Veranstaltung

Ausschreitungen in der Nicolaikirche

Ausschreitungen in der Nicolaikirche

Gross angelegte Kompositionen mit fast orchestralen Ausmassen brachte das zweite Konzert diesen Jahres der Konzertreihe „Neue Musik“ zur Aufführung. Nur drei Werke erklangen an diesem Abend. Alle drei hatten deutlich länger Spielzeiten und wurden jeweils in recht grosser Besetzung vorgestellt. Namensgebend und am Anfang stand die Uraufführung von Clemens Nachtmanns „ausschreitend“ für Ensemble von 2009/2010. Nachtmann, der 2010 als Stipendiat in Eckernförde weilte und während dieser Zeit an seinem Werk feilte, stammt ursprünglich aus Bayern. Musikalische und politische Studien führten ihn nach München, Berlin und Graz. In Österreich hat er einen Lehrauftrag an der Kunstuniversität Graz.
Aufgebaut auf der Idee eines Trauermarsches mit Bezügen zu Beethoven Mahler, Liszt und Berlioz beschäftigte sich der Komponist mit der Geste des Schreitens. Neun Musiker, davon 5 Bläser bildeten das Ensemble, die das schwierig zu spielende Werk mit dreidimensionaler Kraft in den Klangraum der Nicolaikirche stellten. Kraft, Lebendigkeit und Stärke sind die Begriffe die diese Komposition am treffensten beschreiben. Clemens Nachtmann malte mit seinen Tönen einen umfassenden durchseelten Raum, an einen urmächtigen Wald erinnernd, der bewohnt von vielerlei ungestörten Wesen zu sein scheint. Die starke Bläsergruppe (besonders hervorzuheben Wardy Hamburg an verschiedenen Saxophonen) spielte teilweise direkt in den Flügel und veränderte so den Raumklang in faszinierender Weise. Das diesjährige Generalthema der Musikreihe, Räume wurde in Nachtmanns Stück sehr anschaulich. Seine gross angelegten, teilweise heftigen Tonbilder klangen in spannungsgeladenen Pausen aus. Während der erste Satz die Themen in den Raum „stellte“, beschäftigte sich der zweite eher mit der inneren Verarbeitung. So ergab sich ein weiterer grandioser Spannungsbogen, der die Thematik „Bewegungen im Raum“ vielfach vertiefend spiegelte. Das Werk hat einen umfassenden Erlebnischarakter, es ist ihm zu gönnen auch noch an anderen Orten das Publikum in seinen Bann zu schlagen
Es schloss sich die Komposition „Swamp Forest“ (2004) von Larisa Vrhunc an. Die vielfach gespielte Slowenin zeigte in ihrem Werk eine „unfreundliche Waldgegend“ die zehn der 14 Musiker gewaltig in Szene setzten. Gerald Eckert setzte das Werk in seinen diesmal sehr kurzen Einführungen in Beziehung zu Lebens- und Sterbeprozessen mit ihren vielfachen Veränderungen. Immer wieder beachtlich, wie das „ensemble reflexion K“ auch in sehr grosser Besetzung präzise und durchgeprobt erscheint und auch komplexe Klangwerke lebendig und erlebnisreich vorstellen kann.
Gerald Eckert, der als musikalische Leiter des Abends alle drei Werke dirigierte, hatte eine lange Flugreise hinter sich. Er arbeitet derzeit in Seol (Südkorea) als Professor für Komposition. Als Abschluss dieses gross angelegten Konzertabendes erklang ein alter Publikums-Freund: „An den Rändern des Maßes“ (2005/2011) begegnete den Hörern der neuen Musik immer mal wieder während seiner langen Entstehungszeit. Diesmal setzte es einen gekonnten, zusammenfassenden Schlusspunkt. Das Werk beschäftig sich mit Auflösungserscheinungen. Der bewegte Raum, durch zwei Ensemblegruppen deutlich, verlagert sich spürbar nach Innen. Gerald Eckert vermag es, durch seine feinstrukturierten Kompositionen, das musikalische Geschehen in den Zuhörer zu verlagern. Während das Stück mit einer konzentrierten Schluss-Stille im Raum ausklingt, wird es das hörbar begeisterte Publikum noch eine Weile begleiten.
Das nächste Konzert der Reihe Neue Musik, zu dem Gerald Eckert wieder aus Korea anreisen wird, beschäftigt sich mit dem 250. Geburtstag der Häßler Orgel. Am Donnerstag, den 21.6. um 20 Uhr in der St.-Nicolai-Kirche. (fst)

Internationaler Tag des Puppenspiels am 21.03.2012

Internationaler Tag des Puppenspiels

Am 21.3. ist wieder mal ein „internationaler Tag“. Diesmal wird das Puppenspiel gefeiert. Eine sinnvolle Aktion, denn die weltumspannende Kunst [wikipedia] des Figurentheaters verschwindet langsam aber sicher hinter den Unterhaltungskaskaden des allbeherrschenden TVs.
Puppen- oder wie die von Künstlern gepflegte Form heisst, Figurentheater, knüpft an die Tradition der Märchen oder auch der Märchenerzähler an. Nicht nur Unterhaltung sind die Motive dieser Volkskünste, auch das verbreiten wichtiger Überlieferungen und und berührender Bilder wurde gepflegt. Inzwischen kann die Kunst des Erstellens der Figuren und ihre Handhabung bereits an einigen Hochschulen erlernt werden, aber auch als Kunsthandwerk wird die Tradition noch an wenigen Stellen gepflegt. In der Kinderunterhaltung werden zunehmend auch didaktische Inhalte verabeitet, da die Kleinen besonders stark auf die Lebendigkeit der Figuren ansprechen (Kasperletheater).
Eine besondere Form des Figurenspiels pflegt in Eckernförde Cordula Thonett. Grundsätzlich mit selbstgebauten Figuren spricht sie nicht nur sehr stark Kinder an, auch Erwachsene verfallen gern den Charme ihrer Charaktere. In ihrem Stück „Spieglein, Spieglein an der Wand…“ greift sie Motive des Märchens der Gebrüder Grimm auf, schafft es dabei spielend, besondere Facetten sowohl für Erwachsene als für Kinder zu finden, so dass diese jeweils an ganz anderen Stellen lachen und sich amüsieren.
Am 21.3., eben jenen besagten Internationalen Tag des Puppenspiels erlaubt die Künstlerin einen tiefen Blick in ihre Puppenkiste: Kinder und Erwachsene dürfen auch mal einen vorsichtigen Blick hinter die Kulissen der Bühne werfen, mit den Kindern werden Figuren aus Kochlöffeln gebaut, die Grossen können sich am Abend sogar an den Bau von Klappmaufiguren wagen. Am Nachmittag wird auch das Stück „Die Premiere  oder  Ach du dickes Ei“ aufgeführt. Auch hier herrscht an diesem Tag das Besondere vor: Geld als Zahlungsmittel wird nur ausnamsweise genommen. Jeder soll mitbringen, was er hat und gerne gibt: Knöpfe, Stoffreste und andere Materialien zum Bau neuer lebendiger Gestalten sind genauso willkommen, wie andere Dinge die von der Puppenspielerin und ihrer Familie hoffentlich gebraucht werden können. Cordula Thonett lebt mit ihren zwei Kindern von der Kunst des Figurenspiel, bzw. versucht es. Neben den Aufführungen und zahlreichen Workshops, die auch gerne in Schulen, Kindergärten und anderen Einrichtungen durchgeführt werden, macht sie auch Unterhaltung bei Familienfeiern und grossen und kleinen Festen. Ihre frechen Puppen haben schon so manchen Erwachsenen aus der Fassung gebracht und lockern mit Sicherheit auch die steifste Firmenfeier auf.
 
Dieser Freitag im März ist eine gute Gelegenheit, Cordula Thonett und Klara Korn, den Manager, das Schwanadu und den wandlungsfähigen Ersie kennenzulernen. Allerdings: Das gemütliche Kabuff in der Rendsburgerstrasse 100 ist winzig. Da sollten die Besucher entweder sehr rechtzeitig vor Ort sein, oder vorher ihre Plätze reservieren. Dafür erwartete sie eine faszinierende Welt, die des Pupen- und Figurenspiels und vielleicht auch einige der witzigen und begabten Freunde der Puppenspielerin. (fst)
Figurentheater im KabuffCordula Thonett

Rendsburgerstr. 100

24340 Eckernförde

Tel.: 04351 / 883772

Fax 04351 / 726188

cordula@figurentheater-im-kabuff.de

www.figurentheater-im-kabuff.de
In der Kulturmonographie Eckernförde: https://eckkult.de/kme_cthonett.html

Lebendiger Märchenabend

Geschichten für Erwachsene
Valentinstag, mitten in der Woche. Der kleine stimmungsvolle Raum des „Figurentheater im Kabuff“ ist rammelvoll. Lauter erwachsene Menschen lauschen einer zierlichen Frau. Susanne Söder-Beyer von Beruf Märchenerzählerin erzählt mit viel Temperament von Männer und Frauen und den immer wieder verbindenden Thema: Der Liebe.
Die Märchenerzählerin im festlich eleganten roten Kleid fängt mit dem absoluten Anfang an: Der Schöpfergott hatte den Mann erschaffen und gesellte ihm eine Frau dazu. Erlesenste Zutaten benutze er, aber Adam reklamiert und bittet Gott, die ihm zugedachte Gefährtin wieder zurück zunehmen. Sie nervt ihn. Gott kommt dieser Bitte nach. Wie es dann dazu kam, dass die Menschheit doch entstehen konnte, berichtet Susanne Söder-Beyer mit schalkhaften Humor. Sie berichtet auch aus orientalischen Geschichten, in denen Männer und Frauen im Wettstreit über die List und Klugheit sich messen und nach etlichen raffinierten Verwicklungen, das auserwählte Paar sich doch noch findet.
Nicht nur aus fernen Gestaden und sehr alten Zeiten stammen die Märchen und Geschichten, auch aus Kochendorf und und in unserer Zeit spielend, gibt es hörenswertes zu berichten. Der Autor Nicolaus Kessener, der selbst schon als Vortragender im Figurentheater aktiv war, schrieb über ein alterndes Paar. Während der Mann sich mehr für eine Übertragung seines Fussballvereins zu interessieren scheint, bereitet sich seine Gattin auf ein festliches Klassentreffen vor. Natürlich schweifen ihre Gedanken in die Vergangenheit, als sie wild und gekonnt tanzten und die Liebe mächtig funkelte. Nun haben sie erwachsene Söhne und jeder geht seinen eigenen Interessen nach. Aus der alltäglichen Tristesse mit unerfüllten Hoffnungen und eingeschliffenen aneinander vorbei leben, entwickelt sich ein anrührendes Happyend. Ohne moralischen Zeigefinger wird klar: Liebe ist keine Frage des Lebensalters. Eine bezaubernde und sehr nachvollziehbare Erzählung, die durch den freien Vortrag noch viele feine Nuancen erfährt. Mancher der angegrauten Zuhörer wischt sich beim Klatschen beiläufig über die Augen….
Die Märchenerzählerin lässt jede Gestalt lebendig vor den Augen der gebannt lauschenden Zuhörer auferstehen. Sie wandelt ihre Stimme, und wenn, wie in einer „Erwachsenenfassung“ eines Märchens der Gebrüder Grimm sie von der bösen Hexe berichtet, die der jungen Liebe gehässig im Wege steht, dann funkeln ihre Augen und sie nimmt die knöchrige Gestalt der hässlichen alten Frau an. Den Zuhörern schauert es. Aber das junge und hübsche Mädchen sing ein melancholisches Lied und schon breitet sich eine ganz andere Stimmung im Raum aus. Auch dieses Märchen steuert auf ein glückliches Ende zu.
Nach jeder Geschichte, es sind auch gekonnt aufbereitete Anekdoten darunter, spielt der jugendliche Musikus Benjamin Schulte auf den Akkordeon ein kleines Musikstück. Allzu bald verbeugen sich die beiden perfekt zusammenagierenden Akteure, aber das Publikum lässt sie so nicht ziehen. Erst nach einer weiteren leicht frivolen jüdische Geschichte und noch einer Kostbarkeit auf dem Akkordeon endet die Vorstellung. Faszinierend wie die alte Kunst des Erzählens ganz moderne Zuhörer in ihren Bann zu ziehen vermag. Welch mächtige Bilder in dem kleinen Raum des Figurentheaters entstehen und gestandene Männer und Frauen beim zuhören sichtlich berührt werden. Schön das es grosse kleine Kunst noch gibt! (fst)
Bu: Märchenerzählerin Susanne Söder-Beyer mit der Gastgeberin Klara Korn auf dem Schoss

Winter-Freiluft-Photo-Ausstellung-Eröffnung

Am 11.12. 2011 um 12 Uhr geht es los:

HofART, die Hinterhof Galerie in Eckernförde präsentiert die 2. Open-Air-Ausstellung.


Sankt – Nicolai- Strasse 

historische und ganz moderne Photos, in Zusammenarbeit von fognin und dem Archiv Willie Euler – Altes Eckernförde









Die Ausstellung ist durchgehend geöffnet, jeden Tag. Viel Spass! 


Drei Mal Abschied im Künstlerhaus

26. JULI 2011

Drei Mal Abschied im Künstlerhaus

Drei Mal Abschied

Ein Stipendium prägt. Den Künstler der drei Monate im Künstlerhaus in der Ottestr. auf Einladung des Landes Schleswig-Holstein verbringen konnte und auch die Stadt, in der der Künstler gewirkt hat. Megumi Fukuda zeigte die Wirksamkeit gleich dreifach. Entsprechend den Gepflogenheiten des Künstlerhauses zeigte sie am Ende ihres Stipendiums womit sie ich in der Ostseestadt beschäftigt hat. Drei Facetten ihres Aufenthaltes präsentierte die zierliche Japanerin an drei Terminen. Am Freitag stand das Meer, oder eher das Salz aus der Ostsee im Zentrum. Die aus Hiroschima stammende Künstlerin, deren Studien sie aus ihrer japanischen Heimat nach Hannover und Berlin führten, stellte dieses Ausstellung unter den Titel: „Triften von Meer zu Meer“.

Eine Woche lang destillierte sie jeden Tag aus drei Liter Meerwasser das Salz hinaus. Spannend zu sehen, wie in den sieben Tütchen vollkommen verschiedenfarbige und in der Konsistenz unterschiedliche Körner lagerten. Die Traditionen und Fertigkeiten ihrer japanischen Heimat aufgreifend benutzte sie das Ostseesalz um zu gestalten. Mit vielfältigen funkelnden Kristallen überzogen hing ein kleines Buch von der Decke. „Die Erhaltung der Welt“ hatte sie in Origamitechnik gefaltet und zehn Tage in eine Salzlösung eingelegt.

Ein weiteres Buch (über Schleswig-Holsteins Städte) lag als vielfach befaltete Plastik aus und zeigte wie gebundenes bedrucktes Papier ohne jegliche Zerstörung sich wandeln kann.  Weitere Salzwerke präsentierte die in Berlin residierende Künstlerin im Rahmen eines aufgebauten Labors. Eine Rose, die ihr in Eckernförde geschenkt wurde, war in Salz konserviert, weitere Gegenstände aus ihrem Eckernförder Alltag waren zu bizarren, funkelnden Kunstwerken mutiert.

Den Brückenschlag zu der zweiten Ausstellung mit verlassenen Besitztümern, der am Samstag stattfand, stellte Sven Wlassack in seiner Einführungsrede her: „Strandgut ist ertrunkener Sperrmüll“. Megumi Fukuda hatte in ihrer ersten Zeit in der Ostseestadt vielerlei Gegenstände gesammelt, die sie jetzt als Geschenk an die Ausstellungsbesucher anbot. Schüsselchen, Vasen, Blumentöpfe mit Wildwuchs aus dem Garten des Künstlerhauses, Spiegel und wunderliche Weihnachtsdekoration waren zu einer bizarren Skulpturenausstellung im Flur des Hauses aufgebaut. Getragen war diese bunte Ansammlung von einer Beobachtung die die Künstlerin in Berlin gemacht hatte. Verlassenschaften waren in einer grossen Kiste am Strassenrand aufgestellt und mit einem „zu verschenken“-Schild gekennzeichnet. Nicht wegzuwerfen, sonder weitergeben – diesen Gedanken war sie in ihrer japanischen Heimat nicht begegnet. „So bekommt man Erinnerungen anderer Leute geschenkt“ erklärte die Künstlerin ihre Faszination. Bald waren, wie bei grösseren Ausstellungen üblich, viele der ausgestellten Werke mit aufgeklebten roten Punkten als bereits vergeben gekennzeichnet.

Den letzten Teil der kreativen Trilogie widmete Megumi Fukuda am Sonntag in ihrem Atelier dem Thema Fisch. Eckernförder Fische begegneten der japanischen Küche  und die Besucher durften diesmal ihren Geschmackssinn aktivieren. Ein sehr feinsinniger und vielfältiger Abschied aus Eckernförde, der Traditionen zweier sehr unterschiedlichen Gegenden mit Kunst und Humor in gekonnter Weise verband. Tschüss Megumi Fukuda, wir werden dich vermissen! (fst)

Hofart in der EZ

Hinterhöfe im Allgemeinen verfügen über einen verschwiegenen und eigentümlichen Charme. Sie entfalten diesen Charme besonders dann, wenn sie unvermutet in der Innenstadt Eckernfördes beim Schlendern durch die Nicolaistraße etwa, entdeckt werden. Genauer: In der St.-Nicolai-Str. 7A, fast neben Café Heldt, gibt es eine Fotoausstellung mit Motiven der Ostseestadt, die mit dem originellen Hinterhofcharme korrespondieren. „Hof Art“ nennt Fognin seine Bildergalerie, die bei schönem Wetter für alle Besucher geöffnet ist.

In der kleinen Ateliergalerie werden die Motive auf verschiedenen Materialien (AluDiBond, Kunststoff, Metalle) mit überraschender Tiefen- und intensiver Farbwirkung präsentiert. Fognin, der die gezeigten Motive in den letzten fünf Jahren in und um Eckernförde fotografierte, bietet sie auch als Postkarten an, die über die Händler in Eckernfördes Innenstadt zu erwerben sind.

„Die Künstlerstadt Eckernförde, die als solche immer noch zu wenig ins Bewusstsein der Besucher gerückt wird, hat mit meiner kleinen Ausstellung hoffentlich einen Akzentpunkt mehr aufzuweisen“, hofft der Künstler, der an dem Konzept zu dieser Präsentation über ein Jahr gefeilt hat. www.mmeck.de/fogart 

EZ am 25.5.2011

Eckernförde hat Schlagsaite

Fünf junge Kerle stehen auf der Bühne und klampfen, singen, fiedeln. Und der ehrwürdige Raum der Siegfriedwerft tobt und tanzt, wippt mit und alles swingt. Die Fünf nennen sich Schlagsaite, kommen aus Köln und sind bis oben hin mit melodischen Liedern, witzigen Texten und fröhlichen ansteckenden Melodien gefüllt, die sie grosszügig und gutgelaunt über ihr Publikum ausgiessen. Folk- Chanson- und Liedermacherformation, so nennen sie ihren genialen Stilmix, der in die Beine geht ohne den Kopf zu vernachlässigen. Viele eigene Texte, oder auch Vertonungen von den kritischen Nachkriegspoeten wie Erich Kästner, Ringelnatz und Borchert sorgen für Substanz, dazu Melodien und Rhythmen die vom Folk ausgehend, keine Näherungsängste mit anderen berührenden Musikrichtungen haben. Neben der deutschen sind auch weitere Sprachen zu hören, selbst russisch kommt hitverdächtig flott rüber. Ohne Pause und ohne Noten wird in alter Waldecktradition stehend musiziert und gesungen, mit witzigen und spontanen Ansagen.
 

Per Publikumsakklamation wurde die 18jährige Svenja Funke zur besten Tänzerin gekürt und bekam die neue CD „und was kommt nun“ von Schlagsaite geschenkt. Sichtlich glücklich tanzte die Schülerin danach noch ausgelassener.

Die Musiker touren derzeit durch Norddeutschland, haben bereits erfolgreiche Auftritte in Hamburg, Kappeln und Flensburg (mit dem Eckernförder Duo Caldera) absolviert, bevor sie in Eckernförde zeigen konnten, dass sie nicht nur junge Leute zu begeistern vermögen.

 

Spontan holten die Band die hafenmusic Organisatorin Sigi Siemsen auf die Bühne, zusammen wurde eine besonders fetzige Version von „bei mir biste Scheen“ gesungen und gespielt. Nachvollziehbar auch das Gefühl. das in dem Song „Berlin 24/7“ zum Ausdruck kommt: Von der kleineren Stadt in die grosse Hauptstadt gekommen und äusserst irritiert: Wann soll man gehen, wenn die Kneipe rund um die Uhr geöffnet ist?

Die Mischung aus zwei Gitarren, e-Klavier, Geige, Kontrabass und Akkordeon und dem Gesang aller Bandmitglieder ist ein Erfolgsrezept, dass sich hinter den 17 Hippies nicht zu verstecken braucht.

Für Eckernförde bleibt nach diesem sehr lebendigen und erlebnisreichen Konzert nur die Frage: Gibt es hier eine grössere Bühne um ein zahlreicheres und alle Altersstufen umfassendes Publikum zu begeistern? Vielleicht ein Tipp für die grossen Hafenveranstaltungen im Eckernförder Sommer? (fst)

„Gaststar“ Sigie Siemsen

Daniel Hermes:Gesang, Gitarre;(hinten:) Dimitrie Miron:Geige; Simeon Miron:Kontrabass; Markus Breuer:Gesang, Gitarre; Markus Giesler:Akkordeon

EZ: Unterhaltsame Geschichtsvorlesung über angewandte Piraterie

angewandte Piraterie

Seit Jahrhunderten befährt der als „Magister der sieben Künste“ bekannte Pirat und „Likedeeler“ Magister Wigbold (*1365) die Weltmeere. Viel hat er erfahren und erlebt zusammen mit Klaus Störtebeker und Gödeke Michel. Am Sonnabend schwadronierte der als „listiger Zwerg“ gefürchtete Freibeuter im Haus an der Reeperbahn über seine Erfahrungen und dozierte über die Verwicklung des traditionellen Piratentums in der aktuellsten Politik.
„Habt ihr heute schon gemeuchelt?“ So wurde das Publikum im ausverkauften Kinosaal des Jugendzentrums begrüsst und wie es sich für einen gelehrten Dozenten und Doktore gehört mussten die Studenten Rede und und Antwort stehen. Detailliert beschrieb der kleine Freibeuter, in dessen staubigen Gewand sich die gewiefte Aktionsschauspielerin Gabriele Pahms verbarg, die geschichtlichen Vorkommnisse der Freibeuter zwischen Ost- und Westsee. Poltrig streng mit harschen ungeduldigen aufstampfen des knotigen Stockes wurde die Anwesenden examiniert und mit schelmischen Grinsen und einem triumphalen „Na also – geht doch“ für kluge Antworten belohnt.
Mit zur Mannschaft des umtriebigen Kapitäns gehörte die schöne Esmeralda (Cordula Thonett, Figurentheater im Kabuff) die verzückt die Augen verdrehte in Andenken an die schönen schwedischen Männern damals und der knarzige alte Pirat Alberich Grünhaar. Da Alberich als Handpuppe (oder vielleicht auch wegen seines wurmstichigen Holzbeines?) an seine Esmeralda gefesselt war, giftete er diese gerne mal an und verwickelte sie in gewohnheitsmäßige Kleinstreitgespräche. Was ihn aber nicht abhielt mit den hübschen Frauen im Publikum nebenbei noch zu flirten.
Der Pirat „Musicus“ mit wallenden Dreadlocks war auch mit an Land gekommen um mit Akkordeon und Gitarre für musikalische Stimmung zu sorgen. Aus dem Rathaus hatte er sich als Souvenir den „Bürokraten Maier“ mitgebracht, der für ihn das Schlagzeug zu spielen hatte. (Benjamin Schulte und Dominik Kessener vom Eckernförder „Duo Caldera“) Während die Mannschaft die fröhlichen Seiten des Piratenlebens in so eingängigen Liedern wie „… und ausserdem haben wir gute Laune“ hochleben liess, zeigte der gelehrte Magister auf, dass die traditionellen Piratentricks wie Bangemachen und Stillschweigen auch heute noch in der Politik bestens funktionieren. Ob Bankenkrise, Gesetze durch Lobyisten, Stuttgart 21, Atomverträge und Internetmacht – stets sind es die alten Piraten oder zumindest ihre bewährten Methoden mit denen das (Wahl)volk verscheissert und genasführt wird.
Nach dem das lebhaft mitgehende Publikum über diese wesentlichen Grundzüge uralter und hochaktueller Piraterie eingehenden unterrichtet worden war, akquirierte der beherzte Magister seine neue Mannschaft aus den Anwesenden. So mancher Besucher kam ins sinnieren: Wie wäre es die Seiten zu wechseln zu den direkt-demokratisch geführten Schiffen der Freibeutern, die ihre Beute gerecht und gleich teilen, die eine funktionieren Altersversorgung bieten und wild und frei leben?.
Gabriele Pahms und ihren Künstlerkollegen gelang es einen unterhaltsamen Abend zu gestalten, der bei allen Klamauk und Ulkereien auch geschichtlich informative Details offenbarte und gleichzeitig bestes politisches Kabarett bot, mit seinen manchmal etwas bitteren Pointen. Eine gelungene Show aus Eckernförde die sich als Exportartikel empfiehlt. (fst)

Werkstattgespräch mit Johanna Straub (Schriftstellerin) und Clemens Nachtmann (Komponist)

Zwei Künstler, die sich zurzeit als Stipendiaten im Künstlerhaus Eckernförde aufhalten, stellen sich der Öffentlichkeit einmal anders vor: statt einer konventionellen Lesung bzw. eines Konzertes wird es ein Werkstattgespräch geben, in das das Publikum von vornherein einbezogen sein soll. Es werden also nicht nur fertige Resultate in Form von Texten und Musikstücken präsentiert, sondern es soll anhand von ganzen Werken, Werkausschnitten und nicht zuletzt auch zugänglich gemachten Skizzenmaterialien der jeweilige künstlerische Prozess, der schließlich zum Werk führt und in ihm erlischt, herausgearbeitet und zur Diskussion gestellt werden – ein Einblick in die künstlerische „Werkstatt“ wird auf diese Weise ermöglicht.

Montag, 29.11.2010, 19 Uhr
Künstlerhaus Eckernförde, Ottestraße 1, Ausstellungsraum, Eintritt frei!

Composing/Writing – über Strategien künstlerischer Prozesse Werkstattgespräch mit Johanna Straub (Schriftstellerin) und Clemens Nachtmann (Komponist)
 

Falko und seine Stadt

Kennt ihn jemand nicht? „der weisse Fleck in Eckernförde, Falko Windhaus ist in der Stadt bekannt wie ein bunter Hund“ wordspielte Bürgermeister Jörg Sibbel am Freitag Abend bei der Begrüssung zu der Ausstellung „Falko – Eckernförde 1985 -2010“ in der Galerie 66. Reichlich Publikum, Gratulanten und Freunde hatten sich auf dem BSIC zusammengefunden um den stadtbekannten Künstler zu ehren und seine umfangreiche Werkschau zu geniessen. 
Fast jeder der Besucher und der Laudatoren verbindet mit Falko Windhaus auch etwas persönliches. Dieses Zusammenspiel zwischen dem menschlich wirksamen Künstler und dem kreativen Menschen Falko lässt sich bis in seine Werke, Gemälde, Objekte, Fotografien, Raumgestaltungen, Kochevents und Feiern hinein verfolgen, zeigte Dr. Uta Kuhl (Landesmuseum Schloß Gottorf) in ihrer Einführung zur Ausstellung auf. 
Kenntnisreich wies die Museumspädagogin auf Analogien zwischen dem Eckernförder Umfeld und den Spiegelungen in den Bildern des Malers hin. Am bekanntesten dürften dabei seine Stuhlreihen sein. Stühle die sich unterhalten, die Geschichten erzählen und menschliche Verhaltensweisen annehmen und sich in verschiedenen Umfelder einfügen. Genau so populär und vielschichtig, die grosse Serie der Drahtseilakte – Balancen in den unterschiedlichsten Situationen und Lebensumständen in künstlerischer Vollendung dargestellt. Aber weit über die bekannten Serien, zu denen die roten Häusern natürlich auch gehören, geht das gestalterisch Sichtbare von Falko Windhaus hinaus. Gerade in letzter Zeit sind Plastiken, Collagen, Fotografie und weitere unterschiedlichste freie Arbeiten dazugekommen. 
Falko, der es überhaupt nicht schätzt wenn man seine Person in den Vordergrund schiebt, verweist dabei nur zu gerne auf seine Werke die ihn biographisch vertreten sollen. Natürlich ist er als Restaurator und Student zweier Kunstschulen bestens ausgebildet, selbstverständlich gehören die vielfachen Tätigkeiten als Galerist, Kurator und Veranstalter zu seinem biografischen Rüstzeug. Aber tatsächlich lässt sich die vielfache Persönlichkeit eher über seine Werke aufschlüsseln, als über eine längere Abhandlung. Seine Freude, gerade jüngere Menschen in kreative Gestaltung zu begleiten, betonte Prof. Peter Jochimsen in seiner kurzen Rede, aber es zeigt sich auch in Bildern, die er zusammen mit chinesischen Kindern gemalt hat. Sein Eintauchen in fremde Kulturkreise wie China und Russland lässt sich in einigen seiner neueren Plastiken lebendig miterleben. Jeder biographische Punkt, lässt sich so auch anschaulich künstlerisch erleben.
Eigentlich ist Falko in Eckernförde nur ein Kreativer unter erstaunlichen vielen. Aber 25 Jahre Eckernförde haben nicht nur Falko geprägt, auch „seine“ Stadt hat er vielfältig verändert. Ohne Reden, ohne viele Worte und mit bestimmter Zurückhaltung was seine Person angeht, aber kreativ und kommunikativ über seine Werke und und beredten Taten. Eine umfassend gute Gelegenheit auf den Erlebnispfad Falko / Eckernförde zu gelangen bietet die weitgefächerte Ausstellung in der Galerie 66 im Baltic Sea International Campus (BSIC) noch bis zum 15. Januar 2011, jeweils Montags bis Freitags von 11-18 Uhr. Und für den, der bildhafte Kommunikation mit gebildeter Kommunikation krönen möchte: Der Künstler ist anwesend. (Markus Feuerstack)

Ende der Welten – ausdrucksstark erlebt (EZ)

Ende der Welten – ausdrucksstark erlebt

Es gab viel zu feiern. Und es wurde grossartig gefeiert. Lautstark, zart, lang und mit qualitativ besten Inhalten. Am Freitag Abend zelebrierte die renommierte Eckernförder Reihe „Neue Musik“ ein einzigartiges Konzert. Gerald Eckert, der in Eckernförde lebende Komponist mit internationaler Ausstrahlung, wird dieser Tage (*27.12.1960) 50 Jahre alt, die Musikreihe beginnt ihr zehntes Jahr und eine erfolgreiche Saison von Konzerten erlebte ihr Abschlusskonzert.

„Fin des terres“ so der Titel dieses in drei Einheiten gegliederten Abends, bot ein umfassendes und mit zahlreichen Instrumenten besetztes Programm. Das in flexibler Besetzung agierende „esemble reflexion K“ bot allein elf Musiker auf, dazu kam das Schlagzeugduo „Eardrum“. Die musikalische Leitung und der künstlerische Fokus wurde von Gerald Eckert bestimmt, der mit dem inkl. Pausen dreistündigen Programm ausführlich gewürdigt wurde. Nicht nur eigene Werke des Komponisten wurden gespielt, auch ihn prägende Komponisten beleuchteten seinen musikalischen Werdegang. Morton Feldman (1916-1987), Gérard Grisey (1946-1998), Stefano Gervasoni (*1962, Italien) und natürlich Nicolaus A. Huber (*1939) repräsentierten dieses Umfeld. Von Gerald Eckert wurden in grosser Besetzung „Studie über Nelly Sachs“ (2008), „Bruchstücke… erstarrtes Lot“ (1999) und das für diesen Abend namensgebende „offen – fin des terres“ (2002) aufgeführt.

 

Der erste Teil des dreigegliederten Abend bestimmten drei Schlagzeugduos. Die zahlreichen Zuhörer in der St.-Nicolai-Kirche erlebten zwei mit vielerlei Klanginstrumenten ausgestattete Schlagzeuge, die optisch und akustisch raumergreifend operierten. „Void“ von Gerald Eckert war mit ca. 30 Minuten der längste Titel des Abends. „Geformte Stille“ und „Nachspüren“ sind Begriffe mit denen der Komponist dieses imponierende Werk charakterisiert.

Beindruckend auch die weiteren Werke von Gerald Eckert, besonders da sie mit grössere Besetzung zur Aufführung kommen konnten. „Studie über Nelly Sachs“ von 2008 für Sopran und Ensemble, beschäftigte sich mit Teilen, Partikeln, die unerbittlich ablaufen. Das Stück eröffnet einen Klangraum der es den Zuhörern ermöglicht den Stimmungsanteil der Dichtung von Nelly Sachs wiederzufinden und zu sich selbst in Bezug zu setzen.

 

„Bruchstücke… erstarrtes Lot“ von 1999 und „offen – fin des terres“ (2002) sind zwei weitere bedeutende Kompositionen die einen tiefen Einblick in das Werk von Gerald Eckert ermöglichten. Bei dem letzt genannten Stück wurde durch die Verwendung von gleich zwei Zuspieltonbändern Eckerts feinfühliger Umgang mit dem Raumklang deutlich. Durch musikalische Elemente, feinste Töne, die fast unter die Hörgrenze gehen, zwingt er das Publikum in einen sehr lebendigen Klang- und Erlebnisprozess hinein. Vielleicht sind es gerade Eckerts Werke die die ungewöhnlich zahlreiche Teilnahme der Zuhörer an dieser besonderen Musikrichtung in Eckernförde ermöglichen. Jedenfalls feierten die anwesenden Zuhörer „ihren Komponisten“ und die vielen Ausnahmemusiker durchgehend mit langanhaltenden Beifall. Es war – wieder einmal – ein grandioses Konzert und ein spannendes Portrait über den Künstler Gerald Eckert. (fst)

Ausstellung: Falko ab 19.11

Ausstellung
FALKO
Eckernförde 1985-2010

Wir laden Sie ein, mit uns die Ausstellung am
Freitag 19. November 2010
20 Uhr zu eröffnen
Begrüßung:
Jörg Sibbel
Bürgermeister Eckernförde
Prof. Dr. P. Jochimsen
Kuratoriumsvorsitzender P. Jochimsen Stiftung
Einführung:
Dr. Uta Kuhl
Landesmuseum Schloß Gottdorf

contemporary international art
Lorenz-von-Stein-Ring 1-5 24340 Eckernförde 04351-667650
Öffnungszeiten: Mo-Fr 11.00-18.00 Uhr Sa-So nach Vereinbarung


Ausstellung „Fliegepapiere“ in der Galerie 66

Papier ist Kunst – Erwin Dooses Ausstellung „Fliegepapiere“ in der Galerie 66

Ein Leben für Papier

Erwin Doose und Katherine Houghton
Erwin Doose ist unter den zahlreichen Eckernförder Künstlerpersönlichkeiten eine stille, schwer zuzuordnende Grösse. In der Galerie 66 auf dem BSI-Campus wurde am Freitag eine umfassende Werkschau eröffnet. Begrüsst wurden die Besucher von Uwe Döring (Minister a.D.) und dem Musiker Martin Mech auf seinen Didgeridoos. In das Leben und Werk des eigenwilligen Künstler führte Katherine Houghton charmant und lebendig ein. Sie lies den Lebenslauf des Künstler Revue passieren. Doose, der 1942 in Danzig-Olivia geboren wurde, begann mit einer bodenständigen Ausbildung als Buchbinder. Die monotonen Seiten dieses Berufes lernte er über acht Jahre in einem Industriebetrieb kennen, in dem er als Papierschneider unter anderem am grossen Brockhaus mitarbeitete. Eigentlich wollte er die kreativen Seiten seines Berufes als künstlerischer Bucheinbinder in der Muthesius Hochschule in Kiel vertiefen, aber er wechselte schnell zur Bilderhauerei über. Zeichnen und porträtierendes Plastizieren waren Schwerpunkteseiner Tätigkeit. 14 Jahre arbeitete er als Lehrbeauftragter an der Kunstschule. Seit dem ziert eine geradezu unendliche Liste von Ausstellungen, Stipendien und Kunstpreisen seine künstlerische Biographie.

Erwin Doose, Ulrike Piekenbrink, Galerist Falko Windhaus, Martin Mech (Musiker Didgeridoo)
Seinen beruflichen handwerklichen Wurzeln blieb er auch als gefeierter Künstler stets eng verbunden. Sein charaktervoller Satz: „Ich rette Papier, so gut es dies will“ ist zum lebenslangen Programm geworden. Wobei die Werkzeuge, die in der Papierverarbeitung genauso wie in der Bildhauerei wesentlich sind, zu seinen Materialkanon dazu gehören. Ihn reizt dabei nicht das jungfräulich neue Material, sein liebevolle Hinwendung gilt Schleifscheiben, Papiere usw. die ihre Geschichte bereits gelebt haben, die dem Verderben anheim gestellt sind und die er zur Kunst errettet – die in den Augen und Seelen der Betrachter eine kleine Ewigkeit weiter existieren dürfen.

Die Ausstellung „Fliegepapiere“ zeigt ein umfassendes Werk an Plastiken, Reliefbildern, Collagen und Malereien – eine meditative Erlebnislandschaft die erfahren, erschaut werden will. Manchmal erzählen die Werke ihre Geschichte. Dem Aufmerksamen gelingt es zu erschauen aus welchen früheren Zustand das Material metamorphosiert wurde. Bei andern Werken beginnt die Geschichte des Auserlesenen neu – die künstlerische Gestaltung dominiert als fertiges Werk. Es wird Erwin Dooses künstlerische Bedeutung nicht gerecht, ihn nur auf seine Materialien zu reduzieren. So herausragend sein Umgang mit diesen ist, so bedeutend aber auch die Gestaltung an sich. Der (vorläufige) Endpunkt einer Geschichte ist eindeutig ein Neuanfang, eine Geburt einer neuen Geschichte, die der Kunstfreund nicht nur für sich erobern kann, sondern als Käufer im neuen Umfeld wieder weiter beleben kann. (Markus Feuerstack)

Erwin Doose „Fliegepapiere“
Galerie 66 im Baltic Sea International Campus
Lorenz von SteinRing 1-5
24340 Eckernförde
Mo-Fr 11-18 Uhr Wochenende nach Vereinbarung
04351- 667650

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Magister Wiegbolds informatives Piraten Theater

Magister Wiegbold – zum mieten!:
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Magister Wiegbold macht Theater

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Onart Stipendium erstmals an Pablo Wittrock verliehen

Onart Stipendium

Im Rahmen der Eckernförder Frühstücksbühne wurde erstmalig das  

Onart Stipendium für Konsequente Kunst in Leben und Werk an Pablo Wittrock

verliehen. In der Laudatio auf den jugendlichen Preisträger wurde von fognin die kreative Lebensführung von Pablo Wittrock gewürdigt, die ihn befähigt, im Sinne des Stiprendiums als onart/ig Künstler zu wirken.

https://onart.in/onartstipendiumverleihung.mp3

Tralau Ausstellung


Tralau Ausstellung, ursprünglich hochgeladen von fognin1

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