Die ganz grossen Fragen und mit wem man sie bespricht

Liebes Tagebuch,

img_20181204_142639du wirst es schon an den letzten Einträgen bemerkt haben:

Ich mag die ganz grossen Fragen!

Was diese ganz grossen Fragen sind, ist natürlich subjektiv. Neben: „Was ist der Sinn des Lebens?“ und „Was ist Kunst?“ gibt es noch ein paar andere. „Woher kommen wir – wohin gehen wir?“ bezogen auf Geburt und Tod und die unendliche „soziale Frage“, die Rudolf Steiner schon so schön bewegt hat. All diese Fragen (und all die anderen die in Goethes Faust aufgelistet sind) ist es eigen, dass verschiedene Menschen sehr unterschiedlich darauf reagieren. Die meisten Menschen werden wohl mit diesen Themen nichts anfangen können oder wollen. Sie sprechen lieber über Sport oder was Gestern im Fernsehe

Das ist pure Arroganz, das stimmt. Aber über Sport weiss ich absolut garnichts und einen Fernseher besitze ich nicht. 

Übrig bleiben alte, mittelalte und jugendliche Menschen. 

Kinder wissen Alles,

können aber, je mehr sie wissen, umso weniger sich verständlich artikulieren.

Ebenfalls Alles, naja fast Alles, wissen auch alte Menschen. Sie erzielen ihr umfangreiches Wissen aus den vielfältigen Erfahrungen eines langen Lebens, gemischt mit weitreichenden kulturellen Beutezügen und gewürzt mit eigenen Gedanken aus lang vergangener Jugendzeit. Aber, sie wissen alles absolut. Das stört mich doch sehr. Ihr Wissen ist kein Wissenwollen. Gerne halten sie Vorträge und belehren ihre Zuhörer weitschweifig. Diskussionen oder gar Gespräche mit bilateralen Ringen um Erkenntnis, das geht mit ihnen nicht. Aber Fragen wollen bewegt werden, grosse Fragen brauchen viel Bewegung von Geist- und Gedankenkraft.

Mittelalterliche Menschen stehen mitten im prallen Leben.

Sie sind mitten im Arbeitsleben und müssen sich um ihre expandierende Familie kümmern. Sie würden sich ja gerne mit mir, über ein so spannendes Thema ausführlich unterhalten, aber „diese Woche ist leider keineZeit. Dann können wie ja mal sehen…“ Und dabei bleibt es bis sie alt sind (siehe oben).

Jetzt kommen wie zu den Jugendlichen, den Heranwachsenden, den Pubertierenden. Kurz, zu den jungen Menschen. Sie haben keine besonderen Erfahrungen von denen sie zehren können, ihre Bildung ist im ungeheuren Masse ausbaufähig. Aber sie haben Zeit. Und sie haben begriffen, dass sie ein eigener Mensch für sich sind. Genau dies wollen sie sein! Und sie wollen den ganzen erwachsenen Massregeln dicht um sie rum endlich entfliehen und selber ausprobieren was gut für sie ist. Wie geht das besser, als mit einem langen ernsten Gespräch mit jemanden der zuhört und sie ernst nimmt? Bei diesem zuhören merke ich

welch originelle Vorschläge, was für vorurteilsfreie Gedanken, wie viel Idealismus und Lebensfreude

von ihnen vermittelt wird.

Zu gerne würde ich mich bei meinem jungen Gesprächspartner mit einem besonderen Geschenk bedanken. Wenn ich könnte, würde ich ihnen das Bewusstsein und Lebensgefühl, dass sie an diesem Tage gehabt haben als bleibendes Bild für ihr ganzes Leben schenken.

5.12.18 fognin

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