Autor: fognin

615-x-50_theseus_erwin-olaf_2017_1 Theseus, der junge Held kommt nach vielen Abenteuern nach Athen, in die Stadt in der sein Vater König war. Im Land umher herrschte Aufruhr, denn der weisse Stier von Kreta, der Vater des Minotaurus, verwüstete die Äcker und tötete viele Menschen. Herakles hatte ihn als einer seiner 12 Aufgaben auf das Festland gebracht und dort freigelassen.

Dieser weisse Stier war ursprünglich ein Geschenk des Gottes Neptun an seinen Neffen Minos, damit dieser König von Kreta werden könne. Nach der erfolgreichen Krönung sollte der König den Stier Neptun opfern. Minos aber, von der Schönheit und Stattlichkeit des starken Tieres angetan, versteckte es und und opferte statt dessem dem Gott einen alten Ochsen.

Neptun, bestimmt nicht der gescheiteste der Götter, durchschaute diese primitive List und ergrimmte sehr. Er wusste sich grossartig zu rächen: Er entfachte in Minos Gattin Pasiphaë ein unbändiges Verlangen nch dem wunderbaren Stier. Mit Hilfe des genialen Erfinders Daidalos, der eine hölzerne Kuh baute in der Pasiphaë lag, gelang die Begattung. Pasiphaë gebar den Minotaurus, eine brachiale Gestalt mit einem Stierhaupt auf einem männlichen Körper. Obendrein schlug Nepzun den Stier in Raserei so dass dieser tollwütig grosse Verwüstungen auf der Insel anrichtete.

 

img_20181217_193325_0 Theseus also, war mit besten Heldenleumund in Athen eingetroffen und wurde von seinem Vater, dem König, erkannt. König Aigeus angetan von den Heldengeschichten über seinen Sohn, bat Theseus nach Marathon zu ziehen um das Land von der Plage des wilden weissen Stieres zu befreien. Dem jugendlichen Helden gelang es alsbald, das unberechenbare Tier zu bändigen. Er brachte es im Triumph nach Athen. Dort opferte es den prächtigen Stier Apollo.

Der Gott war sehr erfreut über dieses grosse Opfer, zumal er die Vorgeschichte von seinem Onkel und den Vorgängen auf Kreta kannte. Er war geschmeichelt, dass er aus der grossen Schar der Götter durch das Opfer ausgewählt wurde. Auch gefiel ihm der junge Held ausnehmend wohl,  so mutig, so stark und gutaussehend. Nicht nur tatkräftig und zupackend, gleichzeitig aber auch bedächtig und überlegend. da ihm dieser Held so sehr zusagte, machte er etwas sehr gottuntypisches: Er bedachte Theseus mit einer Gegengabe. Er schenke dem Helden die weisse Stute Apolla.

Natürlich war das nicht einfach ein Gaul. Wie bei einem Pferd vom Olymp aus Götterhand zu erwarten, war Apolla etwas ganz besonderes und stand an der Spitze ihrer Art. Wunderschön anzusehen, mit unermüdlicher Ausdauer gesegnet, gepaart mit gradezu windgleicher Geschwindigkeit. Zu den göttlichen Eigenschaften gehörte auch, dass alles was auf Ross und Reiter geschleudert oder geworfen wurde, sich gegen den Angreifer kehrte und diesem bitteres Leid zufügte. So dass ein heimtückisch gegen Apolla geschickter Pfeil den besten Freund des Bogenschützen traff, anstatt dem vorbeisausenden Reiter. Da die Stute in jeder Beziehung prächtig war, hatte sie auch noch die besondere Eigenschaft vollkommen unauffällig zu sein. Es war so, als könne man sie kaum sehen, zumal sie augenblicklich wieder aus dem Gedächtnis verschwand. Keiner würde jemals über dieses besondere Pferd berichten. Zumal Apoll Theseus streng ermahnte, dieses Geschenk und seinen Geber zu verschweigen.

Eine weitere Bedingung gehörte noch zu Apolla: Die Stute sollte lebenslang ungedeckt bleiben, kein Hengst durfte sich ihr nähern. Sollte diese Bedingung gebrochen werden, kehrte das Pferd augenblicklich wieder in seinen alten Stall auf dem Olymp zurück und keiner würde das Verschwinden bemerken

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img_20181127_125405 Kunsttagebücher sind Tagebücher von Künstlern. Deshalb sind Kunsttagebücher zwingend Kunst. Kunsttagebücher müssen nich unbedingt lesbar sein. Genau wie Kunst nicht in jedem Fall verständlich sein muss. Nicht der Künstler ist gehalten, seine Kunst zu erklären, das ist Sache der Kunstwissenschaftler. Genau wie der Künstler hat der Kunstwissenschaftler keine Ahnung, macht aber ein bedeutsames Gesicht und sagt etwas wichtig klingendes. Auch der Künstler hat beim erstellen seines Kunsttagebuches ein sehr bedeutsames Gesicht gemacht. In der gesamten Kunst ist das bedeutsame Gesicht das allerallerwichtigste, jedenfalls viel wichtiger als Lesbarkeit oder Verständlichkeit. Auch was der Kunstwissenschaftler sagt, ist meist nicht verständlich. Aber Alle machen ein bedeutsames Gesicht und tun so, als ob sie es verstehen. Sie wollen ja nicht von sich glauben sie seien doof.

Jetzt verrate ich ein besonders bedeutsames Geheimnis: Wirklich echte Kunst (wie dieses Blatt) erkennt man am bedeutsamen Gesicht! Ich hoffe Du hast dieses Blatt teuer bezahlt, denn es wurde mit sehr bedeutsamen Gesicht von fognin 2018 geschrieben.

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img_20181016_144420 Die grossen Sinnfragen, dass sind die Fragen, die zur Suche nach dem Sinn des Lebens führen, stellen sich viele Menschen im Laufe ihrer Pubertät. Da die antworten auf diese grossen Fragen bestenfalls neue Fragen sind, hat jede Antwort genau einen Moment Gültigkeit. Danach hat der Fragende sich so grundlegend verändert, dass er den Prozess beruhigt neu starten kann. Er wird zu anderen Ergebnissen gelangen. Post Pubertät sind die grossen Fragen genauso spannend und Entwicklungsfördernd, nu lassen sich viele Menschen lieber von ihren Alltag auffressen, statt dessen Grundlagen optimaler auszurichten. Wer aber, mit strenger Disziplin die grossen Fragen immer weiter stellt, die Antwortfragen auflöst, kommt unweigerlich zu dem Moment der Verdichtung. Es manifestiert sich der Fragekomplex. Wenn der Fragende bereits den Künstler in sich entwickelt hat, sollte er sein Manifest der Welt schenken. Denn Kunst kann die Welt verändern!

img_20181009_104453 Sinnsucher alle Zeiten und Welten! Nur eure permanente Suche nach dem Sinn, hinter jeglicher Äusserung, in allen intelligenten Rüpsern aller denkbaren Lebensformen, verleiht diesen Daseinsberechtigung und somit euch selbst. Was nicht gesinnsucht wurde, kann nicht existieren. Ihr allein schafft die Berechtigung in der Schöpfung durch eure radikale unermüdliche Suche. 

Sinnsucher! unsere Zeit ist reif! Lasst uns metamorphisieren in die höchste Daseinssphere des Multiversums! Sinnsucher! lasst uns endlich Sinnfinder werden!

img_20181004_160659 Früher waren Kinder Eigentum ihrer Eltern und ihnen auf Wohl und Wehe ausgeliefert. Dies war dem Staat zu willkürlich, er schränkte die Befugnisse zunehmend mit Gesetzen ein, ohne selbst Verantwortung zu übernehmen. Vielleicht ganz gut, dass er selbst sich nicht einbrachte, denn Kinder die vom Staat oder der von ihm beauftragten Kirchen verwahrt wurden, waren im grossen Umfang Willkür, Gewalt und Missbrauch ausgeliefert. 

Es wird Zeit, endlich direkt auf die Kinder und ihre Bedürfnisse zu schauen, ihnen eine Stimme zu geben und ihrer eigenen zu zuhören. Kinder müssen ihre Rechte definieren können. Diese müssen in Gesetzen festgeschrieben werden. 

Jeder Mensch muss sich jederzeit auf seine Rechte berufen dürfen und diese einklagen können!

Kinderrechte gehören in die Verfassung!

img_20181004_160537 Künstler manifestiert Euch! Künstler hört auf Schlafzimmerwände zu verschönern! Künstler beginnt damit die Welt bunter, schöner, besser liebenswerter , gerechter, gesünder, sozialer zu gestalten! Jedes Eurer Werke soll eine Sonne, ein Glücksmoment, eine Veränderung für Andere sein. 

Künstler ihr seid berufen die Welt zu verändern, zu verbessern, zu verschönern, sie perfekter werden zu lassen. Eure Kreativität, Eure Lebensfreude, Eure Gestaltungskraft kann und wird alles verändern. Künstler manifestiert Euch!

Mitmenschen helft Euren Künstlern aus unserer Welt ein Kunstwerk zu gestalten!

 

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img_20180927_161740Was der Mensch zum Leben braucht (und was es kosten darf, ist in Deutschland klar geregelt. Unser Staat ist human, er erhält auch diejenigen, die nich in der Lage sind, für ihn Steuern zu verdienen.  – Essen und wohnen und was unmittelbar dazu gehört: „Ja!“, alles andere nicht wirklich. Da Ersteres sehr gering bemessen ist, wird der Gegenwert des Zweiten meist dazu benötigt die Unterdeckung aufzufüllen.

Kunst und Kultur gehören nicht zu den Bedürfnissen (materiel) armer Menschen – von staatlicher Seite aus gesehen. Da wo der Staat Museen oder Ausstellungen betreibt oder fördert, ist meist kein freier Eintritt oder ein gehöriger Rabatt für (materiell) Arme vorgesehen. 

Am Beispiel Malerei wollen wir es verdeutlichen: Viele Künstler beziehen Hartz IV, können sich aber den Eintritt in Ausstellungen nicht leisten. Bei den Bühnenkünsten sind die Zugangskosten meist noch deutlich teurer. Opernkarten kosten oft so viel, wie ein (materiell) armer Mensch im Monat zum leben hat. 

Unsere Gesellschaft bedarf dringen der kulturellen Teilhabe für Alle. Kultur als Privileg der (materiell) Reichen ist ein Verbrechen!

Wer keinen Zugang zur Kultur hat, ist wirklich arm. Und wenn er aus materiellen Gründen verweigert wird, soll der Betroffene auch arm bleiben!

Kulturelle Teilhabe gehört zu den Grundrechten des freien Menschen!img_20180927_161751

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Liebes Tagebuch,

„Welt- und Menschenbetrachtung“ oder „was glaubst du“, eine weitere der grossen Fragen. Um zu zeigen, was ich damit meine, hier eine Antwort: „Ich bin katholisch und gläubig“. 

Lassen wir diesen Menschen unkommentiert vor seiner Kirche stehen, er ist glücklich (im Rahmen seiner beschränkten Möglichkeiten).

Ich bin von Haus aus Anthroposoph und habe in diesem Umfeld den grössten Teil meines Leben zugebracht. Unsereins pflegt zu behaupten, nicht zu glauben, sondern zu wissen. Das ist insofern richtig, dass viele Inhalte sich denkerisch nachprüfen lassen. Allerdings die Lehre von den Engelhierachien kann man wohl kaum denkerisch überprüfen. Auch hier gibt der Glaube eine schöne, warme Sicherheit. Als „Anthro“ weiss man wo man herkommt, wo es hingehen kann und was der Scheiss soll. Und welche Bücher von Rudolf Steiner noch zu lesen sind. Im Gegensatz zu den Inhalten aus deren reichlicher Fülle sich ja jeder etwas passendes aussuchen kann, ist das organisatorische Umfeld eher eng. Jeder Zweite in der Anthroposophischen Gesellschaft oder den vielen Einrichtungen, weiss alles besser. Es werden Riten und Konventionen bis zum Erbrechen gepflegt. Nur wer eine konservative Grundhaltung hat, latent gläubig ist und bereit den örtlichen Westentaschenguru umfassend zu vertrauen, wird es auf Dauer aushalten. Da von der berühmten Dreigliederung das so genannte „Rechtsleben“ weder verstanden noch gepflegt wird, gibt es slbstverständlich kein Konfliktmanagement und jedes „fremde Wesen“ wird „liebevoll“ rausgeeitert. 

On the road again, der Laden der Esoteriker ist in der Strasse der Weltanschauungen nicht weit entfernt. Für jedes Problem gibt es eine Therapie, ein Seminar, ein Spray oder Öl etc. Mit den Grundton der Naivität ist liebevoll glaubig und ungeheuer Geschäftstüchtig. Kein Wunder, dass auf diesem Markplatz die grossen Dinge gerne aus dem Blick rutschen, Dafür gibt es eine neue, fast preiswerte Therapie, damit alle noch glücklicher werden. 

Raus aus dem Gewusel der Gemeinsamkeiten, rein in den einsamen Bereich der eigenen Erkenntnis. Steht einem als betagten Herren auch ganz gut, woanders hätte man schon längst stellvertretender Hilfsguru sein müssen. 

Das Bewusstsein bestimmt das Sein. Die Luft wird dünn, keine Verhaltensregeln mehr. So wie Du dich verhältst ist deine Welt. Du entscheidest über dein Glück oder Unglück und übernimmst, ohne wenn und aber die Verantwortung für Dein Leben und deine Welt. Allein!! Geniesse den Zustand der reinen Anarchie. Für dich gelten nur noch deine Regeln mit denen du wirst oder Untergehst. Anstatt teure und lange Therapien und die sichere Burg des Glaubens geht die Reise in die metaphysischen Hologramme deines eigenen Multiversums. Da wo die Naturwissenschaft den Bereich der Materie verlässt, beginnt der Markt der Möglichkeiten. Jenseits von Zeit und Raum ist es möglich, dass die das begegnet was Du (oder einer für dich) jemals gedacht hat. Was dir zu phantastisch erscheint, ist nur der Auftakt. Es geht weiter, hier werden die Welten des Zukunft geschöpft. Obwohl natürlich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft längst aufgehoben sind. Willkommen im quantenphysikalischen Zeitalter. Du findest mich im Bereich der der denkenden Phantasten, gleich neben Paul Scheerbart. Da will ich hin, da bleibe ich im Sein.

   

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Liebes Tagebuch,

img_20181204_142639du wirst es schon an den letzten Einträgen bemerkt haben:

Ich mag die ganz grossen Fragen!

Was diese ganz grossen Fragen sind, ist natürlich subjektiv. Neben: „Was ist der Sinn des Lebens?“ und „Was ist Kunst?“ gibt es noch ein paar andere. „Woher kommen wir – wohin gehen wir?“ bezogen auf Geburt und Tod und die unendliche „soziale Frage“, die Rudolf Steiner schon so schön bewegt hat. All diese Fragen (und all die anderen die in Goethes Faust aufgelistet sind) ist es eigen, dass verschiedene Menschen sehr unterschiedlich darauf reagieren. Die meisten Menschen werden wohl mit diesen Themen nichts anfangen können oder wollen. Sie sprechen lieber über Sport oder was Gestern im Fernsehe

Das ist pure Arroganz, das stimmt. Aber über Sport weiss ich absolut garnichts und einen Fernseher besitze ich nicht. 

Übrig bleiben alte, mittelalte und jugendliche Menschen. 

Kinder wissen Alles,

können aber, je mehr sie wissen, umso weniger sich verständlich artikulieren.

Ebenfalls Alles, naja fast Alles, wissen auch alte Menschen. Sie erzielen ihr umfangreiches Wissen aus den vielfältigen Erfahrungen eines langen Lebens, gemischt mit weitreichenden kulturellen Beutezügen und gewürzt mit eigenen Gedanken aus lang vergangener Jugendzeit. Aber, sie wissen alles absolut. Das stört mich doch sehr. Ihr Wissen ist kein Wissenwollen. Gerne halten sie Vorträge und belehren ihre Zuhörer weitschweifig. Diskussionen oder gar Gespräche mit bilateralen Ringen um Erkenntnis, das geht mit ihnen nicht. Aber Fragen wollen bewegt werden, grosse Fragen brauchen viel Bewegung von Geist- und Gedankenkraft.

Mittelalterliche Menschen stehen mitten im prallen Leben.

Sie sind mitten im Arbeitsleben und müssen sich um ihre expandierende Familie kümmern. Sie würden sich ja gerne mit mir, über ein so spannendes Thema ausführlich unterhalten, aber „diese Woche ist leider keineZeit. Dann können wie ja mal sehen…“ Und dabei bleibt es bis sie alt sind (siehe oben).

Jetzt kommen wie zu den Jugendlichen, den Heranwachsenden, den Pubertierenden. Kurz, zu den jungen Menschen. Sie haben keine besonderen Erfahrungen von denen sie zehren können, ihre Bildung ist im ungeheuren Masse ausbaufähig. Aber sie haben Zeit. Und sie haben begriffen, dass sie ein eigener Mensch für sich sind. Genau dies wollen sie sein! Und sie wollen den ganzen erwachsenen Massregeln dicht um sie rum endlich entfliehen und selber ausprobieren was gut für sie ist. Wie geht das besser, als mit einem langen ernsten Gespräch mit jemanden der zuhört und sie ernst nimmt? Bei diesem zuhören merke ich

welch originelle Vorschläge, was für vorurteilsfreie Gedanken, wie viel Idealismus und Lebensfreude

von ihnen vermittelt wird.

Zu gerne würde ich mich bei meinem jungen Gesprächspartner mit einem besonderen Geschenk bedanken. Wenn ich könnte, würde ich ihnen das Bewusstsein und Lebensgefühl, dass sie an diesem Tage gehabt haben als bleibendes Bild für ihr ganzes Leben schenken.

5.12.18 fognin

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img_20181203_120834Der da alles aufschreiben möchte, alles aus seinem Leben, alles aus seine Seele, der hat viel zu tun, oder nichts.

So er nur, ein bisschen tumb, schreibt, würde er schreiben, dass er schreibt, aber er wüsste nicht worüber. Im anderen Fall, der Chronist der Lebendigkeit, der hätte schon beim richten der Tinte so viele Einfälle, dass er dringend darauf achten muss, beim schreiben nicht zu verhungern. Dieser wird einen ungeheuren Verbrauch an Papier und Tinte haben. Denn das sich ständig wandelnde Leben halbwegs genau zu beschreiben, muss einen gewissenhaften Menschen zweifellos in die Verzweiflung treiben. Wovon lebt dieser Mensch im ZEITALTER DES KAPITALISMUS?

Ich fürchte, er sitzt sehr verloddert, ja ungepflegt, an seinem zusammenbrechenden Schreibtisch. Kaum ist ein Blatt eng beschrieben, mit seiner zierlichen akkuraten Handschrift, frisst er es schmatzend auf.

Welch ein vergebliches Leben haben wir fleissigen Chronisten!

 

14.12.18 fognin

img_20181203_120855Dem Institut für das gebildete Wort „Schreibzwang“ haftet etwas Tragisches an. Das Institut wurde von mir gegründet, basierend auf der tief erlebten Erkenntnis, dass gegen den Zwang schreiben zu müssen, die Therapie des Schreibens einzig allein hilfreich wirkt. Das Institut betreut die armen Betroffenen, versucht ihren berechtigten Forderungen Gehör zu verschaffen und koordiniert den andauernden Ausfluss der gebildeten Worte.

Diese müssen, so wurde es bei der ersten vollständigen Versammlung des Institutes beschlossen, im Original handschriftlich erfolgen. Zumal durchaus beabsichtig ist, die Schreibzwang-Produkte an die Wand hängen zu können. Dort wo früher Regale mit Büchern standen. die Bildung vortäuschen versuchten, sollten im modernen Haushalt, Büro oder Bistro heute ein Schriftbild hängen um Gleiches zu bezwecken. Das Siegel „Schreibzwang“ garantiert dabei Qualität, dienen die Worte doch der Bildung, in gehobenen Preisgruppen sogar der Ein-Bildung!

 

img_20181203_120810Die bisherigen Forderungen, die das Institut für seine Mitglieder vertritt, sind recht bescheiden. Unermesslich viel Tinte, oder besser noch Tusche wird erwartet, dazu edles, leicht beschriftbares Papier in gedämpften Farben in einer Unendlich sich annähernden Menge. Natürlich noch eine Handvoll (eine grosse) verschiedener Schreibfedern und jährlich zwei Halter, da das Ankauen dieser eine unausrottbare Unsitte zu sein scheint. Weniger realistisch mutet die Forderung nach einem heizbaren gepolsterten Stuhl und einem Komfort-Schreibtisch mit eingebauter vollautomatischer Kaffeemaschine an.  Bisher wurden diese Forderungen leider noch nicht erfüllt, was durchaus daran liegen könnte, dass sie hier zum ersten Mal publiziert wurden.

Stets werden die Beschlüsse des Institutes Schreibzwang im Konsens, also einmütig, gefasst. Was nicht sonderlich schwer fällt, da es Keinen gibt, der es wagen würde, dem Institut-Gründer zu widersprechen. Das ist ein deutlicher Vorteil, aber es gibt auch den bedauerlichen Nachteil dass ich alle Arbeit alleine machen muss, als einziger Angehöriger dieses würdigen Instituts dem wohl etwas Tragisches anhaftet.

3.12.18 fognin

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Liebes Tagebuch,

mir sind meine Freunde abhandengekommen. Entweder sind sie weggezogen, oder sie sind beschäftigt. Für mich bleibt das gleich.

Wozu braucht man überhaupt Freunde?

Um mit ihnen über denSinn des Lebens zu sprechen. Womit die Frage nach dem Sinn des Lebens schon zum Teil beantwortet ist: Der Sind des Lebens ist, Freunde zu haben mit denen man über den Sinn des Lebens sprechen kann.

Gibt es noch weitere verbindliche Aspekte bei der Frage nach dem Sinn des Lebens?

img_20181202_162026Mich deucht, das Wesentliche ist die Frage selbst. Ein vertieftes, damit ernsthaftes Gespräch zu diesem Thema wird zu Ergebnissen führen. Dummerweise haben alle Antworten auf die Frage nach dem Sinn des Lebens nur eine Gültigkeitsdauer von genau sieben Sekunden. Nach diesen sieben Sekunden hat sich der Fragende (und damit die ganze Welt) so umfassend verändert, dass der Diskurs einer grundlegenden Erneuerung bedarf. Und somit zu ganz neuen Erkenntnissen führen sollte.
Nicht das Du, liebes Tagebuch nun glaubst, dass Freundschaft eine vergeblich Fiktion sei, und der Sinn des Lebens der Schlüssel zu einem surrealen Albtraum. Weit gefehlt! Das Ringen nach dem Sinn des Lebens mit guten, verfügbaren Freunden – das prägt den Sinn des Lebens. Alle sieben Sekunden-Wahrheiten zusammen (durch alle Zeiten) bilden einen Entwurf für den Sinn des Lebens. Somit ist jegliches Gespräch über den Sinn des Lebens ein revolutionärer Akt, der die Welt, das Leben und den Sinn all dessen, ein wenig verändern wird.

Womit die Frage nicht beantwortet ist, ob jemand der keine Freunde mehr zur Verfügung hat, sinnlos im Leben ist,

 

fognin 11.12018

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scheerbart_klGestern schrieb ich: „krank, allein, Winter – Scheiss -Roman“, daran hat sich nicht geändert: es schneit immer noch Melancholie.
Aber jetzt will ich die Welt verändern: Damit es EUCH nicht so geht, damit ein Grinsen wieder in Euer Leben Einzug findet. damit Sonne und Mond ein neues Gemüse erfinden – und alles anders wird: ICH SCHENK EUCH EINEN SCHEERBART!!! Ich habe ein paar Scheerbarts radiert – sie sehen sehr fognin/scheerbartisch aus. Jeder dieser Abzüge ist auf jeden Fall anders, Handcoloriert und von fognin beschmiert.. Und ich verschenke sie. Nur einfach eine emali oder Postkarte im Laufe des Februar an mich schicken. Unter Missbrauch aller Rechtswege, und mit Glück gibt es einen Scheerbart für Dich! Bezweckt ist damit die Weltverbesserung und sonst garnix, ich bin Künstler nicht Konzern. Die einzige Kalamität die am Horizont auftauchen könnte ist, das ich am Ende des Februars 2015 mein Geld nicht reicht für die Porti zum versenden. Wenn der digitale Bettler (https://scheerbart.de/edit/impressum/der-digitale-bettler/) es nicht hergibt, dann melde ich mich noch Mal und schnorre – das könnte nur etwas verzögern. Aber es gibt immer jemanden der 5 € hat um jemand anderen eine Freude zu machen. Also ab: email oder Postkarte an mich! (Dieser Text steht auf einigen meine Homepages und bei Facebook!) (fognin / www.scheerbart.de)