Liebes Tagebuch, du wirst es schon an den letzten Einträgen bemerkt haben: Ich mag die ganz grossen Fragen! Was diese ganz grossen Fragen sind, ist natürlich subjektiv. Neben: „Was ist der Sinn des Lebens?“ und „Was ist Kunst?“ gibt es noch ein paar andere. „Woher kommen wir – wohin gehen wir?“ bezogen auf Geburt und Tod und die unendliche „soziale Frage“, die Rudolf Steiner schon so schön bewegt hat. All diese Fragen (und all die anderen die in Goethes Faust aufgelistet sind) ist es eigen, dass verschiedene Menschen sehr unterschiedlich darauf reagieren. Die meisten Menschen werden wohl mit diesen Themen nichts anfangen können oder wollen. Sie sprechen lieber über Sport oder was Gestern im Fernsehe Das ist pure Arroganz, das stimmt. Aber über Sport weiss ich absolut garnichts und einen Fernseher besitze ich nicht.  Übrig bleiben alte, mittelalte und jugendliche Menschen.  Kinder wissen Alles, können aber, je mehr sie wissen, umso weniger sich verständlich artikulieren. Ebenfalls Alles, naja fast Alles, wissen auch alte Menschen. Sie erzielen ihr umfangreiches Wissen aus den vielfältigen Erfahrungen eines langen Lebens, gemischt mit weitreichenden kulturellen Beutezügen und gewürzt mit eigenen Gedanken aus lang vergangener Jugendzeit. Aber, sie wissen alles absolut. Das stört mich doch sehr. Ihr Wissen ist kein Wissenwollen. Gerne halten sie Vorträge und belehren ihre Zuhörer weitschweifig. Diskussionen oder gar Gespräche mit bilateralen Ringen um Erkenntnis, das geht mit ihnen nicht. Aber Fragen wollen bewegt werden, grosse Fragen brauchen viel Bewegung von Geist- und Gedankenkraft. Mittelalterliche Menschen stehen mitten im prallen Leben. Sie sind mitten im Arbeitsleben und müssen sich um ihre expandierende Familie kümmern. Sie würden sich ja gerne mit mir, über ein so spannendes Thema ausführlich unterhalten, aber „diese Woche ist leider keineZeit. Dann können wie ja mal sehen…“ Und dabei bleibt es bis sie alt sind (siehe oben). Jetzt kommen wie zu den Jugendlichen, den Heranwachsenden, den Pubertierenden. Kurz, zu den jungen Menschen. Sie haben keine besonderen Erfahrungen von denen sie zehren können, ihre Bildung ist im ungeheuren Masse ausbaufähig. Aber sie haben Zeit. Und sie haben begriffen, dass sie ein eigener Mensch für sich sind. Genau dies wollen sie sein! Und sie wollen den ganzen erwachsenen Massregeln dicht um sie rum endlich entfliehen und selber ausprobieren was gut für sie ist. Wie geht das besser, als mit einem langen ernsten Gespräch mit jemanden der zuhört und sie ernst nimmt? Bei diesem zuhören merke ich welch originelle Vorschläge, was für vorurteilsfreie Gedanken, wie viel Idealismus und Lebensfreude von ihnen vermittelt wird. Zu gerne würde ich mich bei meinem jungen Gesprächspartner mit einem besonderen Geschenk bedanken. Wenn ich könnte, würde ich ihnen das Bewusstsein und Lebensgefühl, dass sie an diesem Tage gehabt haben als bleibendes Bild für ihr ganzes Leben schenken. 5.12.18 fognin

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Haserei in der Galerie66 Hasen zum sattsehen zeigt Marianne Tralau in der Galerie66 in der Kieler Strasse 78. Freche, schöne, ungewöhnlich und frappierende Zeichnungen rund um das Thema Hase sind in dem lichten Galerieraum innerhalb der BSIC Gebäudes liebevoll von Kurator Falko Windhaus über den grossen Raum verteilt. „Es darf geschmunzelt und sogar gelacht werden“ betont Falko, der mit der Eckernförder Altmeisterin der besonderen Zeichnung die Überzeugung teilt, das ernsthafte Kunst durchaus humorvoll sein darf. Als spontane Ausstellung um der Osterzeit jenseits der Wetterkapirolen eine kleine Attraktion zuzufügen, stellen die beiden 32 Zeichnugen aus. „Und warum zeichnen Sie Hasen Frau Tralau?“ „Die gehören zum festen Bestandteil meines künstlerischen Alphabets – vielleicht weil mein Vater mich immer „Muckelhase“ genannt hat“ so die Antwort mit einem Augenzwinkern. Die Ausstellung in der Galerie66 in der Kieler Str. 78 ist die nächsten sechs Wochen immer Donnerstags bis Sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Viel Spass!   

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Geselle geht in die Fremde Nicht alltäglich: Die Verabschiedung eines Gesellen, der mit einem Schachtbruder sich auf die Wanderschaft begibt. 3 Jahre und einen Tag, dass ist der Zeitraum in dem Geselle Benjamin Schulte die Bannmeile rund um Eckernförde nicht mehr betreten darf. Benni, vielen auch bekannt von dem Musikduo Caldera, ist gleich doppelt Geselle: Zimmermann und Holzbildhauer hat er mit dem Gesellenbrief abgeschlossen. Aber die Ausbildung soll weitergehen, noch viel gibt es in den Berufen zu lernen. Bei einem Gesellentreffen hat er den fremden Gesellen Dominik Thier kennengelernt, der versprach ihn als „Exportgeselle“ in die Fremde zu bringen. Allerdings war Dominik erst mal auf den Philippinen verabredet. Der zukünftige Reisebegleiter trägt eine blaue Ehrbarkeit – ein Zeichen seiner Zugehörigkeit zum Gesellenschacht der Rolandsbrüder. Eine goldene Nadel zeigte sein Gewerk – auch er ist Zimmermann. Am Wochenende war es dann soweit. Beni Schulte hatte inzwischen seine Kluft vervollständigt, sein Hab- und Gut veräussert oder untergestellt und seine Wohnung gekündigt. Ein fahrender Geselle auf Tippelei, wie die Walz traditionell heisst, hat nur wenige Dinge dabei und verabschiedet sich weitgehend von den Bestandteilen der heutigen Zivilisation wie Handy, Computer und sonstigen Verbindungen zum „alten“ Leben. Im Utgard an der Hafenspitze wimmelte es am Sonntag von einer seltsamen Mischung an Leuten. Viele Gesellen in Kluft, fremdgeschriebene wie Einheimische fallen zuerst auf. Dazwischen die Familie und ganz viele Freunde. Das auch viele Musiker und andere Künstlerkollegen anwesend waren, erhöht die Buntheit des Bildes. Zwischen Kuchen, Pizza und Bier werden Freundschaften gefestigt und neu geschlossen und die Unwissenden über die vielen Rituale der Gesellen aufgeklärt. So werden die zivilen Klamotten des die Wanderschaft antretenden Gesellen versteigert, um einen Teil der immensen Kosten des Festes zu bezahlen. Spät in der Nacht wird Benni dann „genagelt“: Den Kopf auf einen der Kneipentische gelegt, wird ihm ein Nagel durch das Ohrläppchen getrieben. Während er am Tisch festhängt nimmt ihn sein Begleiter das Versprechen ab, einen Charlottenburger zu gestalten. Benni verspricht, der Nagel wird durch einen Ohrring ersetzt. Dieser sollt in vergangenen Zeiten die Kosten für die Beerdigung decken, heute ist da wohl nur der Brauch übriggeblieben. Die Nacht für die Gesellen ist noch lang und Bier und anderer Alkohol spielt bei den Zunftbräuchen keine unwesentliche Rolle. Diese sind aber geheim, so bleibt das Nachdunkel über den Geschehen. Am Sonntag geht es dann los. Der letzte Teil der Traditionen den die Einheimischen mitbekommen spielt sich am Ortsschild ab. Mittags sammelt sich die Mannschaft vom Tag davor am Ortsausgang Richtung Rendsburg. Zuerst muss Benjamin ein Loch graben. Ein tiefes Losch, ca. 1,20 M, dort wird eine Flasche Schnaps auf ihn warten, wenn er in mind. 3 Jahren zurückkehrt. Das Graben dauert, es wird entweder mit dem Stenz oder mit einem einfachen Holzlöffel gegraben, der Schweiss mischt sich mit dem leichten Regen und der Geselle muss anschliessend erst mal tüchtig abgeklopft und mit Bier gestärkt werden. Jetzt geht es ans verabschieden: Eltern, Geschwister und die vielen Freunde werden ein letztes Mal umarmt. Der Abschied scheint dem jungen Gesellen, der sich bereits mit …

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Marianne Tralau hat eine neue Homepage unter der alten url: https://tralau.com und https://m-tralau.de eigentlich sind es (fast) die alten Inhalte, aber es sieht unter WordPress jetzt sehr viel ordentlicher aus. Besonders hinweisen möchte ich auf die Rubrik Zeichnungen, die in den nächsten Tagen noch ergänzt wird. Besucht Marianne TRalaus Homepage, es lohnt sich (immer) https://tralau.com   Frühstücksbühne Die neue Homepage der geniale Zeichnerin und Künstlerin Marianne Tralau Marianne Tralau, Künstlerin aus Eckernförde, weiß, wovon sie spricht. Ein Blick auf www.tralau.com  

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3. Tag des Provinzlärm-Festival 2013   Provinzlärm, das Neue Musikfestival in der Eckernförder startete am Abschlusstag nochmals richtig durch. Nachmittags erfreute das polnische Vokalensemble „Il Canto“ mit zwei gesungenen historischen Messen. Bartłomiej Pękiel († 1670) „Missa Brevis“ und Marcin Leopolita (um 1540 – 1589) „Missa Paschalis“ wurden als klar und rein gesungener Kontrapunkt zu dem sonst ja eher zeitgenössischen Programm gesetzt. Absolut modern im wörtlichen Sinne ist Prof. Gerald Eckert, Komponist aus Eckernförde mit derzeitigen Arbeitsplatz in Korea. Sein Werk von 2011 „Nen X“ für Tanz, Violoncello und Elektronik wurde auch von ihm am Cello interpretiert. Dazu kam eine ganz andere Interpretationsart: Mikael Honnesseau tanzte sehr eindrucksvoll im abgedunkelten Raum die Klänge und brachte damit eine dritte Dimension in die an sich schon sehr beeindruckende Musik. Der Anfang des abendlichen Schlusskonzert gehörte denjenigen die den Provinzlärm so begeisternd eröffneten: Das Ensemble Kwartludium aus dem Partnerland Polen. Temperamentvoll eröffneten sie mit Witold Lutosławski „Subito“ für Violine und Klavier. Das dieses druckvolle Formation es auch etwas ruhiger kann, zeigten sie in einer meditativen Improvisation. Ihren diesjährigen Auftritt rundeten sie dem Werk „rope of sands“ (2009) von Sławomir Wojciechowski gekonnt ab. Der Rest des Abend gehörte dem ensemble reflexion K, einem Solo -und einem „Halbgast“. Zunächst gab es eine „Uraufführung der 2. Fassung“ von „mobile elements“ (2012) von Joanna Wozny in der die internationale Gruppe mit Wurzeln in Eckernförde nochmals ihre Weltklasse bestätigte. Als Solistin aus dem Ensemble Reflexion K lies die Saxophonistin Wardy Hamburg schier Unmögliches erklingen. Tristan Keuris „Canzone“ forderde die charmante Musikerin und ihr Altsaxophone ungemein. Ihr meisterliches Spiel wurde mit einem lange anhaltenden Applaus des Festivals Publikums zu recht belohnt. Der Schluss des Abends, des Konzerts und des diesjährigen Provinzlärm Festivals wurde donnernd, tösend, und die Grundmauern der ehrwürdigen St.-Nicolai-Kirche erschütternd zelebriert. Der langjährige Schlagzeuger Percussionist des ensemble refleion K, Johannes Fischer, ist inzwischen Prof. an der Musikhochschule Lübeck. Mit fünf Studenten zusammen hatte er sich Iannis Xenakis „Persephassa“ (1969) für 6 Schlagzeuger vorgenommen. Jede freie Fläche im Kirchenraum war mit ausladenden Schlagzeugaufbauten gefüllt. Das vorgewarnte Publikum (Beatrix Wagner: „Sie dürfen sich ruhig die Ohren zuhalten, es wird laut“) erlebte einen ungeheuerlichen Dynamikumfang. Sechs Schlagzeuger können auch relativ zart, mit Glöckchen und feinen hohen Tönen, aber meistenteils und begeisternd, schmetterten die rhythmischen Kaskaden durch das ehrwürdige Kirchenschiff. Die alte Orgel fürchtete um ihre klangvolle Hausmacht und eventuelle Spinnweben wurden von der Decke gerüttelt. Musikalisch interessant und durchaus kein spektakulärer Spielkram hatte das Werk von Xenakis auch seine spielerischen Seiten. Furiose Trommelwirbel von Schlagzeug zu Schlagzeug weitergetrieben, stellten Kinorundumsound klar in den Schatten. Immer wieder liessen atemanhaltende Pausen die Spannung wieder ansteigen um dann in einer Salve von höllischem Sound sich erneut zu entladen. Teuflisch gut, wohlgemerkt. Mit diesem Prvinzlärm im wörtlichsten Sinne verabschiedete sich das Festival. Der lange, sehr lange, stehend dargebrachte Applaus galt bestimmt (und verdient) auch der Gesamtveranstaltung und nicht nur den jungen Schlagzeugern. Die Eckernförder Fans der Neuen Musik müssen sich bis zum 24. Mai gedulden, dann präsentiert ihnen das ensemble reflexion K wieder neue Töne …

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2. Tag des Provinzlärm-Festival 2013 Am zweiten Tag des Festivals für Neue Musik Provinzlärm dominierte die gewaltige Heßler-Orgel der St-Nicolai-Kirche. Die rund 2500 Pfeifen wurden Nachmittags von dem Komponisten und Organisten Dariusz Przybylski gespielt. Unter dem Titel „Orgel-Odyssée“ wurden acht Werke für Orgel vorgestellt, die im engen thematischen Zusammenhang mit der Odyssee von Homer stehen. Die Idee acht Komponisten aus Südkorea, Großbritannien, Deutschland, Weißrussland, der Ukraine und Polen zu bitten zu den klassischen Texten Homers Orgelwerke zu komponieren stammt von Przybylski. Jeder der Komponisten hat eine eigene Idee von zeitgenössischer Orgelmusik, jeder handhabt das immense Klangspektrum dieses Großinstrumentes vollkommen anders. So entsteht eine Zusammenschau moderner Orgelmusik die in ihrer Verschiedenheit beeindruckt. Geeint wurden die Werke von Przybylski, Chang, Yaskou, Bernardy, Campkin, Szmytka, Sehin und Opałka durch das sowohl klassische als auch zeitlose Werk Homers. Die Odyssee, die die Abenteuer des Königs Odysseus von Ithaka und seiner Gefährten auf der Heimkehr aus dem Trojanischen Krieg schildert, gehört in fast allen Ländern des Abendlands zu der Grundlage einer umfassenden Bildung. Knut Kammholz rezitierte mit seiner klaren und deutlichen Aussprache zwischen den musikalischen Einzelstücken Fragmente aus der grossen Dichtung. Diese Nachmittagsvorstellung stellte nicht nur musikalisch eine beindruckende Bildungsreise da und kann und soll durchaus als ein völkerverständigendes Signal verstanden werden. Den Abend eröffnete wiederum die Orgel, diesmal mit der Eckernförder Musikdirektorin Katja Kanowski an den Manualen und Pedalen. Von Olivier Messiaen erklang gewaltig „L’apparition de l’eglise eternelle“ von 1932. Die umfassende Klangfülle und der musikalische Druck dieses meisterlich interpretierten Werkes kontrastierte auffallend mit dem zweiten Stück des Abendkonzertes. Auch bei der Kantate für Chor, Solisten und großes Ensemble „mehr als der Sand…  – Wege“ von Gerald Eckert war Katja Kanowski bindendes Glied. Bei allen Beteiligten musikalischen Gruppierungen nimmt sie zu Recht eine hervorragende Stelle ein. Der von ihr geleitete Chor der Kantorei St. Nicolai Eckernförde zeigte einen feinen Umgang mit vielleicht ansonsten ungewohnten Tönen und offenbarte viel Sensibilität und Einfühlungsvermögen mit diesen Werk, dass ausschliesslich zarte und schwebende Chorgesangspassagen zu bieten hatte. Die Solostellen wurden gesanglich gemeistert von dem ensemble voces berlin. Diese Formation in Eckernförde besten bekannt und beliebt, besteht aus Karola Hausburg (Alt), Nicolaus, H. Smith (Tenor), Sebastian Schwarze (Bass), Christopher Adams (Bass) – und der Mitbegründerin Katja Kanowski (Sopran). In grosser Besetzung musizierte das ensemble reflexion K, so dass der zur Bühne umfunktionierte Altarraum rammelvoll war. Zumal der Deutschlandfunk jeden freien Raum mit einer Unzahl von Mikrophonen beflastert hatte. Genau dieser Radiosender war auch der Einzige, der Probleme mit dem eindrucksvollen Werk von Gerald Eckert hatte. Dieses bewegte sich knapp über der Hörgrenze, erzeugte so eine intensive und beanspruchende Stimmung und nahm das Publikum auf eine meditative Reise mit. Was für technische Geräte vielleicht schwierig aufzunehmen war, wurde von den umfassenderen menschlichen Wahrnehmungsmöglichkeiten um so deutlicher und intensiver aufgenommen. Die Äusserlichkeiten des Konzert waren beeindruckend: absolute Stille ausserhalb des musikalischen Geschehens, präzise musikalische Töne, sowohl von den Instrumenten als auch von den Stimmen, liessen auf eine konzentriere Teilhabe Aller schliessen. Der Abend endete mit donnernden, nicht enden wollenden Applaus und …

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Zum vierten mal erschallt in Eckernförde Provinzlärm. Der Titel des Festivals neuer Musik, angelehnt an den Roman von Wilhelm Lehmann hat wohl Signalwirkung. Bevor der erste „neue Ton“ zum erklingen kam, wurde bei dem Eröffnungskonzert am Donnerstag reichlich gegrüsst. Vom Partnerland Polen brachte Marek Sorgowicki, stellvertretender Generalkonsul, die besten Wünsche. Ein klein bisschen Stolz klang in seiner Rede durch, das sein Land so stark mit Schleswig-Holstein kulturell verbunden ist. Vom Kultusministerium war Dr. Eberhard Schmidt-Elsaeßer erschienen um die Bedeutung der neuen Musik und des Festivals als Kulturbotschaften zu betonen. Wichtige Impulse für die deutsch-polnische Zusammenarbeit konnte er erkennen und bescheinigte den Initiatoren, eine Richtungsweisende Entwicklung von überregionaler Bedeutung in Gang gesetzt zu haben. Ein deutliches, aber ansonsten stilles Zeichen von der Besonderheit des Geschehens in der Eckernförder Nicolaikirche verkündete der grosse Wagen vor der Tür: Der Deutschlandfunk bannte das Konzert auf seine Bänder. Die Übertragung wird wohl im September stattfinden. Das zahlreiche Publikum war aber wegen der Musik gekommen, oder auch angezogen durch die Qualität der Ensemble. Als erster Stargast trat das Ensemble Kwartludium auf. Von Polen aus agierend, zieren viele Internationale Auftritte und Erfolge die Biographie der 2002 gegründeten Gruppe. In der Besetzung mit Dagna Sadkowska (Violine), Michał Górczyński (Klarinette, Bassklarinette), Paweł Nowicki (Percussion) und Piotr Nowicki (Piano) eröffneten sie das Festival mit „Torpor“ (2008) von Wojtek Blecharz. Das Werk, extra für das Ensemble Kwartludium geschrieben, setzt sich mit körperlicher und geistiger Untätigkeit auseinander. Anstatt, wie die Beschreibung vielleicht vermuten lässt, getragene und träge Begrüssungsklänge, kam das Stück ausgesprochen flott und motivierend rüber und zeigte schon deutlich die temperamentvolle Spielfreude der Interpreten. Durch Wojziech Ziemowit Zychs Werk, „Stale obecna tęsknota“ (2005), konnte diese noch gesteigert werden. Der deutsche Titel heisst in etwa „Immer da voll Sehnsucht“ und wurde von den Musikern und dem Komponisten gemeinsam entwickelt. Beindruckend in dem aus drei Sätzen bestehenden Werk die Spieltechnik der Bassklarinette und der sich daraus ergebende Gesamtklang. Abschliessender Höhepunkt des Eröffnungsauftrittes wurde das Werk „Medeas Träume“ (2008)“ des anwesenden Komponisten Dariusz Przybylski. Das Stück, auch dieses wurde für die Interpreten geschrieben, überraschte durch seine Präsenz und Nähe und zeigte, wie zeitgenössische Musik schnell und unmittelbar den Kontakt zu den Zuhörern findet. Der zweite Teil des Abends wurde von dem heimischen Ensemble Reflexion K bestritten das in wechselnder Besetzung mit bis zu 13 Musikern unter der Leitung von Gerald Eckert auftrat. Jacub Sarwas „Three-O“ (2005) für Flöte Klarinette und Viola wurde gefolgt von dem Werk „Avant voyage“ (2011) des anwesenden Komponisten Asko Hyvärinen. Beide Werke wurden in der bekannt ausgefeilten und hervorragenden Spielweise des Ensembles eindrucksvoll zu Gehör gebracht. Das Konzert schloss mit einem besonderen Werk: Ianis Xenakis 1997 komponiertes Stück „Akanthos“ für Sopran und Ensemble. Gewaltig, mit einem wunderbaren als Stimme voll in den Instrumentenkreis integrierten Sopran erklang das Musikwerk sehr voluminös und begeisterte das Publikum. Hervorragende Interpreten, ausgesuchte Stücke und ein ergiebiges, aber musikalisch durchaus noch erforschungswertes Schwerpunktland, das ist das Fazit des ersten der drei Tage mit Neuer Musik. Am heutigen Sonnabend klingt das Festival mit zwei Konzerten aus: Um …

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Die deutsche Pokal Einzelmeisterschaften im Schach, besser bekannt unter dem Begriff „Dähne Pokal“, wurden für Schleswig-Holstein in Eckernförde entschieden. Aljoscha Feuerstack konnte sich bei einem dynamische Spiel das nach der Zeitnotphase entschieden wurde gegen Arne Jochens (Kieler SG/Meerbauer) durchsetzen. In einem Endspiel Turm gegen Läufer ging der Sieg an den20jährigen Eckernförder der für den SK Norderstedt spielt. Beide Spieler sind für die bundesweite Entausscheidung dieses KO Tunieriers am 11-13.6.2009 in Kassel nominiert. Dort werden sie dann gemeinsam die Fahne Schleswig-Holsteins gegen die Repräsentanten der anderen Bundesländer verteidigen. (fst)

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30. 11. 2008 Meisterliche Nacht Eine ganze Nacht neue Musik? Naja fast, von 19 bis 23 Uhr dauerte das Konzert zu Ehren des Altmeister der Moderne Olivier Messiaen. Aber nicht nur repräsentative Kompositionen hatte diesmal das ensemble reflexion K herausgesucht, auch ein informativer Film ergänzte das Angebot an Informationen. Davon gab es viele. Der bekannte Eckernförder Komponist Gerald Eckert führte sachkundig, verständlich und unterhaltsam durch das Programm und nahm sein Publikum mit auf die Reise durch das Abenteuerland neue Musik. Olivier Messiaen (1908-1992), der oft als „Vater der französischen Moderne“ bezeichnet wird, wäre am 10.12. 100 Jahre alt geworden. Für seine oft religiös motivierten Kompositionen verwendete er gerne Vogelstimmen als musikalische Vorlagen, die er weltweit in Notennotation aufschrieb. Außer Ornithologie studierte der künstlerisch seht vielseitig orientierte Altmeister der Neuen Musik auch Rhythmik und war besonders in Indien von den traditionellen Kunstfertigkeiten und Instrumenten angetan. Als Hochschullehrer bildete er die wichtigsten Komponisten des 20. Jahrhunderts aus, unter anderem Pierre Boulez, Karlheinz Stockhausen und Iannis Xenakis. Messiaens Leben und Werk wurde sehr ansprechend und künstlerischer Weise in dem Film „Olivier Messiaen – The Chrystal Liturgy“ von Olivier Mille dargestellt, der zwischen den drei Blöcken des Konzert über eine Großleinwand zu sehen war. Der Konzertteil wurde diesmal von Beatrix Wagner (Flöten), Katja Kanowski (Stimme) und Gerald Eckert (Cello und Klangregie) bestritten. Als besonderer Gast des Abends musizierte Martin von der Heydt auf dem Bechstein Flügel der St.-Nicolai-Kirche. Besonders bei den „Qutre Etudes de Rythme“ (1950) von Messiaen überzeugte sein konzentriertes und hochmusikalisches Spiel mit kraftvollen Anschlägen, aberwitzig schnellen Läufen und einer beim zuschauen irritierenden Fingerakrobatik. Ausser dem Themengeber der neutönenden Musiknacht kamen aber auch noch andere Komponisten zum erklingen. Sowohl Bruno Maderna, Beat Furrer und auch Helmut Lachenmann wurden innerhalb der Reihe Neue Musik bereits vorgestellt, diesmal zeigten sie die dauerhafte Wirkung des französischen Großmeisters. Hervorzuheben ist das Werk „temA“ von Hellmut Lachenmann (*1935) für Flöte, Stimme und Violoncello. Katja Kanowski zeigte dabei eine ungewohnt Oralakrobatik. Erstaunlich wie viel verschieden Geräusche und Klangfarben allein mit dem Mund zu erzeugen sind und welche fantastische Wirkung diese haben. Natürlich fehlen auch Werke von dem beliebten Eckernförder Komponisten Gerald Eckert nicht indem gelungenen Programm. Geradezu als „Hit“ dürfte das abschließend gespielte Werk „Nachtbogen“ zu bezeichnen sein. Die feinen ätherischen Klänge, die bewusst mit der Hörbarkeitsgrenze spielen wurden wie der ganze Abend vom Publikum mitlangen, anhalten Applaus quittiert. Am Mittwoch, den 10.12. 2008 folgt dann um 19.30 Uhr ebenfalls in der St. Nicolai-Kirche Eckernförde der zweite Teil mit den „Trois petites Liturgies“ für Frauenchor, Orchester und Ondes Martenot. Außerdem stehen auf dem Programm das „Magnificat“ von Monteverdi und „Ubi caritas et amor“ von Maurice Duruflé. Mitwirkende sind der Frauenchor St. Nicolai, der gemischte St.-Nicolai-Chor, die Kammersymphonie Berlin und Claude-Samuel Lévine (Ondes Martenot) unter der Leitung von KMD Katja Kanowski. (Markus Feurstack)

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Groteskes Weinseminar Bei Römer und Wein steppte die Kellnerin auf dem Tisch. Wenn in einem kleinen aber sehr feinen Weinbistro plötzlich eine alte Dame auftaucht und die Gäste über den richtigen Weingenuss, sowie die Verabreichung von Handküssen belehrt und dabei jede Menge lustiger Sprüche macht, dann dürfte dies kein Zufall sein. Madame Euphrosine, grauhaarig, klein, alt, schwer am Stock gehend, aber unermüdlich und mit ständig blitzenden Augen hinter der runden Brille- das kann doch nur Pamms Aktionstheater mit Gabriele Pahms sein. Eine ausgesprochen witzige Kombination, die in der ausverkauften Weinstube von Römer und Wein sehr gut ankam. Die gelungene Mischung aus durchaus ernstgemeinte Informationen, teilweise assistiert von dem sachkundigen Uwe Römer, urkomischen Sprüchen und einen ständigen, liebevoll ironischen Kontakt zu dem begeistert mitspielenden Publikum schuf eine gelöste weindurchtränke Stimmung. Ob die Komische über die Weisheit des Weines philosophierte oder den anwesenden Herren galantes Benehmen beibrachte, stets wurde gelacht. Geschickt wurde auf den Spruch „die Art des Weines weist auch auf den Charakter des Trinkers hin“, vom Publikum eine umfassende Weinbeschreibung abgefragt, die dann mit leichten Schwung auf einen der Geniesser weiter gegeben wurde. Bei den Piratentagen hatten sich Uwe Römer und Gabriele Pahms kennengelernt, als die Aktionsschauspielerin als Magister Wiegbold schwadronierend durch die Stadt gezogen war und der Weinfachmann mit „Piratenblut“ die Piratenfreunde köderte. Das launige Weinseminar, das gleichermaßen gekonnte Unterhaltung, aufsehen erregendes Aktionstheater, Wissen und Anekdoten über Wein und ganz viel gute Laune vermischte, sollte fortgesetzt werden, auch wenn dabei ältere Damen wilde Stepptänze aufführen. Aber die Besucher sollten dann doch auch einen der Sprüche von Madame Euphrosine beachten: „Am Rausch ist nicht der Wein schuld, sondern der Trinker“ (fst)

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Gekonnte Augenblicke Ein Eckernfördebuch für literarische Innenräume „Augenblicke im Leben“ so lautet der Titel eines ganz frisch im Mohland Verlag erschienen Buches von Nicolaus Kessener mit Kurzgeschichten. Und wie Augenblicke Kontaktaufnahmen und kurze Zeiträume gleichermaßen sind, Momente und Begegnungen, so lässt der Autor in kompakter Form oft besondere Situationen, Erlebnisse und damit verbundene Gedanken vor dem Leser entstehen. Dabei reicht das Spektrum der behandelten Themen erstaunlich weit. Da ist die Krimistory, in der seltsame Todesfälle an einer Autobahnraststätte, die Kripobeamten fast verzweifeln lassen. Die Leichen waren unheimlich zugerichtet, stets passierten neue unheimliche Todesfälle an der selben Stelle und kein handfester Hinweis lies auf einen sadistischen Mörder schließen. Durch mühsame Kleinarbeit und hellwache Beobachtung findet dieser Fall ein überraschendes Ende. Gehobene Lektüre für Krimifans. Aber nur einer der vielen Augenblicke des Lebens, wenn auch ein Spektakulärer. Auch die Geschichte von dem Mann, der Mittelalt oder wie man heute eher sagt, als Jungsenior auf Brautschau geht und unerwartete fast banale Hindernisse trifft. Wie peinlich, und beim Lesen nachvollziehbar ist der Besuch in einem Eckernförder Strandcafeé, angetan mit dem neuen Sakko an dem protzig das Preisschild baumelt: 395 Euro. Fast alle Geschichten spielen rund um und in Eckernförde und geben einen intimen, sehr persönlichen Lokalkolorit der Ostseestadt wieder. Nicht Zweck des Buches ist die kleine Stadt mit dem schönen Strand, sondern gekonnte Dekoration. Die meisten handelnden Personen in dem Erzählband haben hier ihren Lebensmittelpunkt. So wie auch der Autor, Nicolaus Kessener der in der Nähe von Eckernförde lebt. Vielfältige berufliche Stationen wurden zu einem breiten Erfahrungsspektrum: Germanistik mit Lehramt, Dokumentar, Familientherapeut, Lehrer und Trainer um nur einige markante Punkte zu nennen. 2005 gewinnt Kessener mit seiner Geschichte „Das Bild“ einen Schreibwettbewerb des Museum Eckerförde. Die sehr eindringliche und bewegende Geschichte spielt in der Zeit von Carl Bössenroth (1863-1935) in Eckernförde. Der Autor lässt die alte Fischerstadt erstehen und beschreibt einfühlsam die Schnittstelle zwischen der vornehmen Gesellschaft die in den üppigen Landgütern rund um die Stadt einen großen Haushalt führt und den armen Fischern und Dienstleuten, die in der unteren Stadt ihren schweren Handwerken nachgehen und in beengten Häusern im Dunst der Räuchereien leben. Der wiederholte Besuch der bekannten und anerkannten Malers führt zu einer Begegnung mit einem einfachen Dienstmädchen und Fischerfrau – mit einem unerwarteten Ende. Gerade an dieser Geschichte lässt sich die farbige Arbeitsweise des begabten Autors wunderbar miterleben. Auf journalistisch recherchierter Fakten- und Ortkenntnis aufbauend, entsteht ein stimmiges Bild. Die Details sind wie feine Gewürze, unauffällig eingewoben, unaufdringlich aber stilbildend angewandt, ermöglichen ein Zeitgemälde in der die phantasievolle Story realistisch eingepackt wurde. Der große und noch heute bedeutende Maler bekommt mit wenigen Zeilen genauso ein realistisches ansprechendes Gesicht und eine erlebbare Ausstrahlung wie das schüchterne Dienstmädchen Luise, das zu seine Bedienung abgestellt wurde. Fiktion und mögliche Realität weben sich zu einer Einheit, die an die Traditionen großer Erzählkunst nahtlos anknüpft und den Leser mit unsichtbaren Fäden in die Geschichte hineinzieht: Der Genießende wird nach dieser wunderbaren Meistererzählung erst ein mal sein Buch zu Seite legen und die mächtigen Nachbilder wirken lassen. …

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In der kleinen aber eigenwilligen Galerie „Atelier Jungfernstieg 85“ sind unter dem Motto „Geschichten mit Farbe und Fundstücken“ Exponate von Friederike Thaler zu sehen. Die Künstlerin wurde 1948 in Chile geboren, wuchs aber in Deutschland auf. Zahlreiche Ausstellungen, auch international, zieren die Vita der Künstlerin, die in Hamburg, Hannover und Salzburg ihre Studien absolvierte. Im Jungfernstieg sind abstrakte Werke zu sehen, deren starke Farbigkeit sich als erster Eindruck aufdrängt. Farben, aber nicht bunt ist dieser Eindruck beim fragenden nachblicken und immer wieder ein warmes rot, das unauffällig wirkt aber sehr präsent ist. In den Bildern, sind teilweise nicht malübliche Materialien integriert: Ein grosses Stück Kupfer, vordem sicherlich anders bereits bearbeitet blinkt aus einem Bild und gibt dem Bild eine dreidimensionale Kontur, es wird zum Objekt für die Wand. Auch übermaltes Eisen in Verbindung mit Sisal ist zu entdecken, nd türmt sich zu gestalteten Landschaften auf. Viele der Motive sind auf Reisen entstanden und geben Landschaft und Reiseeindrücke wieder, die sich aber nicht als festhaltendes portraitieren zeigen, sondern den Fluss und die Eindrücke des bewegenden Wahrnehmens treffend verdeutlichen. Einige der Bilderobjekte von Friederike Thaler sind auf der Grundlage von eingearbeiteten Fotos entstanden, die als solche aber nicht mehr in Erscheinung treten. Bei der Eröffnung am Sonnabend führte die Schleswigerin Doris Rüstig – Ladewig kenntnisreich und sensibel in das Werk ein und beleuchtete auch die Schnittstellen zwischen Biographie und den Bildern und Objekten von Friederike Thaler. Eine weitere Motivserie ist als filigrane Objekte ausgeführt. Aus handgeschöpftem Büttenpapier aus Korea (aus Maulbeerbaumrinde) entstanden hingehauchte Skulpturen, die die Künstlerin ironisch als „Kunst am Stil“ bezeichnet. Die Ausstellung im Atelier Jungfernstieg 85 ist Di. –Do. 15 – 18 Uhr und Sonntags 16 – 18 Uhr geöffnet und endet am 29.11.2008. (fst)

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16. Oktober 2008 Heimat und andere Räume Gunnar Voß und Patricia Pisani sind neu im schleswig-holsteinischen Künstlerhaus eingezogen. Das schleswig-holsteinische Künstlerhaus fördert Künstler in dem sie mehrmonatig in Eckernförde leben und arbeiten können. Für jeweils drei Monate hat das Haus in der Ottestr. 1 neue Bewohner bekommen. Gunnar Voß beschäftigt sich mit Rauminstallationen in denen das Publikum mit sinnlichen Wahrnehmungen und veränderten Gegebenheiten mit einbezogen wird. Der Künstler aus Berlin, der 1978 in Kiel geboren wurde, hat ursprünglich an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel studierte und setze seine Ausbildungen in Oslo und Hamburg fort. Für seinen Eckernförder Aufenthalt hat er sich intensive Arbeiten an einem umfangreichen Videoprojekt vorgenommen, in dem er Stilelemente der Fotografie und der Bühnentechnik einarbeitet. Patricia Pisani ist 1958 in Buenos Aires, Argentinien geboren worden. Bereits seit 1990 lebt und arbeitet sie in Deutschland. In beiden Ländern hat sie Kunstausbildungen absolviert. Für Eckernförde hat sich die vielseitige Künstlerin ein witziges Projekt vorgenommen: „Ich habe erst sehr spät bemerkt, dass ich eine Einwanderin bin“ erzählt sie. Daraus entstand das Projekt, sich in Eckernförde auf die Spuren einer möglichen, aber fiktiven Biographie zu begeben. Ihr Aufruf um Mithilfe an die Leser unserer Zeitung steht weiter unten.Bei Beiden Stipendiaten darf man auf die obligate Abschlussausstellung bzw. Präsentation gespannt sein. (fst) Meine norddeutsche Kindheit Durch Anneignung von Erinnerungsfragmenten, neuen Erzählungen, Fälschungen und Verfälschung startet Patricia Pisani im Rahmen ihres Stipendiums im Schleswig-Holsteinischen Künstlerhaus in Eckernförde ein Experiment zum Thema Identität und Heimat. Für ihr Projekt unter dem Titel „Meine norddeutsche Kindheit“ bittet die Künstlerin die Leser der Eckernförder zeitung darum, ihr ein Fragment ihrer Erinnerungen (Erzählungen, Anekdoten, Bilder…) zu leihen. Diese geliehene Erinnerung soll einen Bezug zu Norddeutschland haben. Bitte solche Erinnerungsfragmente entweder an Patricia Pisani, Künstlerhaus, Otte Str. 1 24340 Eckernförde senden oder abgeben. Oder natürlich per eMail: mnik@patricia-pisani.de Die Materialien werden anonymisiert, kopiert und in die autobiographische Neuauslegeung integriert. Leihurkunden werden ausgestellt wenn die Absenderdaten vorliegen, eine anonyme Abgabe ist natürlich auch möglich.

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Liederjan eröffnete die neunte hafenmusic Saison. 33 Jahre gibt es sie schon. Und was als musikalisches Traditionsunternehmen anmutet stellt sich während eines quicklebendigen Konzerts als Zeitgeistüberlebensstrategie mit modernsten musikalischen und textlichen Kleinkunstwerken vor. Die Gruppe Liederjan einst vom irischen Folk zu deutschen Texten und Folk gewandelt, spielt ein Menschenalter lang schon raffinierte musikalische Entertainments mit frechen, stets aktuellen Texten. Hanne Balzer aus Bremen, Jörg Ermisch aus Hamburg und Klaus Irmscher aus Möln bilden ein Trio das sich niemals in die Strudel wandelnder Unterhaltungskategorien einordnen lies. Aber Commedian, Folk, Kabarett und Volkslied – alles wird auf ganz eigene Art aufbereitet und begeisterte das sehr zahlreiche Publikum in der Eckernförder Siegfried Werft. Bereits eine halbe Stunde vor dem Konzertbeginn am Freitag war der kleine stimmungsvolle Raum rammelvoll. Als Punkt acht die musikalischen Gladiatoren einzogen und ganze zwei Stunden lang viel Witz, spontanen und situationsbezogen Humor und eine sich immer wandelnde Musikalität präsentierten, ergab dies einen gelungenen Auftakt für die anstehende neunte hafenmusic Saison. Kleine Geschichten erzählen viele der Lieder, so von den alten Herren, der dank Navigerät leider nur noch zu spät kommt oder witzige Trinklieder die an eine durchgehende Folktradition anschließen. Praktisch jedes Lied, jede Geschichte ist anders instrumentalisiert, jeder der Musiker beherrscht augenscheinlich eine Vielzahl sehr verschiedener Instrumente. Ob es plattdeutsche Lieder oder Geschichten im sächsischen Dialekt sind, ob von dem Kurschattenkabinett berichtet wird oder aktuell von der Bankenkrise: die musikalische Begleitung ist schwungvoll und fetzig. Zum mitsingen und auch tanzen laden die Lieder ein, wenn nicht die Lust zum Zuhören und herzhaft Lachen oder Schmunzelnd dem entgegenstände. Rund zwanzig Platten, Cds und Dvds hat die Gruppe inzwischen publiziert, bei dem in Liedermacherkreisen sehr angesehenen Label „pläne“. Viele der Konzertgäste sind mit den frechen und aktuellen Liedern von Liederjan groß geworden, geleitet von der Pubertät und über das Erwachsensein bis zu den ersten grauen Haaren. Das Repertoire der Gruppe ist so umfassend, das für praktisch jede Zielgruppe etwas Passendes dabei ist. Und das ist auch der einzige Wermutstropfen des gelungenen Abends: Das die jüngere Generation nicht erreicht wurde, sollte vielleicht mit einem baldigen Konzert im „Das Haus“ nachgeholt werden. Denn dieser zeitlose Folk ist einfach für alle passend. (fst)

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30. 09. 2008 Neue CD von Gerald Eckert: Chamber Music Die brandneue CD „Chamber Music“ des gebürtigen Nürnberger Komponisten Gerald Eckert ist ab sofort im Musikhandel erhältlich. Eckert ist durch seine Reihe „Neue Musik“ zusammen mit dem „ensemble reflexion K“ in Eckernförde bekannt geworden. International ist er als Komponist gesucht und vielfach ausgezeichnet. Die CD mit Kompositionen des Wilfried Jentzsch-Schülers Eckert besticht durch musikalische Willensstärke und Beharrlichkeit. Die Komplexität der Töne, die bis in die Peripherie der Wahrnehmung zart sirren fordert damit die volle Konzentration des Hörers. Die Stücke wirken nicht aufdringlich; sie verströmen in der Dichte der Musik ihre feingliedrige Anmut. Auch die Wechsel von atemlosen Pausen zum fulminanten fortissimo lassen den Zuhörer schwerelos eintauchen in die durchgestalteten Kompositionen. Gerald Eckert hat neben Komposition und Violincello auch Klavier und Dirigieren studiert. Auch die Erkenntnisse aus seinem Mathematik- und Physikstudium vermag der interessierte Zuhörer bei näherer Beschäftigung mit den Klängen Eckerts wahrzunehmen. In dem künstlerisch gestalteten Booklet zur CD findet sich auch ein Interview mit dem Komponisten, in dem Eckert Einblicke in seinen Schaffensprozess gibt. Eine anspruchsvolle und hörenswerte CD mit Kammermusik, die Zuhören und Einlassen auf die Klangwelt des Komponisten verlangt. Wenn der Hörer dieser unabdingbaren Voraussetzung nachkommt, erwartet ihn ein großartiges Klangerlebnis, das die künstlerische Vielfalt des herausragenden Komponisten widerspiegelt. Das neue Album „Chamber Music“ umfasst acht Kompositionen des Eckernförder. Es wurde im Februar bis April dieses Jahres in Leipzig aufgenommen. Die CD ist bei Neos im Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk und MDR entstanden. Fast alle Aufnahmen sind Erstveröffentlichungen. Das Booklet beinhaltet auch eine Beschreibung der Stücke durch Meret Forster und Bilder von Partiturenblättern. Einige dieser Werke von Gerald Eckert werden am 26. 9. innerhalb der Reihe „Neue Musik von dem diesmal neunköpfigen „ensemble reflexion K“ in der St.-Nicolai-Kirche aufgeführt. Bei dem Konzert, das wie immer um 20 Uhr beginnt, wird die CD einmalig zu einem Sonderpreis erhältlich sein.

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Lieblingsplätze in zarten Bildern. Fast unsichtbar sind ihre Bilder mit sanften Strichten. Katy Feuersenger, Stipendiatin des schleswig-holsteinischen Künstlerhauses in der Otte Str. 1 zeigte zum Abschluss ihres Eckernförder Aufenthalts Bilder von Lieblingsorten der Bürger dieser Stadt. Über die EZ hatte sie nach solchen geheimnisvollen Plätzen gefragt und diese Orte besucht. Mit zarten Strichen wurde der Eindruck festgehalten. Zum Abschluss ihres zweimonatigen Stipendiums präsentierte die Künstlerin einige der entstandenen Arbeiten und Ausschnitte aus den Beschreibungen der Lieblingsorte des Publikums.

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29. 09. 2008 Neun Musiker, Videos und eine CD Unter dem Titel „Visuals“ wurde die Reihe Neue Musik mit dem Zyklus über Zeit fortgesetzt. Wie immer hatten auch diesmal die Musiker des ensemble reflexion K einiges vorbereitet, um ihren treuen Eckernförder Publikum Herausforderndes zu bieten. Mit den Videokünstlern Rolf Weißleder und Matthias Meyer und ihren künstlerischen Kurznotizen auf zwei rieseigen Monitoren wurden erstmals bewegte Bilder in das musikalische Geschehen integriert. Zu drei Stücken blinken kurze Filmsequenzen und einzelne, wie Fragmente anmutende Bilder auf. Teilweise war die Bildsprache in sehr kleine Häppchen zerlegt, so dass die volle Konzentration benötigt wurde um die kurzzeitige Informationen verarbeiten zu können. Konzentration, die aber auch die Musik benötigt hätte. Immerhin waren diesmal neun Musiker angereist um die hauptsächlich vom Eckernförder Komponisten Gerald Eckert stammenden Werke zum erklingen zu bringen. Die Stammbesetzung mit Beatrix Wagner (Flöten), Gerald Eckert (Cello), Eva Zöllner (Akkordeon) und Olaf Tzschoppe (Schlagzeug) sowie Eva Ingantjeva (Harfe) wurde ergänzt mit Katja Guedes (Sopran), Lenka Zupkova (Violine), Kirstin Maria Pientka (Viola) und John Eckhardt am Kontrabass. Die meisten Musiker sind nicht ganz zufällig auf der brandneuen CD von Gerald Eckert und dem ensemble reflexion K „Neos“ zu finden. Die CD wurde an diesem Abend erstmalig der Öffentlichkeit präsentiert. Eckerts Werke „Studie über Nellie Sachs“ (2008), „Von Innen – Körnung“ (2003), „Nen VII“ (2007), „Schächte“ (2002) und Fäden „First Part“ konnten live erlebt und als Silberling mit nach Hause genommen werden. Das letzte Stück der CD wurde als Eröffnungsstück in der abgedunkelten Kirche gespielt. Die Musiker hatten ihre Aufstellung an verschiedenen Punkten in dem Klangraum Kirche eingenommen und spielten die Fäden sich einander zu und um und über das Publikum, wodurch eine besondere Hörsituation und ungemein sinnliche Atmosphäre entstand. Dem Namen des Stückes gerecht werdend, legten die Musiker die Fäden durch die Bänke der Zuhörer. Besonders auffallend, dass die Komposition auf diese besondere Hörsituation passte. Verklang ein Ton bei einem Instrument, wurde er bei einem anderen unmittelbar aufgefangen und weitergetragen. So entstand nie ein Gefühl der Leere oder des Nichts, es wurde immer ein “Faden“ gesponnen. Ergänzt wurden die von dem zahlreichen Publikum begeistert aufgenommenen Werke des Eckernförder Komponisten Gerald Eckert durch zwei weitere Werke. Vom Altmeister der Neuen Musik John Cage (1912-1992) erklang das Werk „Ryoanji“ von 1983 und der bereits in Eckernförde bekannte Komponist Elmir Mirzoev aus Aserbaidschan steuerte „Mumienportraits“ (2004) dazu. Elmir Mirzoev hat sein gewaltiges und sehr sinnlich wirkendes Klangebäude für das ensemble reflexion K komponiert. Nicht zuletzt die deutliche Präsenz der Werke von Gerald Eckert dürfte für den überaus guten Besuch des Konzertes gesorgt haben, auch die immer wieder überraschende thematische Regie ließ auch dieses Konzert zum mehrschichtigen Erlebnis werden. Neben der Videoinstallation sorgten die abgedunkelte Kirche und die Verteilung der Musiker auf den Kirchenraum für eine deutliche Sinnessteigerung. Der Klang und die inneren und äußeren Bilder strebten so wahrnehmbar zu einer Einheit. Das nächste musikalische Erlebnis innerhalb der Reihe wird am Freitag dem 29. November u.a. mit Werken von Messiaen zelebriert. (Markus Feuerstack)

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Fröhliches Musikfest für das grüne Haus Das Grüne Haus in Eckernförde ist ein wichtiger Anlaufpunkt für Jugendliche in Eckernförde. Mit dem Weltladen, in dem fair gehandelte Produkte angeboten werden, der Teestube und dem Internetkaffee und vielen bunten Veranstaltungen und Gruppen ist es einer der wenigen Plätze in der Ostseestadt bei denen Jugendliche willkommen sind und selbstbestimmtes Handeln erproben können. Ein Förderverein, der seinen Mitgliedsbeitrag bei einem Euro pro Monat beginnen lässt, versucht die kirchliche Einrichtung zu unterstützen und finanzielle über dem Wasser zu halten. Eine wichtige Aktion dabei ist das diesmal schon zum vierten Mal stattfindende Solidaritätskonzert in der St.-Nicolai-Kirche. Arne Leuschner, als universeller Ansprechpartner für das Grüne Haus und Markus Petersen, Vorsitzender des Fördervereins konnten durch ein buntes musikalisches Programm führen. Die wohl ältesten Freunde der Jugendeinrichtung dürfte die „Suhrbrook Family“ sein. Die Sänger der Elterngeneration unterstützen die jungen Menschen und ihr Domizil gerne, hatten sie sich in den 70iger Jahren aus ähnlichen Gründen zusammengefunden. Sie singen seither bewegende Folk und religiöse Songs, auch auf afrikanisch. Ernsthafte Konkurrenz bietet aber auch die Jugend und dort sogar eher die jüngste Generation: Die Sunshine Singers hatten sich seit dem letzten Jahr neu zusammen gefunden und zeigten äußerst überzeugend, das Gesang Jungen und Mädchen, aber auch Borby und Eckernförde verbindet. Der quicklebendige Chor gehört zur Borbyer Kirchengemeinde doch Jugend, Spielfreude und Solidarität waren schon immer gute Rezepte um scheinbare Grenzen zusprengen. Es steht zu hoffen, dass die hochmotiverte Gruppe mit ihrem begeisternden musikalischen Leiter Klaus Kaiser bald öfters in allen Stadteilen zu hören ist.Während in der Pause das zahlreiche Publikum (die Kirche fast ganz voll) den Stand des Grünen Hauses mit Weltladenprodukten umlagerte, steuerte der Konzertabend auf einen Höhepunkt zu: Das jugendliche Duo „Caldera“ mit Dominik Kessener und Benjamin Schulte spielte (und sang dazu) eigene Lieder auf zahlreichen Instrumenten. Als „experimentelle Liedermacher“ angekündigt, zeigten sie in ihren aufrechen, quicklebendigen und künstlerisch aufbereiteten Liedern jugendliche Weltsicht. „Wir werden alle in der Hölle stehen“ befürchteten sie anhand der alltäglichen Kalamitäten. Wie wenig Politiker mit ihren rituellen Geschwätz Jugendliche erreichen können, zeigte sich in dem Song „heute wird wieder gewählt“, der eine klare Absage für das Anliegen darstellt, immer jüngere Wähler zum absegnen von politischen Programmen heranzuziehen. Selbst surrealistisch anmutende eigene Werke und musikalisch perfekt aufbereitetes Liedgut gehörten zum Repertoire. Nicht endend wollender Applaus zeigte wie besonders das jüngere Publikum mit ihren Barden einverstanden war. Der Abschluss des gelungenen Abends machten die als „Green House Allstars & die Hökholz Horns“ angekündigte Gruppe, in der Markus Petersen ein fetziges Schlagzeug spielte. Zu den rockigen Klängen wurde von einigen Besuchern getanzt und die lockere Stimmung zeigte, dass allseits der Abend als ein vergnüglicher erlebt wurde. (fst) 2008

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Störrische Zeichnungen in der Frühstücksbühne Nach lange Pause zeigt Marianne Tralau mal wieder eigene Zeichnungen in der Galerie Frühstücksbühne in der St.-Nicolai-Str.. Ungewöhnlich ist es heute für einen modernen Künstler, Zeichnungen zu präsentieren. Diese nicht als Skizzen für auszuarbeitende Werke, sondern als Hauptwerk – das ist außergewöhnlich. Marianne Tralau hat über 50 Jahre an ihren Strich gearbeitet und präsentiert abstrakte Werke meist als Graphit auf präparierten Papier. In Serien zeigt sie, wie sie sich mit ihren Motiven anfreundet, sie variiert, sie spielen lässt und sie bis zur jener Grenze der Eskalation treib, die mit der Perfektion nah zusammen steht. Manchmal wagt sie den Schritt über diese abschließende Grenze, manchmal verweilt sie genüsslich davor. Deutlich ist diese spielerische Ernsthaftigkeit in der Hasenserie zu erleben. Ein Hase führt durch die Ausstellung, die diesmal nicht nur die Galerieräume umfasst, sondern sich auch über die Atelier- und Privaträume erstreckt. In jedem Raum begrüsst ein Hase die Betrachtenden, im Schlafzimmer gibt es einen kleinen, durchaus humoristischen Exkurs in das Wesen des Tieres in der Kunst: Tizian, Beuys, Paula Moderson-Becker und natürlich Albrecht Dürer sind als Tralausche Nachempfindungen zu erleben. Keine Frage: Die Grenze zwischen Karikatur und akribische Bildanalyse bleibt erlebbar. Die Spannungen die diesseits und jenseits von Grenzen entstehen und die damit verbundene Ängstlichkeit und Wollust, der Mut und die Schalkhaftigkeit spiegelt sich in den Bildern wieder. Während in der Küche Hammer und Sichel als bildhafte Symbole untersucht und abgehandelt werden, ereilt das selbe Schicksal einem inzwischen verfemten Symbol in einer „Giftkammer“. Dort mutieren Hakenkreuze weit jenseits der geschichtlich aufgeprägten Bedeutung, zwischen altgeschichtlicher Mythologie und unbefangener Experimentierlust. Da die Zeichnerin sich der Eigeninterpretation entzieht, liegt eine besondere Kladde aus, um die Kommentare der Besucher aufzunehmen. Neben vielen anderen in Serien geordneten Bildern sticht auch besonders die Reihe „Hans im Glück“ hervor. Es sind die einzigen Zeichnungen dieser Ausstellung bei denen sich zum Graphit auch Tusche gesellt und sie zeigen in besonders spannender Weise das Abstraktionsverständnis der Zeichnerin Marianne Tralau. Stets bleiben die Formen erkennbar, aber umfangreich reduziert auf mögliche Grundmotive. Die Phantasie des Betrachtenden wird zum Maß des Bildes. Sie ist nicht eingeschränkt durch umfangreiche Vorgaben, sondern darf und muss frei agieren um sich der Sinnhaftigkeit des Bildes zu nähern. Während der unbefangen sich Nähernde die anregende Leichtigkeit genießen kann und soll wird dem fachkundigen Besucher die ernsthaftige Qualität der durchgearbeiteten Striche berühren. Wenn auch selten geworden, hier gibt es die Zeichnung, die moderne Zeichnung noch, als selbständige Kunst. (fst)

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30. AUGUST 2008 Neue Perspektiven im Künstlerhaus Es ist eine schöne Tradition, dass die Künstler die im Schleswig-Holsteinischen Künstlerhaus als Stipendiaten Gast waren, zum Abschluss die Ergebnisse ihrer Arbeit präsentieren. Ina Weissflog hatte ein sechsmonatiges Stipendium in Eckernförde. Ina Weißflog, die zunächst Kunsterziehung, Germanistik und Französisch an der Universität Kiel studierte, widmete sich dann der freien Kunst, indem sie an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel studierte. Es folgte ein Auslandsstudienjahr in Nantes in Frankreich an der Ecole Régionale des Beaux Arts. Die Künstlerin stellt aus Fotografien „neue Räume“ her, in dem sie eine Unzahl verschiedener Bilder am Computer kombiniert und zu perspektivischen Kunstwerken verdichtet. Ihre Werke strahlen eine seltsam berührende Ästhetik aus und besonders, wenn dem Betrachter die fotografierte Umgebung bekannt ist, werden seh- und Erlebnisfähigkeiten neu gefordert. In Eckernförde sind einige neue Arbeiten entstanden, besonders thematisiert sie auch das Künstlerhaus. Ihre Arbeiten, die eine veränderte Totalübersicht über die abgebildeten Räume ermöglichen, allerdings mit einigen künstlerische freien Eingriffen in die vermeintliche Wirklichkeit beschreibt Ina Weissflog als „Lügen um der Wahrheit willen“. Oder auch als „subjektive poetische Wahrheiten“. Die Ausstellung „Ferien an der See“ war leider nur an einem Abend zu sehen, aber die nun ehemalige Stipendiatin plant für nächstes Jahr eine Ausstellung in Kiel. (fst) Fotos auf Wunsch von Ina Weißflog gelöscht

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13. AUGUST 2008 Internationale Künstler an Board Im Schleswig-Holsteinischen Künstlerhaus in der Ottestr. 1 sind Künstler aus Israel, Frankreich und Deutschland zeitweilig zu Hause. Carole Rivalin stammt aus Frankreich und arbeitet mit Installationen und Gestaltung von Raumflächen. Teilweise basieren ihre Raumobjekte auf eigenen Zeichnungen und wirken stark über Farben- und Formgebung. Die Künstlerin die in La Roche sur Yon wohnt, wurde von ihrem Bundesland ausgewählt in Schleswig-Holstein zu arbeiten und befindet sich schon seit Mitte Juli in Eckernförde. In Kiel möchte sie am Ende ihres zweimonatigen Stipendiums eine Ausstellung bestreiten.   Dina Shenhav wurde 1968 in Jerusalem geboren.1993 begann sie ihr Studium der Bildenden Kunst am Hamidrasha Art College Ramat Hasharon in Israel. Sie ist auf Einladung der Heinrich Böll Stiftung u.a. hier und beteiligt sich an den „Kulturwochen Nahost – radius of art“ in Kiel und Salzau. Die Ausstellungen werden Anfang November in Kiel präsentiert. Einen Monat verbringt Dina Shenhav mit ihrer Familie in Eckernförde und will sich in dieser Zeit mit der Ideenfindung für das radius Projekt beschäftigen. Ihre Werke aus dem Bereich bildender Kunst umfassen Bilder und Rauminstallationen.  Katy Feuersenger lebt und arbeitet in Düsseldorf als bildende Künstlerin. Sie gestaltet zeichnerische, teilweise textbasierte Werke. In Eckernförde sucht sie „besondere Orte“ und Plätze, die von hier lebenden Menschen als ihre Lieblingsbereiche erlebt werden. Von diesen Orten möchte sie sich inspirieren lassen und die so gewonnenen Eindrücke als Zeichnungen festhalten. Wer Vorschläge machen möchte und somit erleben, wie diese kreativ umgesetzt werden, schreibt per email an Katy Feuersenger unter kfeuersenger@yhaoo.com oder an das Künstlerhaus in der Ottestr. 1. (fst)

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10. 08. 2008 Zwischen Alpen und Ostsee Sommerkonzert der Reihe Neue Musik schuf Verbindungen. Marianne Tralaus Bild auf der Einladung zum diesjährigen Sommerkonzert der renommierten Reihe Neue Musik gab das Motto vor: Die Alpen spiegeln sich in der Ostsee. Genau diesen Bogen spannte das Ensemble Reflexion K mit einem umfassenden und durchaus auch sommerlich heiteren Programm. „Aus den Alpen“ umfasste nicht nur ernsthafte Werke gestandener Komponisten wie Georg Friedrich Haas (*1953), Bernhard Lang (*1957), Walter Zimmermann (*1949), Christian Wolf (*1934) und anderer, auch alpenländische Volksmusik. Die Walzer, Polka und Ländler spielten Beatrix Wagner (Flöten), Gerald Eckert (Cello) und Eva Zöllner (Akkordeon) zusammen mit dem Gast des Abends dem Zitterspieler Leopold Hurt nach Noten und klassisch konzentriert. Diese in diesem Zusammenhang etwas grotesk anmutende Tanzmusik kontrastierte großartig mit den virtuosen Einzelleistungen der ernsthaften Musik. Gleich vier Soli zeigten das wirkliche Können der Musiker. Gerald Eckerts Werk von 2006 „im Endlichen – dehnbar“ lies Eva Zöllner zu Hochform auffahren. Höchste Töne, schnelle Läufe und ausklingender Atem – Die markante Handschrift des Komponisten wurde durch die Interpreterin markant umgesetzt und begeistert aufgenommen. Ein rhythmisches Meisterwerk mit atemberaubendem Tempo zelebrierte Beatrix Wagner auf ihrer Flöte. Bernhard Langs „Schrift 1.2“ fordert nicht nur einen schnellen und anhaltenden Atem, auch konzentrierte Musikalität und einfühlsames Können. Die Eckernförder Musikerin zeigte wieder ein Mal, das schwierig wirkende Werke für sie keine wirkliche Hürde sein können. Gleich zwei Zitter-Soli bewiesen dass dieses Instrument die engen Grenzen der Volksmusik leicht zu sprengen vermag, wenn ein begnadeter Solist sich darauf ein lässt. In Walter Zimmermanns „Irrgarten“ von 1997 und Georg Friedrich Haas „ein Saitenspiel“ (2002) zeigte Leopold Hurt, dass er zu den Ausnahmemusikern gehört. Der Höhepunkt des Abends waren gleich zwei Ensemblestücke: Leopold Hurt komponierte „Aggregat“ 2005 für elektrisch verstärktes Cello und Zither nebst Tonband. Das Werk kam mit sehr viel Schwung daher und wirkte stellenweise genauso brachial wie genial. Es schien aber den Zeitgeist des Eckernförder Publikums getroffen zu haben, wie der lang anhaltende Applaus bewies. Gerald Eckerts bewegendes Werk von 2004 „Interferenz I“ ist für Flöte, elektrische Zither, Cello, Elektronik und Tonband ausgeführt. Das Ensemble spielte über den Kirchenraum verteilt – bei Eckerts Werken immer eine gute Entscheidung, denn das Spiel mit den oft nur seelisch wahrnehmbaren Tönen ist eine besondere Qualität des Eckernförder Komponisten.Sein Werk hat ein besonderen, seht tiefgehenden Charakter, es sollte unbedingt nochmals im Rahmen der Musikreihe wiederholt werden. Für das Sommerkonzert bildete es einen würdigen, gelungenen Abschluss dieses wunderbaren Konzertabends. Das nächste Konzert findet am Freitag den 26.09. wie immer in der St.-Nicolai-Kirche statt. (fst)

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Die Putzmacherin 4.4.2008 Eine schlanke und hübsche junge Frau steht auf der Treppe des alten Rathauses von Eckernförde und lässt sich fotografieren. Auffallend ist der elegante und extravagante Hut, der die Blicke der vorbeieilenden auf sich zieht. 24 Jahre ist Sara Mari Meiburg-Aaholm jung. Sie wurde in Norwegen geboren und lebte bis zum Jahr 2000 in Norwegen und Südafrika. Dann zog sie zu ihrer Mutter nach Eckernförde und besuchte die Waldorfschule. Da sie sich noch nicht wirklich in der deutschen Sprache heimisch fühlte machte sie in der 12 Klasse den Hauptschulabschluss. Ein freiwilliges soziales Jahr in einem Eckernförder Altenheim halfen ihr über die letzten Sprachhürden. Die Berufswahl fiel ihr sichtbar schwer. „Meine Interessen galten Handwerklichen Berufen, aber welches Handwerk und wie an einen Ausbildungsplatz kommen?“ berichtet Sara im Gespräch. Ausbildungsplätze zur Schusterin gab es keine, sie ging vorübergehend nach Dänemark an eine Sporthochschule. Eine Freundin erzählte von einer Firma in Kiel die einen Ausbildungsplatz als Modistin anbot. Sara nahm sofort Kontakt auf und arbeitet zwei Tage zur Probe. Sie bekam den ersehnten Ausbildungsplatz. Drei Jahre Ausbildung zur Modistin? Was ist das eigentlich für ein Beruf?Modistin – ist ein zusammengelegter Beruf. Früher gab es Putzmacherinnen und Hutmacherinnen, die sich mit der Verschönerung der Kleidung der eleganten Damenwelt beschäftigten. Während die Putzmacherin die Kleider der Schneider durch raffinierte Details verfeinerte, sorgte die Hutmacherin für eigenwillige und auf die Persönlichkeit der Trägerin abgestimmte Kopfbedeckungen. Heute ist aus den beiden Berufen die Modistin entstanden, deren Schwerpunkt aber bei der Herstellung individueller Hüte liegt. Außer handwerklichem Können, Einfühlungsvermögen in die Kundinnen und einem erlesenen Geschmack ist auch noch künstlerischer Sachverstand vonnöten, damit die elegante Dame von Welt sich in ihrer Garderobe sicher fühlt und den gewünschten Auftritt sicher und stolz bestehen kann.Während Hutmacher ein eher Männer dominierter Beruf war und ist, sind Putzmacherinnen und Modistinnen meist weiblich. Inzwischen gibt es nur wenige Gestalterinnen in diesen Fächern. Oder wie Sara es ausdrückt: „Mit der Dauerwelle ist der Hut fast ausgestorben.“ Aber die großen Feste des Lebens werden auch heute noch oft von Modistinnen mitgestaltet. Bei Hochzeiten, Trauerfeiern und besonderen Anlässen lassen sich die Damen gerne beraten und „aufputzen“. „Es gibt immer noch Menschen die auf besondere Qualität wert legen“ weiß Sara, die in ihrer Ausbildung lernte die Kundenwünsche zu verstehen und in eigene Kreationen umzusetzen. Sie lernte die Grundlagen kennen, wie Filze, Stroh und genähte Kopfbedeckungen und auch die Haare aufregend zu stecken. Wichtig war auch, dass sie bereits in der Schule zeichnen gelernt hatte. Schließlich sollten die Kunden ja vor der aufwendigen Herstellung des neuen Kleidungsstückes bereits eine Ahnung von dem zukünftigen Aussehen bekommen. Vor ihrem Abschluss war ihr schon etwas bange, aber mit großer Bravour meisterte sie diese Hürde. Sie wurde mit ihren Selbstentworfenen Modellhüten Landessiegerin und auch auf Bundesebene konnte sie den zweiten Platz erobern. Reichlich belohnt wurde ihr kreatives Engagement mit Urkunde, Silberteller, Geld und einem Stipendium für einen möglichen Meisterkurs. Aber soweit ist die Preisträgerin noch nicht. Erst einmal ging es zum Wandern nach Kanada – schon von klein auf ist …

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Grosse Kleinkunst auf kleiner Bühne Am vergangenen Wochenende stellte sich das „Figurentheater im Kabuff“ der Öffentlichkeit vor. Geladene Gäste aus der Kulturszene sowie viele Kinder feierten gemeinsam mit der Puppenspielerin Cordula Thonett und einem bunten Programm die Gründung des Puppentheaters und –Atelier in der Rendsburger Strasse 100. Cordula Thonett ist in Eckernförde schon während der Kreistheatertage und des Piratenspektakels als Figurenspielerin und Puppenbauerin in Erscheinung getreten. Auch ihre Bemühungen den Karneval aus ihrer Heimat Köln in Eckerförde heimisch zu machen fanden viel positive Resonanz. Mit einem witzigen und bunten Programm weihte sie nun ihre neue Wirkungsstätte ein. Am Nachmittag bauten zahlreiche Kinder Stabpuppen aus Kochlöffeln und konnten unter professioneller Anleitung gleich damit improvisierte Stücke aufführen. Gegen 18 Uhr begrüßte Eckernfördes Kulturbeauftragter Sven Wlassack die zahlreichen Gäste, die sich dicht gedrängt in den intimen Zuschauerraum versammelt hatten. Öfters unterbrochen von dem Manager des Theaters, Mr. Mereuro. Der Manager, eine der neuen Kreationen der umtriebigen Cordula Thonett, hatte seinen ersten Auftritt und wirkte noch etwas nervös. Kein Wunder, ist er doch das jüngste Kind in der zahlreichen Puppenfamilie der neu geschaffenen Experimentierbühne. Wlassack würdigte Cordula Thonetts künstlerischen Lebenslauf mit Stationen in Irland, Portugal und Köln. Als Schöpferin kreativer Figuren war sie im rheinischen eine gefragte Puppenbauerin und hat und anderem für das Fernsehen die Figuren von „Berni und Ert“ erstellt. Ihre erste Wirkungsstätte in Köln war eine Abstellkammer – für Zuschauer und Akteure gab es insgesamt 12m2 Aktionsflächen. Jetzt hat sie in der Rendsburgerstraße nach einem halben Jahr Umbauzeit eine Probenbühne mit ca. 50m2, in der 30-50 Zuschauer unterkommen können. Zur Eröffnung stellten sich einige Puppen vor. Beeindruckend war der zweiköpfige Drache. Jakopp und Neinkopp liegen ständig im Streit miteinander und können doch nur gemeinsam agieren. Die als ältere Dame mit sehr losem Mundwerk und viel überschäumender Lebensfreude bereits bekannte Clara Korn zeigte ihre gesanglichen Qualitäten, nachdem sie ihre Puppenführerin hinter den Vorhang verbannt hatte und Ersie Das eröffnete sein „Scheinamt“ und verteilte Narrenscheine. Musikalisch hatten begabte junge Künstler beeindruckende Leistungen zur Eröffnung zu präsentieren. Mila Thonett (13) debütierte als Gesangssolistin, und Ruben Beier zeigte mit Bodyperkussion, das Klangerlebniss und Tanz zu einer perfekten und gekonnten Synthese zusammen kommen können. Dominik Kessener und Benjamin Schulte, als Duo Caldera beeindruckend mit eigenen und übernommenen Liedern. Ihre Musik, die von mitreißender Spielfreude und hohem künstlerischen Vermögen zeugte begeisterte das Publikum sichtlich. Dieses wurde allerdings auch hin und wieder deutlich verunsichert, da Gabriele Pahms vollkommen mit ihrer Rolle als Journalistin Frau Pams verwachsen, zeigte, dass der lokalen Presse eigentlich die volle Aufmerksamkeit einer Veranstaltung gebühre. In jeder kleinen Umbaupause wurde das Publikum mit Interviews und Fotoaufstellen beschäftigt. Cordula Thonett wird in ihrer neuen Wirkungsstätte nicht nur ihr bewährtes Suchtstück präsentieren sonder auch allein und mit Interessierten Puppen bauen. Neue Stücke, die sie gerne auch über schwierige Themen entwickeln sollen hier Premiere feiern und sie überlegt eine kleine Spielergruppe aufzubauen und Kooperationen mit sozialen und kirchlichen Einrichtungen anzustreben. Weiterhin steht sie aber auch für Auftritte bei Kindergeburtstagen und Aktionen bei den Poratentagen außer Haus zu Verfügung. …

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„Sinnflut“ auf dem Rathausmarkt Für zufällige Passanten war am Sonnabend das Bild auf dem Rathausmarkt sehr überraschend: Um eine Bühne auf der verschiedene „Psychedelische Bands“ spielten gruppierten sich bunte Scharen von meist jugendlichen Besuchern. Ein normales Konzert konnte dies wohl kaum sein, denn selbst die Bühne zeigte eher Wohnzimmercharakter mit Zierpflanzen und bunten Transparenten, ohne jede werbende Aussage. Dafür war im Publikumsbereich ein „Outdoor Wohnzimmer“ aufgebaut, auf verschiedenen Sofas und Sesseln konnte entspannt den Klängen der drei Bands gelauscht werden und in den Umbaupausen fanden angeregte Gespräche zwischen jung und alt statt. Stände vom grünen Haus und Amarylis mit Mineralien boten ein bescheidenes Angebot mit alternativen Waren an, und nur ein Bierverkaufstand sorgte für Erquickung zu ungewöhnlich zivilen Preisen. Das Rätsel der Veranstaltung wurde auf bunten Plakaten gelöst: Unter dem Titel „Sinnflut“ hat ein sich neu gründender Verein von jüngeren Menschen ein erstes Fest in der Innenstadt organisiert. „Wir wollten eine Mischung aus Konzert und Straßenfest machen“ erzählt einer der Organisatoren. Bereits seit dem Herbst 2007 versuchten die jungen Menschen, die durchgängig unter 25 Jahre alt sind, eine Kulturveranstaltung in Eckernförde für Ihresgleichen zu organisieren. Vielfältig und scheinbar unüberwindlich schienen die bürokratischen Hürden. Die Idee, auf einer Demonstration den fehlenden Freiraum für Jugendkultur in unserer Stadt zu beklagen, ließen sie schnell wieder fallen: „Wir wollten uns nicht negativ abgrenzen, sondern zeigen, dass wir mit viel Phantasie und guten Ideen eigenes auf die Beine stellen können. „ erzählt Finn Mayeres. Also suchten sie weiter das Gespräch mit den Verantwortlichen der Stadt. Mit dem Kulturbeauftragten und dem Bürgermeister fanden sie Mitstreiter, die grundsätzlich ein offenes Ohr auch für Jugendbelange haben. „Wir wollten den Jugendlichen eine Gelegenheit geben, auch mal ihre eigenen Vorstellungen zu realisieren“ formuliert es Sven Wlassack. So wurde aus dem geplanten größeren Festival erstmal ein Straßenfest mit Konzert. Auch für das leibliche Wohl wurde durch einen jungen Koch gesorgt, Kinder jeglichen Alters konnten sich schminken lassen und die vielen Ordner suchten vergeblich nach Problemen. Die Organisatoren zeigten deutliches Interesse die Auflagen pünktlich einzuhalten. Punkt zehn bedankten sie sich beim Publikum dass das frühe Ende geduldig hinnahm und unmittelbar nach Ende des Programms bereits mit dem Einsammeln vom Müll begann. Natürlich zeigten auch einige Anwohner Unmut, fanden, die Musik zu laut und sicherlich auch zu fremd. Es bleibt so die Frage offen, ob Eckernförde groß und offen genug ist, auch zukünftig Veranstaltungen jenseits von Mainstream und Kommerz zu ermöglichen. Für die jugendlichen Organisatoren, die anschließend sichtbar geschafft aber auch ein bisschen stolz wirkten, keine Frage: „Wir haben noch viele phantasievolle Ideen für Veranstaltungen in unserer Stadt, für Jugendliche und den Dialog Jung und Älter“ (fst)

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Liliom – Theater in der Waldorfschule Am Mittwoch, Freitag und Sonnabend jeweils um 20 Uhr spielt die 12. Klasse der Waldorfschule das Theaterstück „Liliom“ von dem ungarischen Dramatiker Ferenc Molnár. Traditionell zum Ende der gemeinsamen Schulzeit üben die Waldorfschüler ein so genanntes Klassenspiel gemeinsam ein. Die Wahl der Klasse fiel auf ein Werk das eine sehr wechselvolle Aufführungsgeschichte hinter sich hat. Die Geschichte des leichtlebigen Lilion, der als Ausrufer eine Karussells in einem Vergnügungspark arbeitet und ein Verhältnis mit seiner Chefin hat, war bei seiner Uraufführung 1909 kein großer Erfolg. Auch die deutsche Erstaufführung 1912 in Berlin nach der Übersetzung von Alfred Polgar blieb erfolglos. Erst als das Werk von Polgar den österreichischen „Prater-Verhältnissen“ angepasst wurde und es 1913 in Wien Premiere feierte, wurde es zu einem weltweiten Erfolg und wurde in der Folge von Berlin über Amsterdam und von London bis New York gespielt. Der italienische Opernkomponist Giacomo Puccini bemühte sich darum aus dem Theaterstück eine Oper machen zu können, bekam aber eine Absage von Molnár. Inzwischen ist die Geschichte von dem Draufgänger Liliom, der aus Liebe zu seiner Frau einen Raubmord plant und sich der Verhaftung auf eine sehr eigenwillige Weise entzieht mehrfach verfilmt worden und feierte auch als Musical „Carousel“ Erfolge. Die Schüler haben den Inhalt, der sich um den Umgang mit Gefühlen und einer ungewohnten Behandlung von Gut und Böse dreht, behutsam genähert. In sehr sicherer Handhabung der künstlerischen Qualitäten lassen weder die großen moralischen Fragen, noch den feinen, manchmal auch fast grotesken Humor platt werden, sondern halten Urteile zurück und binden so den Zuschauer als urteilende Instanz lebendig in das Geschehen ein. Durch diese Inszenierung bekommt Molnárs Werk aus vergangenen Zeiten einen ständigen aktuellen Bezug, die seelischen Qualitäten der teilweise großen Lebensfragen sind deutlich, aber niemals abschließend herausgearbeitet. Dem interessierten Publikum sei empfohlen zwei aufeinanderfolgende Vorstellungen zu besuchen, da die umfangreicheren Rollen alle doppelt besetzt wurden und so unterschiedliche Feinheiten aufweisen. Bei beiden Besetzungen begeistern der freie Umgang mit den Sinnfragen und der Verzicht auf platte und wirkungsvolle Elemente zu Gunsten der Entscheidungskompetenz der Zuschauenden. (fst)

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Chinesische Zeichen im Kaffeehaus Eckernförde 2008-06-29 Großmeister der Kunst aus China in Reproduktionen und im Originalen schmücken die Wände des stilvollen Kaffees der Familie Heldt in der Nicolaistrasse. Falko Windhaus, der nächste Woche in seiner Galerie66 eine große Ausstellung mit dem chinesischen Meister Hao Xiaoshi zeigen wird, dekorierte die Wände im gemütlichen vorderen Raum neu. Die Exponate, Bilder mit kaligraphischen Schriftzeichen, natur- und Menschenmotiven und chinesische Bücher in Laparello-Faltung, stammen aus den Sammlungen von Wei Qian und Peter Jochimsen. Einige Bilder sind zugunsten des Baumhausprojektes verkäuflich. Die chinesische Malerei, oft in Tusche ausgeführt, ist für die deutschen Betrachter oft sehr rätselhaft. Die chinesischen Künstler haben traditionell einen starken Bezug zur Natur. Gerne vermengen sie literarische Elemente, wie besondere Gedichte mit ihren Bildern oder Kalligraphien. Gerade die Buchstaben, oder besser Schriftzeichen haben eine hohe ästhetische Ausstrahlung. Die oft traditionellen Gedichte sind auch für heutige Chinesen nur mit Mühen oder gar nicht zu lesen. Die Bilder, und auch besonders die ausgestellten Plastiken haben vielfach Symbolgehalt und sollen ihren Besitzern Reichtum oder Glück sichern. Praktische alle Bilder sind mit Stempeln signiert. Dem Kundigen erschließt sich daraus der Urheber, die Region seiner Tätigkeit und die Zeit der Entstehung. Solche Stempel, die als kleine Plastiken gestaltet wurden, werden ab nächsten Sonnabend in der Ausstellung in der Galerie66 auf dem Baltic Sea International Campus zu sehen sein. Wer lieber europäische Bilder betrachten will, sei auf den hinteren Raum im Kaffeehaus Heldt verwiesen. Dort hängen einige Katzenbilder von Falko, darunter auch Werke, die erst dieses Jahr entstanden sind. Eine Fundgrube von selteneren Werken für die Freunde des Eckernförder Künstlers. (fst)Großmeister der Kunst aus China in Reproduktionen und im Originalen schmücken dieWände des stilvollen Kaffees der Familie Heldt in der Nicolaistrasse.Falko Windhaus, der nächste Woche in seiner Galerie66 eine große Ausstellung mit demchinesischen Meister Hao Xiaoshi zeigen wird, dekorierte die Wände im gemütlichenvorderen Raum neu. Die Exponate, Bilder mit kaligraphischen Schriftzeichen, natur- undMenschenmotiven und chinesische Bücher in Laparello-Faltung, stammen aus denSammlungen von Wei Qian und Peter Jochimsen. Einige Bilder sind zugunsten desBaumhausprojektes verkäuflich. Die chinesische Malerei, oft in Tusche ausgeführt, ist für diedeutschen Betrachter oft sehr rätselhaft. Die chinesischen Künstler haben traditionell einenstarken Bezug zur Natur. Gerne vermengen sie literarische Elemente, wie besondereGedichte mit ihren Bildern oder Kalligraphien. Gerade die Buchstaben, oder besserSchriftzeichen haben eine hohe ästhetische Ausstrahlung. Die oft traditionellen Gedichtesind auch für heutige Chinesen nur mit Mühen oder gar nicht zu lesen. Die Bilder, und auchbesonders die ausgestellten Plastiken haben vielfach Symbolgehalt und sollen ihrenBesitzern Reichtum oder Glück sichern. Praktische alle Bilder sind mit Stempeln signiert.Dem Kundigen erschließt sich daraus der Urheber, die Region seiner Tätigkeit und die Zeitder Entstehung. Solche Stempel, die als kleine Plastiken gestaltet wurden, werden abnächsten Sonnabend in der Ausstellung in der Galerie66 auf dem Baltic Sea InternationalCampus zu sehen sein. Wer lieber europäische Bilder betrachten will, sei auf den hinterenRaum im Kaffeehaus Heldt verwiesen. Dort hängen einige Katzenbilder von Falko, darunterauch Werke, die erst dieses Jahr entstanden sind. Eine Fundgrube von selteneren Werkenfür die Freunde des Eckernförder Künstlers. (fst)

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Warum die Sprotte golden wird. Schauräuchern des Altstadtvereins in der historischen Räucherei Büll. Punkt 11 Uhr schaut Räuchermeister Hartmann Hesse mit strengen Blick auf die Uhr. „So jetzt!“. Bevor die goldenen Sprotten vor den Augen des dichtdrängenden Publikums aus dem Altonaer Räucherofen gezogen wurden, haben Hartmann Hesse, Dirk Löffler, Ulf Ratje und der zwölfjährige Oliver Löffler bereits seit über einer Stunde die ehemaligen Silberlinge betreut. Dr. Dirk Löffler, leidenschaftlicher Räucherer, erklärte in einem kleinen Vortrag den historischen Hintergrund, dieses für Eckernförde ehedem so wichtigen Handwerks. Mitte des 19. Jahrhundert war Eckernförde der bedeutendste Fischerort an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste. Die silbernen Breitlingen (lat.: Sprattus- Sprattus) werden 10 – 15 cm lang. Ihre Fangsaison geht von Oktober bis April. Echte „Kieler“ Sprotten müssen übrigens aus der Kieler Bucht zwischen Femarn und Schwansenküste, stammen. Um 1900 wurden die Fänge dann meist in einer der 30 Räuchereien von Eckernförde gebracht. Durch das Räuchern wurden (und werden) die kleinen Fische konserviert – das Räuchern ist eines der ältesten Verfahren zur Haltbarmachung von Lebensmitteln. Die einheimischen Laubholzsorten Erle und Buchenholz werden als Späne verfeuert und entziehen den Fischen ca. 10-40% des Wassergehaltes.   Der Rahmen mit den goldschimmernden Fischlein wird fast andächtig aus dem Ofen gezogen. Dichte Schwaden würzigen Rauchs geben ein anheimelndes Ambiente, es riecht nach Lagerfeuer. Das Publikum, neben Touristen überraschend viele älter Einheimische, die solche Vorgänge wohl noch in ihrer Jugend miterleben konnten, folgt gespannt und fast lautlos. Zwei Rahmen mit rund 860 echt Eckernförder Sprotten wurden heute geräuchert. Zehnstückweise werden die Fische in Butterbrotpapier und älteren Exemplaren der Eckernförder Zeitung verpackt und von den anwesenden Genießern gerne gekauft. Viele nutzen die Gelegenheit und machen es sich bequem. Zu den Fischen gibt es würziges dunkles Brot, für eine gute Flasche Bier ist auch gesorgt. Dirk Löffler führt immer wieder vor, wie die Fische verzehrt werden: Kopf ab, Schwanz ab, ein sanfter Druck auf den fest geräucherten Bau und mit eine geschickten Bewegung wird die Hauptgeräte entfernt.   Und die goldene Farbe? Auch hier weiß der gelehrte Räucherer Dirk Löffler die richtige Antwort: Russpartikel in dem rund 80 Grad heißen Rauch verfärben die Fische golden. „In Eckernför dar hebbt wi’t rut ut Sülwer Gold to maken.“   Das nächste öffentliche Schauräuchern des Altstadtvereins findet am 12. Juli in der Räucherei Büll in der Fischerstr. 25 in der Altstadt statt. (fst)

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Farbe und Licht Treppenhausgalerie im Modehaus Mohr unter neuer Regie. Eckernförde Eine neue Ausstellung ist im Modehaus Mohr in der Kieler Str. 16 zu sehen. Rainer Rudzynski zeigt abstrakte Bilder voller Farben und Licht, die sich mit den christlichen Jahresfesten und Lichträumen beschäftigen. Der 1961 in Bochum geborene Künstler ist als Pädagoge in Hagen / Westfalen tätig. Seine lichtdurchfluteteten Bilder passen sich wunderbar in das markante Treppenhaus des Modehauses Mohr ein. Diese kleine Galerie, der Konzept Ausstellungen von lokalen Künstlern und aufstrebenden Künstlern einschließt ist mit Ausstellung in die Regie von Friedhelm Scholz übergegangen. Zwölf Jahre lang wurden die wechselnden Ausstellungen von dem bekannten Eckernförder Künstler und Galeristen Falko Windhaus betreut, der sich jetzt ganz auf die neue Galerie 66 im Baltic Sea International Campus konzentrieren wird. Friedhelm Scholz, der als Architekt, Maler und Plastizierer bisher tätig war. Scholz betreibt in Thumby die Galerie GangArt. Scholz will die Treppenhausgalerie im Sinne seines Vorgängers weiter führen. Die Werke von Rainer Rudzynski sind zu den bekannten Ladenöffnungszeiten im Modehaus Mohr in der Kieler Str. 16 für Jedermann zu sehen. (fst)

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27. 05 2008 Zeit pur – Neue Musik definiert Klangzeit Eckernförde Dass sich zeitgenössische Komponisten und ihre Interpreten mit Zeit auseinandersetzen, dürfte logisch sein. So steht auch der komplette Jahreszyklus des „Ensemble Reflexion K“ unter dem Thema „Über Zeit“. Bei dem zweiten Konzert der Reihe in diesem Jahr sorgte der Untertitel „Dämmerung“ (Twilight) für das begriffliche Finetuning. Beatrix Wagner (Flöten) und Gerald Eckert (Cello und Perkussion) hatten auch diesmal wieder eine neue Zusammenstellung des flexibel sich zusammensetzenden Ensembles präsentiert. Eckernfördes Kirchenmusikdirektorin und Organistin Katja Kanowski (Stimme) ist schön öfters in dieser Musikreihe aufgetreten, genau wie die Akkordeonistin Eva Zöllner, die zur Stammbesetzung zählt. Neu und erstmalig wurden auch Blasinstrumente eingesetzt: Joachim Striepens glänzte mit den vielschichtigen Klangmöglichkeiten einer Klarinette und Andreas Roth gelang es eindrucksvoll zu beweisen, dass auch die Posaune aus der neuen Musik nicht wegzudenken ist. Das Programm umfasste sieben Kompositionen von verschiedenen Komponisten, wobei „Eckernfördes Hauskomponist“ Gerald Eckert leider diesmal nicht mit vertreten war. Auffallend sind immer Solodarbietungen, da Komposition, Instrument und Interpret sich in einer wahrnehmbaren Dichte besonders präsentieren. In Valerio Sannicandros (*1971) Werk von 2001 „Apogeo / Ipogeo“ für Posaune solo wurde dies besonders deutlich. Das Musikstück lotet die verschiedensten und ungewöhnlichsten Spieltechniken des Blechinstruments umfassend aus und zeigte nicht nur das Können des Interpreten, sondern auch den originellen Ideenansatz des Komponisten. Obwohl durchgehend dramatisch und teilweise auch sensationell in der Zusammenstellung der Einzelklänge, blieb das Werk in der Stimmung geschlossen. Beatrix Wagner als führende Flötistin im Genre der Neuen Musik konnte ihr ganzes Können, Wissen und musikalisches Einfühlungsvermögen in dem virtuosen Stück „Finale“, das Georg Friedrich Haas (*1953) 2004 komponierte, darlegen. Natürlich gelang es der Eckernförder Ausnahmemusikerin eindrucksvoll, die starke Räumlichkeit des Kirchenschiffes in ihre Interpretation einzubauen und so einen nachhaltigen Eindruck beim Publikum zu erwecken und so die Aufführung zu einem Erlebnis werden zu lassen. Als ein weiteres, durch das Ensemble (ohne Klarinette und Posaune) interpretiertes Klangereignis wurde das Werk von Klaus Lang (*1971) „The forest of frost II“ (1997) aufgenommen. In der nachfolgenden Pause drehten sich fast alle Gespräche über die gerade erlebten 27 Minuten. Bereits im Bühnenaufbau deutete die breite Anordnung auf eine Besonderheit hin. Weit vor dem Altarraum verteilt und auseinandergezogen platzierten sich Gerald Eckert (Schlagwerk und Cello), Katja Kanowski (Stimme), Beatrix Wagner (Flöte) und Eva Zöllner (Akkordeon). Fast statisch, kaum in der Tonhöhe schwankend oder diese modifizierend ertönte ein faszinierender Klangteppich von ungeheuerer Dichte, der direkt in die inneren Schichten des äußerst konzentrierten Publikums vordrang. Gerald Eckert wies in seiner Einführung ausdrücklich darauf hin, dass es die Zuhörer seien, die das Werk mit Leben zu füllen hätten und genau so berichtete das Publikum dann von sehr unterschiedlichen, aber immer eindrücklichen Erlebnissen mit diesem Stück. Der Österreichische Komponist Lang ist auch Kirchenmusiker – vielleicht passte gerade deshalb dieser Wald aus Klang so passgenau in den Aufführungsort. Die nächste Veranstaltung dieser besonderen Reihe mit Werken der Neuen Musik wird als Sommerkonzert am 9.8. um 21 Uhr sich unter anderen auch mit „alpenländischer Volksmusik“ beschäftigen. Markus Feuerstack

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Wachwechsel und markante Ausstellung Eckernförde Im Modehaus Mohr ist seit 12 Jahren eher unscheinbar und stille eine Galerie integriert. Seit 12 Jahre betreute der Maler Falko Windhaus diesen Kunstort und organisierte Ausstellungen mit bekannten und aufstrebenden Künstlern aus der Region. Jetzt präsentiert Falko mit einer Werkschau von Marc Burkert eine letzte Ausstellung als Galerist in der Kieler Strasse. Die Bilder des jugendlichen Künstlers aus Lübeck sind kein Schlusspunkt, sondern ein Übergang: Mit Friedhelm Scholz wurde ein Nachfolger gefunden der die Treppenhausgalerie mit dem selben Ansatz weiterführen möchte.12 Jahre betreute Falko Windhaus die Galerie in der Innenstadt, deren Besonderheiten ins Augefallen: Eher unauffällig in das lichtdurchflutete Treppenhaus des Modehauses Mohr integriert, gab es keine Eröffnungen und kein Sekt. In einen vorgegebenen Reigen von Rahmen konnten Künstler ihre Werke präsentieren. Die von Falko gezeigten Werke waren sowohl von lokal bekannten Größen, aber auch von Newcomern und hochstrebenden jugendlichen Gestaltern. So stellten in der Treppenhausgalerie aus: Hannes Harrs, Holger Späth, Inge Zorn, Marianne Tralau, Werner Tippel, Michael Essig, Christian Köhn, Monika Breustedt, Paul Nennecke und viele andere. Falko Windhaus zieht sich als Galerist nicht in das Privatleben zurück, sondern hat mit der „Galerie 66“ auf dem Baltic Sea International Campus (BSIC) eine neue, größere Herausforderung übernommen, der er sich ganz widmen möchte. Sein Nachfolger wird Friedhelm Scholz, der als Architekt, Maler und Plastizierer bisher tätig war. Scholz betreibt in Thumby die Galerie GangArt und will ganz in das bisherige Konzept der Treppenhausgalerie einsteigen: „Es sollen weiterhin regionale Künstler präsentiert werden, die besondere Aspekte ihres Werkes zeigen wollen und aufstrebende jüngere Menschen die das Potential ihres kreativen Schaffens der Öffentlichkeit vorführen möchten.“ Fasst Friedhelm Scholz das Konzept zusammen. Gerade für solche Bereiche ist der unaufdringliche Kunstort Treppenhausgalerie Mohr ideal und verfügt über eine umfassende Öffnungszeit. Bereits zum 700jährigen Stadtjubiläum präsentierte der damals 20jährige eine Vielzahl von Fotografien in der Treppenhausgalerie. Diesmal sind außer einigen aussagestarken schwarz-weiß Fotografien hauptsächlich freie Werke in Mischtechnik zu erleben, in den farbliche Eindrücke mit scheinbarer Leichtigkeit beeindrucken. Dabei wird eine Collagetechnik verwendet die Acryl, Tempera, Farbstifte und Stempel vereint. Die diesmal ausgestellten Fotos des in Eckernförde aufgewachsenen Architekturstudenten entstanden in Nicka / Andalusien. Die Treppenhausgalerie im Modehaus Mohr in der Kieler Str. 16 ist jeweils zu den üblichen Geschäftszeiten zu besichtigen. (fst)

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Altstadtverein – ein erfolgreiches Jahr Eckenrförde Viel hatte Katharina Mahrt die Vorsitzende des Altstadtvereins auf der Jahreshauptversammlung des Altstadtvereins zu berichten. Klarer Höhepunkt: Das Altstadtfest, dass seine dritte Runde erfolgreich absolvierte, obwohl das Wetter nur bedingt gut war. Viele Handwerke beteiligten sich an den nicht kommerziellen Fest rund um die Gudewerdtstrasse und den Rosengang. Infotafeln erzählten von den anliegenden Häusern, ihren ehemaligen Bewohnern und ihrer Geschichte. Viele Musiker und Vereine aus Eckernförde beteiligten sich mit Aktionen und Unterhaltung uns nicht zuletzt die Bewohner der Altstadt beteiligten sich lebhaft und nutzten die Gelegenheit ihre Hobbys zu präsentieren. Selbst finanziell konnte der Altstadtverein dieses große Projekt erfolgreich absolvieren, dank der vielen Spenden von Einwohnern, Firmen und der Unterstützung durch die Stadt. Aber nicht nur gefeiert wurde im letzten Jahr. Ein erstes Gespräch mit dem Bürgermeister Jörg Sibbel zeigte im Frühjahr Kooperationsbereitschaft. Sorgen bereitete dem Altstadtverein der Zerfall der oberen Stockwerke des Rundsilos und die Pläne für den Kirchenvorplatz. Die Mitwirkung an dem Rahmenplan für Eckernförde fand Katharina Mahrt auch erfolgreich. Viele der Anregungen des lebendigen Vereins wurden aufgegriffen. Ein besonderes Anliegen und mit eines der Gründe warum sich der Altstadtverein in Jahre 2000 gegründet hatte, ist die Schaffung eines Räuchereimuseums. Inzwischen ist das Projekt in eine erste Phase getreten und wird bei der Politik und der Verwaltung beraten. (Die EZ berichtete) Der Altstadtverein plant einen Förderverein zu gründen, der besonders auch Spenden und Fördergelder einwerben soll. Auf Wunsch der Anwohner der Langebrückstrasse nahm der Altstadtverein im September an einer Einwohnerversammlung teil. Doch die Präsentation der Umgestaltungsentwürfe zeigte nur bereits beschlossene und unveränderliche Umbaumaßnahmen. Der Verein unterstützte die Gründung der Aktivregion und die Bürgerinitiative die sich mit der Umgestaltung des Kirchplatzes beschäftigt. Besonders erfreut war man, dass in den Flächennutzungsplan für die Hafenspitze viele der Ideen und Anregungen des Altstadtvereins eingeflossen sind. Eine Liste der besonders schützenswerten Häuser im Altstadtbereich konnte im vergangenen Jahr erstellt werden. Eine Broschüre dazu, mit einer Auflage von nur drei Exemplaren, wird demnächst der Stadtverwaltung und dem Denkmalamt übergeben. Dieses arbeitet zur Zeit an einem Denkmalkataster für Eckernförde und die Anregungen des Altstadtvereins sollen dort einfließen. Nebenbei hatte die Arbeitsgruppe die dieses Thema vertiefte einen kompletten Foto- und Beschreibungskatalog der Eckernförder Altstadt aufgenommen. Später dürften diese Unterlagen einiges historische Interesse wachrufen Momentan trifft sich die Arbeitsgruppe Räuchereimuseum regelmäßig, um dieses für den Verein so wichtige Thema auf zu arbeiten. Die Regularien des Vereins wurden schnell abgehandelt. Die Finanzen sind gesund und solide. Gewählt wurde nur ein neuer Protokollführer. Für Marianne Tralau, die dieses Amt abgab, wurde Jörg Lüttjohann gewählt. Auch Stellvertreter für den Beirat wurden gewählt, damit die Vorstandsarbeit breiter gefächert werden kann. Der Verein will sich im laufenden Jahr mit Initiativen ähnlicher Art in anderen Städten zum Erfahrungsaustausch treffen. Und natürlich die Idee des Räuchereimuseums im Schnittersgang zur Realisierung vorantreiben. Auch sind Faltblätter in Arbeit zur Stadtgeschichte. An Ideen fehlt es dem Verein nicht, so wird überlegt, ob man einen Stadtdenker, ähnlich wie in Flensburg, in Eckernförde realisieren kann. Dies sollte ein kompetenter und / oder kreativer …

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Don Quijote in der Säule Eckernförde iteratur ist zum lesen, so glaubt man. Weltliteratur fasziniert über Generationen. Eines der bedeuteten Bücher der Weltliteratur ist der Roman über „den sinnreichen Junker Don Quijote von la Mancha“, aus der Feder des Spaniers Miguel De Cervantes (1547-1616). Die Eckernförder Künstlerin Marianne Tralau hat sich mit diesem Klassiker auf ganz eigene Art auseinandergesetzt. Seit gestern ist in der Galerie 66 auf dem Baltic Sea International Campus (BSIC) ihr „Literaturobjekt 4“ zu erleben. Die Abenteuer des fahrenden Ritters sind in verblüffender Art illustriert. Nicht mit dem Inhalt hat sich die bekannte Eckernförder Gestalterin beschäftigt, sondern mit der Form als solcher: dem Buch. Mit Hilfe von 2.090.398 Buchstaben Nudeln, wie sie handelsüblich für schmackhafte Suppen zu erwerben sind, gestaltete sie die ganze Geschichte nach. Allerdings: der Tralausche Don Quijote enthält genau die selbe Buchstaben Anzahl wie die Übersetzung von Ludwig Braunfels, die nach dem Krieg in Stuttgart erschien (und derzeit immer noch bei Artemis & Winkler in edler Aufmachung zu erwerben ist), aber die Anordnung ist eine willkürliche. In einer edlen Säule aus Eichenholz und Glas sind die Buchstaben wild und zufällig durcheinander genudelt und werden so zu einem äußerst reizvollen visuellen Objekt. In der rund 150 cm hohen Säule befinden sich knapp 88 Kg Buchstabennudeln – das Abbild der 1.019 bedruckten Seiten der Originalausgabe. „Soviel Buchstabennudeln kann man nicht im Laden kaufen“ berichtete Marianne Tralau. Mit Hilfe der Mitarbeiter des BSIC wurden die Massen direkt bei der Fabrik geordert. Die ließ die Produktion extra für das Kunstwerk starten: soviel Nudeln werden in ganz Deutschland normalerweise nicht auf einen Schlag verkauft. Die edle Säule erbaute der Barkelbyer Tischler Jörg Thietje nach den genauen Angaben der Künstlerin. Für diese ist es bereits das dritte Literaturobjekt in dieser Art. Ein Gedicht von Rilke hinterlässt nur ein sparsames Häuflein Buchstabennudeln, das sich mühelos sogar wieder in die richtige Ordnung bringen lässt. „Die Geschichte der O.“ ein Klassiker der erotischen Literatur, wir in der Tralauschen Version absolut jugendfrei und museal tauglich. Voranschreitend wollte Marianne Tralau nun ein umfangreicheres Werk der Weltliteratur auf ihre Art um- oder aufbereiten. Marcel Proust „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ wurde von ihr bereits durchgearbeitet und -gezählt,- denn die Findung der Buchstabenmenge ist eine komplizierte Zählarbeit mit Konzentrationszwang, als sie bemerken musste, das die Herstellerfirma die Größe der Nudeln beträchtlich erhöht hatte. „Das Proustsche Hauptwerk wäre raumfüllend geworden“ erkannte die Gestalterin und wandte sich dem inhaltlich zwar genauso hervorragenden, aber äußerlich doch etwas bescheideneren Werk des Spaniers zu. Die Befüllung der Säule mit den vielen zierlichen Nudeln, die in kleine 250g Tütchen wie sie in den Supermärkten präsent sind, verpackt waren, wurde in Anwesendheit der Presse und einiger spontaner Gäste in der Galerie 66 gemeinsam besorgt. Galerist Falko Windhaus freut sich über den Zuwachs in seiner aufstrebenden Galerie: „Nach dem Glasbuch von Seontae Hwang ist dies ein weiteres Werk, dass sich dem Thema Literatur auf eine eigene Art annähert.“ Natürlich kann das Werk auch käuflich erworben werden. Für rund 5.000 Euro bekommt der Käufer …

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Deutschlands erste mobile Streitschlichterin Dort wo Eckernförde am schönsten ist liegt der eingemeindete Stadtteil Borby, Hoch über den Hafen thronen stolz Häuser, die einen weiten Blick über die Eckernförder Bucht und die neu gestaltete Hafenpromenade zulassen. In einem solchen Herrschaftshaus hat Birgit Theresa Koch ihr Domizil. Im Hof der Psychologin steht ein Wohnmobil. Unübersehbar prangt der Schriftzug „www.diestreitschlichterin.de … für Sie unterwegs“ auf dem Gefährt. Die Entdeckerin Birgit Theresa Koch reist mit diesem Wohnmobil durch Deutschland und hilft Menschen ihre Konflikte zu bewältigen. Obwohl sie Streit, den sie in ihrer Kindheit innerhalb der Familie bereits intensiv erlebte, damals nicht besonders schätzte, studierte Birgit Theresa Koch Psychologie. Nach einer dreijährigen Tätigkeit in der Psychiatrie arbeitete sie jahrelang als freie Journalistin und Autorin unter anderen für mehrere Fernsehsender. Später vertiefte sie ihre psychologischen Studien und machte Weiterbildungen u. a. in Konfliktarbeit. Dabei entdeckte sie, das in Streitigkeiten durchaus positives Potential steckt, das den Betroffenen meist aber nicht bewusst wird. „Ich fühle mich als Entdeckerin zukünftiger Möglichkeiten“ sagt die charmante Frau, der man sofort ab nimmt, dass sie auf freundliche Art auch fest verknotete Zusammenhänge entwirren kann. Sie interessiert sich für Konflikte, weil dies für sie Grenzsituationen sind, in denen Menschen sich entwickeln wollen. „Konflikte entstehen, wenn etwas sich ändern will“ lautet ihre Erkenntnis. Dabei geht es bei ihr nicht um Schuld, sie möchte, dass sich Konflikte entfalten können. Ihre Augen leuchten, wenn sie über Fälle aus ihrer Praxis berichtet. Menschen zu helfen, sich zu entwickeln und weiter zu kommen, das ist ihre Aufgabe und vielleicht auch ihre Hingabe. Seit dem Jahr 2000 arbeitet sie unter dem Titel Konfliktberaterin. 2006 verwirklichte sie sich ihren Traum – sie reist mit dem Wohnmobil überall dort hin, wo Menschen ihre Hilfe in Anspruch nehmen wollen. „Es war eigentlich eine verrückte Idee“ sagt sie und scheint immer noch verwundert, dass diese so positiv aufgenommen wurde. Auf die Menschen zu gehen, Konflikte suchen, anstatt vor ihnen weg zu laufen, ist ein klares Motiv von Birgit Theresa Koch. Für die „Streitschlichterin“ sind Konflikte Chancen zur Veränderung. Diese als Wünsche zur Veränderung erlebt sie als Träume, die oft auf das Interesse an einer besseren Welt hinweisen. Sich selber und seine eigenen Wünsche besser zu verstehen, das ist das Ziele der meisten Konflikte. Wenn es gelingt in dem Streitpartner nicht mehr den Feind zu sehen, sondern einen „Entwicklungshelfer“ für Träume, ihn somit als Verbündeten zu erkennen, ergeben sich oft überraschende Lösungsmöglichkeiten. Auf der Suche nach Konflikten Auf ihren Reisen hat sie eine ganze Menge Angebote dabei. Oft sind Vorträge eine gute Möglichkeit mit ihr in Kontakt zu kommen. Aus der reinen Konfliktlösung in Familien- Nachbarschafts- und Arbeitsplatzstreitereien bietet sie auch Einzelgespräche und Coaching an, für Menschen an, die schwierige Situationen aufarbeiten oder beherrschen wollen. Auch Moderation in Firmen oder anderen Gruppen gehört zu den Angeboten. Durch ihre Mobilität und die Möglichkeit sie bei einem Vortrag ganz locker und unverbindlich kennen zu lernen, erreicht sie Menschen, die sonst nicht professionelle Hilfe in Anspruch nehmen würden. Für dieses Jahr liegt ihr Augenmerk auch …

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10. MÄRZ 2008 Fotoräume entstehen im Künstlerhaus Eckernförde Das schleswig-holsteinische Künstlerhaus bietet Kreativen aus aller Welt die Möglichkeit im Rahmen eines Stipendiums Eckernförde kennen zu lernen und hier künstlerisch zu arbeiten. Neue Stipendiaten werden mit einem Gespräch begrüßt und vorgestellt. Diese Gespräche sind für Mitglieder des Künstlerhaus e.V. öffentlich. Ganz neu in eins der vier Ateliers eingezogen ist die aus Hamburg stammende und in Kiel lebende Fotokünstlerin Ina Weißflog.Ina Weißflog hat ein sechsmonatiges Stipendium in unserer Stadt. Aus mehr als 200 Bewerbungen konnte sie sich mit ihren Unterlagen durchsetzen. Ihr kreatives Gebiet ist die Fotografie. Aus bis zu 200 einzelnen Fotos erstellt sie neue Bilder – Räume, innere wie äußere, in denen sie sich mit der subjektiven Wahrnehmung ihrer Umwelt auseinandersetzt. Diese Fotomontagen bilden aus den aufgenommenen Räumen neue Orte deren oft frappierende Wirkung sich noch steigert, wenn die ursprünglichen Örtlichkeiten dem Betrachtenden bekannt sind. Ina Weißflog möchte die Zeit in Eckernförde für die Aufarbeitung bereits begonnener Projekte nutzen, sich aber auch intensiv mit der Stadt und ihren markanten Orten auseinandersetzen um vielleicht daraus eine neue Kunstserie zu schaffen.Traditionell zeigen die Stipendiaten die einige Zeit in Eckernförde zugebracht haben ihre aktuellen Werke oder ihre Eindrücke von Stadt und Leuten in einer Ausstellung, Performances oder mit einem offenen Atelier-Empfang. So wird auch Barbara Kirsch ihren Schaffensraum öffnen, in dem sie zwei Monate in der Ottestrasse 1 gelebt und gearbeitet hat. Sie lädt am 30.3. ab 11 Uhr in das Künstlerhaus um im Gespräch ihre neuen Werke zu präsentieren. (fst) Fotos auf Wunsch von Ina Weißflog entfernt

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Ostern, Eier und Spaß Eckernförde Was hat Ostern mit den bunten Eiern zu tun? Diese unausgesprochene Frage erklärte Museumspädagogin und Kunsthistorikern Dagmar Rösner spielerisch am Sonnabend im Stadtmuseum Eckernförde. Während ein knappes Dutzend Kinder eifrig ausgeblasene Eier mit eigenen und historischen Motiven bemalten erzählte Dagmar Rösner von den verschiedenen Bräuchen die zum Osterfest seit alter Zeit gepflegt werden . Während der Osterhase zu dem wichtigen christlichen Fest noch immer bekannt und geliebt ist t und auch Osterfeuer auch in Eckernförde noch leuchten geraten alte Traditionen wie Osterwasser und Eierrollen langsam im städtischen Umfeld in Vergessenheit. Selbst wie in alter Tradition mit natürlichen Materialen die ausgeblasenen Eier bemalt werden, dürften vielen Erwachsenen nicht mehr geläufig sein. Dagmar Rösner zeigte den Kindern im frühen Schulalter wie man mit der von ihr Selbstgekochten Naturfarbe aus Efeu, Zwiebeln, Kümmel und Kaffeesatz („Der ist von meinem Frühstückskaffee“), die ausgeblasenen Eier erst einfärbt um sie anschließend liebevoll zu bemalen. Nach dem die Kinder jeder ein Osternest suchen durften wurden die verschiedenen Bräuche erläutert. Stolz zogen die Kinder dann mit ihren selbst gebastelten Osterschmuck nach Hause. (fst)

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25. 02 2008 Zeit und Wolken ECKERNFÖRDE Das kulturelle Leben Eckernfördes wird deutlich belebt durch die Reihe „Neue Musik“, die ihre aktuelle Saison mit einem Konzert am Sonntag einspielte. Zeit als zentraler Begriff steht über den fünf Konzerten die dieses Jahr zeitgenössische Werke dem Publikum näher bringen will. Die verschiedenen Kapitel des als Zusammenklang konzipierten Jahreswerks tragen eigene markante Überschriften. „Über Wolken“ hieß das erste Konzert, das hauptsächlich Werke des Eckernförder Komponisten Gerald Eckert präsentierte. Angereichert wurde das Programm mit einem Stück von Morton Feldmann (1926-1987)„Durations IV“ von 1980 und den von Eckert als Streichtrio umgesetzten Klavierwerken des französischen Komponisten Erik Satie (1888-1925) „Ogives“. Zu den in diesem Rahmen ungewohnten Wohlfühlklängen kontrastierte noch eine sehr zeitnahe Komposition des Engländers James Saunders. Die mit dem Tagesdatum versehen Komposition besteht aus Modulen die für jede Aufführung zusammengestellt werden – so das dieses Werk niemals gleich klingend zu Aufführung gelangen kann. Wie Wolken selten in Vereinzelungen auftreten, wurde auch in der musikalischen Umsetzung des Themas viele musikalische Meisterinterpreten präsentiert. Außer der Stammbesetzung mit Beatrix Wagner (Flöten), Gerald Eckert (Cello) und den bei diesen Konzerten oft präsenten Musikerinnen Eva Ignatjeva (Harfe) und Eva Zöllner (Akkordeon) kamen noch drei Streicher: Lenka Zupkova (Violine), Kiristin Maria Pinetka (Bratsche) und der Bassist Kristján Sigurleifsson. Ergänzt wurde das Ensemble Reflexion K noch durch die Sopranistin Sarah Maria Sun und den Schlagzeuger des Guilllaume Chastel. Wie gewohnt sind alle Musiker dieser Konzertreihe hervorragende und erfahrene Solisten, die jedes Musikstück zum Erlebnis gestalten können. Drei Werke des Konzerts kamen schon in der Nicolaikirche zum tönen: „Schächte – les nuages d´automne“ (2002 und „vom Innen – Körnung“ (2003) wurden diesmal in leicht anderer Besetzung aufgeführt. „wie Wolken um die Zeiten legt“ (1996/ 97) wurde 2007 bereits aufgeführt. Wirklich neu, wenn auch keine Uraufführung, war Gerald Eckerts in Zeitraum zwischen 2004 und 2008 entwickelte „Studie Nelly Sachs“, die acht der neun Musiker vereinte. Nicht nur der doch ungewohnt orchestrale Rahmen, der noch durch den Komponisten als Dirigenten ergänzt wurde, auch die dem „musikalischen Klang“ der Dichterin Nelly Sachs sehr angemessene Tonsprache faszinierten. Das Werk das auch für die momentan eingespielte neue CD von Gerald Eckert vorgesehen ist stimmt auch den Komponisten sehr zufrieden: „Ich bin ziemlich glücklich mit dieser Komposition“ gesteht er. Wie bei ihm üblich, arbeitet auch diese Studie stark mit dem Raumklang und feinen bis gewaltigen Dynamikübergängen. Eckert vermag es wie kaum ein anderer Komponist den Raum und die scheinbarere Stille zum Teil des Klangerlebnisses aufzubauen. Seine Musik arbeitet mit bewusst mit atmenden Pausen. So fordert er das Publikum zum intensiven Hören auf. Vielleicht erntete das Werk deshalb soviel Applaus, da jeder Teilhabende seine ganze Konzentration dazu geben musste?Das nächste Konzert findet am 24.5. abends in der St-Nicolai-Kirche statt. (Markus Feuerstack)

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Bunte Logbücher auf dem Wasser präsentiert Eckernförde Logbücher sind eine Tradition in der christlichen Seefahrt. Getreulich werden die Daten der Reisen vermerkt und besondere Vorkommnisse festgehalten. Auf dem beliebten Eckernförder Ausflugsschiff „Seebad Borby“ konnten am Wochenende besondere Logbücher erlebt werden. In Zusammenarbeit mit dem Kapitän Heinz Paasch und dem Galeristen Falko Windhaus zeigte Gerhard Schmidt seine aquarellierten Reisebeschreibungen aus den neuen Bundesländern. Da es eine Sturmfahrt wurde, sind auch reichlich Bilder von verlängerten Landaufenthalten eingeflossen. Gerhard Schmidt ist Segler aus Leidenschaft. Seine Segelabenteuer hält er in Logbüchern fest, wie es sich für einen Skipper gehört. Allerdings, die Logbücher des 1940 geborenen 17fachen Großvaters sind auch wunderbare Bilderbücher. Denn Gerhard Schmidt hält seine Eindrücke und Erlebnisse in zarten Aquarellen fest, die er an Board malt. Bis zu Windstärke acht lässt er sich den Pinsel nicht aus der Hand wehen und skizziert Leuchttürme, Schiffe und Häfen mit seinen feinen Strichen. Als Mitglied des Segelclubs Eckernförde, dem er bereits seit 40 Jahren angehört reichte er seine bunten Bücher ab 1980 ein. Anfänglich erntete er eher kritische Blicke, aber ab 1987 wurde er für seine originelle und sehenswerten Logbücher geehrt. Angefangen hatte es damit, dass seine Mutter etwas sauer war, wenn die Familie wegsegelte. Mit den besonderen Reiseberichten wurde die alte Dame schnell versöhnt und es stellte sich bei ihr eine kleine Sucht nach weiteren Abenteuerbeschreibungen ein. Zu der Präsentation des Logbuches der letztjährigen sechswöchigen Reise auf der Seebad Borby spielte die Stoker Jazzband jazzig auf. „Fietje“ Schinkel erzählte mit schwungvollen Worten von einem Buchprojekt das er zusammen mit G. Schmidt realisieren wird. Eine erzählte Reisebeschreibung von Carl Friedrich Schinkel mit Bildern von „Schmidtie“ wie der beliebte malende Skipper allgemein genannt wird, soll demnächst als Buch erscheinen. Ein erstes Leseexemplar erntete bei dem vielen Besuchern der Ausstellungseröffnung nachhaltiges Interesse. Die Ausstellung „See(h)stücke“ wird auch nach dem Wochenende präsentiert werden. Dann allerdings in der Treppenhausgalerie Mohr. Galerist Falko Windhaus läutet damit gleichzeitig seinen Abschied von diesem Kunstort ein. Zukünftig wird er anstatt der Treppenhausgalerie die „Galerie 66“ auf dem Baltic See International Campus (BSIC) betreuen. „Eine letzte Ausstellung plane ich noch in der Kieler Straße 16“. verrät Falko. Zum Abschied möchte er nochmals den jungen Eckernförder Künstler Marc Burkart mit neueren Werken zeigen. Vorerst sind die „See(h)stücke“ von G. Schmidt zu den üblichen Öffnungszeiten in der Treppenhausgalerie im Modehaus Mohr in der Kieler Straße 16 zu besichtigen. (fst)

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Lokal Star in übervoller Werft Hafenmusiker begeisterte mit großem Gastspiel Eckernförde 3.2.2008 Das die Eckernförder Hafenmusic gekonnte Glanzlichter zu setzen vermag hat sie in ihrer langen Geschichte schon vielfach bewiesen. Dass aber auch einheimische Stars die Siegfriedwerft bis auf den allerletzten Stehplatz zu füllen vermögen, konnte Kay Kankowski und seine rundum musikalische Band am Freitag eindrucksvoll beweisen. Bisher trat Kay Kankowski eher zurückhaltend als gekonnter Organisator bei der Hafenmusic und bei den Muckemachern und als geduldiger Gitarrenlehrer in Erscheinung. Offensichtlicher seine Arbeit als Musikalienhändler, und Stimmführer in vielen Bands. Mit der Band „Tosse“ gelang es Kankowski bereits Preise einheimsen, aber auch bei den Formationen „Die Gutmenschen“ (deutscher Folk), „Aver Liekers“ (eigene Musik zu Hein Hoop Texten), „Hans Dans“ (deutscher Folk“ und unzähligen anderen Bands und Musikprojekten erarbeitete er sich eine stetig steigende Beliebtheit. Während Kankowskis Band „Streetlife“ einfach nur gute und tanzbare Unterhaltung für jegliche Festivität produziert, zeigte der Allrounder mit „Kay Kankowski und Band“ eine geniale Zusammenschau. Unter dem Titel „Lieblingslieder“ brachte der Gittarist mit der markanten aber sehr wandlungsfähigen Stimme das Publikum zum kochen. Hauptsächlich Titel in deutscher Sprache, mit deutlichen skandinavischen Ergänzungen begeisterten das nicht nur einheimische Publikum. Fans des Musikers waren schon stundenlang vorher angereist um einen der begehrten Tische zu ergattern. Sogar aus Mecklenburg-Vorpommern waren die Besucher in die Ostseestadt gekommen. Das ein besonderer und Szenererfahrener Musikmensch wie Kay Kankowski für seine Band erlesene Mitspieler präsentieren kann, dürfte selbstverständlich sein. So begleiteten und ergänzten ihn seine alten und bewährten Bandgefährten und Freunde Eric Siemens (Percussion und Gesang) und Michael Biermann (Gitarre und Gesang) selbstverständlich auch hier. Dem Publikum bereits vertraut sind auch der besonders in gehobenen Jazzformationen heimische Bassist Harry Kretzschmar, der seinem Kontrabass lebendige und immer wieder erstaunliche Töne entlocken vermochte und Achim Prigge, ein einfühlsamer Folkmusiker der mit dem Akkordeon und Flöten ungemein stimmungsvolle Begeleitung und Solis in den Raum zu zaubern vermag. In Eckernförde noch wenig bekannt sein dürfte der quicklebendige Schlagzeuger Markus Zell. Der Kieler ist bereits mit vielen Bands aufgetreten und arbeitet als Schlagzeuglehrer. Erstaunlich ist es das es gelang die ca. 140 Zuhörer mit weitgehend deutschen Liedern und ausgesprochen gehaltvollen Texte zu begeistern. Musikalische Interpretationen von internationalen Musikstücken von Pat Metheny und Bob Dylon standen Lieder von Rio Reiser, Manfred Maurenbrecher, Achim Prigge und Udo Lindenberg zur Seite. Aber einen wohlverdienten Schwerpunkt bildeten die Kompositionen und Texte von Kay Kankowski deren unterhaltsame Nachdenklichkeit in überaus ansprechende Melodien verpackt sind. Das zahlreiche Publikum das sich aus allen Alterschichten zusammensetzte begeisterte diese Mischung so sehr, dass es drei Zugaben erzwang und das zweistündige Konzert sicher gerne noch fortgesetzt hätte. Eifrige Fans können dafür am 20 Februar nach Mönkeberg fahren, dort gastieren dann Kay Kankowski und Band im Gemeindezentrum . (Markus Feuerstack)

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15.01.08 Künstlerhaus belebt Eckernförde Ein Kulturjuwel funkelt still in Eckernförde. Das schleswig-holsteinische Künstlerhaus in der Eckernförder Ottestr. 1 (www.shkh.de) bietet Künstler aus aller Welt eine vorübergehende Heimstatt, wenn es ihnen gelungen ist, eins der begehrten Stipendien zu erringen. Während das Land den Künstlern ein Salär bezahlt, kümmert sich ein kleiner Verein vor Ort um das Haus und die Gäste. Immer wenn neue Stipendiaten anreisen, bittet der Verein seine Mitglieder und die Presse zu einem Gespräch mit den Kreativen. Im Frühjahr sind drei Stipendiaten angekommen, die mit unterschiedlichen Aufgabenstellungen ihre Ideen in Eckernförde ausarbeiten wollen. Aus Japan stammt die Künstlerin Kayoko Matsunaga stammt aus Japan und arbeitet derzeit an Projekten mit dem Themen Spiegel und Spiegelbilder. Leider konnte die Künstlerin an dem Gespräch in der Ottestr. nicht teilnehmen. Ilona Stumpe – Speer ist Schriftstellerin und kommt aus Leipzig. Dort studierte sie am Literaturinstitut und arbeitet als Publizistin bei der Edition Maldoror. Mehre Gedichtbände wurden von ihr veröffentlicht und auch bibliophile Ausgaben wie das Buch „Holunderschwarz“ mit Radierungen von Lothar Böhme. Sie arbeitet an der auf Künstlerhandschriften spezialisierten Literaturzeitschrift „Herzattacke“ mit. Für ihren dreimonatigen Aufenthalt in Eckernförde, den sie in zwei Etappen aufgeteilt hat, hat sie sich außer Lesungen in Kiel und Eckernförde auch Workshops bzw. literarische Beratungen für schreibende Menschen vorgenommen. Sie arbeitet an auch Gedichten und Erzählungen zu maritimem Themen, in denen sie die Eindrücke der Ostseestadt verarbeiten wird. Die Performance-Kunst nach Schleswig-Holstein gebracht hat Alexandra Gneissl, die an der Muthesius-Hochschule in Kiel studierte und durch ihre Aktionen in Salzau und im Kieler Kunstraum B bereits kunstinteressierte Kreise auf sich aufmerksam machte. Ursprünglich stamm die 1970 geborene Künstlerin aus Heilbronn, neben Kiel studierte sie auch in Braunschweig bei Marina Abramovic. Das Performance-Festival in Salzau wurde von ihr gegründet und gleitet und lockte viele internationale Künstler an. In Eckernförde wird sie versuchen ihre Kunstrichtung dem Publikum nahe zu bringen. Sie arbeitet gerade an mehren Live-Performances und auch drei Videoperfomances sollen demnächst entstehen. Interssant dürft auch die Zusammenarbeit mit der chinesischen Künstlerin Yingmei Duan werden, die sie in Eckernförde besuchen wird. Inzwischen ist es schon Tradition, das die Gäste im schleswig-holsteinischen Künstlerhaus etwas von ihren hier erarbeitenden Werken zum Abschluss des Stipendiatenaufenthalts dem örtlichen Publikum präsentieren.(fst) Bu: Literatur und Performance: Ilona Stumpe Speer und Alexandra Gneissl

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