit den Augen von den Jugendlichen gesehen, die das „wilde Leben“ suchten. Harte Musik und reichlich Alkohol und natürlich die typischen selbstruinierten Klamotten bestimmten das Leben von Thomas und seinen Freunden. „Infernaler Krach“ berichtet Lötzsch, produzierte ihre erste Band. Trotzdem war das Konzert im Garten ein voller Erfolg für Freunde und Nachbarn, gab es doch in der Kleinstadt sonst nichts Besonderes und wurde der Auftritt von einer Unzahl Karlsquell-Freibier-Dosen begleitet.
Thomas Lötzsch Buch und seine, über weite Teile frei vorgetragenen Erzählungen, berichten von einer Zeit in der die heisse Musik von Plattenspielern und ausgeleierten Kassetten kam, man im Freien mit seinen Freunden abgehangen hat und Mofas noch frisiert und nicht getunt wurden.
Aber ohne die gekonnte Art des Autors und Musikers alles mit Humor anzureichern, stets augenzwinkernd und selbstironisch, und mit einem geradezu rasanten Tempo ohne jegliche Versprecher vorzutragen, wären es doch nur „alte Geschichten“. 
 
 
So erlebten die Zuschauer wieder mal einen glanzvollen Lötzschabend, voller bunter Bilder, frecher Lieder, persönlicher Ansprache und Spass, Spass Spass! Sein Buch kann man weiterhin kaufen. „Punk op de Deel“, erhältlich für 19,50 € über loetzschmann@aol.com per email oder per Telefon & Fax 3872.
Wer die ganze Breitseite haben möchte sollte am 20. September nach Hohenwestedt reisen und um 19.30 Uhr im Jugendheim sein. Dort wird Thomas Lötzsch seine Geschichten am Entstehungsort vortragen. Und vielleicht wundert sich mancher, was aus dem zerzausten Bubi von einst geworden ist.

Ungewöhnliches Geschehen in der Stadtbibliothek von Eckernförde: Gegen Abend strömen rund 50 sehr unterschiedliche Leute in den Leseraum. Ältere und Jüngere und auch viele, die man hier nicht so vermuten würde. Eine Lesung ist angesagt. Aber alles ist anders. Anstatt eines Literaten liest ein (ehemaliger) Punkrocker, statt roten Wein gibt es Freibier und eine Minibühne mit Verstärker, Gitarre, Mikrofon ist auch aufgebaut. Sogar eine Präsentation mit Bildern, eine wilden Jugend ist zu sehen.
Thomas Lötzsch, bestens bekannter Frontmann von „Illegal 2001“liest aus seinem Buch. „Punk op de Deel“ heisst der Band, der seine Kindheit und Jugend in der Provinz beschreibt. Und das ständige Bemühen anders und auffallend zu sein und richtig harte Musik zu machen.
Diese Form der Pubertät beschreibt auch, aus der Sicht der Eltern, ein Lied, das Thomas Lötzsch zur Einstimmung vorträgt: „Wie du wieder aussiehst… Was sollen denn die Nachbarn sagen…“ „Die Eltern machen sich viel mehr Gedanken um einen, als man selbst“ kommentiert Thomas Lötzsch das was Thema des Abends werden soll: Eine wilde Jugend auf dem Dorf. Aber erstmal muss der Autor den jüngeren Leuten im Publikum erklären, was Kindheit und Jugend denn mal war: ohne Internet und Spielboxen, mit Schallplatten anstatt mp3, und warum man tatsächlich raus an die Luft ging und sich mit de Freunden am Waldrand oder Weiher traf. Da gab es noch Strassenkinder mit dem Schlüssel um den Hals. „Was ist Was, das war meine Wikipedia“ Thomas ist in beiden Sprachwelten zu Hause, der neuen des Internetzeitalters und der klassischen, als man noch analog ge- und erlebt hat.
„Eine relativ behütete Kindheit“ fand Thomas Lötzsch, „denn das ganze Dorf passte auf“ Und schon ist der Entertainer mittendrin in den Geschichten seiner Kindheit und Jugend. „Das ist meine erste Lesung“ hatte er am Anfang verkündet, als ob das Publikum nachsichtig mit dem Anfänger sein sollte. Dazu bot sich den Zuhörern keinerlei Gelegenheit, den was folgte war eine gekonnt präsentierte Kaskade aus freien Vortrag, gut gespielten Liedern, rasant vorgelesenen Texten und einer Unzahl von punk(t)genau gebrachten Anekdoten. Immer wieder durchhallte heftiges Lachen die sonst eher ehrwürdigen Räumen der Bibliothek. Die erste „Freibierlesung“ hat der Bibliothek gut getan, so gelöst und und unterhaltsam. Und Thomas Lötzsch, der meinte sein Publikum mit Freibier und Eintritt „für lau“ ködern zu müssen, sollte jetzt sicher sein: Bei dem Unterhaltungswert seines Buches und Vortrages kommt das Publikum auch mit Eintritt auf seine Kosten und gerne. Hoffentlich geht die Reise bald mal wieder in die punkige Jugend in der Provinz. (fst)
„Punk op de Deel“, erhältlich für 19,50 € über loetzschmann@aol.com
per email oder per Telefon & Fax 3872. Ausserdem bei Rieck, Tabak und Wein, Langebrückstrasse.

aus der Serie „das Haus vom Nikolaus“, Graphit auf Papier, 56 x 65 cm


Von Marianne Tralau am 5/02/2012 07:52:00 PM unter provinzart eingestellt

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Aus der Serie „das Haus vom Nicolaus“, Graphit auf Papier, 56 x 65 cm


Von Marianne Tralau am 5/02/2012 07:38:00 PM unter provinzart eingestellt

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Zeichnung, Graphit auf Papier, 56 x 65 cm


Von Marianne Tralau am 5/02/2012 07:21:00 PM unter provinzart eingestellt

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Ausschreitungen in der Nicolaikirche

Gross angelegte Kompositionen mit fast orchestralen Ausmassen brachte das zweite Konzert diesen Jahres der Konzertreihe „Neue Musik“ zur Aufführung. Nur drei Werke erklangen an diesem Abend. Alle drei hatten deutlich länger Spielzeiten und wurden jeweils in recht grosser Besetzung vorgestellt. Namensgebend und am Anfang stand die Uraufführung von Clemens Nachtmanns „ausschreitend“ für Ensemble von 2009/2010. Nachtmann, der 2010 als Stipendiat in Eckernförde weilte und während dieser Zeit an seinem Werk feilte, stammt ursprünglich aus Bayern. Musikalische und politische Studien führten ihn nach München, Berlin und Graz. In Österreich hat er einen Lehrauftrag an der Kunstuniversität Graz.
Aufgebaut auf der Idee eines Trauermarsches mit Bezügen zu Beethoven Mahler, Liszt und Berlioz beschäftigte sich der Komponist mit der Geste des Schreitens. Neun Musiker, davon 5 Bläser bildeten das Ensemble, die das schwierig zu spielende Werk mit dreidimensionaler Kraft in den Klangraum der Nicolaikirche stellten. Kraft, Lebendigkeit und Stärke sind die Begriffe die diese Komposition am treffensten beschreiben. Clemens Nachtmann malte mit seinen Tönen einen umfassenden durchseelten Raum, an einen urmächtigen Wald erinnernd, der bewohnt von vielerlei ungestörten Wesen zu sein scheint. Die starke Bläsergruppe (besonders hervorzuheben Wardy Hamburg an verschiedenen Saxophonen) spielte teilweise direkt in den Flügel und veränderte so den Raumklang in faszinierender Weise. Das diesjährige Generalthema der Musikreihe, Räume wurde in Nachtmanns Stück sehr anschaulich. Seine gross angelegten, teilweise heftigen Tonbilder klangen in spannungsgeladenen Pausen aus. Während der erste Satz die Themen in den Raum „stellte“, beschäftigte sich der zweite eher mit der inneren Verarbeitung. So ergab sich ein weiterer grandioser Spannungsbogen, der die Thematik „Bewegungen im Raum“ vielfach vertiefend spiegelte. Das Werk hat einen umfassenden Erlebnischarakter, es ist ihm zu gönnen auch noch an anderen Orten das Publikum in seinen Bann zu schlagen
Es schloss sich die Komposition „Swamp Forest“ (2004) von Larisa Vrhunc an. Die vielfach gespielte Slowenin zeigte in ihrem Werk eine „unfreundliche Waldgegend“ die zehn der 14 Musiker gewaltig in Szene setzten. Gerald Eckert setzte das Werk in seinen diesmal sehr kurzen Einführungen in Beziehung zu Lebens- und Sterbeprozessen mit ihren vielfachen Veränderungen. Immer wieder beachtlich, wie das „ensemble reflexion K“ auch in sehr grosser Besetzung präzise und durchgeprobt erscheint und auch komplexe Klangwerke lebendig und erlebnisreich vorstellen kann.
Gerald Eckert, der als musikalische Leiter des Abends alle drei Werke dirigierte, hatte eine lange Flugreise hinter sich. Er arbeitet derzeit in Seol (Südkorea) als Professor für Komposition. Als Abschluss dieses gross angelegten Konzertabendes erklang ein alter Publikums-Freund: „An den Rändern des Maßes“ (2005/2011) begegnete den Hörern der neuen Musik immer mal wieder während seiner langen Entstehungszeit. Diesmal setzte es einen gekonnten, zusammenfassenden Schlusspunkt. Das Werk beschäftig sich mit Auflösungserscheinungen. Der bewegte Raum, durch zwei Ensemblegruppen deutlich, verlagert sich spürbar nach Innen. Gerald Eckert vermag es, durch seine feinstrukturierten Kompositionen, das musikalische Geschehen in den Zuhörer zu verlagern. Während das Stück mit einer konzentrierten Schluss-Stille im Raum ausklingt, wird es das hörbar begeisterte Publikum noch eine Weile begleiten.
Das nächste Konzert der Reihe Neue Musik, zu dem Gerald Eckert wieder aus Korea anreisen wird, beschäftigt sich mit dem 250. Geburtstag der Häßler Orgel. Am Donnerstag, den 21.6. um 20 Uhr in der St.-Nicolai-Kirche. (fst)

18.02.13

Stipendiaten im Künstlerhaus

in der Otte(Str.) 1 gibt es „Nachwuchs“. Zwei Stipendiaten sind für jeweils zwei Monate in das Künstlerhaus eingezogen und können mit Unterstützung unseres Bundeslandes sich ihren kreativen Aufgaben widmen.

Benjamin Zuber, 1982 geboren, studierte in Erlangen, Nürnberg und München bildende Kunst. Nach seinem Abschluss 2011 in der Meisterklasse ist dies sein erstes Stipendium. Begeistert zeigte sich der Süddeutsche vom Meer in Eckernförde und besonders regte ihn die gefrorene Meerkante an. Sogleich realisierte er einen kleinen Film: Ein Gipssack dümpelt auf einer Eisscholle und versinkt langsam in der Ostsee. Zuber hat den Sack geborgen und langsam trocknen lassen. Derzeit dient er in Hamburg in der Ausstellung bei „Frapant e.V.“ als Projektionsfläche für den Film. Als Kulturbotschafter oder als kreativer Gruss aus Eckernförde, sollen Sack und Film danach noch in München und in Wien ausgestellt werden. Neben Ausstellungsvorbereitungen hat sich Benjamin Zuber für Eckernförde weitere Auseinandersetzung mit dem maritimen Umfeld vorgenommen. Eventuell sind daraus entstandene neue Werke in einer kleinen Abschlussausstellung am Ende seines Eckernförder Stipendium zu sehen.

Der Literatur verschrieben hat sich Maja Ludwig (*1979). Sie wohnt derzeit in Dresden, hat Ethnologie, vergleichenden Religionswissenschaften und Literatur in Berlin und Leipzig studiert. Ihr Spektrum als als freischaffende Literatin umfasst Romane, Kurzgeschichten, Theaterstücke und Drehbücher. Auch für kleine Filme hat sie bereits die Vorlagen erarbeitet. In Eckernförde möchte sie ihren ersten Roman beenden. Eigene Ausgiebige Reisen nach Afrika ergaben das Erlebnisumfeld in denen sie die Handlung und ihre Protagonisten ansiedelt. Vielleicht ergibt sich ja die Möglichkeit, dass Maja Ludwig in einer Lesung der Eckernförder Bevölkerung einen kleinen Einblick in dieses meistenteils wärmere Umfeld ermöglicht. Wir wünschen beiden Stipendiaten eine kreativ-erfolgreiche Zeit in unserer Stadt! (fst) 

www.otte1.de – Das schleswig-holsteinische-Künstlerhaus im Internet

Geschichten für Erwachsene
Valentinstag, mitten in der Woche. Der kleine stimmungsvolle Raum des „Figurentheater im Kabuff“ ist rammelvoll. Lauter erwachsene Menschen lauschen einer zierlichen Frau. Susanne Söder-Beyer von Beruf Märchenerzählerin erzählt mit viel Temperament von Männer und Frauen und den immer wieder verbindenden Thema: Der Liebe.
Die Märchenerzählerin im festlich eleganten roten Kleid fängt mit dem absoluten Anfang an: Der Schöpfergott hatte den Mann erschaffen und gesellte ihm eine Frau dazu. Erlesenste Zutaten benutze er, aber Adam reklamiert und bittet Gott, die ihm zugedachte Gefährtin wieder zurück zunehmen. Sie nervt ihn. Gott kommt dieser Bitte nach. Wie es dann dazu kam, dass die Menschheit doch entstehen konnte, berichtet Susanne Söder-Beyer mit schalkhaften Humor. Sie berichtet auch aus orientalischen Geschichten, in denen Männer und Frauen im Wettstreit über die List und Klugheit sich messen und nach etlichen raffinierten Verwicklungen, das auserwählte Paar sich doch noch findet.
Nicht nur aus fernen Gestaden und sehr alten Zeiten stammen die Märchen und Geschichten, auch aus Kochendorf und und in unserer Zeit spielend, gibt es hörenswertes zu berichten. Der Autor Nicolaus Kessener, der selbst schon als Vortragender im Figurentheater aktiv war, schrieb über ein alterndes Paar. Während der Mann sich mehr für eine Übertragung seines Fussballvereins zu interessieren scheint, bereitet sich seine Gattin auf ein festliches Klassentreffen vor. Natürlich schweifen ihre Gedanken in die Vergangenheit, als sie wild und gekonnt tanzten und die Liebe mächtig funkelte. Nun haben sie erwachsene Söhne und jeder geht seinen eigenen Interessen nach. Aus der alltäglichen Tristesse mit unerfüllten Hoffnungen und eingeschliffenen aneinander vorbei leben, entwickelt sich ein anrührendes Happyend. Ohne moralischen Zeigefinger wird klar: Liebe ist keine Frage des Lebensalters. Eine bezaubernde und sehr nachvollziehbare Erzählung, die durch den freien Vortrag noch viele feine Nuancen erfährt. Mancher der angegrauten Zuhörer wischt sich beim Klatschen beiläufig über die Augen….
Die Märchenerzählerin lässt jede Gestalt lebendig vor den Augen der gebannt lauschenden Zuhörer auferstehen. Sie wandelt ihre Stimme, und wenn, wie in einer „Erwachsenenfassung“ eines Märchens der Gebrüder Grimm sie von der bösen Hexe berichtet, die der jungen Liebe gehässig im Wege steht, dann funkeln ihre Augen und sie nimmt die knöchrige Gestalt der hässlichen alten Frau an. Den Zuhörern schauert es. Aber das junge und hübsche Mädchen sing ein melancholisches Lied und schon breitet sich eine ganz andere Stimmung im Raum aus. Auch dieses Märchen steuert auf ein glückliches Ende zu.
Nach jeder Geschichte, es sind auch gekonnt aufbereitete Anekdoten darunter, spielt der jugendliche Musikus Benjamin Schulte auf den Akkordeon ein kleines Musikstück. Allzu bald verbeugen sich die beiden perfekt zusammenagierenden Akteure, aber das Publikum lässt sie so nicht ziehen. Erst nach einer weiteren leicht frivolen jüdische Geschichte und noch einer Kostbarkeit auf dem Akkordeon endet die Vorstellung. Faszinierend wie die alte Kunst des Erzählens ganz moderne Zuhörer in ihren Bann zu ziehen vermag. Welch mächtige Bilder in dem kleinen Raum des Figurentheaters entstehen und gestandene Männer und Frauen beim zuhören sichtlich berührt werden. Schön das es grosse kleine Kunst noch gibt! (fst)
Bu: Märchenerzählerin Susanne Söder-Beyer mit der Gastgeberin Klara Korn auf dem Schoss

Thomas Lötzsch (47) Punk op de Deel
Buchvorstellung

 Der bekannte Musiker- und Musikpädagoge Tomas Lötzsch hat einBuch geschrieben. Seine Platten sind Legion, als bekannter Frontmann der in Deutschland äusserst beliebten Band Illegal 2001 wurde er richtig populär. Wie begann das alles?

 
Thomas Lötzsch wollte eigentlich ein Buch über seine Band Illegal schreiben, was in 23 Jahren Bandgeschichte mit all den tollen Leuten passiert ist. „Ich hatte immer vor ein Buch zu schreiben, ein Lebensziel. Wenn man irgendwann nichts neues macht – das ist bedenklich.“ 
 
 
 
 
In seinen in Roman erzählt Thomas aus seine Jugend in Hohenwestedt, wie er bereits als Kind nach Itzehohe fuhr, um die neusten Scheiben, Punk natürlich, einzukaufen. Daraus entstand in seinem Freundeskreis eine verschworenen Gemeinschaft. „Wir waren die Verhaltensoriginellen, wir waren Punks“ Das gab es in der norddeutschen Kleinstadt bisher nicht, die jungen Leute wurden teils misstrauisch, teils spöttisch von den Erwachsenen beäugt. „Wir waren eine kleine Horde junger Hunde, die einen Riesenspass daran hatten, anderen in die Waden zu beissen.“ Rumhängen mit den Freunden und die Alten provozieren bestimmten nicht nur den Alltag, nebenbei gründete man auch Bands, übte mehr oder auch viel weniger und wagte sich an Auftritte, die extrem grenzwertig waren. Neben einer Ausbildung als Möbeltischler war das tunen von Mofas viel wesentlicher. Aber erstaunlich viele kreative Fähigkeiten er übten sich die jungen Leute ganz nebenbei. 
 
Thomas Lötsch schreibt wie er spricht. In schneller Folge, mit viel Sinn für Humor, werden farbige Szenen geschildert von denen der Leser sich mühelos gefangen nehmen kann. Nach kurzer Zeit ist man in den 70iger Jahren, in der norddeutschen Provinz und erlebt die seltsame Mischung zwischen Mief und Aufbruch lebendig mit. Schwer fällt es, den Band wieder aus den Händen zu legen, der mit vielen, sogar bunten, Bildern aus den Fotoalbum des Autors angereichert ist. Thomas Lotzsch hat alles selber gemacht: erlebt, geschrieben, den Buchsatz, den Verlag. „Ein Buch zu schreiben ist körperliche Arbeit. Nach einigen Stunden konnte ich alles wieder sehen, wie es früher war.“ Anderthalb Jahre hat er an seinem Werk gearbeitet. Nur den Einband hat Freund Holger Ceglas für ihn liebevoll gestaltet. 
 
Kaum war das Manuskript druckbereit, standen schon zwei Kapitel als Hörbeispiele auf dem Videoportal „YouToube“. Sehr lebendig liest der Autor aus seinem Buch und schafft es spielend, das Neugierde entsteht und Appetit auf mehr. Das gibt es momentan nur in dem Buch „Punk op de Deel“, erhältlich für 19,50 € über loetzschmann@aol.com per email oder per Telefon & Fax 3872. 
 
Doch Thomas Lötzsch hat sich noch weiteres vorgenommen: Eine Hörbuch CD von ihm gelesen und angereichert mit Punk-Klassikern aus seiner Jugendzeit ist in Vorbereitung. Um jeglichen Stillstand vorzubeugen, will er dann erstmal mit dem Rauchen aufhören und einen ganzen Marathon laufen. Wenn dieser Schweiss auch wieder getrocknet ist, sollten wir ihn vielleicht mal wieder an den Folgeband erinnern: Wir war das mit Illegal 2001? Erzähl doch mal, schreib es auf! Nur damit kein bedenklicher Stillstand droht…. (fst)
Artikel in der EZ: https://www.shz.de/nachrichten/lokales/eckernfoerder-zeitung/artikeldetails/article//ein-roman-ueber-die-punk-jugend.html

Am 11.12. 2011 um 12 Uhr geht es los:

HofART, die Hinterhof Galerie in Eckernförde präsentiert die 2. Open-Air-Ausstellung.


Sankt – Nicolai- Strasse 

historische und ganz moderne Photos, in Zusammenarbeit von fognin und dem Archiv Willie Euler – Altes Eckernförde









Die Ausstellung ist durchgehend geöffnet, jeden Tag. Viel Spass! 


Hinterhöfe im Allgemeinen verfügen über einen verschwiegenen und eigentümlichen Charme. Sie entfalten diesen Charme besonders dann, wenn sie unvermutet in der Innenstadt Eckernfördes beim Schlendern durch die Nicolaistraße etwa, entdeckt werden. Genauer: In der St.-Nicolai-Str. 7A, fast neben Café Heldt, gibt es eine Fotoausstellung mit Motiven der Ostseestadt, die mit dem originellen Hinterhofcharme korrespondieren. „Hof Art“ nennt Fognin seine Bildergalerie, die bei schönem Wetter für alle Besucher geöffnet ist.

In der kleinen Ateliergalerie werden die Motive auf verschiedenen Materialien (AluDiBond, Kunststoff, Metalle) mit überraschender Tiefen- und intensiver Farbwirkung präsentiert. Fognin, der die gezeigten Motive in den letzten fünf Jahren in und um Eckernförde fotografierte, bietet sie auch als Postkarten an, die über die Händler in Eckernfördes Innenstadt zu erwerben sind.

„Die Künstlerstadt Eckernförde, die als solche immer noch zu wenig ins Bewusstsein der Besucher gerückt wird, hat mit meiner kleinen Ausstellung hoffentlich einen Akzentpunkt mehr aufzuweisen“, hofft der Künstler, der an dem Konzept zu dieser Präsentation über ein Jahr gefeilt hat. www.mmeck.de/fogart 

EZ am 25.5.2011

16. MAI 2011

Grafische Arbeiten

Momentan beschäftige ich mich intensiv mit einem Gestaltungsprogamm. Hier einige „Übungsspielereien“

Natürlich nur zu Werbezwecken – ich erwarte jetzt jede Menge Aufträge für Prospekt, Visitenkarten und Broschüren….

Einladung Frühstücksbühne mit unausprechlichen Titel

 

Avatar für Facebook
Andere Version

Und ein Entwurf für eine CD:

 

Vorversion

 Für meine Freiluft – Photoaustellung, die jeden Tag bei schönen Wetter in der Nicolai-Str. 7 staffindet, zwei Schilder. Die „Biographie“ ist auf silbernen („Edelstahl) Hintergrund, die Preise vergolden (zumindesten mir) das Leben…

 

Infotafel bei der HofArt Ausstellung

 

 

Preisliste auf goldfarbenen Metal

Angefangen hat alles mit einem Plakat für die Frühstücksbühne letzten Monat zum Thema „RausAus“. Vielleicht lag es ja an diesem Werbeträger, dass kaum Menschen gekommen sind?

Plakat Fstb

Fünf junge Kerle stehen auf der Bühne und klampfen, singen, fiedeln. Und der ehrwürdige Raum der Siegfriedwerft tobt und tanzt, wippt mit und alles swingt. Die Fünf nennen sich Schlagsaite, kommen aus Köln und sind bis oben hin mit melodischen Liedern, witzigen Texten und fröhlichen ansteckenden Melodien gefüllt, die sie grosszügig und gutgelaunt über ihr Publikum ausgiessen. Folk- Chanson- und Liedermacherformation, so nennen sie ihren genialen Stilmix, der in die Beine geht ohne den Kopf zu vernachlässigen. Viele eigene Texte, oder auch Vertonungen von den kritischen Nachkriegspoeten wie Erich Kästner, Ringelnatz und Borchert sorgen für Substanz, dazu Melodien und Rhythmen die vom Folk ausgehend, keine Näherungsängste mit anderen berührenden Musikrichtungen haben. Neben der deutschen sind auch weitere Sprachen zu hören, selbst russisch kommt hitverdächtig flott rüber. Ohne Pause und ohne Noten wird in alter Waldecktradition stehend musiziert und gesungen, mit witzigen und spontanen Ansagen.
 

Per Publikumsakklamation wurde die 18jährige Svenja Funke zur besten Tänzerin gekürt und bekam die neue CD „und was kommt nun“ von Schlagsaite geschenkt. Sichtlich glücklich tanzte die Schülerin danach noch ausgelassener.

Die Musiker touren derzeit durch Norddeutschland, haben bereits erfolgreiche Auftritte in Hamburg, Kappeln und Flensburg (mit dem Eckernförder Duo Caldera) absolviert, bevor sie in Eckernförde zeigen konnten, dass sie nicht nur junge Leute zu begeistern vermögen.

 

Spontan holten die Band die hafenmusic Organisatorin Sigi Siemsen auf die Bühne, zusammen wurde eine besonders fetzige Version von „bei mir biste Scheen“ gesungen und gespielt. Nachvollziehbar auch das Gefühl. das in dem Song „Berlin 24/7“ zum Ausdruck kommt: Von der kleineren Stadt in die grosse Hauptstadt gekommen und äusserst irritiert: Wann soll man gehen, wenn die Kneipe rund um die Uhr geöffnet ist?

Die Mischung aus zwei Gitarren, e-Klavier, Geige, Kontrabass und Akkordeon und dem Gesang aller Bandmitglieder ist ein Erfolgsrezept, dass sich hinter den 17 Hippies nicht zu verstecken braucht.

Für Eckernförde bleibt nach diesem sehr lebendigen und erlebnisreichen Konzert nur die Frage: Gibt es hier eine grössere Bühne um ein zahlreicheres und alle Altersstufen umfassendes Publikum zu begeistern? Vielleicht ein Tipp für die grossen Hafenveranstaltungen im Eckernförder Sommer? (fst)

„Gaststar“ Sigie Siemsen

Daniel Hermes:Gesang, Gitarre;(hinten:) Dimitrie Miron:Geige; Simeon Miron:Kontrabass; Markus Breuer:Gesang, Gitarre; Markus Giesler:Akkordeon

fognins bewegtes leben

Jetzt ist es 10 Tage her, dass ich hier meinen Katalog „der mir wichtigsten Bilder“ publiziert habe. Die Einträge auf diesem Blogg () landen automatisch auf dem Kulturblogg für Eckernförde und in der entsprechenden Gruppe bei Facebook.

Es ist ein komisches Gefühl, eine eingeschränkten Öffentlichkeit etwas zu präsentieren, dass einem selbst sehr wichtig, biographisch gesehen, sogar bedeutend erscheint.

Lieber als hier virtuell auszustellen, hätte ich meine Werke gerne an die weissen Wände einer Galerie gehängt. Hätte gerne etwaigen Interessenten in die Augen geschaut und bang gehofft, ob und wie sie sich äussern. Aber, leider ist die Realisierung der Werke als Wandschmuck recht teuer und ich kann es mir einfach nicht leisten. Vielleicht später mal. Vielleicht dann, wenn ich ein paar Bilder verkauft habe.

Ich werde keine Bilder verkaufen.

Das ist ein Teufelskreis: In der Überfülle des Internets gehen meine Werke unter. Oder werden sonstwie nicht bemerkt. Oder sind einfach nur schlecht: Wie soll ich es wissen, da ich keinerlei Feedbacks erlebe, ausser von guten Freunden, die letztlich mir applaudieren.

2011

Bilder die mir etwas bedeuten.
Mein Katalog. Teil 1:
„bewegtes Leben“
Eurythmie
HDR3
Pentax K20
Marktplatz belebt
HDR10
Pentax K20
raus aus
HDR 3
Pentax K20
Waschtag
HDR
Leevke
HDR3
Pentax K2
Gruppe (fstb)
HDR3

[https://picasaweb.google.com/fognin/FogninDerKatalog41Stadt?feat=directlink]

Mein Katalog. Teil 4:
„stadt-strand-meer“
Bilder die mir etwas bedeuten.
Rundspeicher

(Garten Künstlerhaus)

HDR4

Pentax K7

Altstadtfest

HDR3

Pentax K7

Altstadt

HDR

Hamburg Speicherstadt

HDR3

Gänsemarkt

HDR

Von Blogger am 3/10/2011 12:36:00 PM unter fognin eingestellt

 

Mein Katalog. Teil 4:
„stadt-strand-meer“
Bilder die mir etwas bedeuten.
Rundspeicher
(Garten Künstlerhaus)
HDR4
Pentax K7
Altstadtfest
HDR3
Pentax K7
Altstadt
HDR
Hamburg Speicherstadt
HDR3
Gänsemarkt
HDR

Bilder die mir etwas bedeuten.
Mein Katalog. Teil 4:
„stadt-strand-meer“
Eckstrand

HDR

Eckstrand

HDR

1. März 2007

Canon EOS 300D

Eckstrand
Eckstrand

Nikon 995

Eckstrand

HDR

Bilder die mir etwas bedeuten. Mein Katalog. Teil 6
Calderas Faust
Marianne Carlshöhe
Smarties auf Stahl -HDR5- gedreht
Pentax K20
von hinten
HDR3 Pentax K20

Scherenschnitt, 56 x 65 cm


Von Marianne Tralau am 2/28/2011 07:42:00 PM unter provinzart eingestellt

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angewandte Piraterie

Seit Jahrhunderten befährt der als „Magister der sieben Künste“ bekannte Pirat und „Likedeeler“ Magister Wigbold (*1365) die Weltmeere. Viel hat er erfahren und erlebt zusammen mit Klaus Störtebeker und Gödeke Michel. Am Sonnabend schwadronierte der als „listiger Zwerg“ gefürchtete Freibeuter im Haus an der Reeperbahn über seine Erfahrungen und dozierte über die Verwicklung des traditionellen Piratentums in der aktuellsten Politik.
„Habt ihr heute schon gemeuchelt?“ So wurde das Publikum im ausverkauften Kinosaal des Jugendzentrums begrüsst und wie es sich für einen gelehrten Dozenten und Doktore gehört mussten die Studenten Rede und und Antwort stehen. Detailliert beschrieb der kleine Freibeuter, in dessen staubigen Gewand sich die gewiefte Aktionsschauspielerin Gabriele Pahms verbarg, die geschichtlichen Vorkommnisse der Freibeuter zwischen Ost- und Westsee. Poltrig streng mit harschen ungeduldigen aufstampfen des knotigen Stockes wurde die Anwesenden examiniert und mit schelmischen Grinsen und einem triumphalen „Na also – geht doch“ für kluge Antworten belohnt.
Mit zur Mannschaft des umtriebigen Kapitäns gehörte die schöne Esmeralda (Cordula Thonett, Figurentheater im Kabuff) die verzückt die Augen verdrehte in Andenken an die schönen schwedischen Männern damals und der knarzige alte Pirat Alberich Grünhaar. Da Alberich als Handpuppe (oder vielleicht auch wegen seines wurmstichigen Holzbeines?) an seine Esmeralda gefesselt war, giftete er diese gerne mal an und verwickelte sie in gewohnheitsmäßige Kleinstreitgespräche. Was ihn aber nicht abhielt mit den hübschen Frauen im Publikum nebenbei noch zu flirten.
Der Pirat „Musicus“ mit wallenden Dreadlocks war auch mit an Land gekommen um mit Akkordeon und Gitarre für musikalische Stimmung zu sorgen. Aus dem Rathaus hatte er sich als Souvenir den „Bürokraten Maier“ mitgebracht, der für ihn das Schlagzeug zu spielen hatte. (Benjamin Schulte und Dominik Kessener vom Eckernförder „Duo Caldera“) Während die Mannschaft die fröhlichen Seiten des Piratenlebens in so eingängigen Liedern wie „… und ausserdem haben wir gute Laune“ hochleben liess, zeigte der gelehrte Magister auf, dass die traditionellen Piratentricks wie Bangemachen und Stillschweigen auch heute noch in der Politik bestens funktionieren. Ob Bankenkrise, Gesetze durch Lobyisten, Stuttgart 21, Atomverträge und Internetmacht – stets sind es die alten Piraten oder zumindest ihre bewährten Methoden mit denen das (Wahl)volk verscheissert und genasführt wird.
Nach dem das lebhaft mitgehende Publikum über diese wesentlichen Grundzüge uralter und hochaktueller Piraterie eingehenden unterrichtet worden war, akquirierte der beherzte Magister seine neue Mannschaft aus den Anwesenden. So mancher Besucher kam ins sinnieren: Wie wäre es die Seiten zu wechseln zu den direkt-demokratisch geführten Schiffen der Freibeutern, die ihre Beute gerecht und gleich teilen, die eine funktionieren Altersversorgung bieten und wild und frei leben?.
Gabriele Pahms und ihren Künstlerkollegen gelang es einen unterhaltsamen Abend zu gestalten, der bei allen Klamauk und Ulkereien auch geschichtlich informative Details offenbarte und gleichzeitig bestes politisches Kabarett bot, mit seinen manchmal etwas bitteren Pointen. Eine gelungene Show aus Eckernförde die sich als Exportartikel empfiehlt. (fst)

Zwei Künstler, die sich zurzeit als Stipendiaten im Künstlerhaus Eckernförde aufhalten, stellen sich der Öffentlichkeit einmal anders vor: statt einer konventionellen Lesung bzw. eines Konzertes wird es ein Werkstattgespräch geben, in das das Publikum von vornherein einbezogen sein soll. Es werden also nicht nur fertige Resultate in Form von Texten und Musikstücken präsentiert, sondern es soll anhand von ganzen Werken, Werkausschnitten und nicht zuletzt auch zugänglich gemachten Skizzenmaterialien der jeweilige künstlerische Prozess, der schließlich zum Werk führt und in ihm erlischt, herausgearbeitet und zur Diskussion gestellt werden – ein Einblick in die künstlerische „Werkstatt“ wird auf diese Weise ermöglicht.

Montag, 29.11.2010, 19 Uhr
Künstlerhaus Eckernförde, Ottestraße 1, Ausstellungsraum, Eintritt frei!

Composing/Writing – über Strategien künstlerischer Prozesse Werkstattgespräch mit Johanna Straub (Schriftstellerin) und Clemens Nachtmann (Komponist)
 

Kennt ihn jemand nicht? „der weisse Fleck in Eckernförde, Falko Windhaus ist in der Stadt bekannt wie ein bunter Hund“ wordspielte Bürgermeister Jörg Sibbel am Freitag Abend bei der Begrüssung zu der Ausstellung „Falko – Eckernförde 1985 -2010“ in der Galerie 66. Reichlich Publikum, Gratulanten und Freunde hatten sich auf dem BSIC zusammengefunden um den stadtbekannten Künstler zu ehren und seine umfangreiche Werkschau zu geniessen. 
Fast jeder der Besucher und der Laudatoren verbindet mit Falko Windhaus auch etwas persönliches. Dieses Zusammenspiel zwischen dem menschlich wirksamen Künstler und dem kreativen Menschen Falko lässt sich bis in seine Werke, Gemälde, Objekte, Fotografien, Raumgestaltungen, Kochevents und Feiern hinein verfolgen, zeigte Dr. Uta Kuhl (Landesmuseum Schloß Gottorf) in ihrer Einführung zur Ausstellung auf. 
Kenntnisreich wies die Museumspädagogin auf Analogien zwischen dem Eckernförder Umfeld und den Spiegelungen in den Bildern des Malers hin. Am bekanntesten dürften dabei seine Stuhlreihen sein. Stühle die sich unterhalten, die Geschichten erzählen und menschliche Verhaltensweisen annehmen und sich in verschiedenen Umfelder einfügen. Genau so populär und vielschichtig, die grosse Serie der Drahtseilakte – Balancen in den unterschiedlichsten Situationen und Lebensumständen in künstlerischer Vollendung dargestellt. Aber weit über die bekannten Serien, zu denen die roten Häusern natürlich auch gehören, geht das gestalterisch Sichtbare von Falko Windhaus hinaus. Gerade in letzter Zeit sind Plastiken, Collagen, Fotografie und weitere unterschiedlichste freie Arbeiten dazugekommen. 
Falko, der es überhaupt nicht schätzt wenn man seine Person in den Vordergrund schiebt, verweist dabei nur zu gerne auf seine Werke die ihn biographisch vertreten sollen. Natürlich ist er als Restaurator und Student zweier Kunstschulen bestens ausgebildet, selbstverständlich gehören die vielfachen Tätigkeiten als Galerist, Kurator und Veranstalter zu seinem biografischen Rüstzeug. Aber tatsächlich lässt sich die vielfache Persönlichkeit eher über seine Werke aufschlüsseln, als über eine längere Abhandlung. Seine Freude, gerade jüngere Menschen in kreative Gestaltung zu begleiten, betonte Prof. Peter Jochimsen in seiner kurzen Rede, aber es zeigt sich auch in Bildern, die er zusammen mit chinesischen Kindern gemalt hat. Sein Eintauchen in fremde Kulturkreise wie China und Russland lässt sich in einigen seiner neueren Plastiken lebendig miterleben. Jeder biographische Punkt, lässt sich so auch anschaulich künstlerisch erleben.
Eigentlich ist Falko in Eckernförde nur ein Kreativer unter erstaunlichen vielen. Aber 25 Jahre Eckernförde haben nicht nur Falko geprägt, auch „seine“ Stadt hat er vielfältig verändert. Ohne Reden, ohne viele Worte und mit bestimmter Zurückhaltung was seine Person angeht, aber kreativ und kommunikativ über seine Werke und und beredten Taten. Eine umfassend gute Gelegenheit auf den Erlebnispfad Falko / Eckernförde zu gelangen bietet die weitgefächerte Ausstellung in der Galerie 66 im Baltic Sea International Campus (BSIC) noch bis zum 15. Januar 2011, jeweils Montags bis Freitags von 11-18 Uhr. Und für den, der bildhafte Kommunikation mit gebildeter Kommunikation krönen möchte: Der Künstler ist anwesend. (Markus Feuerstack)

Kommentar „Der Prophet im eigenen Land…“

geschrieben für die EZ (unveröffentlicht)

Die Musikreihe „Neue Musik“ kommt in das zehnte Jahr ihres Bestehens in Eckernförde. Stetig steigende Zuhörerzahlen zeigen ihren Erfolg auf lokaler Ebene, auch wenn etliche Besucher aus dem schleswig-holsteiner Umland anreisen. Bedeutender für die Stadt ist die internationale Wirkung: „Uraufgeführt in Eckernförde“ ist immer wieder in den Werksbiographien bedeutender zeitgenössischer Komponisten zu lesen. Bekannte Ensembles aus aller Welt schauen sehnsüchtig in unsere Stadt als Aufführungsort mit lebhafter Publikumsbeteiligung. Beatrix Wagner und Gerald Eckert gelang es in zehn Jahren zu beweisen, das moderne, anspruchsvolle Musikaufführungen nicht an die klassischen Metropolen gebunden sind.
Umso seltsamer ist es wenn nun durch den anstehenden Sparhaushalt genau diese Musikreihe überproportional gekürzt werden soll. Haushaltssanierung auf Kosten einer Veranstaltungsreihe die den Namen der Stadt in alle Welt trägt, ist marketingmässig eine Niete – kulturell eine Katastrophe. Verständlich, wenn die Zuständigen in Politik und Verwaltung aus Zeitmangel oder Desinteresse keinen Zugang zu dieser Kunstrichtung finden. Unverständlich, wenn sie ein kulturelles Alleinstellungsmerkmal ausradieren und damit den Ruf der Stadt nachhaltig schädigen. Noch ist Eckernförde kulturell mehr als Provinz – nicht zuletzt wegen des Lärms den die beiden rührigen Musiker werbewirksam in die ganze Welt blasen.(Markus Feuerstack)

 

Ende der Welten – ausdrucksstark erlebt

Es gab viel zu feiern. Und es wurde grossartig gefeiert. Lautstark, zart, lang und mit qualitativ besten Inhalten. Am Freitag Abend zelebrierte die renommierte Eckernförder Reihe „Neue Musik“ ein einzigartiges Konzert. Gerald Eckert, der in Eckernförde lebende Komponist mit internationaler Ausstrahlung, wird dieser Tage (*27.12.1960) 50 Jahre alt, die Musikreihe beginnt ihr zehntes Jahr und eine erfolgreiche Saison von Konzerten erlebte ihr Abschlusskonzert.

„Fin des terres“ so der Titel dieses in drei Einheiten gegliederten Abends, bot ein umfassendes und mit zahlreichen Instrumenten besetztes Programm. Das in flexibler Besetzung agierende „esemble reflexion K“ bot allein elf Musiker auf, dazu kam das Schlagzeugduo „Eardrum“. Die musikalische Leitung und der künstlerische Fokus wurde von Gerald Eckert bestimmt, der mit dem inkl. Pausen dreistündigen Programm ausführlich gewürdigt wurde. Nicht nur eigene Werke des Komponisten wurden gespielt, auch ihn prägende Komponisten beleuchteten seinen musikalischen Werdegang. Morton Feldman (1916-1987), Gérard Grisey (1946-1998), Stefano Gervasoni (*1962, Italien) und natürlich Nicolaus A. Huber (*1939) repräsentierten dieses Umfeld. Von Gerald Eckert wurden in grosser Besetzung „Studie über Nelly Sachs“ (2008), „Bruchstücke… erstarrtes Lot“ (1999) und das für diesen Abend namensgebende „offen – fin des terres“ (2002) aufgeführt.

 

Der erste Teil des dreigegliederten Abend bestimmten drei Schlagzeugduos. Die zahlreichen Zuhörer in der St.-Nicolai-Kirche erlebten zwei mit vielerlei Klanginstrumenten ausgestattete Schlagzeuge, die optisch und akustisch raumergreifend operierten. „Void“ von Gerald Eckert war mit ca. 30 Minuten der längste Titel des Abends. „Geformte Stille“ und „Nachspüren“ sind Begriffe mit denen der Komponist dieses imponierende Werk charakterisiert.

Beindruckend auch die weiteren Werke von Gerald Eckert, besonders da sie mit grössere Besetzung zur Aufführung kommen konnten. „Studie über Nelly Sachs“ von 2008 für Sopran und Ensemble, beschäftigte sich mit Teilen, Partikeln, die unerbittlich ablaufen. Das Stück eröffnet einen Klangraum der es den Zuhörern ermöglicht den Stimmungsanteil der Dichtung von Nelly Sachs wiederzufinden und zu sich selbst in Bezug zu setzen.

 

„Bruchstücke… erstarrtes Lot“ von 1999 und „offen – fin des terres“ (2002) sind zwei weitere bedeutende Kompositionen die einen tiefen Einblick in das Werk von Gerald Eckert ermöglichten. Bei dem letzt genannten Stück wurde durch die Verwendung von gleich zwei Zuspieltonbändern Eckerts feinfühliger Umgang mit dem Raumklang deutlich. Durch musikalische Elemente, feinste Töne, die fast unter die Hörgrenze gehen, zwingt er das Publikum in einen sehr lebendigen Klang- und Erlebnisprozess hinein. Vielleicht sind es gerade Eckerts Werke die die ungewöhnlich zahlreiche Teilnahme der Zuhörer an dieser besonderen Musikrichtung in Eckernförde ermöglichen. Jedenfalls feierten die anwesenden Zuhörer „ihren Komponisten“ und die vielen Ausnahmemusiker durchgehend mit langanhaltenden Beifall. Es war – wieder einmal – ein grandioses Konzert und ein spannendes Portrait über den Künstler Gerald Eckert. (fst)

Ausstellung
FALKO
Eckernförde 1985-2010

Wir laden Sie ein, mit uns die Ausstellung am
Freitag 19. November 2010
20 Uhr zu eröffnen
Begrüßung:
Jörg Sibbel
Bürgermeister Eckernförde
Prof. Dr. P. Jochimsen
Kuratoriumsvorsitzender P. Jochimsen Stiftung
Einführung:
Dr. Uta Kuhl
Landesmuseum Schloß Gottdorf

contemporary international art
Lorenz-von-Stein-Ring 1-5 24340 Eckernförde 04351-667650
Öffnungszeiten: Mo-Fr 11.00-18.00 Uhr Sa-So nach Vereinbarung


Papier ist Kunst – Erwin Dooses Ausstellung „Fliegepapiere“ in der Galerie 66

Ein Leben für Papier

Erwin Doose und Katherine Houghton
Erwin Doose ist unter den zahlreichen Eckernförder Künstlerpersönlichkeiten eine stille, schwer zuzuordnende Grösse. In der Galerie 66 auf dem BSI-Campus wurde am Freitag eine umfassende Werkschau eröffnet. Begrüsst wurden die Besucher von Uwe Döring (Minister a.D.) und dem Musiker Martin Mech auf seinen Didgeridoos. In das Leben und Werk des eigenwilligen Künstler führte Katherine Houghton charmant und lebendig ein. Sie lies den Lebenslauf des Künstler Revue passieren. Doose, der 1942 in Danzig-Olivia geboren wurde, begann mit einer bodenständigen Ausbildung als Buchbinder. Die monotonen Seiten dieses Berufes lernte er über acht Jahre in einem Industriebetrieb kennen, in dem er als Papierschneider unter anderem am grossen Brockhaus mitarbeitete. Eigentlich wollte er die kreativen Seiten seines Berufes als künstlerischer Bucheinbinder in der Muthesius Hochschule in Kiel vertiefen, aber er wechselte schnell zur Bilderhauerei über. Zeichnen und porträtierendes Plastizieren waren Schwerpunkteseiner Tätigkeit. 14 Jahre arbeitete er als Lehrbeauftragter an der Kunstschule. Seit dem ziert eine geradezu unendliche Liste von Ausstellungen, Stipendien und Kunstpreisen seine künstlerische Biographie.

Erwin Doose, Ulrike Piekenbrink, Galerist Falko Windhaus, Martin Mech (Musiker Didgeridoo)
Seinen beruflichen handwerklichen Wurzeln blieb er auch als gefeierter Künstler stets eng verbunden. Sein charaktervoller Satz: „Ich rette Papier, so gut es dies will“ ist zum lebenslangen Programm geworden. Wobei die Werkzeuge, die in der Papierverarbeitung genauso wie in der Bildhauerei wesentlich sind, zu seinen Materialkanon dazu gehören. Ihn reizt dabei nicht das jungfräulich neue Material, sein liebevolle Hinwendung gilt Schleifscheiben, Papiere usw. die ihre Geschichte bereits gelebt haben, die dem Verderben anheim gestellt sind und die er zur Kunst errettet – die in den Augen und Seelen der Betrachter eine kleine Ewigkeit weiter existieren dürfen.

Die Ausstellung „Fliegepapiere“ zeigt ein umfassendes Werk an Plastiken, Reliefbildern, Collagen und Malereien – eine meditative Erlebnislandschaft die erfahren, erschaut werden will. Manchmal erzählen die Werke ihre Geschichte. Dem Aufmerksamen gelingt es zu erschauen aus welchen früheren Zustand das Material metamorphosiert wurde. Bei andern Werken beginnt die Geschichte des Auserlesenen neu – die künstlerische Gestaltung dominiert als fertiges Werk. Es wird Erwin Dooses künstlerische Bedeutung nicht gerecht, ihn nur auf seine Materialien zu reduzieren. So herausragend sein Umgang mit diesen ist, so bedeutend aber auch die Gestaltung an sich. Der (vorläufige) Endpunkt einer Geschichte ist eindeutig ein Neuanfang, eine Geburt einer neuen Geschichte, die der Kunstfreund nicht nur für sich erobern kann, sondern als Käufer im neuen Umfeld wieder weiter beleben kann. (Markus Feuerstack)

Erwin Doose „Fliegepapiere“
Galerie 66 im Baltic Sea International Campus
Lorenz von SteinRing 1-5
24340 Eckernförde
Mo-Fr 11-18 Uhr Wochenende nach Vereinbarung
04351- 667650

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  Neue Musik ungewöhnlich

Selbst bei der künstlerischen Avantgarde gibt es Alltag. Diesen zu durchbrechen braucht es ungewöhnlichen Aufwand. Das Konzert „Samen.Sprungfedern /colurs IV“ zeigte eine solche Grenzverletzung. Zum heimischen ensemble reflexion K in der Besetzung Beatrix Wagner (Flöten), Gerald Eckert (Dirigat) und Johannes Fischer (Schlagzeug), gesellten sich Astrid Schmeling (Flöten) und Matthias Kaul (Schlagzeug) vom Ensemble l´art pour l´art. Dazu kamen als Gäste noch Nari Hong und Martina Roth (beide Flöten). Insgesamt also vier Flötistinnen, die teilweise auf zehn Instrumenten spielten, und zwei Schlagzeuge. Ungewöhnliche Besetzung – noch ungewöhnlicheres Programm.

 

Die Biographie des koreanisch-deutschen Komponisten Isang Yun liest sich wie ein Roman. Vielfach von den politischen Bitternissen seiner Zeit (er lebte von 1917-1995) persönlich betroffen, wechselte er 1971 endgültig von seinem geteilten Geburtsland in das genauso geteilte Deutschland. Hier gelang es ihm, internationale Akzente als Komponist zu setzen. Sein „Quartett“ für vier Flöten (eigentlich zehn!) wurde zum furiosen, gelegentlich schmerzhaften Auftakt des Konzertes in der St.-Nicolai-Kirche.Der österreichische Komponist Klaus Lang ist bereits 2008 in Eckernförde aufgeführt worden. Sein Werk von 2001 „Der fette Hirte und das weiße Kaninchen“ forderte die Ohren der Zuhörer. Zarte Töne von zwei Flöten und zwei Schlagwerken ließen sich mit menschlichen Atem assoziieren und kontrastierten so deutlich zum vorangegangenen Werk.

Als Raumklanginstallation mit außergewöhnlichem Aufbau, seltsamen Tönen und viel Spass kam das Werk „Vacuum Ritual II“ von Matthias Kaul zur Aufführung. Vier Flöten stehen als Instrumentenangabe im Programmheft. Tatsächlich spielten die Musikerinnen auch auf verschiedenartigste Weise – trompetenähnlich, singend, klopfend – auf Einzelteilen ihrer Instrumente. Die Klangvariationen, die hierbei erzeugt wurden, waren schier unerschöpflich. Diesem ungewöhnlichen Klanggeschehen gesellten sich vier elektronisch geregelte Staubsauger hinzu. Aus den infernal klingenden Reinigungsmaschinen, die für mich zumindest, stets mit ungemütlicher, nervender Atmosphäre verbunden waren, wurden fast kultische Klangerzeuger, die den umgebenden Kirchenraum zum Vibrieren brachten. Ungewöhnliche Klänge allenthalben, mit viel Spaß und Augenschmaus.

Die zwei Schlagzeuger hatten ihren großen Auftritt in dem nur durch Regieanweisungen eingeschränkten Improvisationswerk „Edges“ (1968) des Amerikaners Christian Wolf (*1934). Optisch, klanglich und spielerisch – ein gelungener Entspannungsmoment in diesem breitgefächerten Konzertprogramm.

Eckernfördes großer Komponist Gerald Eckert gibt sich stets seriös, so auch in „absence – traces éloignées“ (2007) für vier Piccoloflöten und zwei Schlagzeuger. Das Werk baut ein energiegeladenes Spannungsfeld zwischen den unterschiedlich agierenden Hochtönen der kleinen Flöten und den teilweise sehr tiefen und dramatischen Tönen der reichlich bestückten Schlagzeuge auf. Mit diesen, in seinem Dynamikumfang für Eckert eher ungewöhnlichen Werk fand der sowohl musikalisch als auch optisch ungewöhnliche Abend mit Neuer Musik seinen angemessenen Höhepunkt.

Das nächste Konzert der Reihe Neue Musik findet am 12. November um 19 Uhr in der St.-Nicolai-Kirche statt. Das Duo eardrum und das ensemble reflexion K werden anläßlich Gerald Eckerts 50. Geburtstag Werke von Nicolaus A. Huber, Gérald Grisey, Stefano Gervasoni und natürlich Gerald Eckert zur Aufführung bringen. Von diesem wird es auch einige noch nie in Eckernförde gespielte Werke zu hören geben. (Markus Feuerstack)

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26. AUGUST 2010

Dreierlei Künste in einem Haus

Eckernförde und Künstler. Eine beliebte Kombination. Nicht nur die vielen Kreativen die im Umfeld der Ostseestadt leben setzen bunte Akzente, auch das international sehr beliebte Künstlerhaus wirkt als Magnet. Die Landesregierung lobt jährlich mehrmonatige Stipendien aus, die für alle Kunstgattungen gelten. Damit die Künstler nicht ganz unvorbereitet die Stadt und ihr neues Domizil erkunden müssen, lädt der betreuende Künstlerhaus e.V. interessierte Menschen ein, mit ihnen die neuen angekommenen Kreativen Willkommen zu heissen. Derzeit sind drei neue Mitbewohner in der Ottestr. eingezogen. Akos Doma, (Literatur), Gordon Kampe (Musik) und Takashi Mitsui (Bild.Kunst) können zwischen zwei und drei Monaten die Stadt erkunden und sich zu neuen Werken inspirieren lassen.

Gordon Kampe ist zeitgenössischer Komponist und war auch schon bei dem Chiffren Festival zu hören. Er studierte u.a. bei Nicolas A. Huber und arbeitet als Komponist, Kirchenmusiker und Lehrbeauftragter der Folkwangschule in Essen. In Eckernförde wird er zwei Kompositionen beenden, für die er Aufträge erhalten hat.

Der in Ungarn geborene und in England und Deutschland aufgewachsene Schriftsteller Akos Dorma lebt in Bayern und schreibt seine Romane in deutscher Sprache. Nachdem bereits 2001 sein Roman „der Müßiggänger“ erschienen ist, redigiert er in Eckernförde sein neustes Werk, das unter dem Arbeitstitel „der Kaputtmacher“ für nächstes Jahr zu Publikation vorgesehen ist. Dorma arbeitet darüber hinaus als Übersetzer und langjährig auch als wissenschaftlicher Mitarbeiter an einer Universität.

Der aus Japan stammende bildende Künstler Takashi Mitsui hat in Tokyo, Mainz und Düsseldorf studiert und lebt in Köln. Der freischaffende Künstler arbeitet in dem Bereich Installationen, zu denen er gefundene Materialien, Licht, Klänge und Videos benutzt. Er hat bereits viele Stipendien, hauptsächlich in Skandinavien zur Unterstützung seiner Arbeit erhalten. Den norddeutschen Arbeitsaufenthalt will er besonders nutzen, um in Schloß Gottorf Recherchen über die Steinzeit zu betreiben, die in seine nächsten Arbeiten einfliessen sollen. (fst)

Termine und Infos Gordon Kampe: 14.09.2010, ab 21.05h im Deutschlandfunk

Ripley-Musik V für Bassklarinette, Violoncello und Klavier
Gassenhauermaschinensuite für Klarinette, Akkordeon, Schlagzeug,
Violoncello, Klavier und Zuspielungen

Internet: www.gordonkampe.de

Akos Doma, Der Müßiggänger, Rotbuch, Hamburg, 2001
Akos Doma, Die Kaputtmacher, ersch. Feb. 2011, Rotbuch, Hamburg
Samstag, 18. September 2010 um 16:00 Uhr Kiel, Literaturhaus Schleswig-Holstein Gespräch mit dem ungarischen Schriftsteller Akos Doma
Künstlerhaus e.V. www.shkh.de oder Sven Wlassack 04351/710170

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Selbsportrait mit roter Klammer

eine Serie von 10 Photos
es können immer drei Bilder zusammen erworben. Die Bilder sind in Acrylglas (auch für Aussenmontage geeignet.
Die Zusammenstellung der Bilder erfolgt durch den Käufer,
auch die Grössen sind (nach Vorgabe) frei wählbar.
Jedes dieser gezeigten Motive wird nur einmal belichtet,
d.h., der Käufer erwirbt ein Unikat.
Die digitalen Urspungsbilder werden nach der erfolgreichen Belichtung vernichtet.
Nun zu den Formaten und Preisen (für je drei Photos in Acrylglas)
 
30 X 45,  1.500 Euro
40 X 60,  1.700 Euro
50 X 75, 1.900 Euro
60 X 90,  2.100 Euro
70 X 105, 2.300 Euro

23. JUNI 2010

Resumée und Ausblick

Internationale Künstler sind die ständigen Besucher im Künstlerhaus in der Ottestr. 1. Auf Einladung des Landes Schleswig-Holstein wird ihnen eine mehrmonatige Arbeitszeit in Eckernförde geboten. Inzwischen sind kleine Ausstellungen der Kreativen Besucher schon eine Tradition.

 

Am Wochenende zeigte die aus Korea stammende Jeong-Eun Lee ihre Impressionen unter dem Titel „Alltagshaiku in Eckernförde“. Lutz-Rainer Müller, gerade erst 14 Tage hier, öffnete sein Atelier auch für Gäste und zeigte einige skizzenhafte Installationen aus seinem momentanen Beschäftigungsfeld.

Jeong-Eun Lee hat in Seol und in Hamburg, wo sie momentan lebt, studiert. Ihren Arbeitsraum in der Ottestr. 1 hat sie aufwendig mit einem Fries aus Zeichnungen und Videoinstallationen versehen, der ihre Eindrücke und Erlebnisse in Eckernförde seit Februar 2010 zeigt. Während draussen Eis und Schnee die Natur und die Stadt beherrschten zeichnete sie die Innenräume ihres Ateliers und erkundete mit dem Fotoapparat und der Filmkamera das Umfeld. Ihr Aufbau lies den Spannungsbogen Innen-Aussen beim Betrachter zum deutlichen Erlebnis werden, die Bilder sowie die sehr gelungene Zusammenstellung, die sich an teilweise imaginären Horizonten ausrichtete, erzählten eine Geschichte ohne Worte. Jeong-Eun Lee hat sich sehr intensiv mit dem Umfeld ihres Stipendiums auseinander gesetzt.

 

Lutz-Rainer Müller hatte bisher erst wenig Zeit sich in Eckernförde heimisch zu fühlen. Er stammt aus Neustadt in Ostholstein und studierte in Oslo in Norwegen. Sein jetziger Heimatort ist Leipzig. Er nutzte den grossen Atelierraum um zwei Installationen und ein Bildinstallation zu zeigen, die er aber als Skizzen oder Notizen verstanden haben möchte. Unter dem Arbeitstitel „Spuren“ beherrschte eine grosse Leinwand den Raum, auf dem Spuren von Hölzern eingebrannt, die wie Betrachter sich vor dem Bild versammelten. Da der Künstler gerne Momente seiner Umfelds aufgreift und reflektiert, konnte man Spuren der grossen Bagger die die Ottestr. derzeit beackern auch in einer Bodeninstallation erleben. Ein kleineres, sehr vielschichtiges Bild war direkt in die Atelierwand eingebrannt und regte unmittelbar zum sinnieren über Nachhaltigkeit und Flüchtigkeit von Spuren an. Lutz Müller überlegt ob er noch weitere Impressionen von Eckernförde während seines zwei monatigen Stipendiums in die Öffentlichkeit bringt. (fst)

Kleine Besetzung grosses Konzert

Einer der vielen spannenden Momente der Musikreihe „Neue Musik“ ist die sich wandelnde Besetzung des gastgebenden „Ensembles Reflexion K“. Mal in grossem Umfang mit vielen Musikern aus der umfangreichen Stammbesetzung, oder auch sehr bescheiden als Trio kommt diese Gruppe aus dem Bereich der zeitgenössischen Musik daher. Am Sonnabend hatte die Eckernförder Flötistin Beatrix Wagner, Organisatorin und Herz der Formation, ganze zwei Musiker mitgebracht. Zum bekannten Stamm gehört die Harfenistin Eva Curth (Ignatjeva), deren furioses Spiel bei uns schon viel Anklang finden konnte. Erstmalig dabei war der Bratschist Nikolaus Schlierf (*1969). Der Hans-Eisler-Preisträger für Neue Musik brachte ein aufsehen erregendes Doppelsolo mit: Walter Zimmermanns (*1949) „Taula und Novo Ben“ von 2003 sieht zur Viola obligaten Gesang vor – vom selben Musiker und gleichzeitig. Erstaunlich wie Schlierf mit beeindruckender Kopfstimme ein gewaltiges Klangspektrum entfaltete und den Kirchenraum mit seinen Tönen zu füllen vermochte. Das Publikum feierte dieses Können mit anhaltendem Applaus.

Ein weiteres Solo an diesem Abend kombinierte ebenfalls Gesang mit einem Instrument. Bei dem Werk „Especially …“ das Dennis Eberhard (1943-2005) 1983 komponierte sang Eva Curth in ihre Harfe und zeigte einige weitere Klangentfaltungsmöglichkeiten dieses ans sich schon sehr vielseitigen Instruments.

Mehre Triokompositionen für Flöte, Harfe und Viola belichteten ein ungewöhnliches Klangspektrum von Instrumenten, die in dieser Zusammenstellung zum ersten Mal bei Claude Debussy zu finden sind. Das als rhythmische Studien beschriebene Werk von Johannes Schöllhorn (*1962) „under ones´s breath“ von 1996 nimmt in der Form Bezug auf Debussy, inhaltlich kommt durch teilweise ungewöhnliche Spieltechniken ein sehr modernes Bild zum Erleben.

Die Finnin Kaija Saariaho (*1952) lebt in Paris und gab mit ihrer Komposition von 1996 den einen Teil des Konzert-Mottos „new gates“ vor. Inhaltlich aber auch den zweiten Teil des Mottos „colours“ – wenn man es als „farbige Stimmungen“ übersetzen möchte. Ihr Werk, aber auch „Als eine Aussicht weit“ (1996) von Nicolaus A. Huber (*1939) und die anderen Kompositionen des Abends, zeigten auf, wie zeitgenössische Musik, genauso wie die Musik vergangener Epochen, direkt emotional erlebt werden kann. Grandios gespielte Triostücke, die stets auf der Höhe der Zeit, erlebnismässig weite Bögen zu spannen vermögen. Ein tiefgehender Abend in der Nicolaikirche, der in Auswahl und Interpretation aufzeigte, wie in kleiner Besetzung ganz grosse Musik zum erleben gebracht werden kann.

Das nächste Konzert findet am 6.8 mit dem „ensembles voces berlin“, das zusammen mit dem „duo reflexion K“ Werke aus dem 12. Jahrhundert der Musik Gerald Eckerts gegenüberstellt, statt. (fst)

Offenes Haus fetzt in voller Werft

Folk Baltica, das nordische Musikfestival starte dieses Jahr in Eckernförde mit einem fetzigen Konzert in der fast übervollen Siegfriedswerft. Fribo (norwegisch für „offenes Haus“), eine Fusion-Folk-Gruppe verbindet mit ihrer klangvollen melodischen bis sehr fetzigen Musik die Kulturen Schottlands und Sandinaviens. Im Mittelpunkt der Gruppe agiert die Sängerin und (Oberton-) Flötistin Anne Sofie Linge Valdal aus Westnorwegen, die jugendlich mit starker Stimme genauso zartfühlend agieren kann, wie sie mit hohen Tönen spielend den Raum füllt. Ebenfalls singend spielt der Gitarrist Ewan MacPherson auch Maultrommel. Er stammt aus Schottland und bringt den keltischen Einschlag mit seiner uralten Folktradition in die Gruppe. Aus Schweden stammt der Percussionist Magnus Lundmark, der dem Sound die differenziellen Spannungen verleiht. Für das Eckernförder Konzert ersetze Lauren MacColl die Geigerin Sarah-Jane Summers.

Fribo wurde ein Opfer der metallischen Vulkan Wolken: Die Anreise der Gruppe aus Schottland mit Auto und Fähren gestaltete sich mühsam, zumal nur eine Fahrerin für die ganze Strecke zur Verfügung stand. Von Müdigkeit war aber in der Siegfried Werft nichts zu bemerken. Ihre bemerkenswerte Mischung aus schottischen Traditonals, skandinavischen Tanzmelodien und gälischer Mouthmusic arbeite die gemeinsame Grundlage der europäischen Folkmusik bestens heraus.

Egal ob Tanzmelodien, die den eng sitzenden Zuhörern die Beine zucken liessen, oder unterhaltsame Balladen, die von wunderlichen Begebenheiten und Geschichten erzählten – stets war ein musikalischer Zusammenklang zu erleben, der nicht nur erfrischend und unterhaltsam war, sondern auch musikalisch mitreissend. Die 2003 gegründete Gruppe wird in den nächsten tagen noch auf weiteren Folkbaltica Spielstätten zu erleben sein (www.folkbaltica.de). In Eckernförde hat das Festival noch einen weiteren Höhepunkt zu verzeichnen: In der Galerie nemo des angesehenen internationalen Kurators Norbert Weber wird am Sonnabend, 24. April ab 17 Uhr, zeigt Evelina Deicmane unter dem Titel „Season Sorrow“ eine klangliche

Rauminstallation. Die Arbeit der Künstlerin war 2009 in dem von Weber kuratierten Pavillon Lettlands auf der Biennale in Venedigzu sehen und kann nun kostenlos in Eckernförde bis 11. Juni begutachtet werden. Am Abend um um 19 Uhr wird im Kommunalen Kino im HAUS an der Reeperbahn 28 der NDR-Naturfilm „Lettland – Wildnis zwischen Riga und Russland“ gezeigt. (fst)

Kultur Monographie Eckernfoerde: Christiane Feuerstack
Biografische Notiz:

Christiane Feuerstack (1960), Eurythmistin, Heileurythmistin, Seminarleiterin und freie Autorin. Langjährige Erfahrung in spiritueller Schulung und Forschung, sowie in der Begleitung Rat suchender Menschen auf dem Weg individueller karmischer Selbsterkenntnis.

Veröffentlichungen:
„Graf Saint Germain im Spiegel der Widersprüche“ (2004),
„Samenkörner – karmische Bilder  (mit einer Einführung in die Karmaerkenntnis)“(2006) und
„Das Geheimnis der Goldmarie. Arbeit, Geld und Karma – ein Werkstattgespräch“ (Hg. 2008),
Christiane Feuerstack
Kieler Str.21
24340 Eckernförde
Tel.:04351-7266802
Text:
Anlage zum Hartz IV Fragebogen
eine wahrhaftes Schreiben an die Bundesagentur „für“ Arbeit
Sehr geehrte Damen und Herren!

Noch ist er nicht da, der berühmt-berüchtigte Hartz IV – Fragebogen, den wir alle schon sehnlichst erwarten. Wir haben schon viel davon gehört und brennen geradezu darauf, ihn endlich ausfüllen zu dürfen. Da wir aber ohnehin die berechtigte Sorge haben, dass 16 Seiten für die Offenlegung unserer Vermögensverhältnisse keineswegs ausreichen, haben wir uns entschlossen, sozusagen in vorauseilendem Gehorsam schon heute mit entsprechenden Enthüllungen zu beginnen. Wir haben nichts zu verheimlichen!
Aus Datenschutzgründen nenne ich im Folgenden meine Kinder Max (17) und Moritz (16), denn für Jugendliche ist die Offenbahrung ihrer Vermögensverhältnisse besonders peinlich. Sie bekommen drei Euro Taschengeld pro Woche. Bitte erzählen Sie das auf keinen Fall weiter, um Spott und Ausgrenzung seitens anderer Jugendlicher zu vermeiden.
Meinen Mann nenne ich – ebenfalls aus Datenschutzgründen – Hempel. Bei ihm sieht es meistens so aus, wie bei anderen Leuten unter dem Sofa. Hempel ist aber in diesem Fall sein Vorname. Mit Nachnamen heißt er Wassermann, so wie ich. Da Hempel Wassermann ein „Messie“ ist, sind seine Vermögensverhältnisse besonders schwer zu durchschauen. Es könnte sogar sein, dass sich noch geringfügige Reste von D-Mark-Beständen in einem der Berge von Unordnung befinden.
Auch Moritz förderte neulich beim Aufräumen noch eine gute alte Mark zutage. Man kann also nie genau wissen…
In meiner Geldbörse befinden sich zum jetzigen Zeitpunkt genau 87 Euro (in Worten siebenundachtzig) und 32 Cent. Hempel verfügt sogar über 102 Euro (in Worten hundertzwei) und 7 Cent. Max und Moritz weigern sich, ihrer Mutter genaue Auskünfte zu geben. Ich bitte Sie also um Verständnis, dass ich wegen solcher Lappalien nicht den Familienfrieden aufs Spiel setzen möchte. Da der Inhalt unserer Geldbörsen sich nicht nur täglich, sondern manchmal sogar stündlich ändert, können wir leider keine Garantie dafür übernehmen, dass sich zum Zeitpunkt Ihrer Überprüfungen unserer Angaben noch genau derselbe Betrag darin befindet.
Ihre Frage nach Sparbüchern soll wohl ein Witz sein! Was soll ein Langzeitarbeitsloser sparen? Das Einzige, was wir uns sparen können, ist ein Kommentar dazu.
Lediglich Max und Moritz besitzen noch Sparbücher aus der Zeit ihrer Kindheit, als sie mühselig ihre Sparschweine mit Mark und Pfennig fütterten, um sie am Weltspartag voller Stolz zur Bank zu bringen.
Omas, Opas und Paten taten das Übrige dazu, um für spätere Klassenfahrten, Führerscheinstunden oder sonstige wichtige Zwecke eine kleine Reserve zu haben.
Ich würde Ihnen nicht raten, sich mit Max und Moritz bezüglich ihrer Spargroschen anzulegen. Das könnte Aggressionen auslösen!
Bargeld in der Wohnung befindet sich dagegen an vielen Stellen, die wir genau auflisten möchten:
Wir haben unsere Notgroschen so sorgfältig versteckt, dass jedem Nachforschenden eine vergnügliche Schnitzeljagd bevorsteht. Deshalb mögen an dieser Stelle einige wenige Hinweise genügen, alle weiteren Spuren werden sich bei entsprechend intensiver Suche entdecken lassen.
Bitte räumen Sie anschließend wieder auf!
Und vor allem vermeiden Sie bitte, wenn Sie das Zimmer von Max betreten, an den Spinnenweben hängen zu bleiben. Er schätzt das nicht besonders, wenn man seine „Deko“ abreißt.
Am liebsten sammeln wir Ein- und Zwei-Eurostücke. Sie sind vor Überschwemmungen, Feuer, Schimmel usw. am ehesten sicher. Manchmal kleben wir aber Fünf- oder Zehn-Euro-Scheine hinter unsere Bilder an den Wänden oder schieben sie einfach wie Lesezeichen in Bücher.
Die genauen Buchtitel kann ich Ihnen jetzt leider nicht auswendig nennen, da müsste ich selber erst lange suchen. Am besten blättern Sie alle Bücher mal kurz durch, blasen dabei den Staub runter und stellen sie dann bitte wieder ordentlich ins Regal.
Münzgeld finden Sie unter anderem in Schubladen, unter Teppichen, in Ritzen zwischen Fußleiste und Fußboden, hinter Schränken, unter Matratzen und eingenäht in Vorhangssäume. Das spart das Bleiband und ist ein besonders raffiniertes Versteck.
Das Zusammenkratzen dieser Notgroschen könnte sich lohnen. Es würde mit Sicherheit ein beachtliches Vermögen zusammenkommen, das den Lebensunterhalt unserer Familie mindestens ein bis zwei Wochen sicherstellen würde – wenn man einmal von Miete und Heizkosten absieht.
Schmuck und Wertgegenstände sind bei uns auch zu finden: Meine Edelsteinketten habe ich gut sichtbar an die Wand gehängt. Warum sollten sie in einer Schatulle sein? Es sieht viel schöner aus, wenn sie da hängen! Viel wert sind sie wohl kaum, und wie soll man einen Käufer für so was finden? Ich würde mich auch sehr ungern davon trennen, da das, was sie für mich wertvoll macht, persönliche Erinnerungen sind. Max und Moritz haben von ihrer Großmutter zur Konfirmation je ein Goldstück bekommen, das sie selber von ihrer Großtante in Wien geerbt hat. Ein kleines Goldstück, vielleicht 20 Euro wert. Auch da dürfte der ideelle Wert höher sein!
So, jetzt wissen Sie alles!
Kommen wir also zum nächsten Kapitel, unsere Wohnverhältnisse:

Wir bewohnen einen im Zentrum unserer entzückenden Stadt gelegenen Altbau. Dieser Wohnort ermöglicht uns die Einsparung eines eigenen Kraftfahrzeugs, da wir von hier aus alle wichtigen Plätze zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichen können. Auch Buskosten fallen selten an, da die Schule von Max und Moritz ebenfalls zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar ist.
Für meine beruflich notwendigen Fahrten – (wie Sie aus Ihren Unterlagen ersehen können, bin ich nebenbei freiberuflich tätig) – habe ich ein „car-sharing“ mit einer freundlichen Nachbarin vereinbart.
Eine Verlagerung des Wohnorts würde zwangsläufig mit der notwendigen Anschaffung eines eigenen Fahrzeugs verbunden sein – was wir uns leider nicht leisten können.
Laut Mietvertrag stehen uns 135m² zur Verfügung. Zu viel für eine vierköpfige Familie, werden Sie vielleicht denken!?
Dazu ist folgendes zu bemerken:
Zum ersten beschränkt sich der eigentliche Wohnraum auf ca. 100m², der Rest ist Arbeitsraum für meine freiberufliche Arbeit.
Ich erwirtschafte durch diese Arbeit nicht nur die Miet- und Heizkosten für diese Räumlichkeit (wie aus den meinem Antrag beigefügten Unterlagen zu entnehmen ist), sondern darüber hinaus einen Teil unseres bisherigen Lebensunterhaltes. Die Aufträge kommen allerdings so unregelmäßig und insgesamt zu noch spärlich, um davon eine vierköpfige Familie ernähren zu können.
Wir sind seit Jahren auf der Suche nach bezahlbaren Praxisräumen und zwei kleineren Wohnungen, da mir Hempels Unordnung den letzten Nerv raubt und wir außerdem alle vier so unausstehliche Individualisten sind, dass die Gefahr des gegenseitigen Totschlags besteht, wenn wir auf engem Raum zusammenhocken.
Da Max demnächst 18 wird, möchte er natürlich auch gerne eine eigene Wohnung beziehen. Sein Zimmer hat nicht mal einen separaten Zugang, er muss immer durch das Zimmer seines Bruders laufen, um zu seiner Mini-Klause zu gelangen:
Moritz ist völlig genervt, weil nicht nur Max ständig durch sein Zimmer läuft, sondern auch dessen zahlreiche Freunde. Er hat die Ecke seines Zimmers, in der sein Bett steht, durch einen Vorhang von dieser Durchgangsschneise abgetrennt, aber die optimale Lösung ist das auch noch nicht. Durch die Durchgangsschneise musste zwangsläufig wieder Wohnraum für einen Flur geopfert werden. Ferner halten wir es für fraglich, ob wir tatsächlich 135m² zur Verfügung haben könnten – dazu müssten wir (oder Sie) die Dachschrägen ausmessen.
Wir halten das lediglich aus, weil wir diese bisherigen Wohnverhältnisse immer noch kostengünstiger fanden als das Anmieten von zwei oder drei kleineren Wohnungen, und seien sie auch noch so winzig!
Aber vielleicht haben Sie ja die passende Idee?! Das würde uns sehr freuen!
Den Namen unseres Vermieters zu nennen, würden wir als taktlos und ungehörig empfinden, nicht nur aus Datenschutzgründen.
Da kommen uns Assoziationen zu Methoden des Dritten Reichs. Wir wollen niemanden denunzieren. Ob die Frage nach der Bankverbindung des Vermieters überhaupt legal ist, wagen wir zu bezweifeln.
Wie bereits erwähnt, handelt es sich um einen Altbau. Durch Dachziegel und Mauerritzen strömt im Winter kalte Zugluft herein. Was Wärme betrifft, sind wir überhaupt nicht sehr verwöhnt, im Gegenteil: um Heizkosten zu sparen, haben wir uns richtig gut abgehärtet.
Trotzdem erschien es uns bisher sinnvoll, wenigstens die unterste Grenze üblicher Raumtemperaturen anzupeilen, da unsere ständigen Erkältungen seit der Gesundheitsreform mit höheren Kosten zu Buche schlagen als entsprechende Heizkosten.
Hieran sparen zu wollen, wäre zu kurzsichtig gedacht.
Im Keller platzt der Putz von den Wänden und der Modergeruch reicht teilweise bis in die oberen Räume herein. Dicht an den Wänden gelagerte Gegenstände sind uns sogar schon verschimmelt! Eine gründliche Sanierung und Isolierung würde die Heizkosten mit Sicherheit vermindern.
Aber wer würde die damit verbundenen Kosten auf sich nehmen, ohne zugleich die Miete kräftig zu erhöhen?
Ein Besuch bei uns wird Sie sofort davon überzeugen, dass unser Haus völlig aus den Nähten platzt. Überall türmen sich Kartons. Es sieht fast wie kurz vor oder nach einem Umzug aus!
Der Grund dafür ist, dass Hempel vor kurzem völlig überraschend einen kleinen lokalen Verlag übernommen hat. Da kam einfach ein günstiges Angebot aus heiterem Himmel, das man nicht so einfach ausschlagen konnte, zumal es ja immerhin eine kleine Chance gibt, dass dieses Unternehmen irgendwann einmal in der Zukunft genügend Gewinn abwirft, um unser Überleben zu sichern! Davon träumen wir jedenfalls. Manchmal hat man ja auch Glück!
Joanne Rowling zum Beispiel hat es dank Harry Potters Zauberkünsten geschafft, von der Sozialhilfeempfängerin zur Millionärin zu werden.
Sie ist unser großes Vorbild! Man muss nur die richtige Idee für ein Buch haben, das den Nerv der Zeit trifft.
Vielleicht dämmert es Ihnen allmählich, dass Sie gerade den Anfang dieses erfolgversprechenden Buches lesen. Es hängt nun viel von Ihrer weiteren Mitwirkung ab, ob unsere Idee so erfolgreich wird, wie wir hoffen. Bitte unterstützen Sie uns dabei! Kommen Sie bald! Überprüfen Sie gründlich unsere Angaben! Überzeugen Sie sich davon, dass diese kleine Fehler enthalten und gehen Sie eventuellen Ungenauigkeiten mit detektivischem Spürsinn nach!
Wir versprechen Ihnen, dass jeder Ihrer Schritte und jedes Ihrer Worte penibel dokumentiert wird.
Wie Sie Ihren Unterlagen entnehmen können, ist Hempel seit geraumer Zeit freier Mitarbeiter einer lokalen Tageszeitung. Durch gelegentliche Aufträge erzielt er zwar nur so geringe Einkünfte, dass sie kaum kostendeckend sind, aber er verfügt immerhin über die professionelle Ausstattung eines Pressemitarbeiters. Ein gigantischer Vorteil!
Wir haben durchaus nicht vor, uns nur auf unsere eigenen Erlebnisberichte zu beschränken. Nein, wir sammeln auch andere!
Hempels Sammel-Leidenschaft, die mir bisher immer unverständlich war, hat nun auch mich angesteckt.

Es wird bestimmt ein hübsches Sammelsurium von Betroffenen-Berichten zustande kommen. Das ist wenigstens kreativer, als eine Revolution anzuzetteln, finden Sie nicht? Fünf Millionen Menschen, die nichts mehr zu verlieren haben, das könnte glatt den Untergang der Republik zur Folge haben, oder?
Wir fragen uns manchmal, ob die verantwortlichen Politiker überhaupt noch in Ruhe schlafen können. Schließlich haben sie noch was zu verlieren! Wir nicht!
Meine persönliche Meinung ist allerdings, dass Wut und Empörung über Ungerechtigkeiten nicht weiter führen.
Als Frau bevorzuge ich sanftere Ausdrucksformen. Es gibt sie auch schon, die freundliche Antwort auf Hartz IV:

Das „Herz-vier-Unternehmen“, abgekürzt
4 U (heart for you), symbolisiert durch die Spielkarte
4U wurde soeben geboren und sucht Paten, Sponsoren und Unterstützer. Willkommen in diesem Netzwerk von Herzlichkeit, gegenseitiger Hilfe und freundschaftlicher Solidarität sind nicht nur die Verlierer in einer Welt sozialer Kälte und staatlicher Reglementierungen, sondern alle anständigen Menschen mit Herz!

4U ist kein Verein, aber trotzdem gemeinnützig.
Wir haben alle kein Geld, aber trotzdem gründen wir eine Bank. Nämlich eine Kontakt- und Ideen-Bank. Jeder, der gute Ideen hat, darf einzahlen; jeder der solche braucht, darf sich bedienen.
Es wäre fein, wenn Sie
4U unterstützen könnten, indem Sie allen Arbeitslosen davon erzählen.
Sie als Arbeitsamtsmitarbeiter können doch auch nichts dafür, dass Sie diese blödsinnigen Vorschriften der Politiker umsetzen müssen!
Sie wissen doch genauso gut wie wir, dass es dadurch keinen einzigen neuen Job gibt!
Klar, dass Sie wenigstens Ihren Job behalten wollen und das alles brav mitmachen! Würde wahrscheinlich jeder tun, der keine Alternative hat. Aber vielleicht gehören Sie ja trotzdem zu den selten gewordenen Menschen, die das Herz am rechten Fleck haben? Und die gerne mal ein paar tröstliche Worte über die Lippen bringen möchten. Sie sind doch täglich mit dem Elend der Perspektivlosigkeit konfrontiert!
Wer da nicht völlig abstumpft, muss doch eigentlich um jeden kleinen Lichtblick froh sein.
4U ist so ein Lichtblick. Es will uns daran erinnern, das Herzlichkeit und Wärme auch ein Kapital sind, das Kapital der Armen, auf das die Reichen eines Tages neidisch sein dürften…
Aber zurück zu unserem Antrag:
Wir gehen davon aus, dass unsere ausführlichen Angaben Sie mehr als zufrieden stellen werden. Weitere Einzelheiten entnehmen Sie bitte Ihren bisherigen Unterlagen. Übertragen Sie alles fein säuberlich in den vorgesehenen Fragebogen. Das erspart Ihnen und uns viele weitere Arbeit. Mit Freuden erwarten wir Ihren Bewilligungsbescheid. Und gegebenenfalls Ihren Kontrollbesuch. Eine Tasse Kaffee ist in diesem Fall garantiert. Vielleicht auch zwei, je nachdem…
Hartzlich grüßend,

Ute Wassermann

 

Copyright und Verantwortlich: Christiane Feuerstack


Von fognin am 4/20/2010 08:24:00 AM unter 5 Minuten Kultur täglich eingestellt

Mila spricht Mila

und auf der Frühstücksbühne 03-10

Photos und Sound von fognin
ein fognin onart/ig Projekt
www.fognin.net

fognins sprechende Bilder 2
Marianne Tralau auf der Frühstücksbühne 03-10, Thema „UND“
www.tralau.com

Photos und Sound von fognin
ein onart/ig Projekt
 www.fognin.net

Felix macht Interview
Ein Cordula Thonett Figurenvideo

Cordula Thonetts beliebte Handpuppe Felix ist auch ein gewiefter Reporter. Hier einige Beispiele, wie eine Figur vollkommen ungehemt Prominete, Schüler und Passanten für Castings, Umfragen oder zur Unterhaltung befragen kann.
Figurentheater im Kabuff
Cordula Thonett
Rendsburgerstr. 100
24340 Eckernförde
Tel.: 04351 / 883772
Fax 04351 / 726188
cordula@figurentheater-im-kabuff.de
www.figurentheater-im-kabuff.de

„Cordula, was machst Du da?“ 1-3
Porträt der Puppenspielerin Cordula Thonett  
 

Autor: Peter Kleinert, Marianne Tralau
Auftraggeber: Kanal 4

Produktionsjahr: 1991

1988 gründete Cordula Thonett, nachdem sie in Irland Puppenspielerin geworden war, in der Wohnungemeinschaft 50672 Köln, Palmstraße 19, das „Theater im Kabuff“ – das kleinste Theater in Köln. Nach ein paar Monaten schloß sich ihr Ingrid Eickelmann, ebenfalls WG-Bewohnerin, als Puppenspielerin an. In dem knapp 18 Quadratmeter kleinen Raum gab es – neben der Puppenbühne – Platz für maximal zehn zuschauende Kinder. Deren Eltern mußten, wenn genug Kinder kamen, in der WG-Küche warten und Kaffee trinken.

Der Titel der Sendung stammt von Felix, Cordulas 1990 zur Welt gebrachter Handpuppe, die später nicht nur Alkoholiker von ihrer Sucht zu heilen versuchte, sondern auch Moderator eines eigentlich ausgesprochen ernsthaften Gewerkschafter-Films für Trucker (Siehe: „Das glaubt uns keiner.“) werden sollte.

Als der Andrang immer größer wurde, zogen Cordula, Ingrid und Felix um – in einen etwas größeren Raum in der Kölner Niederichstraße. Sie wurden richtig erfolgreich. Warum? Das zeigt der Film. Inzwischen lebt Cordula in Eckernförde www.figurentheater-im.kabuff.de 






Kamera: Michael Karen, Peter Kleinert, Manfred Linke
Ton: Stephan Thonett, Marianne Tralau
Schnitt: Peter Kleinert
Grafik:  Stephan Thonett

Tralauer 7:  Manhattan
Ein Marianne Tralau Kurzfilm
1996 0.37 Min.
Fotovideo
 

Manhattan ist ein Video, bestehend aus 28 Fotos einer Straßenkreuzung in der Kölner Innenstadt, unterlegt mit Texten eines Reiseführers, der die Straßenführung durch Manhattan beschreibt, ausgehend vom südwestlichen Teil des Centralparks. (Gesendet 1996 bei Kanal 4, Magazin Twist) 
 

Autor: Marianne Tralau,
Fotos: Marianne Tralau,
Schnitt: Marianne Tralau,
Sprecher: Josef Tratnik

Tralauer 6 Unbeabsichtigte Kunst im öffentlichen Raum
1997 2.07 Min.
Fotovideo
Wäsche auf der Leine, zum Trocknen aufgehängt, für jedermann sichtbar, wird in nordeuropäischen Breiten immer seltener – wird per Hausordnung untersagt. Marianne Tralau hat diese Art der textilen Installationen im öffentlichen Raum als Volkskunst deklariert und fotografiert, wo immer sie welche fand. Aus 50 Wä
schefotos ist dieses Video entstanden, unterlegt mit Texten aus einem New Yorker Reiseführer, der die kulturelle Bedeutung einiger dortiger Museen hervorhebt und ihren Besuch für Touristen dringend ans Herz legt. (Gesendet 1997 bei Kanal 4, Magazin Twist)
Zum Film



Autor: Marianne Tralau,
Fotos: Marianne Tralau,
Schnitt: Marianne Tralau,
Sprecher: Josef Tratnik

Tralauer 4 Marianne Tralau Selbstporträt 3 Teile
1985 21.00 Min.

Marianne Tralau’s Selbstporträt ist eine kaleidoskopartige Sicht auf den künstlerischen Standort mit knapp 50 Jahren. Der Blick ist auf das Jetzt gerichtet, Arbeiten die gezeigt werden, sind höchstens 4 Jahre alt oder werden im Entstehen gezeigt, manchmal sind es nur Phänomene der Wahrnehmung, die sichtbar werden. Die Vergangenheit spielt keine Rolle, das hat seinen Grund: Vor wenigen Jahren hat es einen Bruch im künstlerischen Selbstverständnis gegeben mit dem Ergebnis einer längeren Kunstpause. Das geglückte Experiment, dieses Tief zu überwinden, findet sich auszugsweise am Schluss des Videos, es sind einige Blätter eines Kunsttagebuchs in den Jahren 1981/82. Das Fazit dieser Selbstbetrachtung ist: Es wachsen mir abwechselnd Flügel und Schweinsohren. Ich sehe eine Chance, heil zu entkommen. Die Zuschauer werden seltener – aber es macht Spaß, ungeheuren Spaß. (Marianne Tralaus Selbstporträt ist bei Kanal 4 und im WDR III in der Reihe Experimente gezeigt worden.)

Teil1 von 3

Teil 2 von 3

Teil 3 von 3

Autor: Marianne Tralau,
Kamera: Peter Kleinert, Dieter Oeckl,
Ton: Peter Kleinert,
Schnitt: Peter Kleinert, Marianne Tralau

Tralauer 2. Bilder der Geschichte 1-3
1991 22.22 Min.
34 Kurzvideos

Lässt man die Grenzziehung zwischen wichtig und unwichtig fallen, dann ist Geschichte alles, was an jedem Ort zu jeder Zeit geschieht: Ein unendliches Chaos, an dem jeder beteiligt ist.
Bilder der Geschichte ist ein Griff in das Videomaterial aus 10 Jahren Arbeit von KAOS Film- und Video-Team, gedreht an verschiedenen Orten zu unterschiedlichen Themen – 34 Einblicke in irgendwas, lediglich mit einer Orts- und Zeitangabe versehen – 34mal eine ungeschnittene Kameraeinstellung.  
Teil1:



Teil 3: 


 

Krzfilm von Marianne Tralau
aus der Serie Tralauer

Ungeziefer

ø~宆 ⁄©

Heute wurde die Stiftungsurkunde mit der die onart /ig ein Stpendium auslobt feierlich unterzeichnet.

Folgender Text steht in der Urkunde:

Hiermit stiften die Mitglieder der onart /ig

Markus Feuerstack und Marianne Tralau

das

 

 

onart Stipendium

für Konsequente Kunst in Leben und Werk

 

Das Stipendium wird unregelmässig bei Bedarf an Menschen verliehen, die eigenständig ohne äussere Beeinflussung ihr Leben oder ihre Werke künstlerisch entwickeln. Im Sinne der Interessengemeinschaft onart ist es wesentlich, dass kommerzielle Ausrichtung oder Interesse an der Wirkung für andere ausgeschlossen werden können.

„Onanistische Kunst“ bemüht sich, die Werke ausschließlich nach den originären Interessen des Schöpfers zu entwickeln und distanziert sich ausdrücklich von jeder Wirkung die Rücksicht auf Publikum oder Verkauf etc. nimmt.

 

Die Stipendiaten werden in diesem Sinne entweder für ihre Lebensführung oder für Werke ausgezeichnet. Sie sind damit im Sinne des Stiftungsrates Künstler.

 

Das Stipendium umfasst:

  • eine Urkunde
  • Verleihung der Urkunde und des Stipendiums
  • das Recht sich als Mitglied der onart /ig zu bezeichnen (zB. Als Namenszusatz)
  • ein Arbeitsessen
  • Aufnahme in den Stiftungsrat (der nächste Stipendium vergibt)

Der Stipendiat verpflichtet sich, das Stipendium in seiner Vita (Lebenslauf etc. zu erwähnen)

 

Der Stiftungsrat entscheidet im Konsens.

 

21.01.2010 Eckernförde

Unterschrift Markus Feuerstack, Marianne Tralau


Tralau Ausstellung, ursprünglich hochgeladen von fognin1

Neue Fotos von fognin bei Flickr!

Kleinkunst aus Eckernförde bei Youtube

Diese Videos sind als Sythesen zu ungewöhnlichen Klängen gedacht – erst war der Ton, Sound, Krach etc, der als eigenständiges Werk gestaltet wurde, dann wurden dazu passende Videosequenzen gesucht.

Meine Mutter sagte … III

Direktlink

sound: Siemers – D:U:R – fognin
Kamera: Semjon, Maurice
Video: fognin
copyleft 2010 by fognin

Krach! der zweite Teil.

ein fognin Projekt
mehr Schauspieler, mehr Ideen, mehr Krach und mehr mehr.
Direktlink

Krach! der erste Teil.

Direktlink
Sound wenn nicht anders angegeben: fognin

Geniale Unterhaltung für die ganze Familie

Zur Weihnachtszeit gibt es Märchen. Das eine gekonnte Bearbeitung, viel Phantasie und kreative Figuren zu einem äusserst unenthaltsamen Puppenspiel zusammenwachsen können, zeigt Cordula Thonett derzeit in ihrem „Figurentheater im Kabuff“ in der Rendsburger Str. 100. Die altbekannte Geschichte von Schneewittchen und den sieben Zwergen, mutiert ohne sinnentstellende Eingriffe zu einer spannenden Story. Das 13jährige Schneewittchen (von der kaum älteren Mila Thonett meisterhaft gespielt- und gesprochen), ärgert sich sehr über Helene, der neuen Freundin ihres königlichen Vaters. Nicht nur, dass sie den Monarchen sofort heiraten will, auch ihre Versuche, das pubertierende Mädchen umzustylen und zur Tussi auszustaffieren, gefallen dem hübschen Kind wenig. Und dann versucht die designierte Stiefmutter auch noch den allein erziehenden Vater mit Drogen zu manipulieren. Um die Hochzeit zu verhindern, haut das clevere Mädchen einfach ab. Denn ohne Prinzessin, keine Hochzeit – das ist doch klar. Im Wald, bei den sieben Zwergen wird sie gerne aufgenommen, auch wenn sie mit der Hausarbeit wenig klarkommt. Sowas liegt dem Zwerg Gelbo sowieso besser.

Währenddessen werden bei König Walter auf Schloss Tralalau die Plätzchen knapp, mit der die Königin in spe den Monarchen gefügig zu machen versucht. Natürlich lässt sich so eine durchtriebene Person einiges einfallen, um den ehrgeizigen Plan doch noch durchzuführen. Und bevor es zum brausenden Finale kommt, müssen die Akteure auf der Puppenbühne noch manch überraschendes Abenteuer bestehen.

Der Puppenspielerin Cordula Thonett gelang es mit ihren Figuren aus Kochlöffeln, Abwaschbürsten und Würstchenzangen ein witziges zeitloses Stück zu kreieren, dass nicht nur für Kinder äusserst unterhaltsam ist. Vieler der gut gestalteten Gags und Überraschungen sind für das ältere Publikum bestimmt. Das Premierenpublikum jeglichen Alters zeigte dass dieses Unterfangen geglückt ist. Sowohl die Erwachsenen, wie auch die Kinder folgten vergnügt dem Spielgeschehen und oft jagten Lachsalven durch den kleinen gemütliche Theaterraum, wenn eine Figur sich etwas anders gebärdete, als man es erwartet hätte. Erwachsene Besuchen können auch ohne Alibikind eine der Vorstellungen besuchen, es handelt sich hier eindeutig um ein Theaterstück, das für Erwachsen ist und bei Kindern genau so gut ankommt.Überraschend ist, wie es den beiden Spielerinnen gelingt eine Vielzahl von Puppen gleichzeitig zu führen und jeder Gestalt einen ganz eigenen Charakter zu verpassen. Alle Puppen, Kulissen etc sind von Cordula Thonett selbst gebaut und entworfen worden. Die sehr passende Theater-Musik stammt von Benjamin Schulte, der auch einer Figur seine Stimme lieh. Den Spiegel spricht Ruben Beyer.“Spieglein, Spieglein an der Wand…

24. 11 2009

Gestreamte Musik

Neue Musik im Zeichen der Elektronik.

„stream / Kontraste V“ lautete der Titel des letzten Konzerts des „Ensemble reflexion K“ in der St.-Nikolaikirche in diesem Jahr. Beatrix Wagner (Flöten), Gerald Eckert (Cello), Lenka Zupkova (Violine), Joachim Striepens (Klarinette) stellten zusammen mit dem Gast André Bartetzki (Elektronik/Klangregie) ein kontrastreiches Programm vor. Rein natürliche klingende Kompositionen, die auf den gewohnten analogen Klang aufsetzten standen elektronisch beeinflussten Werken gegenüber.

„Analoge“ Kompositionen erklangen von Helena Tulve (*1972), Salvatore Sciarrino (*1947) und Gerald Eckert. Zwei Einspielungen kamen ohne jegliche Liveaktion aus, sie wurden ausschließlich eingespielt. Stella Perales (*1944) aus Argentinien war mit einem Werk von 2007 vertreten und auch die als Stipendiatin im Schleswig-Holsteinischen Künstlerhaus bereits in Eckernförde bekannte Chinesin Pei-Yu Shi (*1973) lieferte zwei Fragmente für „Tonband“ dazu.

Wie in der technischen Welt üblich, gibt es auch in der Form der elektronischen Musik „hybride“ Kompositionen, die sowohl auf notieren Material aufsetzen, als auch Einspielungen über Lautsprecher während der Aufführung beinhalten. Die Musiker werden also ergänzt mit elektronischen Klängen. In dieser Sparte waren Kompositionen von Isabel Soveral (*1961) und Bernfried Pröve (*1963) als beispielhaft vertreten.

Für die Zuhörer besonders attraktiv gestaltete sich die letzte Sparte der vorgeführten elektronisch beeinflussten Kompositionen. Komponierte Werke wurden dabei von so genannter „Liveelektronik“ ergänzt. Jede Menge Mikrophone kamen bei dem legendären Stück „A Pierre. Dell’Azzurro Silenzio, Inquietum…“ das der Altmeister Luigi Nono 1985 in Deutschland und Venedig komponierte. Um das Stück ranken sich einige Geschichten. Eine Besonderheit ist der Einsatz von einer Kontrabassflöte in G, von denen es nur sehr wenige Exemplare überhaupt gibt. Als zweites Instrument kommt eine Kontrabassklarinette zum Einsatz. Beide werden nicht mit ihren äußerst tiefen Tönen zum Erklingen gebracht sondern töntn mit Obertönen, also recht hoch. Während des gekonnten Spiels von Beatrix Wagner und Joachim Striepens wurden die erzeugten Klänge aufgenommen, nach Vorgaben Nonos manipuliert und mit festgelegter Verzögerung dem Klangeschehen über Lautsprecher wieder beigefügt. Der Effekt faszinierte sehr, auch wurde André Bartetzki (*1962) als Tonmeister kreativer Mitarbeiter am Klangeschehen.

Dieser wurde zum Abschluss des Konzertes, dass die Reihe Neue Musik für dieses Jahr beschloss, auch als Komponist aktiv. Die Uraufführung von Bartetzkis Stück „Areal BA 44“ zeigte das volle Spektrum zeitgenössischer Manipulation in Zusammenklang mit live aufgeführter Musik. Seine Komposition wurde den Musikern als Hörstück mit dynamischer Notation zur Verfügung gestellt. Diese spielten also aus ihrer Erinnerung. Zur den Klängen der Instrumente wurde sowohl vorbereites Material über die Lautsprecher eingespielt, als auch die erklungenen Töne manipuliert wieder dem Klangeschehen zugefügt. Dies klingt komplizierter als es sich letztlich anhörte.

Das komplette Konzert war nicht nur didaktisch spannend, auch wurde die gewohnt hohe Marke gekonnter Interpretation wieder mühelos erreicht. Das pure Vergnügen an neuen Klängen wurde nur durch die sehr mäßigen Temperaturen in der Kirche und durch das durch eine Konkurrenzveranstaltung dezimierte Publikum gemindert. Den Freunden dieser ungewöhnlichen aber spannenden Reihe bleibt die Freude auf die nächste Veranstaltung im Februar.

(fst)

https://www.hp-haller.homepage.t-online.de/venedig.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Luigi_Nono

Das Glück – der Anderen

Wenn ein renomierter und nicht gerade kleiner Verlag ein Buch mit Lyrik und gemalten Bildern vorlegt erstaunt dies. Lyrische Veröffentlichung jenseits von Weltliteratur-Autoren sind selten geworden, künstlerische Bände mit Gemälden beschränken sich heute fast immer auf Kataloge oder Sammelwerke. Margit Buß, als Eckernförder Kreative im Bildbereich ist bisher mehr eine stille Grösse. Ihre „MakroArt“ genannten oft gossflächigen und sehr farbstarken Bilder wurden bisher Maschinenhaus und bei kleineren Ausstellungen in unserer Stadt gezeigt. Zusammen mit der Wortgewaltigen Schriftstellerin Dietlinde Hedwig Heckt präsentiert jetzt Margit Buß eine spannende Übersicht über ihre Makroart-Bilder. Dieses künstlerische Verfahren, das auch mit fotografischer Hilfe experimentell Zufälligkeiten aufarbeitet und Erahnbares sichtbar macht, bestich durch seine dichten Farben und zum träumen anregenden abstrakten Buldinhalte. Die Phantasie des Betrachtenden wird stark angesprochen, das abgebildete Bild beginnt zu korrespondieren und bewegt sich weiter. Dieses anhand der Originalbilder stark erlebbare Phänomen ist sogar in dem Buch „Andernglücks“ nachvollziehbar. Wenn der Leser erst die Bilder betrachtet, dann die selbst als Bilder wirkenden lyrischen Zeilen liest und mit dem Auge wieder auf das dazugehörende Bild schaut, verwandet sich dies. Seitenweise sollte man diese doppelte Bilderflut genießen und sie mit Zeit wirken lassen.
Margit Buß hält sich derzeit in Berlin auf um weitere künstlerische Studien zu machen und neue Inspirationen im Frühjahr nach Eckernförde mitzubringen. Bis sie neuen Werke in Eckernförde ausstellt, lohnt es sich, das wohlfeile Bändchen „Andernglücks“ zu studieren.
Andernglücks. Margit Buß (Bilder), Dietlinde Hedwig Heckt (Lyrik).Verlag der Kunst Husum. ISBN 978-3-86530-110-9, 14,95. Bei der Buchhandlung am Gänsemarkt vorrätig (fst)

Die deutsche Pokal Einzelmeisterschaften im Schach, besser bekannt unter dem Begriff „Dähne Pokal“, wurden für Schleswig-Holstein in Eckernförde entschieden. Aljoscha Feuerstack konnte sich bei einem dynamische Spiel das nach der Zeitnotphase entschieden wurde gegen Arne Jochens (Kieler SG/Meerbauer) durchsetzen. In einem Endspiel Turm gegen Läufer ging der Sieg an den20jährigen Eckernförder der für den SK Norderstedt spielt. Beide Spieler sind für die bundesweite Entausscheidung dieses KO Tunieriers am 11-13.6.2009 in Kassel nominiert. Dort werden sie dann gemeinsam die Fahne Schleswig-Holsteins gegen die Repräsentanten der anderen Bundesländer verteidigen. (fst)
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30. 11. 2008

Meisterliche Nacht

Eine ganze Nacht neue Musik? Naja fast, von 19 bis 23 Uhr dauerte das Konzert zu Ehren des Altmeister der Moderne Olivier Messiaen. Aber nicht nur repräsentative Kompositionen hatte diesmal das ensemble reflexion K herausgesucht, auch ein informativer Film ergänzte das Angebot an Informationen. Davon gab es viele. Der bekannte Eckernförder Komponist Gerald Eckert führte sachkundig, verständlich und unterhaltsam durch das Programm und nahm sein Publikum mit auf die Reise durch das Abenteuerland neue Musik. Olivier Messiaen (1908-1992), der oft als „Vater der französischen Moderne“ bezeichnet wird, wäre am 10.12. 100 Jahre alt geworden. Für seine oft religiös motivierten Kompositionen verwendete er gerne Vogelstimmen als musikalische Vorlagen, die er weltweit in Notennotation aufschrieb. Außer Ornithologie studierte der künstlerisch seht vielseitig orientierte Altmeister der Neuen Musik auch Rhythmik und war besonders in Indien von den traditionellen Kunstfertigkeiten und Instrumenten angetan. Als Hochschullehrer bildete er die wichtigsten Komponisten des 20. Jahrhunderts aus, unter anderem Pierre Boulez, Karlheinz Stockhausen und Iannis Xenakis. Messiaens Leben und Werk wurde sehr ansprechend und künstlerischer Weise in dem Film „Olivier Messiaen – The Chrystal Liturgy“ von Olivier Mille dargestellt, der zwischen den drei Blöcken des Konzert über eine Großleinwand zu sehen war. Der Konzertteil wurde diesmal von Beatrix Wagner (Flöten), Katja Kanowski (Stimme) und Gerald Eckert (Cello und Klangregie) bestritten. Als besonderer Gast des Abends musizierte Martin von der Heydt auf dem Bechstein Flügel der St.-Nicolai-Kirche. Besonders bei den „Qutre Etudes de Rythme“ (1950) von Messiaen überzeugte sein konzentriertes und hochmusikalisches Spiel mit kraftvollen Anschlägen, aberwitzig schnellen Läufen und einer beim zuschauen irritierenden Fingerakrobatik.

Ausser dem Themengeber der neutönenden Musiknacht kamen aber auch noch andere Komponisten zum erklingen. Sowohl Bruno Maderna, Beat Furrer und auch Helmut Lachenmann wurden innerhalb der Reihe Neue Musik bereits vorgestellt, diesmal zeigten sie die dauerhafte Wirkung des französischen Großmeisters. Hervorzuheben ist das Werk „temA“ von Hellmut Lachenmann (*1935) für Flöte, Stimme und Violoncello. Katja Kanowski zeigte dabei eine ungewohnt Oralakrobatik. Erstaunlich wie viel verschieden Geräusche und Klangfarben allein mit dem Mund zu erzeugen sind und welche fantastische Wirkung diese haben.

Natürlich fehlen auch Werke von dem beliebten Eckernförder Komponisten Gerald Eckert nicht indem gelungenen Programm. Geradezu als „Hit“ dürfte das abschließend gespielte Werk „Nachtbogen“ zu bezeichnen sein. Die feinen ätherischen Klänge, die bewusst mit der Hörbarkeitsgrenze spielen wurden wie der ganze Abend vom Publikum mitlangen, anhalten Applaus quittiert.

Am Mittwoch, den 10.12. 2008 folgt dann um 19.30 Uhr ebenfalls in der

St. Nicolai-Kirche Eckernförde der zweite Teil mit den „Trois petites

Liturgies“ für Frauenchor, Orchester und Ondes Martenot. Außerdem stehen

auf dem Programm das „Magnificat“ von Monteverdi und „Ubi caritas et

amor“ von Maurice Duruflé. Mitwirkende sind der Frauenchor St. Nicolai, der gemischte St.-Nicolai-Chor, die Kammersymphonie Berlin und Claude-Samuel Lévine (Ondes Martenot) unter der Leitung von KMD Katja Kanowski.

(Markus Feurstack)

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Groteskes Weinseminar

Bei Römer und Wein steppte die Kellnerin auf dem Tisch.

Wenn in einem kleinen aber sehr feinen Weinbistro plötzlich eine alte Dame auftaucht und die Gäste über den richtigen Weingenuss, sowie die Verabreichung von Handküssen belehrt und dabei jede Menge lustiger Sprüche macht, dann dürfte dies kein Zufall sein. Madame Euphrosine, grauhaarig, klein, alt, schwer am Stock gehend, aber unermüdlich und mit ständig blitzenden Augen hinter der runden Brille- das kann doch nur Pamms Aktionstheater mit Gabriele Pahms sein. Eine ausgesprochen witzige Kombination, die in der ausverkauften Weinstube von Römer und Wein sehr gut ankam. Die gelungene Mischung aus durchaus ernstgemeinte Informationen, teilweise assistiert von dem sachkundigen Uwe Römer, urkomischen Sprüchen und einen ständigen, liebevoll ironischen Kontakt zu dem begeistert mitspielenden Publikum schuf eine gelöste weindurchtränke Stimmung. Ob die Komische über die Weisheit des Weines philosophierte oder den anwesenden Herren galantes Benehmen beibrachte, stets wurde gelacht. Geschickt wurde auf den Spruch „die Art des Weines weist auch auf den Charakter des Trinkers hin“, vom Publikum eine umfassende Weinbeschreibung abgefragt, die dann mit leichten Schwung auf einen der Geniesser weiter gegeben wurde. Bei den Piratentagen hatten sich Uwe Römer und Gabriele Pahms kennengelernt, als die Aktionsschauspielerin als Magister Wiegbold schwadronierend durch die Stadt gezogen war und der Weinfachmann mit „Piratenblut“ die Piratenfreunde köderte. Das launige Weinseminar, das gleichermaßen gekonnte Unterhaltung, aufsehen erregendes Aktionstheater, Wissen und Anekdoten über Wein und ganz viel gute Laune vermischte, sollte fortgesetzt werden, auch wenn dabei ältere Damen wilde Stepptänze aufführen. Aber die Besucher sollten dann doch auch einen der Sprüche von Madame Euphrosine beachten: „Am Rausch ist nicht der Wein schuld, sondern der Trinker“ (fst)

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Gekonnte Augenblicke

Ein Eckernfördebuch für literarische Innenräume

„Augenblicke im Leben“ so lautet der Titel eines ganz frisch im Mohland Verlag erschienen Buches von Nicolaus Kessener mit Kurzgeschichten. Und wie Augenblicke Kontaktaufnahmen und kurze Zeiträume gleichermaßen sind, Momente und Begegnungen, so lässt der Autor in kompakter Form oft besondere Situationen, Erlebnisse und damit verbundene Gedanken vor dem Leser entstehen. Dabei reicht das Spektrum der behandelten Themen erstaunlich weit. Da ist die Krimistory, in der seltsame Todesfälle an einer Autobahnraststätte, die Kripobeamten fast verzweifeln lassen. Die Leichen waren unheimlich zugerichtet, stets passierten neue unheimliche Todesfälle an der selben Stelle und kein handfester Hinweis lies auf einen sadistischen Mörder schließen. Durch mühsame Kleinarbeit und hellwache Beobachtung findet dieser Fall ein überraschendes Ende. Gehobene Lektüre für Krimifans. Aber nur einer der vielen Augenblicke des Lebens, wenn auch ein Spektakulärer. Auch die Geschichte von dem Mann, der Mittelalt oder wie man heute eher sagt, als Jungsenior auf Brautschau geht und unerwartete fast banale Hindernisse trifft. Wie peinlich, und beim Lesen nachvollziehbar ist der Besuch in einem Eckernförder Strandcafeé, angetan mit dem neuen Sakko an dem protzig das Preisschild baumelt: 395 Euro.

Fast alle Geschichten spielen rund um und in Eckernförde und geben einen intimen, sehr persönlichen Lokalkolorit der Ostseestadt wieder. Nicht Zweck des Buches ist die kleine Stadt mit dem schönen Strand, sondern gekonnte Dekoration. Die meisten handelnden Personen in dem Erzählband haben hier ihren Lebensmittelpunkt. So wie auch der Autor, Nicolaus Kessener der in der Nähe von Eckernförde lebt. Vielfältige berufliche Stationen wurden zu einem breiten Erfahrungsspektrum: Germanistik mit Lehramt, Dokumentar, Familientherapeut, Lehrer und Trainer um nur einige markante Punkte zu nennen. 2005 gewinnt Kessener mit seiner Geschichte „Das Bild“ einen Schreibwettbewerb des Museum Eckerförde. Die sehr eindringliche und bewegende Geschichte spielt in der Zeit von Carl Bössenroth (1863-1935) in Eckernförde. Der Autor lässt die alte Fischerstadt erstehen und beschreibt einfühlsam die Schnittstelle zwischen der vornehmen Gesellschaft die in den üppigen Landgütern rund um die Stadt einen großen Haushalt führt und den armen Fischern und Dienstleuten, die in der unteren Stadt ihren schweren Handwerken nachgehen und in beengten Häusern im Dunst der Räuchereien leben. Der wiederholte Besuch der bekannten und anerkannten Malers führt zu einer Begegnung mit einem einfachen Dienstmädchen und Fischerfrau – mit einem unerwarteten Ende. Gerade an dieser Geschichte lässt sich die farbige Arbeitsweise des begabten Autors wunderbar miterleben. Auf journalistisch recherchierter Fakten- und Ortkenntnis aufbauend, entsteht ein stimmiges Bild. Die Details sind wie feine Gewürze, unauffällig eingewoben, unaufdringlich aber stilbildend angewandt, ermöglichen ein Zeitgemälde in der die phantasievolle Story realistisch eingepackt wurde. Der große und noch heute bedeutende Maler bekommt mit wenigen Zeilen genauso ein realistisches ansprechendes Gesicht und eine erlebbare Ausstrahlung wie das schüchterne Dienstmädchen Luise, das zu seine Bedienung abgestellt wurde. Fiktion und mögliche Realität weben sich zu einer Einheit, die an die Traditionen großer Erzählkunst nahtlos anknüpft und den Leser mit unsichtbaren Fäden in die Geschichte hineinzieht: Der Genießende wird nach dieser wunderbaren Meistererzählung erst ein mal sein Buch zu Seite legen und die mächtigen Nachbilder wirken lassen.

Eine vollkommen andere literarische Gattung ist der kleine fragmentarische Roman „Nepomuk Quazzelpuzz“. In fünf Kapiteln und damit leider viel zu kurz, handelt dieser phantasievoll von elfjährigen Schüler Friedemann. Friedemann hat die üblichen Schwierigkeiten mit den Eltern, der Schule und mit selbst. Sein Leben verändert sich, als er in seiner Nähe ein zartes kleines Wesen bemerkt, das die großen Leute nicht sehen und hören können. Plötzlich hat der Schüler zwei Ebenen in denen er lebet: Seiner eigenen, mit neuen aufregenden Erkenntnissen und geheimen magischen Wissen gespickten und der alltäglichen, oft unverständlichen der „großen Leute“. Diese verschiedenen Ebenen durchdringen sich und der junge Mensch fängt langsam an, zu erahnen, was die Eltern, die Lehrerin und die größeren Geschwister von ihm wollen und wie er sich selbständig in seinem Umfeld behaupten kann. Nicht nüchtern und rational wie dieser Inhaltangabe kommen die fünf Kapitel daher, sondern voller Farben und Brüche, Emotionen und innerer Kämpfe. Nicht eine verklärte Kindheit, die Erwachsene so gerne aus ihrer Erinnerung herausfiltern wird beschrieben, sondern ein jugendlicher Mensch der zwischen Ankuscheln und Abgrenzen seinen eigenen Weg auch in einem vertrauten Umfeld zu finden sucht. Dieser „innere Sicht“ die nicht nur diesen kleinen Romanhaften Zyklus prägt ist eine der wesentlichen Merkmale der „Augenblicke“. Die Kunst, eine Erzählung nicht nur auf einer Idee, einem Erlebnis aufzubauen, das benötigte Wissen umfassenden parat zu halten und dichtend weiterzuspinnen gestaltet das Buch zu einem Erlebnis. Kessener kann, verdichten und herausarbeiten, Farben setzen, und Imaginationen aufbauen und seine Leser in diese Welt sanft und sicher mitnehmen. Nicolaus Kessener kann Kurzgeschichten schreiben. Es steht zu hoffen, dass die vorliegenden „Augenblicke im Leben“ nur ein vorzüglicher Auftakt zu weiteren und ausführlicheren Werken sind. Die Augenblicke sollte man auf jeden Fall auf dem Schreibtisch deponieren, denn es lohnt sich sehr, sie mehrfach festzuhalten und zu genießen.

Markus Feuerstack

Nicolaus Kessener

„Augenblicke im Leben“

Mohlandverlag

ISBN 978-3-86675-066-1

Preis 12 Euro

 

 

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In der kleinen aber eigenwilligen Galerie „Atelier Jungfernstieg 85“ sind unter dem Motto „Geschichten mit Farbe und Fundstücken“ Exponate von Friederike Thaler zu sehen. Die Künstlerin wurde 1948 in Chile geboren, wuchs aber in Deutschland auf. Zahlreiche Ausstellungen, auch international, zieren die Vita der Künstlerin, die in Hamburg, Hannover und Salzburg ihre Studien absolvierte. Im Jungfernstieg sind abstrakte Werke zu sehen, deren starke Farbigkeit sich als erster Eindruck aufdrängt. Farben, aber nicht bunt ist dieser Eindruck beim fragenden nachblicken und immer wieder ein warmes rot, das unauffällig wirkt aber sehr präsent ist. In den Bildern, sind teilweise nicht malübliche Materialien integriert: Ein grosses Stück Kupfer, vordem sicherlich anders bereits bearbeitet blinkt aus einem Bild und gibt dem Bild eine dreidimensionale Kontur, es wird zum Objekt für die Wand. Auch übermaltes Eisen in Verbindung mit Sisal ist zu entdecken, nd türmt sich zu gestalteten Landschaften auf. Viele der Motive sind auf Reisen entstanden und geben Landschaft und Reiseeindrücke wieder, die sich aber nicht als festhaltendes portraitieren zeigen, sondern den Fluss und die Eindrücke des bewegenden Wahrnehmens treffend verdeutlichen. Einige der Bilderobjekte von Friederike Thaler sind auf der Grundlage von eingearbeiteten Fotos entstanden, die als solche aber nicht mehr in Erscheinung treten. Bei der Eröffnung am Sonnabend führte die Schleswigerin Doris Rüstig – Ladewig kenntnisreich und sensibel in das Werk ein und beleuchtete auch die Schnittstellen zwischen Biographie und den Bildern und Objekten von Friederike Thaler. Eine weitere Motivserie ist als filigrane Objekte ausgeführt. Aus handgeschöpftem Büttenpapier aus Korea (aus Maulbeerbaumrinde) entstanden hingehauchte Skulpturen, die die Künstlerin ironisch als „Kunst am Stil“ bezeichnet. Die Ausstellung im Atelier Jungfernstieg 85 ist Di. –Do. 15 – 18 Uhr und Sonntags 16 – 18 Uhr geöffnet und endet am 29.11.2008. (fst)

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Liederjan eröffnete die neunte hafenmusic Saison.

33 Jahre gibt es sie schon. Und was als musikalisches Traditionsunternehmen anmutet stellt sich während eines quicklebendigen Konzerts als Zeitgeistüberlebensstrategie mit modernsten musikalischen und textlichen Kleinkunstwerken vor. Die Gruppe Liederjan einst vom irischen Folk zu deutschen Texten und Folk gewandelt, spielt ein Menschenalter lang schon raffinierte musikalische Entertainments mit frechen, stets aktuellen Texten. Hanne Balzer aus Bremen, Jörg Ermisch aus Hamburg und Klaus Irmscher aus Möln bilden ein Trio das sich niemals in die Strudel wandelnder Unterhaltungskategorien einordnen lies. Aber Commedian, Folk, Kabarett und Volkslied – alles wird auf ganz eigene Art aufbereitet und begeisterte das sehr zahlreiche Publikum in der Eckernförder Siegfried Werft. Bereits eine halbe Stunde vor dem Konzertbeginn am Freitag war der kleine stimmungsvolle Raum rammelvoll. Als Punkt acht die musikalischen Gladiatoren einzogen und ganze zwei Stunden lang viel Witz, spontanen und situationsbezogen Humor und eine sich immer wandelnde Musikalität präsentierten, ergab dies einen gelungenen Auftakt für die anstehende neunte hafenmusic Saison. Kleine Geschichten erzählen viele der Lieder, so von den alten Herren, der dank Navigerät leider nur noch zu spät kommt oder witzige Trinklieder die an eine durchgehende Folktradition anschließen. Praktisch jedes Lied, jede Geschichte ist anders instrumentalisiert, jeder der Musiker beherrscht augenscheinlich eine Vielzahl sehr verschiedener Instrumente. Ob es plattdeutsche Lieder oder Geschichten im sächsischen Dialekt sind, ob von dem Kurschattenkabinett berichtet wird oder aktuell von der Bankenkrise: die musikalische Begleitung ist schwungvoll und fetzig. Zum mitsingen und auch tanzen laden die Lieder ein, wenn nicht die Lust zum Zuhören und herzhaft Lachen oder Schmunzelnd dem entgegenstände. Rund zwanzig Platten, Cds und Dvds hat die Gruppe inzwischen publiziert, bei dem in Liedermacherkreisen sehr angesehenen Label „pläne“. Viele der Konzertgäste sind mit den frechen und aktuellen Liedern von Liederjan groß geworden, geleitet von der Pubertät und über das Erwachsensein bis zu den ersten grauen Haaren. Das Repertoire der Gruppe ist so umfassend, das für praktisch jede Zielgruppe etwas Passendes dabei ist. Und das ist auch der einzige Wermutstropfen des gelungenen Abends: Das die jüngere Generation nicht erreicht wurde, sollte vielleicht mit einem baldigen Konzert im „Das Haus“ nachgeholt werden. Denn dieser zeitlose Folk ist einfach für alle passend. (fst)

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30. 09. 2008

Neue CD von Gerald Eckert: Chamber Music

Die brandneue CD „Chamber Music“ des gebürtigen Nürnberger Komponisten Gerald Eckert ist ab sofort im Musikhandel erhältlich.

Eckert ist durch seine Reihe „Neue Musik“ zusammen mit dem „ensemble reflexion K“ in Eckernförde bekannt geworden. International ist er als Komponist gesucht und vielfach ausgezeichnet.

Die CD mit Kompositionen des Wilfried Jentzsch-Schülers Eckert besticht durch musikalische Willensstärke und Beharrlichkeit. Die Komplexität der Töne, die bis in die Peripherie der Wahrnehmung zart sirren fordert damit die volle Konzentration des Hörers. Die Stücke wirken nicht aufdringlich; sie verströmen in der Dichte der Musik ihre feingliedrige Anmut. Auch die Wechsel von atemlosen Pausen zum fulminanten fortissimo lassen den Zuhörer schwerelos eintauchen in die durchgestalteten Kompositionen.

Gerald Eckert hat neben Komposition und Violincello auch Klavier und Dirigieren studiert. Auch die Erkenntnisse aus seinem Mathematik- und Physikstudium vermag der interessierte Zuhörer bei näherer Beschäftigung mit den Klängen Eckerts wahrzunehmen.

In dem künstlerisch gestalteten Booklet zur CD findet sich auch ein Interview mit dem Komponisten, in dem Eckert Einblicke in seinen Schaffensprozess gibt.

Eine anspruchsvolle und hörenswerte CD mit Kammermusik, die Zuhören und Einlassen auf die Klangwelt des Komponisten verlangt. Wenn der Hörer dieser unabdingbaren Voraussetzung nachkommt, erwartet ihn ein großartiges Klangerlebnis, das die künstlerische Vielfalt des herausragenden Komponisten widerspiegelt.

Das neue Album „Chamber Music“ umfasst acht Kompositionen des Eckernförder. Es wurde im Februar bis April dieses Jahres in Leipzig aufgenommen. Die CD ist bei Neos im Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk und MDR entstanden. Fast alle Aufnahmen sind Erstveröffentlichungen. Das Booklet beinhaltet auch eine Beschreibung der Stücke durch Meret Forster und Bilder von Partiturenblättern.

Einige dieser Werke von Gerald Eckert werden am 26. 9. innerhalb der Reihe „Neue Musik von dem diesmal neunköpfigen „ensemble reflexion K“ in der St.-Nicolai-Kirche aufgeführt. Bei dem Konzert, das wie immer um 20 Uhr beginnt, wird die CD einmalig zu einem Sonderpreis erhältlich sein.

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Lieblingsplätze in zarten Bildern.

Fast unsichtbar sind ihre Bilder mit sanften Strichten. Katy Feuersenger, Stipendiatin des schleswig-holsteinischen Künstlerhauses in der Otte Str. 1 zeigte zum Abschluss ihres Eckernförder Aufenthalts Bilder von Lieblingsorten der Bürger dieser Stadt. Über die EZ hatte sie nach solchen geheimnisvollen Plätzen gefragt und diese Orte besucht. Mit zarten Strichen wurde der Eindruck festgehalten. Zum Abschluss ihres zweimonatigen Stipendiums präsentierte die Künstlerin einige der entstandenen Arbeiten und Ausschnitte aus den Beschreibungen der Lieblingsorte des Publikums.

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29. 09. 2008

Neun Musiker, Videos und eine CD

Unter dem Titel „Visuals“ wurde die Reihe Neue Musik mit dem Zyklus über Zeit fortgesetzt. Wie immer hatten auch diesmal die Musiker des ensemble reflexion K einiges vorbereitet, um ihren treuen Eckernförder Publikum Herausforderndes zu bieten. Mit den Videokünstlern Rolf Weißleder und Matthias Meyer und ihren künstlerischen Kurznotizen auf zwei rieseigen Monitoren wurden erstmals bewegte Bilder in das musikalische Geschehen integriert. Zu drei Stücken blinken kurze Filmsequenzen und einzelne, wie Fragmente anmutende Bilder auf. Teilweise war die Bildsprache in sehr kleine Häppchen zerlegt, so dass die volle Konzentration benötigt wurde um die kurzzeitige Informationen verarbeiten zu können. Konzentration, die aber auch die Musik benötigt hätte. Immerhin waren diesmal neun Musiker angereist um die hauptsächlich vom Eckernförder Komponisten Gerald Eckert stammenden Werke zum erklingen zu bringen. Die Stammbesetzung mit Beatrix Wagner (Flöten), Gerald Eckert (Cello), Eva Zöllner (Akkordeon) und Olaf Tzschoppe (Schlagzeug) sowie Eva Ingantjeva (Harfe) wurde ergänzt mit Katja Guedes (Sopran), Lenka Zupkova (Violine), Kirstin Maria Pientka (Viola) und John Eckhardt am Kontrabass. Die meisten Musiker sind nicht ganz zufällig auf der brandneuen CD von Gerald Eckert und dem ensemble reflexion K „Neos“ zu finden. Die CD wurde an diesem Abend erstmalig der Öffentlichkeit präsentiert. Eckerts Werke „Studie über Nellie Sachs“ (2008), „Von Innen – Körnung“ (2003), „Nen VII“ (2007), „Schächte“ (2002) und Fäden „First Part“ konnten live erlebt und als Silberling mit nach Hause genommen werden. Das letzte Stück der CD wurde als Eröffnungsstück in der abgedunkelten Kirche gespielt. Die Musiker hatten ihre Aufstellung an verschiedenen Punkten in dem Klangraum Kirche eingenommen und spielten die Fäden sich einander zu und um und über das Publikum, wodurch eine besondere Hörsituation und ungemein sinnliche Atmosphäre entstand. Dem Namen des Stückes gerecht werdend, legten die Musiker die Fäden durch die Bänke der Zuhörer. Besonders auffallend, dass die Komposition auf diese besondere Hörsituation passte. Verklang ein Ton bei einem Instrument, wurde er bei einem anderen unmittelbar aufgefangen und weitergetragen. So entstand nie ein Gefühl der Leere oder des Nichts, es wurde immer ein “Faden“ gesponnen. Ergänzt wurden die von dem zahlreichen Publikum begeistert aufgenommenen Werke des Eckernförder Komponisten Gerald Eckert durch zwei weitere Werke. Vom Altmeister der Neuen Musik John Cage (1912-1992) erklang das Werk „Ryoanji“ von 1983 und der bereits in Eckernförde bekannte Komponist Elmir Mirzoev aus Aserbaidschan steuerte „Mumienportraits“ (2004) dazu. Elmir Mirzoev hat sein gewaltiges und sehr sinnlich wirkendes Klangebäude für das ensemble reflexion K komponiert. Nicht zuletzt die deutliche Präsenz der Werke von Gerald Eckert dürfte für den überaus guten Besuch des Konzertes gesorgt haben, auch die immer wieder überraschende thematische Regie ließ auch dieses Konzert zum mehrschichtigen Erlebnis werden. Neben der Videoinstallation sorgten die abgedunkelte Kirche und die Verteilung der Musiker auf den Kirchenraum für eine deutliche Sinnessteigerung. Der Klang und die inneren und äußeren Bilder strebten so wahrnehmbar zu einer Einheit. Das nächste musikalische Erlebnis innerhalb der Reihe wird am Freitag dem 29. November u.a. mit Werken von Messiaen zelebriert. (Markus Feuerstack)

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Fröhliches Musikfest für das grüne Haus

Das Grüne Haus in Eckernförde ist ein wichtiger Anlaufpunkt für Jugendliche in Eckernförde. Mit dem Weltladen, in dem fair gehandelte Produkte angeboten werden, der Teestube und dem Internetkaffee und vielen bunten Veranstaltungen und Gruppen ist es einer der wenigen Plätze in der Ostseestadt bei denen Jugendliche willkommen sind und selbstbestimmtes Handeln erproben können. Ein Förderverein, der seinen Mitgliedsbeitrag bei einem Euro pro Monat beginnen lässt, versucht die kirchliche Einrichtung zu unterstützen und finanzielle über dem Wasser zu halten. Eine wichtige Aktion dabei ist das diesmal schon zum vierten Mal stattfindende Solidaritätskonzert in der St.-Nicolai-Kirche. Arne Leuschner, als universeller Ansprechpartner für das Grüne Haus und Markus Petersen, Vorsitzender des Fördervereins konnten durch ein buntes musikalisches Programm führen. Die wohl ältesten Freunde der Jugendeinrichtung dürfte die „Suhrbrook Family“ sein. Die Sänger der Elterngeneration unterstützen die jungen Menschen und ihr Domizil gerne, hatten sie sich in den 70iger Jahren aus ähnlichen Gründen zusammengefunden. Sie singen seither bewegende Folk und religiöse Songs, auch auf afrikanisch. Ernsthafte Konkurrenz bietet aber auch die Jugend und dort sogar eher die jüngste Generation: Die Sunshine Singers hatten sich seit dem letzten Jahr neu zusammen gefunden und zeigten äußerst überzeugend, das Gesang Jungen und Mädchen, aber auch Borby und Eckernförde verbindet. Der quicklebendige Chor gehört zur Borbyer Kirchengemeinde doch Jugend, Spielfreude und Solidarität waren schon immer gute Rezepte um scheinbare Grenzen zusprengen. Es steht zu hoffen, dass die hochmotiverte Gruppe mit ihrem begeisternden musikalischen Leiter Klaus Kaiser bald öfters in allen Stadteilen zu hören ist.Während in der Pause das zahlreiche Publikum (die Kirche fast ganz voll) den Stand des Grünen Hauses mit Weltladenprodukten umlagerte, steuerte der Konzertabend auf einen Höhepunkt zu: Das jugendliche Duo „Caldera“ mit Dominik Kessener und Benjamin Schulte spielte (und sang dazu) eigene Lieder auf zahlreichen Instrumenten. Als „experimentelle Liedermacher“ angekündigt, zeigten sie in ihren aufrechen, quicklebendigen und künstlerisch aufbereiteten Liedern jugendliche Weltsicht. „Wir werden alle in der Hölle stehen“ befürchteten sie anhand der alltäglichen Kalamitäten. Wie wenig Politiker mit ihren rituellen Geschwätz Jugendliche erreichen können, zeigte sich in dem Song „heute wird wieder gewählt“, der eine klare Absage für das Anliegen darstellt, immer jüngere Wähler zum absegnen von politischen Programmen heranzuziehen. Selbst surrealistisch anmutende eigene Werke und musikalisch perfekt aufbereitetes Liedgut gehörten zum Repertoire. Nicht endend wollender Applaus zeigte wie besonders das jüngere Publikum mit ihren Barden einverstanden war. Der Abschluss des gelungenen Abends machten die als „Green House Allstars & die Hökholz Horns“ angekündigte Gruppe, in der Markus Petersen ein fetziges Schlagzeug spielte. Zu den rockigen Klängen wurde von einigen Besuchern getanzt und die lockere Stimmung zeigte, dass allseits der Abend als ein vergnüglicher erlebt wurde. (fst)

2008
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Störrische Zeichnungen in der Frühstücksbühne

Nach lange Pause zeigt Marianne Tralau mal wieder eigene Zeichnungen in der Galerie Frühstücksbühne in der St.-Nicolai-Str..

Ungewöhnlich ist es heute für einen modernen Künstler, Zeichnungen zu präsentieren. Diese nicht als Skizzen für auszuarbeitende Werke, sondern als Hauptwerk – das ist außergewöhnlich. Marianne Tralau hat über 50 Jahre an ihren Strich gearbeitet und präsentiert abstrakte Werke meist als Graphit auf präparierten Papier. In Serien zeigt sie, wie sie sich mit ihren Motiven anfreundet, sie variiert, sie spielen lässt und sie bis zur jener Grenze der Eskalation treib, die mit der Perfektion nah zusammen steht. Manchmal wagt sie den Schritt über diese abschließende Grenze, manchmal verweilt sie genüsslich davor. Deutlich ist diese spielerische Ernsthaftigkeit in der Hasenserie zu erleben. Ein Hase führt durch die Ausstellung, die diesmal nicht nur die Galerieräume umfasst, sondern sich auch über die Atelier- und Privaträume erstreckt. In jedem Raum begrüsst ein Hase die Betrachtenden, im Schlafzimmer gibt es einen kleinen, durchaus humoristischen Exkurs in das Wesen des Tieres in der Kunst: Tizian, Beuys, Paula Moderson-Becker und natürlich Albrecht Dürer sind als Tralausche Nachempfindungen zu erleben. Keine Frage: Die Grenze zwischen Karikatur und akribische Bildanalyse bleibt erlebbar. Die Spannungen die diesseits und jenseits von Grenzen entstehen und die damit verbundene Ängstlichkeit und Wollust, der Mut und die Schalkhaftigkeit spiegelt sich in den Bildern wieder. Während in der Küche Hammer und Sichel als bildhafte Symbole untersucht und abgehandelt werden, ereilt das selbe Schicksal einem inzwischen verfemten Symbol in einer „Giftkammer“. Dort mutieren Hakenkreuze weit jenseits der geschichtlich aufgeprägten Bedeutung, zwischen altgeschichtlicher Mythologie und unbefangener Experimentierlust. Da die Zeichnerin sich der Eigeninterpretation entzieht, liegt eine besondere Kladde aus, um die Kommentare der Besucher aufzunehmen.

Neben vielen anderen in Serien geordneten Bildern sticht auch besonders die Reihe „Hans im Glück“ hervor. Es sind die einzigen Zeichnungen dieser Ausstellung bei denen sich zum Graphit auch Tusche gesellt und sie zeigen in besonders spannender Weise das Abstraktionsverständnis der Zeichnerin Marianne Tralau. Stets bleiben die Formen erkennbar, aber umfangreich reduziert auf mögliche Grundmotive. Die Phantasie des Betrachtenden wird zum Maß des Bildes. Sie ist nicht eingeschränkt durch umfangreiche Vorgaben, sondern darf und muss frei agieren um sich der Sinnhaftigkeit des Bildes zu nähern. Während der unbefangen sich Nähernde die anregende Leichtigkeit genießen kann und soll wird dem fachkundigen Besucher die ernsthaftige Qualität der durchgearbeiteten Striche berühren. Wenn auch selten geworden, hier gibt es die Zeichnung, die moderne Zeichnung noch, als selbständige Kunst. (fst)

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10. 08. 2008

Zwischen Alpen und Ostsee

Sommerkonzert der Reihe Neue Musik schuf Verbindungen.

Marianne Tralaus Bild auf der Einladung zum diesjährigen Sommerkonzert der renommierten Reihe Neue Musik gab das Motto vor: Die Alpen spiegeln sich in der Ostsee.

Genau diesen Bogen spannte das Ensemble Reflexion K mit einem umfassenden und durchaus auch sommerlich heiteren Programm. „Aus den Alpen“ umfasste nicht nur ernsthafte Werke gestandener Komponisten wie Georg Friedrich Haas (*1953), Bernhard Lang (*1957), Walter Zimmermann (*1949), Christian Wolf (*1934) und anderer, auch alpenländische Volksmusik. Die Walzer, Polka und Ländler spielten Beatrix Wagner (Flöten), Gerald Eckert (Cello) und Eva Zöllner (Akkordeon) zusammen mit dem Gast des Abends dem Zitterspieler Leopold Hurt nach Noten und klassisch konzentriert. Diese in diesem Zusammenhang etwas grotesk anmutende Tanzmusik kontrastierte großartig mit den virtuosen Einzelleistungen der ernsthaften Musik. Gleich vier Soli zeigten das wirkliche Können der Musiker. Gerald Eckerts Werk von 2006 „im Endlichen – dehnbar“ lies Eva Zöllner zu Hochform auffahren. Höchste Töne, schnelle Läufe und ausklingender Atem – Die markante Handschrift des Komponisten wurde durch die Interpreterin markant umgesetzt und begeistert aufgenommen.

Ein rhythmisches Meisterwerk mit atemberaubendem Tempo zelebrierte Beatrix Wagner auf ihrer Flöte. Bernhard Langs „Schrift 1.2“ fordert nicht nur einen schnellen und anhaltenden Atem, auch konzentrierte Musikalität und einfühlsames Können. Die Eckernförder Musikerin zeigte wieder ein Mal, das schwierig wirkende Werke für sie keine wirkliche Hürde sein können.

Gleich zwei Zitter-Soli bewiesen dass dieses Instrument die engen Grenzen der Volksmusik leicht zu sprengen vermag, wenn ein begnadeter Solist sich darauf ein lässt. In Walter Zimmermanns „Irrgarten“ von 1997 und Georg Friedrich Haas „ein Saitenspiel“ (2002) zeigte Leopold Hurt, dass er zu den Ausnahmemusikern gehört.

Der Höhepunkt des Abends waren gleich zwei Ensemblestücke: Leopold Hurt komponierte „Aggregat“ 2005 für elektrisch verstärktes Cello und Zither nebst Tonband. Das Werk kam mit sehr viel Schwung daher und wirkte stellenweise genauso brachial wie genial. Es schien aber den Zeitgeist des Eckernförder Publikums getroffen zu haben, wie der lang anhaltende Applaus bewies.

Gerald Eckerts bewegendes Werk von 2004 „Interferenz I“ ist für Flöte, elektrische Zither, Cello, Elektronik und Tonband ausgeführt. Das Ensemble spielte über den Kirchenraum verteilt – bei Eckerts Werken immer eine gute Entscheidung, denn das Spiel mit den oft nur seelisch wahrnehmbaren Tönen ist eine besondere Qualität des Eckernförder Komponisten.Sein Werk hat ein besonderen, seht tiefgehenden Charakter, es sollte unbedingt nochmals im Rahmen der Musikreihe wiederholt werden. Für das Sommerkonzert bildete es einen würdigen, gelungenen Abschluss dieses wunderbaren Konzertabends.

Das nächste Konzert findet am Freitag den 26.09. wie immer in der St.-Nicolai-Kirche statt. (fst)

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Die Putzmacherin

4.4.2008

Eine schlanke und hübsche junge Frau steht auf der Treppe des alten Rathauses von Eckernförde und lässt sich fotografieren. Auffallend ist der elegante und extravagante Hut, der die Blicke der vorbeieilenden auf sich zieht. 24 Jahre ist Sara Mari Meiburg-Aaholm jung. Sie wurde in Norwegen geboren und lebte bis zum Jahr 2000 in Norwegen und Südafrika. Dann zog sie zu ihrer Mutter nach Eckernförde und besuchte die Waldorfschule. Da sie sich noch nicht wirklich in der deutschen Sprache heimisch fühlte machte sie in der 12 Klasse den Hauptschulabschluss. Ein freiwilliges soziales Jahr in einem Eckernförder Altenheim halfen ihr über die letzten Sprachhürden. Die Berufswahl fiel ihr sichtbar schwer. „Meine Interessen galten Handwerklichen Berufen, aber welches Handwerk und wie an einen Ausbildungsplatz kommen?“ berichtet Sara im Gespräch. Ausbildungsplätze zur Schusterin gab es keine, sie ging vorübergehend nach Dänemark an eine Sporthochschule. Eine Freundin erzählte von einer Firma in Kiel die einen Ausbildungsplatz als Modistin anbot. Sara nahm sofort Kontakt auf und arbeitet zwei Tage zur Probe. Sie bekam den ersehnten Ausbildungsplatz. Drei Jahre Ausbildung zur Modistin? Was ist das eigentlich für ein Beruf?Modistin – ist ein zusammengelegter Beruf. Früher gab es Putzmacherinnen und Hutmacherinnen, die sich mit der Verschönerung der Kleidung der eleganten Damenwelt beschäftigten. Während die Putzmacherin die Kleider der Schneider durch raffinierte Details verfeinerte, sorgte die Hutmacherin für eigenwillige und auf die Persönlichkeit der Trägerin abgestimmte Kopfbedeckungen. Heute ist aus den beiden Berufen die Modistin entstanden, deren Schwerpunkt aber bei der Herstellung individueller Hüte liegt. Außer handwerklichem Können, Einfühlungsvermögen in die Kundinnen und einem erlesenen Geschmack ist auch noch künstlerischer Sachverstand vonnöten, damit die elegante Dame von Welt sich in ihrer Garderobe sicher fühlt und den gewünschten Auftritt sicher und stolz bestehen kann.Während Hutmacher ein eher Männer dominierter Beruf war und ist, sind Putzmacherinnen und Modistinnen meist weiblich. Inzwischen gibt es nur wenige Gestalterinnen in diesen Fächern. Oder wie Sara es ausdrückt: „Mit der Dauerwelle ist der Hut fast ausgestorben.“ Aber die großen Feste des Lebens werden auch heute noch oft von Modistinnen mitgestaltet. Bei Hochzeiten, Trauerfeiern und besonderen Anlässen lassen sich die Damen gerne beraten und „aufputzen“. „Es gibt immer noch Menschen die auf besondere Qualität wert legen“ weiß Sara, die in ihrer Ausbildung lernte die Kundenwünsche zu verstehen und in eigene Kreationen umzusetzen. Sie lernte die Grundlagen kennen, wie Filze, Stroh und genähte Kopfbedeckungen und auch die Haare aufregend zu stecken. Wichtig war auch, dass sie bereits in der Schule zeichnen gelernt hatte. Schließlich sollten die Kunden ja vor der aufwendigen Herstellung des neuen Kleidungsstückes bereits eine Ahnung von dem zukünftigen Aussehen bekommen. Vor ihrem Abschluss war ihr schon etwas bange, aber mit großer Bravour meisterte sie diese Hürde. Sie wurde mit ihren Selbstentworfenen Modellhüten Landessiegerin und auch auf Bundesebene konnte sie den zweiten Platz erobern. Reichlich belohnt wurde ihr kreatives Engagement mit Urkunde, Silberteller, Geld und einem Stipendium für einen möglichen Meisterkurs. Aber soweit ist die Preisträgerin noch nicht. Erst einmal ging es zum Wandern nach Kanada – schon von klein auf ist Sara in vielen Ländern und Sprachen zu Hause. Folgerichtig nahm sie deshalb auch einen Auftrag in Marokko an. Zwei Monate half sie einer Frau ein Geschäft mit modischer Kopfbedeckung für muslimische Frauen aufzubauen. Inzwischen hat sie einige Bewerbungen geschrieben und es zieht sie durchaus in die Ferne. Entweder in Oslo / Norwegen am Theater oder in Kanada an der Oper möchte sie weitere Techniken lernen und ihre kreativen Fähigkeiten einsetzen. Norwegisch, Englisch und Deutsch sind die Sprachen die sie fließend spricht. Für die junge Frau, die sich neben ihren beruflichen Schwerpunkten gerne bei Volleyball und Wandern erholt und Kunst und Ästhetik als Interessenschwerpunkte angibt, war die Waldorfschule der ideale Startpunkt in das Berufsleben. „Meine Mutter wollte gerne, dass ich den Realschulabschluss mache, aber ich fühlte mich in der deutschen Sprache noch nicht so heimisch“ erzählt sie, „mir hätte ein einfacher Waldorfabschluss auch gereicht. Meine handwerklichen Fähigkeiten, die ich in meiner Schule vertiefen konnte, sind schon früh erwacht, meine intellektuellen Fähigkeiten kamen wesentlich später.“ Beides wird ihr sicher zu Gute kommen, wenn sie in einigen Jahren den Gutschein nutzt und einen Meisterkurs belegt. Vielleicht werden auch einige Leser des Bernsteins ihre großen Feste mit einer Kreation von Sara Mari Meiburg-Aaholm feiern?

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Grosse Kleinkunst auf kleiner Bühne

Am vergangenen Wochenende stellte sich das „Figurentheater im Kabuff“ der Öffentlichkeit vor. Geladene Gäste aus der Kulturszene sowie viele Kinder feierten gemeinsam mit der Puppenspielerin Cordula Thonett und einem bunten Programm die Gründung des Puppentheaters und –Atelier in der Rendsburger Strasse 100.

Cordula Thonett ist in Eckernförde schon während der Kreistheatertage und des Piratenspektakels als Figurenspielerin und Puppenbauerin in Erscheinung getreten. Auch ihre Bemühungen den Karneval aus ihrer Heimat Köln in Eckerförde heimisch zu machen fanden viel positive Resonanz.

Mit einem witzigen und bunten Programm weihte sie nun ihre neue Wirkungsstätte ein. Am Nachmittag bauten zahlreiche Kinder Stabpuppen aus Kochlöffeln und konnten unter professioneller Anleitung gleich damit improvisierte Stücke aufführen. Gegen 18 Uhr begrüßte Eckernfördes Kulturbeauftragter Sven Wlassack die zahlreichen Gäste, die sich dicht gedrängt in den intimen Zuschauerraum versammelt hatten. Öfters unterbrochen von dem Manager des Theaters, Mr. Mereuro. Der Manager, eine der neuen Kreationen der umtriebigen Cordula Thonett, hatte seinen ersten Auftritt und wirkte noch etwas nervös. Kein Wunder, ist er doch das jüngste Kind in der zahlreichen Puppenfamilie der neu geschaffenen Experimentierbühne. Wlassack würdigte Cordula Thonetts künstlerischen Lebenslauf mit Stationen in Irland, Portugal und Köln. Als Schöpferin kreativer Figuren war sie im rheinischen eine gefragte Puppenbauerin und hat und anderem für das Fernsehen die Figuren von „Berni und Ert“ erstellt. Ihre erste Wirkungsstätte in Köln war eine Abstellkammer – für Zuschauer und Akteure gab es insgesamt 12m2 Aktionsflächen. Jetzt hat sie in der Rendsburgerstraße nach einem halben Jahr Umbauzeit eine Probenbühne mit ca. 50m2, in der 30-50 Zuschauer unterkommen können.

Zur Eröffnung stellten sich einige Puppen vor. Beeindruckend war der zweiköpfige Drache. Jakopp und Neinkopp liegen ständig im Streit miteinander und können doch nur gemeinsam agieren. Die als ältere Dame mit sehr losem Mundwerk und viel überschäumender Lebensfreude bereits bekannte Clara Korn zeigte ihre gesanglichen Qualitäten, nachdem sie ihre Puppenführerin hinter den Vorhang verbannt hatte und Ersie Das eröffnete sein „Scheinamt“ und verteilte Narrenscheine. Musikalisch hatten begabte junge Künstler beeindruckende Leistungen zur Eröffnung zu präsentieren. Mila Thonett (13) debütierte als Gesangssolistin, und Ruben Beier zeigte mit Bodyperkussion, das Klangerlebniss und Tanz zu einer perfekten und gekonnten Synthese zusammen kommen können. Dominik Kessener und Benjamin Schulte, als Duo Caldera beeindruckend mit eigenen und übernommenen Liedern. Ihre Musik, die von mitreißender Spielfreude und hohem künstlerischen Vermögen zeugte begeisterte das Publikum sichtlich. Dieses wurde allerdings auch hin und wieder deutlich verunsichert, da Gabriele Pahms vollkommen mit ihrer Rolle als Journalistin Frau Pams verwachsen, zeigte, dass der lokalen Presse eigentlich die volle Aufmerksamkeit einer Veranstaltung gebühre. In jeder kleinen Umbaupause wurde das Publikum mit Interviews und Fotoaufstellen beschäftigt.

Cordula Thonett wird in ihrer neuen Wirkungsstätte nicht nur ihr bewährtes Suchtstück präsentieren sonder auch allein und mit Interessierten Puppen bauen. Neue Stücke, die sie gerne auch über schwierige Themen entwickeln sollen hier Premiere feiern und sie überlegt eine kleine Spielergruppe aufzubauen und Kooperationen mit sozialen und kirchlichen Einrichtungen anzustreben. Weiterhin steht sie aber auch für Auftritte bei Kindergeburtstagen und Aktionen bei den Poratentagen außer Haus zu Verfügung. (fst)

Kontakt: Cordula Thonett, Figurentheater im Kabuff, Rendsburgerstr. 100, Tel. 88 37 72, www.narrenschein.de

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„Sinnflut“ auf dem Rathausmarkt

Für zufällige Passanten war am Sonnabend das Bild auf dem Rathausmarkt sehr überraschend: Um eine Bühne auf der verschiedene „Psychedelische Bands“ spielten gruppierten sich bunte Scharen von meist jugendlichen Besuchern. Ein normales Konzert konnte dies wohl kaum sein, denn selbst die Bühne zeigte eher Wohnzimmercharakter mit Zierpflanzen und bunten Transparenten, ohne jede werbende Aussage. Dafür war im Publikumsbereich ein „Outdoor Wohnzimmer“ aufgebaut, auf verschiedenen Sofas und Sesseln konnte entspannt den Klängen der drei Bands gelauscht werden und in den Umbaupausen fanden angeregte Gespräche zwischen jung und alt statt. Stände vom grünen Haus und Amarylis mit Mineralien boten ein bescheidenes Angebot mit alternativen Waren an, und nur ein Bierverkaufstand sorgte für Erquickung zu ungewöhnlich zivilen Preisen. Das Rätsel der Veranstaltung wurde auf bunten Plakaten gelöst: Unter dem Titel „Sinnflut“ hat ein sich neu gründender Verein von jüngeren Menschen ein erstes Fest in der Innenstadt organisiert. „Wir wollten eine Mischung aus Konzert und Straßenfest machen“ erzählt einer der Organisatoren. Bereits seit dem Herbst 2007 versuchten die jungen Menschen, die durchgängig unter 25 Jahre alt sind, eine Kulturveranstaltung in Eckernförde für Ihresgleichen zu organisieren. Vielfältig und scheinbar unüberwindlich schienen die bürokratischen Hürden. Die Idee, auf einer Demonstration den fehlenden Freiraum für Jugendkultur in unserer Stadt zu beklagen, ließen sie schnell wieder fallen: „Wir wollten uns nicht negativ abgrenzen, sondern zeigen, dass wir mit viel Phantasie und guten Ideen eigenes auf die Beine stellen können. „ erzählt Finn Mayeres. Also suchten sie weiter das Gespräch mit den Verantwortlichen der Stadt. Mit dem Kulturbeauftragten und dem Bürgermeister fanden sie Mitstreiter, die grundsätzlich ein offenes Ohr auch für Jugendbelange haben. „Wir wollten den Jugendlichen eine Gelegenheit geben, auch mal ihre eigenen Vorstellungen zu realisieren“ formuliert es Sven Wlassack.

So wurde aus dem geplanten größeren Festival erstmal ein Straßenfest mit Konzert. Auch für das leibliche Wohl wurde durch einen jungen Koch gesorgt, Kinder jeglichen Alters konnten sich schminken lassen und die vielen Ordner suchten vergeblich nach Problemen. Die Organisatoren zeigten deutliches Interesse die Auflagen pünktlich einzuhalten. Punkt zehn bedankten sie sich beim Publikum dass das frühe Ende geduldig hinnahm und unmittelbar nach Ende des Programms bereits mit dem Einsammeln vom Müll begann. Natürlich zeigten auch einige Anwohner Unmut, fanden, die Musik zu laut und sicherlich auch zu fremd. Es bleibt so die Frage offen, ob Eckernförde groß und offen genug ist, auch zukünftig Veranstaltungen jenseits von Mainstream und Kommerz zu ermöglichen. Für die jugendlichen Organisatoren, die anschließend sichtbar geschafft aber auch ein bisschen stolz wirkten, keine Frage: „Wir haben noch viele phantasievolle Ideen für Veranstaltungen in unserer Stadt, für Jugendliche und den Dialog Jung und Älter“ (fst)

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Liliom – Theater in der Waldorfschule

Am Mittwoch, Freitag und Sonnabend jeweils um 20 Uhr spielt die 12. Klasse der Waldorfschule das Theaterstück „Liliom“ von dem ungarischen Dramatiker Ferenc Molnár. Traditionell zum Ende der gemeinsamen Schulzeit üben die Waldorfschüler ein so genanntes Klassenspiel gemeinsam ein. Die Wahl der Klasse fiel auf ein Werk das eine sehr wechselvolle Aufführungsgeschichte hinter sich hat. Die Geschichte des leichtlebigen Lilion, der als Ausrufer eine Karussells in einem Vergnügungspark arbeitet und ein Verhältnis mit seiner Chefin hat, war bei seiner Uraufführung 1909 kein großer Erfolg. Auch die deutsche Erstaufführung 1912 in Berlin nach der Übersetzung von Alfred Polgar blieb erfolglos. Erst als das Werk von Polgar den österreichischen „Prater-Verhältnissen“ angepasst wurde und es 1913 in Wien Premiere feierte, wurde es zu einem weltweiten Erfolg und wurde in der Folge von Berlin über Amsterdam und von London bis New York gespielt. Der italienische Opernkomponist Giacomo Puccini bemühte sich darum aus dem Theaterstück eine Oper machen zu können, bekam aber eine Absage von Molnár. Inzwischen ist die Geschichte von dem Draufgänger Liliom, der aus Liebe zu seiner Frau einen Raubmord plant und sich der Verhaftung auf eine sehr eigenwillige Weise entzieht mehrfach verfilmt worden und feierte auch als Musical „Carousel“ Erfolge.

Die Schüler haben den Inhalt, der sich um den Umgang mit Gefühlen und einer ungewohnten Behandlung von Gut und Böse dreht, behutsam genähert. In sehr sicherer Handhabung der künstlerischen Qualitäten lassen weder die großen moralischen Fragen, noch den feinen, manchmal auch fast grotesken Humor platt werden, sondern halten Urteile zurück und binden so den Zuschauer als urteilende Instanz lebendig in das Geschehen ein. Durch diese Inszenierung bekommt Molnárs Werk aus vergangenen Zeiten einen ständigen aktuellen Bezug, die seelischen Qualitäten der teilweise großen Lebensfragen sind deutlich, aber niemals abschließend herausgearbeitet. Dem interessierten Publikum sei empfohlen zwei aufeinanderfolgende Vorstellungen zu besuchen, da die umfangreicheren Rollen alle doppelt besetzt wurden und so unterschiedliche Feinheiten aufweisen. Bei beiden Besetzungen begeistern der freie Umgang mit den Sinnfragen und der Verzicht auf platte und wirkungsvolle Elemente zu Gunsten der Entscheidungskompetenz der Zuschauenden. (fst)

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Chinesische Zeichen im Kaffeehaus

Eckernförde 2008-06-29

Großmeister der Kunst aus China in Reproduktionen und im Originalen schmücken die Wände des stilvollen Kaffees der Familie Heldt in der Nicolaistrasse.

Falko Windhaus, der nächste Woche in seiner Galerie66 eine große Ausstellung mit dem
chinesischen Meister Hao Xiaoshi zeigen wird, dekorierte die Wände im gemütlichen
vorderen Raum neu. Die Exponate, Bilder mit kaligraphischen Schriftzeichen, natur- und
Menschenmotiven und chinesische Bücher in Laparello-Faltung, stammen aus den
Sammlungen von Wei Qian und Peter Jochimsen. Einige Bilder sind zugunsten des
Baumhausprojektes verkäuflich. Die chinesische Malerei, oft in Tusche ausgeführt, ist für die
deutschen Betrachter oft sehr rätselhaft. Die chinesischen Künstler haben traditionell einen
starken Bezug zur Natur. Gerne vermengen sie literarische Elemente, wie besondere
Gedichte mit ihren Bildern oder Kalligraphien. Gerade die Buchstaben, oder besser
Schriftzeichen haben eine hohe ästhetische Ausstrahlung. Die oft traditionellen Gedichte
sind auch für heutige Chinesen nur mit Mühen oder gar nicht zu lesen. Die Bilder, und auch
besonders die ausgestellten Plastiken haben vielfach Symbolgehalt und sollen ihren
Besitzern Reichtum oder Glück sichern. Praktische alle Bilder sind mit Stempeln signiert.
Dem Kundigen erschließt sich daraus der Urheber, die Region seiner Tätigkeit und die Zeit
der Entstehung. Solche Stempel, die als kleine Plastiken gestaltet wurden, werden ab
nächsten Sonnabend in der Ausstellung in der Galerie66 auf dem Baltic Sea International
Campus zu sehen sein. Wer lieber europäische Bilder betrachten will, sei auf den hinteren
Raum im Kaffeehaus Heldt verwiesen. Dort hängen einige Katzenbilder von Falko, darunter
auch Werke, die erst dieses Jahr entstanden sind. Eine Fundgrube von selteneren Werken
für die Freunde des Eckernförder Künstlers. (fst)Großmeister der Kunst aus China in Reproduktionen und im Originalen schmücken dieWände des stilvollen Kaffees der Familie Heldt in der Nicolaistrasse.Falko Windhaus, der nächste Woche in seiner Galerie66 eine große Ausstellung mit demchinesischen Meister Hao Xiaoshi zeigen wird, dekorierte die Wände im gemütlichenvorderen Raum neu. Die Exponate, Bilder mit kaligraphischen Schriftzeichen, natur- undMenschenmotiven und chinesische Bücher in Laparello-Faltung, stammen aus denSammlungen von Wei Qian und Peter Jochimsen. Einige Bilder sind zugunsten desBaumhausprojektes verkäuflich. Die chinesische Malerei, oft in Tusche ausgeführt, ist für diedeutschen Betrachter oft sehr rätselhaft. Die chinesischen Künstler haben traditionell einenstarken Bezug zur Natur. Gerne vermengen sie literarische Elemente, wie besondereGedichte mit ihren Bildern oder Kalligraphien. Gerade die Buchstaben, oder besserSchriftzeichen haben eine hohe ästhetische Ausstrahlung. Die oft traditionellen Gedichtesind auch für heutige Chinesen nur mit Mühen oder gar nicht zu lesen. Die Bilder, und auchbesonders die ausgestellten Plastiken haben vielfach Symbolgehalt und sollen ihrenBesitzern Reichtum oder Glück sichern. Praktische alle Bilder sind mit Stempeln signiert.Dem Kundigen erschließt sich daraus der Urheber, die Region seiner Tätigkeit und die Zeitder Entstehung. Solche Stempel, die als kleine Plastiken gestaltet wurden, werden abnächsten Sonnabend in der Ausstellung in der Galerie66 auf dem Baltic Sea InternationalCampus zu sehen sein. Wer lieber europäische Bilder betrachten will, sei auf den hinterenRaum im Kaffeehaus Heldt verwiesen. Dort hängen einige Katzenbilder von Falko, darunterauch Werke, die erst dieses Jahr entstanden sind. Eine Fundgrube von selteneren Werkenfür die Freunde des Eckernförder Künstlers. (fst)
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Warum die Sprotte golden wird.

Schauräuchern des Altstadtvereins in der historischen Räucherei Büll.

Punkt 11 Uhr schaut Räuchermeister Hartmann Hesse mit strengen Blick auf die Uhr. „So jetzt!“. Bevor die goldenen Sprotten vor den Augen des dichtdrängenden Publikums aus dem Altonaer Räucherofen gezogen wurden, haben Hartmann Hesse, Dirk Löffler, Ulf Ratje und der zwölfjährige Oliver Löffler bereits seit über einer Stunde die ehemaligen Silberlinge betreut. Dr. Dirk Löffler, leidenschaftlicher Räucherer, erklärte in einem kleinen Vortrag den historischen Hintergrund, dieses für Eckernförde ehedem so wichtigen Handwerks. Mitte des 19. Jahrhundert war Eckernförde der bedeutendste Fischerort an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste. Die silbernen Breitlingen (lat.: Sprattus- Sprattus) werden 10 – 15 cm lang. Ihre Fangsaison geht von Oktober bis April. Echte „Kieler“ Sprotten müssen übrigens aus der Kieler Bucht zwischen Femarn und Schwansenküste, stammen. Um 1900 wurden die Fänge dann meist in einer der 30 Räuchereien von Eckernförde gebracht. Durch das Räuchern wurden (und werden) die kleinen Fische konserviert – das Räuchern ist eines der ältesten Verfahren zur Haltbarmachung von Lebensmitteln. Die einheimischen Laubholzsorten Erle und Buchenholz werden als Späne verfeuert und entziehen den Fischen ca. 10-40% des Wassergehaltes.

 

Der Rahmen mit den goldschimmernden Fischlein wird fast andächtig aus dem Ofen gezogen. Dichte Schwaden würzigen Rauchs geben ein anheimelndes Ambiente, es riecht nach Lagerfeuer. Das Publikum, neben Touristen überraschend viele älter Einheimische, die solche Vorgänge wohl noch in ihrer Jugend miterleben konnten, folgt gespannt und fast lautlos. Zwei Rahmen mit rund 860 echt Eckernförder Sprotten wurden heute geräuchert. Zehnstückweise werden die Fische in Butterbrotpapier und älteren Exemplaren der Eckernförder Zeitung verpackt und von den anwesenden Genießern gerne gekauft. Viele nutzen die Gelegenheit und machen es sich bequem. Zu den Fischen gibt es würziges dunkles Brot, für eine gute Flasche Bier ist auch gesorgt. Dirk Löffler führt immer wieder vor, wie die Fische verzehrt werden: Kopf ab, Schwanz ab, ein sanfter Druck auf den fest geräucherten Bau und mit eine geschickten Bewegung wird die Hauptgeräte entfernt.

 

Und die goldene Farbe? Auch hier weiß der gelehrte Räucherer Dirk Löffler die richtige Antwort: Russpartikel in dem rund 80 Grad heißen Rauch verfärben die Fische golden. „In Eckernför dar hebbt wi’t rut ut Sülwer Gold to maken.“

 

Das nächste öffentliche Schauräuchern des Altstadtvereins findet am 12. Juli in der Räucherei Büll in der Fischerstr. 25 in der Altstadt statt. (fst)

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